Jeannie, Teil 1

Zu unserer Familie gehören auch zwei Katzen und die kommen irgendwie immer bei der Berichterstattung zu kurz, was ich sehr schade finde, da dies zwei wunderbare Geschöpfe sind und ein bißchen mehr Aufmerksamkeit kriegen sollten.

Den Anfang macht Jeannie, die ältere der beiden, auch genannt die Dicke oder Große oder Maus 🙂

Mein Mann hatte als Kind eine Katze und lag mir immer wieder in den Ohren, dass er doch gerne wieder eine haben möchte. Nur leider bin ich allergisch gegen Katzen, weswegen ich dankend ablehnte. Irgendwann im Sommer 2008 erzählte mir eine Bekannte, dass die Katze ihrer Schwester Junges bekommen hätte und sie diese jetzt gern loswerden würden. Und wenn sich niemand finde, dann würde sie eben, wie auf dem Dorf üblich, ertränkt. Es wären auch nur noch 2 Katzen übrig, aber für die gibt es keinerlei Interessenten.

Ich sagte spontan zu, dass wir eine Katze nehmen würden und besprach das dann später mit meinem Mann. Natürlich machte er sich Sorgen wegen der Allergie, aber ich meinte, das würde schon irgendwie gehen und vielleicht könne ich mich ja mit Medikamentenunterstützung selber hyposensibilisieren. Ich hatte da so Geschichten gehört und das würde schon klappen. Dachte ich.

Doch erstmal mussten wir um die Katze kämpfen, denn die Besitzer wollten sie so schnell wie möglich loswerden, am besten sofort, bevor sie irgendwelche Kosten verursachte. Dabei war sie gerade mal 6 Wochen alt und jeder Tierarzt, den wir kennen (und das sind nicht wenige), hat bestätigt, dass Katzen ca. 12 Wochen bei ihrer Mama bleiben sollen, solange, bis die Mama sie verstößt, was ein durchaus natürlicher Prozess ist. Wir redeten immer wieder mit den Besitzern und baten sie, die Katze noch ein wenig länger bei der Mama zu lassen, aber in der 9. Woche setzten sie uns die Pistole auf die Brust. Entweder wir holen die Katze sofort ab oder sie wird ertränkt.

Also sind wir mit einer Transportbox und einem kuschligen Handtuch bewaffnet los, um die Katze abzuholen. Sie war noch total klein, völlig verängstigt und maunzte die ganze Autofahrt zurück in die Stadt, die leider ein wenig dauerte.
Zuhause angekommen packten wir sie in die Küche, in der schon Futter- und Wassernapf, ein Kratzbaum und ein Katzenklohäuschen bereit standen. Wir hatten gelesen, dass man Katzen erstmal in Ruhe lassen sollte, damit sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnen und diese erkunden können. Also haben wir sie allein in der Küche gelassen. Ich hab aller Stunden nachgeschaut, ob alles ok ist, aber jedes Mal hockte sie immer noch in der Transportbox und traute sich nicht raus.

Nach 3 Stunden schaute ich wieder, und diesmal war die Katze weg. Ich suchte unsere überschaubar große 9 m² große Küche ab, konnte aber keine Katze finden. Nur ein leises Maunzen hörte ich, konnte aber nicht orten, woher. Ich rief meinen Mann zu Hilfe und gemeinsam suchten wir jetzt die Katze. Das Maunzen wurde ein wenig lauter und kam aus der Ecke hinter der Tür. Aber dort stand nur der Kühlschrank, sonst nichts. Und eine Katze war auch nicht zu sehen. Nach weiteren 5 Minuten Suchen und Lauschen meinte ich, wir sollten mal den Kühlschrank vorziehen.

Gesagt, getan, Und siehe, da war unsere kleine Katze. Eingeklemmt zwischen Kupferrohren über dem Kühlaggregat des Kühlschrank. Wie sie sich in diese missliche Lage zwängen konnte, ist uns immer noch unklar, weil der Platz hintern Kühlschrank und zwischen den Rohren eigentlich nicht dafür ausreichte. Aber vermutlich wollte sie wohin, wo es warm und dunkel war – und das war der ideale Platz.
Ich hockte mich jetzt also auf den Boden und versuchte, die Katze zum Verlassen zu bewegen. Aber sie hatte sich so verheddert, das ging weder vor noch zurück. Ich versuchte vorsichtig, ein Bein zu lösen, aber sie fing sofort wieder mit Maunzen an, so dass ich befürchtete, ich würde ihr Schmerzen zufügen. Ich war mittlerweile klatschnass geschwitzt und leicht panisch.

Doch ich konnte sie ja nicht da drin lassen. Also probierte ich es weiter, streichelte sie beruhigend und flüsterte ihr leise zu und versuchte es diesmal rückwärts. Ich könnte ein Hinterbein lösen und merkte, wie die Katze langsam nach unten rutschte. Ich war also auf dem richtigen Weg. Dann weiter, immer vorsichtig ziehen, die Vorderpfoten von den Rohren lösen, den Kopf ein wenig nach unten drücken, auf den Schwanz aufpassen und so arbeiteten wir uns Millimeter um Millimeter voran. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich sie aus dem Kühlschrank geschält und hab sie dann erstmal ganz lange bekuschelt und sie weiter gestreichelt. Sie maunze auch nicht mehr, sondern war, glaub ich, ganz dankbar, dass wir sie gerettet haben.

Sie zitterte immer noch am ganzen Körper und wurde auch wieder unruhig, so viel Nähe behagte ihr anscheinend nicht, Rettung hin oder her. Mein Mann verklebte den Spalt hinter dem Kühlschrank mit Pappstreifen, so dass die Katze nicht mehr dahinter krabbeln konnte und ich machte ihr meine Kuschelschafwärmflasche fertig, damit sie etwas zum ankuscheln hatte, wenn sie wieder nach Wärme suchte. Dann ließen wir sie wieder allein, schauten jedoch immer wieder mal bei ihr rein.

Beim letzten Kontrollgang an diesem Abend hatte sie es sich in ihren Katzenklohäuschen bequem gemacht. Höhle ist Höhle.

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Wetterfühlig

Ich bin seit gestern krank geschrieben, aber mein schlechtes Gewissen plagt mich dann doch so, dass ich trotzdem versuche, ein wenig von daheim aus zu arbeiten. Heißt, dass ich das Mailprogramm laufen habe und bei Bedarf meine Telefonflatrate nutze, da es nach über einem Jahr immer noch nicht geschafft wurde, auf meinem Notebook ein gescheites VPN einzurichten.

Und als wenn alle nur darauf gewartet haben, dass ich nicht am Platz bin, kommen sie an mit ihren Merkwürdigkeiten.

Den Anfang machen die Buchhalterinnen. Buchhalter sind per se ein seltsames Völkchen, die es sehr genau nehmen (müssen) und am liebsten sogar ihre Bleistifte nach Norden ausrichten. Und wenn mal ein klitzekleines Teil nicht da liegt, wo es sein soll oder etwas nicht 100% wie gewohnt funktioniert, kommt es einer mittleren Katastrophe gleich.
Heute nun bekomme ich eine Mail, dass eine Buchhalterin in einem ihrer Ordner unseres Buchungssystem Rechnungen entdeckt hatte, damit nichts anfangen konnte und sie mit „nicht zuständig“ ins systemische Nirvana befördert hat. Die Kollegin, welche die Rechnung erstellt und wie gewohnt in diesen Ordner gepackt hat und jetzt nicht mehr finden konnte, war nun deswegen panisch. Garniert mit meinem Lieblingssatz: das war aber früher (sprich: gestern) anders.

Neeee, war es nicht, das Programm verhält sich seit der Einführung genau so und es hat niemand was daran geändert. Und es ist auch völlig normal, dass beide Kolleginnen auf dieses Fach zugreifen können. Das ist so gewollt und muss so sein. Warum es jetzt auf einmal zu Problemen kommt, ist mir schleierhaft. Ich vermute, da die erstellende Kollegin nur jeden zweiten Tag vormittags da ist, hat die andere Kollegin den Zeitpunkt der für sie seltsam aussehenden Rechnungen im Ordner bisher immer schlicht verpasst.

Nun gut, diskutieren hilft bei den Damen auch nicht, also richten wir jetzt einen neuen Ordner ein für die erstellten Rechnungen und die fertigen Rechnungen landen wie bisher im gewohnten Ordner. Schön war dann noch der Nachsatz, dass ich auch ja nicht vergessen solle, dass die Abläufe im Rechnungsprozess danach immer noch funktionieren.
Ja ne, is klar o.O

Mein kleiner Chef will mir unbedingt weis machen, dass ich doch auch von zuhause aus Einstellungen im Intranet ändern könne – nur leider ginge das mit funktionierendem VPN. Nach der 3. Mail hat er es dann gerafft. Dass ich zu zwei gestrigen, einfachen Themen erst auf dringende Nachfrage eine Antwort erhalten habe – geschenkt.

Und dann wollte ein externer Berater, den wir zur Durchführung eines Workshops ins Boot geholt haben, dass ich meinen im Urlaub befindlichen Chef anrufe und mit ihm die Verköstigung für den Workshop abstimme. Da ich absoluter Verfechter des ungestörten Urlaubs bin und nur im äußersten Notfall maximal eine SMS schicken würde, habe ich das dann selber gemacht. Ungern, da ich durch meine Allergien so eingeschränkt bin im Essen, dass es mir schwer fällt, für andere entscheiden zu müssen, ob die Verpflegung lecker und ausreichend ist. (Ich bin bei solchen Anlässen heilfroh, überhaupt etwas essbares zu finden.) Irgendwie hätte ich erwartet, dass der Berater, der ja sowas öfter macht, da mehr Erfahrung und Einsatz zeigt.

Ich schieb’s mal aufs Wetter, weil anders kann (ober besser will) ich mir das nicht erklären.

kzh*

Jetzt hat mich das Wetter doch glatt umgehauen. War es am Freitag schon haarig, halbwegs aufrecht stehen zu können, ist es am Wochenende richtig schlimm geworden. Am Sonnabend ging es gerade noch, auch, weil ein nicht ganz uninteressantes und spannendes Fußballspiel anstand, welches zwar auf dem Rasen eine wahre Hitzeschlacht war, sich aber auf den schattigen und luftigen Stadionrängen ganz gut aushalten ließ.

Doch der Regen in der Nacht zum Sonntag brachte keine Abkühlung, aber dafür war die Luft nun sehr drückend und schwül. Uns lief der Schweiß in Strömen in unserer Dachgeschosswohnung, raus in die wieder pralle Sonne wollten wir auch nicht, weil’s mir da schon nicht so prächtig ging. Gegen Nachmittag machte sich dann der unvermeidliche Lagerkoller breit, unter dem der Kleene am meisten zu leiden hatte. In der Nacht gab es wieder Regen und diesmal auch Abkühlung in Form von satten 15 Grad weniger innerhalb von 2 Stunden, aber das war dann einfach zuviel für meinen Kreislauf.

Seit 5 Uhr morgens, zu Zeiten also wo ich im Normalfall schon keinen Puls habe, lag ich wach und genoss den laut prasselnden Regen, der mich immer wieder aus meinen Kreislauftiefs zurückholte. Um mich rum drehte sich und schwankte alles, wie zum Auftakt eines ausgewachsenen Katers. Was ich grundsätzlich gemein finde, da ich seit Wochen keinen Alkohol mehr angerührt habe, aber die Nebenwirkungen trotzdem abkriege. Ich versuchte, wieder einzuschlafen, aber es gelang mir nicht, da sich diverse Vogelstämme just um diese Zeit die vielstimmige und laute Neuaufführung der Vogelhochzeit gaben. Erzähl mir noch mal einer, in der Großstadt gäbe es keine Natur.

Nachdem die Jungs raus waren, schleppte ich mich unter die Dusche und danach zum Arzt. Der hat mich gleich mal 2 Wochen aus dem Rennen genommen, dabei wollte ich doch nur 3 Tage. Da ich nicht weiß, was ich machen soll, wenn ich vor Ablauf des Krankseins wieder arbeiten möchte – und ja, das möchte ich – bin ich danach erstmal auf Arbeit gefahren und hab mit meiner Personalerin und ganz lieben Kollegin das weitere Vorgehen besprochen. Und da ein Krankenschein für 2 Wochen wegen popligen Kreislaufproblemen (ja, ich weiß, dass muss meine Arbeit nicht interessieren, aber ich setze lieber auf die Wahrheit, um Gerüchten vorzubeugen) doch ein wenig seltsam anmutet, habe ich hier gleich die ganze Wahrheit erzählt. Sie hat sich total gefreut, weil sie ja auch von der Fehlgeburt wusste und war total erstaunt, dass es so schnell wieder geklappt hat.

Jetzt soll ich auf jeden Fall erstmal daheim bleiben, da das Wetter diese Woche weiter kreislauftechnisch schwierig bleibt und wenn ich mich nächste Woche wieder fit fühle, geh ich wieder arbeiten und dann findet sich eine Lösung für den Krankenschein.
Meinem kleinen Chef hab ich es dann auch erzählt, damit er nicht denkt, ich wäre nur akut arbeitsunlustig.

*Für diejenigen, die bislang ohne Bundeswehrerfahrung (selbst oder aus 2. Hand von Angehörigen und Freunden) durchs Leben gekommen sind: krank zuhause

Nachbarschaftshilfe

Als zwei voll Berufstätige mit kleinem Kind sind wir immer wieder dankbar für die Möglichkeit des Online-Shoppens. Um die Belastung für unsere Nachbarn so gering wie möglich zu halten, versuchen wir, die Bestellungen so abzuschicken, dass die Pakete am Sonnabend geliefert werden, wenn wir höchstwahrscheinlich zu Hause sind.

Das klingt theoretisch gut, klappt aber praktisch nicht zu 100%. Und so passiert es immer wieder mal, dass Pakete bei den Nachbarn landen. Und bevor jetzt der falsche Eindruck entsteht, ich rede hier von einem, maximal 2 Paketen pro Monat. Im Normalfall verteilt sich die Nachbarschaftshilfe ganz gut, auch, weil wir zwei Studenten-WGs und zwei Familien mit Kleinkindern im Haus haben.

Nur eine dieser Familien zeigt sich immer recht mürrisch, wenn mal wieder ein Paket bei ihnen landet. Dabei achte ich beim Abholen immer darauf, dass es nicht gerade zur Mittagsschlafenszeit oder abends ist, wenn deren Kinder gerade im Bett liegen. Nur vermutlich nimmt der Paketbote nicht so viel Rücksicht und wir müssen das dann ausbaden.
Den Vogel abgeschossen haben sie allerdings an diesem Wochenende.

Mein fast neues Handy hatte leider spontan eine Fehlfunktion entwickelt, weswegen ich es zur Reparatur einschicken musste. Bei Reparaturen lässt sich leider nie vorhersagen, wie lange die dauern, und so wurde das Paket denn auch just am Freitag wieder bei uns im Haus abgegeben. Bei besagter mürrischer Familie. Die keine zwei Stunden später in den Urlaub gefahren ist. Auf unbestimmte Zeit.

Da liegt also mein armes kleines Handy keine 10 Meter von mir entfernt und ich komme nicht ran 😦
Dann doch bitte nicht helfen, ich hole mir meine Pakete lieber bei der Post ab.

Schweißtreibender Tag

Es gibt so Tage, da merkt man, dass die Kollegen auch nur höchst menschliche Wesen sind, die wie alle anderen auch Fehler machen. Wenn es an solchen, zugegebenermaßen seltenen Tagen, auch noch so extrem heiß ist wie heute, kann es zu äußerst unschönen Häufungen dieser Merkwürdigkeiten kommen.

Blafft mich heute morgen ein Controllerkollege an, warum ich ihm denn keine Auskunft über die Telefonkosten jedes einzelnen (!) Mitarbeiters geben könne. Als ich antworte, dass dies einfach nicht mein Aufgabengebiet ist, ich nur die Sammelrechnungen der Telekom kontiere und er sich an Kollege X wenden sollte, blafft der Controller weiter, dass er aber X nicht erreiche und ob ich denn wisse, wieso X ihm nicht antwortet. Ich schlug ihm Urlaub, Krankheit, sonstige Abwesenheit oder schlicht unterwegs im Hause vor, was er aber nicht schlüssig fand. Mehr helfen konnte ich ihm nicht, da ich nicht allen unseren Mitarbeitern das Händchen halte und die sich bei mir an- und abmelden.
Schade eigentlich.

Mein kleiner Chef, von allen IT-Kollegen liebevoll „unser kleiner Diktator“ genannt, schickte mir heute eine Projektdatei. Nachdem ich ihn darauf hinwies, dass ich die Datei nicht öffnen könne, weil mir das passende Programm dazu fehlt, grummelte er kurz und kramte dann irgendwo noch eine Lizenz dafür her. Zwei Stunden später war das Programm auf meinem Rechner, ich öffnete die Datei und sie war – leer. Nix. Niente. Nada. Nüschd.
Small Boss wollte das nicht glauben und konnte sich erst durch direkten Blick auf meinen Rechner und besagte Datei von der Wahrheit meiner Aussage überzeugen. Aufgelöst fragte er mich dann, wo denn die Projektordner sind. Ich hatte sie ihm vor zwei Tagen mittig auf seinen Schreibtisch gelegt, nachdem ich jede der 500 Seiten einzeln abgezeichnet und dabei ordentlich meine Griffel zermatscht hatte. SB konnte sich spontan nicht an die Ordner erinnern, aber nach längerem Nachdenken fiel ihm ein, dass er die wohl mit einem anderen Projekt verwechselt hatte.
Er fragte mich daraufhin, ob ich denn den Projektplan hätte oder wüsste, wo er liegen könnte. Als ich verneinen musste, weil ich noch nicht mal weiß, wo die originalen Vertragsdokumente dazu liegen und alles Big Boss selber verfasst und eigenhändig ausgedruckt hatte, war bei Diktator Schluss. Der Verzweiflung nahe fragte er mich, was er denn jetzt machen solle, die Ordner müssten schließlich zur Geschäftsführung zur Unterschrift.
Sorry, aber außer 500 mal meinen Krakel zu setzen habe ich nichts weiter mit dem Vertrag zu schaffen gehabt. Da wird er wohl mal als stellvertretender Chef eine unangenehme Nachricht überbringen müssen.

Eine Kollegin, die im Normalfall schon recht eigen ist, kam heute gar nicht mehr mit der Welt klar. Ich denke bei ihr häufiger, dass sie Alkoholikerin ist, kann aber nix bei ihr riechen, evtl. ist sie hier auf Arbeit auch ständig auf Entzug. Aber so verpeilt, wie die hier ständig rumläuft, das kriegt man als normaler Mensch gar nicht hin. Heute durfte ich ihr wirklich wieder den Urschleim in unserem Buchungssystem erklären. Das ist so, als wenn du einem 10.-Klässler das kleine 1×1 beibringen musst. Das ist eine Buchhalterin, sie arbeitet täglich mit diesem Programm o.O

Und meine Lieblingskollegin darf natürlich auch nicht fehlen. Schon gar nicht an so einem Tag wie heute. Ihr heißgeliebter Chef ist im Urlaub, hat aber vergessen, für die Zeit seiner Abwesenheit eine Vertretung in unserem Buchungssystem anzulegen. Ob ich denn nicht bei der Vorgesetzten vom Cheffchen anrufen könne und sie fragen, ob nicht Person Y die Vertretung machen könne, wie in der Vergangenheit auch, und es dann entsprechend einrichten.
Klar, im Prinzip kann ich. Aber heute hab ich keinen Bock auf deren Mist und ich bin generell gegen das Prinzip Stille Post. Ich bat sie höflichst, sich selbst an die Vorgesetzte zu wenden und mir dann ihre hoffentlich positive Antwort per Mail (ich heb die Mails zur Absicherung auf, nicht, dass mir nachträglich jemand ans Bein pinkeln will, warum denn Person ABC die Rechnungen von Z einsehen konnte, etc.) weiterleiten. Und gerne richte ich das dann innerhalb kürzester Zeit für sie ein.
Seitdem hab ich von ihr nichts mehr gehört.

Dann war eine liebe Buchhaltungskollegin total verwirrt und scheiterte an der hohen Kunst der Rechnungsbearbeitung. Ich hab ihr die 3 Klicks abgenommen und wir sind uns einig. dass es vermutlich produktiver gewesen wäre, wenn uns die Geschäftsführung statt der 2 zugegeben sehr leckeren Kugeln Eis den Nachmittag frei gegeben hätte. Wer weiß, was für Blödsinn die restlichen Kollegen unabsichtlich verzapfen.

Und jetzt auf ins heißeste Wochenende dieses Jahres \o/

Hmm, lecker, Käsebrötchen

Die mit Pute oder Schinken waren beim Bäcker leider aus, dafür gab es noch extra viele mit Käse oder Salami. Als wenn die wüssten, wie sehr ich Salami mag, aber grad nicht essen darf. :/
Der Käse ist in der Mitte ordentlich durchgeweicht durch die Tomate und Gurke und am Rand schön knusprig-trocken. Ist also für jeden was dabei.

Passt aber perfekt zu meiner heutigen Motivation, die es im Gegensatz zu mir nicht aus dem Bett geschafft hat. Also gammel ich ein wenig auf Arbeit rum und klicke mich lustlos durch Listen und Popelkramaufgaben, bei denen ich mein Gehirn im Leerlauf lassen kann. Die tropischen Temperaturen tun ihr übriges. Jetzt will mich auch noch mein Buchungssystem ärgern und verpasst dem Server pünktlich zur Mittagspause Schluckauf.

Und bevor die Hitze mein erstes Ultraschallbild auf Thermopapier vernichtet, poste ich es für alle Ewigkeiten ins Internet. Ist ja auch so wahnsinnig viel zu sehen im ganzen Grissel 🙂

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Der rote Kringel zeigt angeblich was an, die Ärztin hat sogar was von zwei Fruchthöhlen gefaselt. Ja, warum nicht auch mal was anderes zur Abwechslung 😀

 

Edit: die Geschäftsführung will uns allen was spendieren, nämlich heute nachmittag ein Eis. Na immerhin, obwohl eine Klimaanlage oder ein freier Nachmittag irgendwie schöner gewesen wäre.

Geduld

Wenn man eines beim Kinderkriegen braucht, dann ist es Geduld. Und zwar jede Menge davon!

Ich bin erwiesenermaßen nicht der geduldigste Mensch auf Erden. Eigentlich kann es mir bei vielen Dingen gar nicht schnell genug gehen, weil ich viel zu neugierig auf die Ergebnisse bin. Deswegen verschlinge ich Bücher in einem Rutsch, um zu wissen, wie sie ausgehen, statt einfach die Momente und Atmosphäre zu genießen mit der Gewissheit, dass mir das Ende ja nicht weg läuft.

Nur die Natur lässt sich nicht drängeln. Das fängt beim Warten auf den ersten möglichen Termin für einen positiven Schwangerschaftstest an. Das geht weiter mit dem Warten auf das erste aussagekräftige Ultraschallbild. Dann wird die erste Kindsbewegung im Bauch herbeigesehnt. Dann das erste Mal, dass sich ein Fuß unter der Bauchdecke abzeichnet. Endlich die Geburt und das erste Mal ein echtes Ergebnis.

Doch dann geht es weiter mit dem Warten. Dass der Wurm das erste Mal ohne Schreien ausdrücken kann, was ihm fehlt. Dass er läuft. Dass die Schule startet. Dass die Teenager-Trotzphase vorbei geht. Dass die erste eigene Wohnung bezogen wird. Wann denn die Enkelkinder endlich kommen.

Und bei jedem dieser Schritte ist der innere Zwiespalt da, einerseits endlich am Ziel anzukommen, andererseits aber genau zu wissen, dass ein vorzeitiges Erreichen des Ziels sehr wahrscheinlich negative Folgen haben wird. Und bei jedem Schritt mischt sich die Sehnsucht ein, doch die Zeit anhalten oder zu einem früheren Schritt zurückgehen zu können, weil dass dann doch alles viel zu schnell geht. Die Momente genießen und dennoch loslassen und sich auf neue Momente einlassen zu können ist das Schwierigste überhaupt.

Diese Frau und Schuhe

Was jetzt folgt, ist eine Leidensgeschichte!

Ich liebe Schuhe, nur mögen mich Schuhe überhaupt nicht. Immer wieder kommt es in unserem Verhältnis zu Missverständnissen, schmerzhaften Verletzungen, Enttäuschungen und finanziellen Verlusten.

Das ich in einem Schuhladen zielgerichtet das teuerste Paar im Laden aussuche, ist ja schon Normalität. Aber auch das zweite oder dritte Paar meiner Wahl sind immer eine zu hohe Belastung für meinen Geldbeutel. Nach langem Suchen finde ich manchmal auch ein Paar, welches ich mir leisten kann und mir auch vom Aussehen gefällt. Also fix anprobiert und schon setzt sich das Drama fort. Die 41, welche mir sonst immer passt, ist entweder nur in der 40 verfügbar oder ist hier viel zu groß und die 40 ist grad aus oder die 40 kneift oder der Schuh hat genau am Fußballen eine Naht, oder der Schaft drückt gegen den Knöchel oder sonst irgendwas.

Selten finde ich dann doch ein Paar, welches die grundlegenden Kriterien an Aussehen, Passform und Preis erfüllt. Mit diesen Schuhen laufe ich dann einen Halbmarathon im Laden, ich drehe und wende meine Füße darin, hüpfe und renne und probiere sonst alles, um deren Alltagstauglichkeit herauszufinden. Aber im Prinzip kann ich mir das auch sparen. Denn es ist völlig egal, wie ausgiebig ich teste, im Einsatz zeigen die Schuhe eh wieder ihr wahres Gesicht. Dann habe ich innerhalb kürzester Zeit Blasen und Druckstellen und meine Füße fühlen sich an, als wenn sie in einen Schraubstock gespannt wurden.

Und das ist nicht nur bei schicken Absatzschuhen so. Nein, auch der gemeine Turnschuh offenbart sein gemeines Wesen. Als ich mir vor einigen Jahren spezielle Walkingschuhe gekauft habe – für richtig viel Geld – fühlte es sich im Laden an, als würde ich auf Wolken gehen. So ein tolles Gefühl, schön gepolstert, gut gestützt, super bequem. Bis ich dann bei meinem Waldlauf bei Kilometer 4 auf halber Strecke feststellen musste, dass ich mir an der Innenseite beider Fersen hühnereigroße Blasen angelaufen hatte. Nach einem weiteren Kilometer gingen diese Blasen dann auf. Zwei Kilometer vorm Ziel wurde die Angelegenheit blutig. Im Ziel war ich vor Schmerzen schweißgebadet und konnte eine Woche lang nur in Schlappen rumlaufen.

Bei meinen Hochzeitsschuhen war es ähnlich. Da ich unbedingt in weinrot und im November heiraten wollte, brauchte ich auch passende Schuhe dazu, am Besten ein paar Stiefel, die ich eventuell auch an ganz normalen Tagen noch anziehen kann. Mit diesen Parametern gestaltete sich die Suche durchaus schwierig, aber war irgendwann von Erfolg gekrönt, und sogar mit einem satten Rabatt wegen Geschäftsauflösung. Schönes weiches Leder, der Farbton perfekt zum Kleid passend, nicht zu hohe Absätze, um damit auch übern Tag zu kommen. Nur leider stauchte sich der Schaft nach kurzem Tragen so seltsam am Knöchel, dass die nach innen zeigende Falte äußerst schmerzhaft auf den Knöchel drückte – bei beiden Schuhen. Da ich an Tag X eh bis zu den Haarspitzen mit Adrenalin vollgepumpt war, machte mir das nicht so viel aus. Im Alltag ging es aber gar nicht. Ich habe versucht, die Stellen mit Watte und dicken Socken ein wenig abzupolstern, aber die Falte war stärker. Letztendlich habe ich die Schuhe genau dreimal getragen.

Und als vorläufig letztes Highlight reihen sich die Schuhe ein, die ich heute zum zweiten Mal trage. Ich habe sie vor gut einem Jahr anlässlich meines Vorstellungsgespräches in meiner neuen, jetzigen Firma gekauft. Es sind ein paar leichte Sommerschuhe mit niedrigen Absätzen und ohne große Schnörkel. Im Laden waren sie wie gewohnt superbequem, ich konnte wunderbar in ihnen laufen und ich dachte, ich hätte endlich das perfekte Paar gefunden. Da ich glücklicherweise auf Arbeit laufen kann, die Strecke mit guten 2 Kilometern nicht zu weit ist und die Schuhe echt bequem waren, wagte ich das Experiment. Nach einem Kilometer bemerkte ich den Fehler in meiner Logik, als sich unter der Fußsohle dicke Blasen bemerkbar machten und sich eine schmerzhafte Druckstelle auf dem Spann entwickelte. Zum Umsteigen auf die Bahn war es zu spät, es hätte mir da maximal 300 Meter gespart. (Warum ich nicht von Anfang an mit der Bahn gefahren bin, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Vermutlich war ich so aufs Laufen geeicht, dass mir eine Alternative gar nicht erst in den Sinn kam.) Ich schleppte mich also auf Arbeit und lief dort den ganzen Tag barfuß rum. Abends hatte ich das Gespräch, also quälte ich mich wieder in die Schuhe und tippelte vorsichtig die 200 Meter zur avisierten neuen Arbeitsstätte. Während des Gesprächs hämmerten und pochten meine Füße ohne Unterlass, aber hey, ich hab ein Kind gekriegt, da überleb ich auch solche Schmerzen.
Nach dem Termin kroch ich weitere 200 Meter zum SportScheck und hauchte dem Verkäufer mit letzter Kraft „Turnschuhe und Socken bitte“ entgegen. Diese Turnschuhe schleppe ich heute noch, da sie die rühmliche Ausnahme der Regel darstellen.

An dieser Stelle unerwähnt bleiben die ungezählten Ballerinas, Stoffschuhe, Sandalen, Stiefel, Stiefeletten und selbst Bioschlappen, die sich in die lange Liste der niederträchtigen Fußbekleidung einreihen, weil sie entweder nach kurzem Tragen auseinander fielen, oder die Sohle brüchig war oder mir an diversen Punkten Druckstellen und Blasen verursachten.

Ein paar Schuhe möchte ich allerdings positiv herausheben. Und zwar ein Paar Sandalen mit 4 oder 5 cm hohen Pfennigabsätzen, die sowas von bequem waren, dass ich mit ihnen 3 Tage durch Rom gelaufen bin, ohne auch nur das kleinste Wehwehchen davon zu tragen. Leider ist bei einem Schuh dann der Absatz abgebrochen, was mich sehr traurig zurück ließ. Ich habe seitdem nie wieder solche Schuhe gefunden.

Fußballstress

Als interessierter Fußballfan hat man es dieser Tage nicht leicht.

Das Ende der letzten Saison war nervenaufreibend genug mit ca. 10 Spielen in nur 4 Wochen, davon ein Pokalfinale und zwei Relegationsspiele. Während dieser Zeit hatte ich permanent erhöhten Puls, der sich erst 2 Tage nach dem geschafften Aufstieg wieder normalisierte. Anschließend waren 5 Wochen Sommerpause geplant.

Aber daraus wurde nichts, denn da waren noch die Relegationsspiele der Zweit-Lieblingsmannschaft, das Champions League Finale, das DFB-Pokalfinale, der Confed-Cup und diverse Testspiele. Letzten Freitag war Saisonauftakt der zweiten und dritten Bundesliga, gleichzeitig läuft noch so ein deutscher Spaß-Cup und die Frauen-Fußball-EM in Schweden.

Heute steht wieder ein Testspiel an, am Sonnabend das Spitzenspiel in der Liga und eine Woche später ist die erste Runde des DFB-Pokals. Mein Ruhepuls ist wieder leicht erhöht und die Logistik will auch geplant sein. Zum Glück mag der Kleene Fußball und freut sich fast immer, wenn wir zu einem Spiel gehen. Nur am Ende der letzten Saison mit dem Mammutprogramm an Spielen hat er zwischendurch mal Unmut geäußert, dass wir schon wieder ins Stadion rennen.

Aber ich denke, seine eigene Dauerkarte in dieser Saison macht den Ärger wieder wett 🙂

Kritische Phase

So um diesen Zeitpunkt herum, vielleicht auch ein paar Tage später, war beim letzten Versuch Feierabend. Verständlicherweise wirkt sich das auch auf meine Gelassenheit aus, auch wenn die Zeichen ein klitzeklein wenig anders sind.

Gestern hat der Labortest offiziell bestätigt, was ich ja schon wusste und was sich auch entsprechend anfühlt: ich bin schwanger. Yay!
Und auch, wenn es dazu ein wenig zu früh ist, haben wir es gestern meinen Eltern erzählt. Sie waren kurz zu Besuch, um den Kleenen nach einem langen Wochenende Großelternurlaub wieder abzuliefern und da haben wir gleich die Gelegenheit genutzt, bevor sie es recht unpersönlich über Facebook erfahren. Nun gut, ich hätte mir eine etwas andere Reaktion gewünscht, aber mir ist eine ehrliche Reaktion lieber, als ein geheuchelter Jubelschrei. Und ich ahne auch, was dahinter steckt.

Heute werde ich es wohl auch meinen besten Freunden erzählen müssen, denn sie werden sich zu Recht wundern, warum ich nur Limo statt wie üblich Bier trinke. Und ich hoffe nur, dass die Plaudertasche von einem besten Freund es diesmal nicht sofort weiter tratscht 🙂

Obwohl mir ja diese Geheimniskrämerei selber nicht so liegt. Und ich hatte irgendwo einen Artikel gelesen, wo sich der Autor wunderte, dass man eine Schwangerschaft bis zum Ende der kritischen Phase verheimlichen sollte, wenn es doch eigentlich etwas Schönes und Willkommenes ist. Ich stimme dem zu, wenn da nicht diese seltsam geheuchelten Mitleidsbekundungen wären, falls es doch schief gehen sollte. Darauf kann ich gerne verzichten. Vor allem, wenn es dann heißt: Kopf hoch, wird schon, probiert es einfach weiter, war ja noch so früh, ist ja nicht so tragisch und was da noch so an relativierenden Einwürfen kommt. Da gibt es einfach nichts zu relativieren, da war ein gewolltes Kind, ein Mensch, am Entstehen und es hat es nicht geschafft. Das ist traurig und das sollte respektiert werden. Und wenn man das nicht begreift, dann sollten diejenigen einfach die Klappe halten.

Also warte ich doch lieber noch ein paar Wochen bis ich den ersten Ultraschall samt Herzschlag und ein einigermaßen aussagekräftiges Foto habe und hoffe bis dahin aufs Beste. Ich nehme brav meine Folsäure und verzichte auf sonstige Medikamente, auch wenn mich meine Schulter vor Schmerzen wieder umbringt.
Diesmal werde ich kein unnötiges Risiko eingehen.