Kasernenhof

Nachdem ich vorgestern über diese wunderbare Weltfremdheit meiner liebsten Lieblingskollegin geschrieben hatte, legte sie gestern auch gleich nach. Da ich den Schock vom Vortag noch gut in Erinnerung hatte, war ich einigermaßen auf diese neuerliche Wunderlichkeit gefasst.

Ich plane seit geraumer Zeit für meinen Chef einen Treffen mit 3 weiteren Großkopferlten des Unternehmens. Den schwierigsten Punkt, nämlich die Terminfindung, haben wir dabei erfreulich kurz und schmerzfrei hinbekommen. Am zweitschwierigsten, der Örtlichkeit, arbeiten wir noch.

Immerhin steht schon die Großstadt fest, wo es stattfinden soll. Aber dann soll das Hotel mal was anderes sein, es soll einen nicht zu großen, aber auch nicht zu kleinen Tagungsraum haben, es darf nicht die Welt kosten und sollte irgendwie zentral liegen. Dass so eine Perle nicht innerhalb eines Tages gefunden wird, sollte eigentlich klar sein. Zumal es nicht meine vorrangige Aufgabe ist, Reisepläne zu erstellen. Sowas überlasse ich ganz gerne dem Sekretariat, die kennen sich viel besser damit aus, haben ein feineres Gespür und vor allem haben sie die Kostenübernahmeformulare.

Damit mir die Delinquenten nach der Terminfindung nicht wieder entwischen, habe ich allen Teilnehmern einen Blockertermin geschickt mit dem Hinweis, dass die konkreten Ablaufpläne noch folgen, sobald sie feststehen. Nun drängelt aber Miss S. permanent nach aktualisierten Terminplänen und will alles aufs Genaueste geplant haben, damit sie „eventuell noch weitere Termine“ in den Kalender ihres Chefs reinquetschen kann. Wir reden hier über einen zweitägigen Workshop samt Abendessen und Übernachtung, da ist kein Platz für irgendwelche weiteren Termine. Nun gut, ich schicke also einen neuen Termin rum, mit aktuellen Anfangs- und Endzeiten und einem groben Ablauf und hoffe, dass mir dies ein wenig Luft verschafft.

Leider weit gefehlt, Frau Schnittenfittich schreibt darauf hin  eine Mail an meinen Chef mit folgendem Inhalt (Originaltext):

Hallo,
bitte beide Workshop-Termine als Einzeltermine senden.
Bitte die Teilnehmer in den Termin eintragen
Bitte den Ort des Workshops eintragen
Bitte das Hotel mitteilen und versenden.
Gruß S.

Als der nicht reagiert, leitet sie die Mail an mich weiter. Ich bin nett und verpacke den virtuellen Biss in die Tischkante in freundliche Worte und weise sie erneut darauf hin, dass ich dazu immer noch keine Aussage machen kann, aber ich, so sie denn wünscht, gerne einen weiteren Termin verschicke.

Ihre Antwort:

nein, dann brauche Sie nicht neu versenden. Geblockt haben wir ja noch im Kalender. Dann warten wir die aktuellen Termine ab.

Gut, wieder eine Viertelstunde wegen Nichts verplempert, mach ich doch gerne, hab eh grad nichts anderes zu tun …

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Fehlende Worte

Mir fehlen die Worte, um eine passende Überschrift für die nachfolgend geschilderte Begebenheit zu finden:

In dem von mir auf Arbeit betreuten Softwaresystem gibt es verschiedene Bereiche für verschiedene Aufgaben, bspw. Rechnungen oder Verträge. Jeder dieser Bereiche beinhaltet neben den privaten Aufgabenbereichen der einzelnen Mitarbeiter Sammelordner für die Verwaltung. Das System gibt es seit ca. 2 Jahren bei uns in der Firma, seit einem Jahr bin ich dafür zuständig.

Heute flatterte eine EMail von Fr. Schnittenfittich in mein Postfach, in dem sie steif und fest behauptete, der private Aufgabenbereich ihres Chefs würde vor Verträgen überquellen, obwohl diese gar nicht zu ihm gehören und sie als Vertragsverwalterin die auch wo ganz anders hingeschickt hätte. Zur Verdeutlichung hing an der EMail noch ein Screenshot dran.

Ich las den Text und schaute mir das Bildschirmfoto an. Ich las den Text und schaute mir das Bildschirmfoto an. Ich zweifelte kurz an mir und schaute mir nochmals das Bild an. Da stand wirklich eindeutig, dass sich die Kollegin im Sammelordner für Verträge befand. Sie ist Verwalterin aller Verträge und arbeitet permanent in diesem Ordner. Das dies der Sammelordner ist, steht auch groß und fett dran.

Ich fragte sie per EMail, wie sie denn darauf komme, dass es sich um den Aufgabenbereich ihres Chefs handele. Und ob sie die Bemerkungen gelesen hätte, die an jeden Vertrag angeführt wurden und welche erklärten, warum die Verträge dort landeten und was damit weiter geschehen solle.

Und sie schreibt mir allen Ernstes zurück: „Ich wusste gar nicht, dass dies nicht der Ordner von Chefchen ist. Wieder etwas gelernt. Vielen Dank“.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, was danach mit mir passierte. Ich spürte den Zwang, laut los zu schreien und gleichzeitig hysterisch zu lachen. Dazu gesellte sich schiere Fassungslosigkeit und Verzweiflung. Aber nach einer halben Stunde hatte ich mich dann wieder unter Kontrolle und meine Gefühle sortiert 🙂 Aber für eine passende Überschrift reicht es trotzdem immer noch nicht 😀

Randnotiz: Da Frau Schnittenfittich nicht unwesentlich zum Amüsement bei meiner Arbeit beiträgt und die Arbeit selbst ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens ist und weil der ursprüngliche Zweck dieses Blog, das Warten auf den Krümel, erstmal vertagt wurde, kriegen beide jetzt eigene Tags oder eigene Kategorien.

Kaputt

Ich bin ziemlich kaputt. Ich hab das Gefühl, nichts mehr auf die Reihe zu kriegen, dass mir alles zu viel wird. Das mag sicherlich auch an dieser heftigen Hitze liegen. Selbst nachts kühlt es kaum ab und der Schlaf ist wenig erholsam. Es liegt aber auch an den Ereignissen der letzten Tage. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich das gefühlstechnisch auf die Reihe gekriegt habe. Im Moment lass ich es nur immer mal ganz kurz ran, aber so richtig hinschauen will ich derzeit nicht. Ich habe Angst, dass es mich umhaut.

Und ständig sehe ich derzeit auch Schwangere ihre dicken Bäuche vor sich herschieben oder Neugeborene auf dem Arm ihrer Mutter und das erinnert mich jedes Mal daran, dass ich das auch hätte haben können. Dazu die Geburtsanzeigen bei uns im Intranet. Es fühlt sich immer an wie Hohn, wie die haben es geschafft und ich nicht. Klar kann ich mir einreden, dass es nicht meine Schuld ist, dass es die Natur so geregelt hat, dass sowas eben passiert.

Aber dann denke ich wieder daran, dass ich an dem Dienstag vor einer Woche so wahnsinnige Schulterschmerzen hatte. So stark, dass ich nur unter Schmerzen atmen konnte und nicht richtig aufrecht stehen oder sitzen konnte. Ich schaute noch auf embryotox nach, ob Diclac gefährlich ist, aber da stand, es wäre ok. Es gäbe nur ein geringfügig höheres Risiko einer Fehl-/Frühgeburt. Also habe ich zwei Tabletten genommen und konnte endlich wieder normal atmen. 4 Stunden später fingen die Blutungen an.

Es kann Zufall sein, doch glaube ich nicht recht daran.

Falls wir es nochmal hinkriegen sollten, nehm ich definitiv keinerlei Medikamente (außer vielleicht Nahrungsergänzungen wie Folsäure, Magnesium oder Eisen). Lieber leide ich und weiß dafür, dass es meinem Krümel gut geht.

Draußen regnet es und die Temperaturen sind wieder im erträglichen Bereich. Ich hoffe, dass nach einer erholsamen, durchgeschlafenen Nacht die Welt morgen wieder ein bißchen anders aussieht.

Und außerdem wollen wir ja bald den nächsten Versuch starten!

Recovery

Es geht voran. Ich hab mir am Freitag viel Zeit für mich genommen, mal ordentlich ausgeschlafen, ein wenig nachgedacht. Das tat gut.

Dass ich das für das Wochenende dringend nötig haben werde, wusste ich damals noch nicht. Ich bin von gemütlichen 2 Tagen bei Freunden ausgegangen. Stattdessen wurden es 2 Tage Kleinststadthölle, nur haben die Beteiligten fast nichts davon mitbekommen. Sie sind alle so in ihren Rollen gefangen, so auf ihre Muster trainiert, dass es für sie völlig normal erscheint. Die enormen Spannungen, die kurz unter der Oberfläche brodelnde Aggressivität, die massiven Vorwürfe haben nur wir als Außenstehende, aber mitten drin Befindliche dafür umso intensiver erlebt. Das Schlimmste war, dass die Verhaltensmuster schon auf die Kinder übergegriffen haben.

Es war der blanke Psychoterror für die Mutter. Wir haben ihr unsere Hilfe angeboten, aber sie ist schon so verzweifelt, die Fassade um jeden Preis aufrecht zu erhalten, da helfen kein gutes Zureden mehr oder noch so gutgemeinte Tipps, alles invasiver als „wir sind da, wenn du Hilfe brauchst“ erhöht nur den Druck auf diese Person und verstärkt Widerstände. Ich hoffe, sie nutzt die Hilfe oder zieht wenigstens aus dem Angebot ein wenig Kraft.

Das Positive am Wochenende? Der Kleene konnte ausgiebig seine Fußballkünste präsentieren. Wir waren viel draußen. Daddy hat nen Sonnenbrand aufm Kopp 😛 Und ich war wunderbar abgelenkt und es hat mir gezeigt, was ich doch an meinem Mann habe und wie weit wir zusammen gekommen sind.

The Day After

Ich habe dann doch keinen Schwangerschaftstest mehr gekauft. Das, was da seit gestern abgeht, lässt keine Zweifel mehr übrig. Außerdem hat meine Doc heute noch die letzten Reste entfernt und erneut Blut abnehmen lassen. Soll doch das Labor die Arbeit machen.

Das Labor hat dann auch heute noch schnell die Ergebnisse des Bluttests vom Montag gefaxt. Ja, ich war tatsächlich schwanger, irgendwo zwischen der 2. und 3. „echten“ Woche (das entspricht einer 5. Woche in der traditionellen Zählweise). Ich hätte keine Angst vor Röteln haben müssen, da hab ich genug Antikörper. Aber Toxoplasmose ist weiterhin ein Risiko.

Und dann betätigte sich meine Ärztin als Wahrsagerin. Sie meinte, erst vor Kurzem hat sie einem Paar prophezeit, dass sie direkt im Anschluss an ein solches Ereignis direkt schwanger werden würde. Und sie hatte Recht behalten. Und mir sagte sie heute das gleiche voraus. Wir jedenfalls werden unseren Teil dieser Aufgabe sicherlich erfüllen. Bleibt nur zu hoffen, dass diesmal die Sterne günstiger stehen – auch, wenn ich nicht an so einen Kram glaube.

Morgen werde ich mir ein wenig Zeit nehmen für die Trauer und für die gescheiterten Hoffnungen. Bislang war in der ganzen Aufregung gar keine Zeit dafür. Dennoch ist auch dieser Teil wichtig, damit ich das Kapital abschließen kann und nicht dauernd mit mir rumschleppen muss.

Ganz große Scheiße

Leider sind meine Befürchtungen wahr geworden. Die Blutungen haben nicht aufgehört, sondern sind stärker geworden, dazu noch Schmerzen wie bei einer normalen Periode.

Ich bin wieder zum Arzt und die Schwester machte mir auch keine Hoffnungen mehr. Sie meinte, ein Drittel (da ist es wieder) aller Schwangerschaften gehen durch einen Frühabort zu Ende. Es wäre auch nicht meine Schuld, da hätte die Natur wohl einen Fehler gemacht, was nicht richtig angelegt und korrigiert den jetzt eben. Es gibt auch keinen Grund, warum ich nicht zeitnah wieder schwanger werden könnte. Weil das ja bei uns so einfach klappt, weil wir ja nicht jahrelang für Robert und den gerade vergangenen Hauch einer Schwangerschaft gekämpft haben :/

Ich kauf mir heute nachmittag nochmal einen Schwangerschaftstest, nur um ganz sicher zu gehen und wenn der negativ ist, dann gibt’s den großen Drink. Ist ja nun eh egal. Und vielleicht hab ich bis dahin auch aufgehört zu weinen.

Blöde Situation

Wir sind heute beim Gyn gewesen, gucken, ob alles in Ordnung ist. Aber anstatt mich zu beruhigen, bin ich jetzt total verunsichert. Es war fast nix zu erkennen. Nur mit Mühe konnte die Ärztin eine Fruchthöhle entdecken.

Beim anschließenden Gespräch meinte sie, ich solle Termine für die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen machen und solle morgens in einen Becher pinkeln für weitere Tests. Als ich dann draußen am Tresen stand und wir passende Termine suchten, war plötzlich wieder alles anders.

Jetzt sollte ich erstmal abwarten, was die Bluttest von gestern ergeben würden. Die Resultate kommen gegen Ende der Woche und ich solle Anfang nächster Woche wieder anrufen. Auch nix mehr mit Becher pinkeln. Und auch keinen neuen Mutterpass. Kurz vor der Untersuchung war ich noch auf der Toilette gewesen und musste dort feststellen, dass ich leichte Blutungen hatte.

Zusammen mit dem Zurückrudern bei den Terminen ergibt das jetzt eine ganz blöde Situation, die mich völlig panisch zurück lässt. Könnt am liebsten heulen, oder alternativ einen großen Whiskey vertragen, was natürlich außer Frage steht. Aber vertragen könnt ich ihn trotzdem.

Jetzt bleibt mir nichts anderes, als auf Montag warten und aufs Beste hoffen und mir wieder und wieder einreden: Alles wird gut!

Zweifel

Ich war heute früh beim Arzt zur Blutabnahme. Jetzt wird nochmal amtlich getestet, ob ich wirklich schwanger bin, ob ich noch genügend Rötelnresistenz habe, ob ich immer noch Toxoplasmose gefährdet bin (beim letzten Mal war ich es) und ob ich HIV-positiv bin. An sich nichts ungewöhnliches und die Prozedur war in 5 Minuten vorüber. Aber diese 5 Minuten und das Gequatsche der Schwester haben gereicht, um Zweifel bei mir zu streuen.

Mein erster richtiger Ultraschall ist in 4 Wochen, aber ich könnte auch jetzt sofort einen machen lassen, kostet aber 30 Euro und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Bisher war ich felsenfest der Überzeugung, dass der Termin in 4 Wochen ausreicht und schon alles passen wird. Heute erzählt mir die Tante, dass so ein Ultraschall hilft, Fehler in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen. Ich frage sie daraufhin, wie häufig denn solche Fehler seien und sie druckst rum und ich denke mir schon, dass es die üblichen Ausreißer sind, die immer mal vorkommen. Und dann knallt sie mir 1 Drittel vor den Latz. Ein Drittel aller Schwangerschaften wären fehlerhaft!

Jetzt rede ich mir seit 3 Stunden ein, dass alles gut wird, dass das schon passen wird, dass da kein Fehler ist, dass da ein kleines Würmchen am richtigen Platz in mir wächst. Und ständig hämmert im Hinterkopf 1 Drittel, 1 Drittel, 1 Drittel.

Also hab ich morgen nachmittag einen Termin zum Ultraschall, denn diese Zerrissenheit halte ich definitiv keine 4 Wochen mehr aus. Die gesamte mit der Schwangerschaft einhergehende Ungewissheit ist schon schlimm genug, da brauch ich nicht auch noch solche von außen gestreuten (und vermutlich dem Kommerz geschuldeten) Zweifel.

Schwangerschaftsübelkeit

Scheint, als würde es mich jetzt damit auch erwischen. Bei der ersten Schwangerschaft hatte ich damit Null Probleme, ich konnte essen, was und wann ich wollte und mir ging es prächtig.

Aber seit 2 Tagen fühl ich mich total mau. Bin nach kleinsten Portionen pappsatt und hab dauernd das Gefühl, als würde ich das Gegessene bald wiedersehen. Das ist ein sehr ungewohntes Gefühl, weil ich sonst einen sehr stabilen Magen habe. Es ist auch nicht hilfreich, wenn wir, so wie heute, in einem Restaurant essen sind und ich mir was total Leckeres bestelle, auf das ich wirklich richtig Appetit habe, aber mir dann den Großteil reinzwängen muss und alles wie ein Stein im Magen liegt.

Ich hoffe, das geht bald vorbei. Ich war immer so stolz auf meine Beschwerdefreiheit beim ersten Mal.

Morgen werde ich erstmal zum Doc gehen, die Bluttests machen. Ich wollte an sich damit bis Dienstag warten, aber irgendwie bin ich doch schon zu aufgeregt. Und beim Gyn sollte es an einem Montag Vormittag auch nicht so voll sein. Vielleicht krieg ich ja auch de Ultraschall eher, wer weiß?!

Anstrengend

Vielleicht liegt es am Wetter, aber gerade finde ich alles anstrengend. Gerne würde ich das alles auf die Umstellungen in meinem Körper schieben, aber ich glaube, das wäre zu einfach. Der Kleene nervt heute ziemlich und hat dazu noch einen hässlichen Husten. Daddy ist genervt und auch nicht hilfreich. Die Katzen drehen permanent am Rad und jagen sich durch die Wohnung. Draußen regnet es, obwohl wir doch eigentlich zum Stadtfest wollten. Und ich bin permanent müde und könnte 24 Stunden am Tag schlafen.

Hab auch dauernd Hunger und muss echt aufpassen, nicht innerhalb von ein paar Tagen zur Tonne zu mutieren.

Ich frag mich vermutlich nicht zum letzten Mal in der Schwangerschaft, wann die 9 Monate endlich rum sind. Aber danach wird’s ja auch nicht wirklich besser 😉