Erster Arbeitstag

Vor genau einem Jahr hatte ich meinen ersten Arbeitstag hier. Und bereits an diesem ersten Arbeitstag machte ich Bekanntschaft mit meiner Lieblingskollegin. Ein Ereignis, welches sich nachhaltig bei mir eingeprägt hat und immer wieder für Erheiterung sorgt.

Ich fing also damals an einem sonnigen Montag an und nachdem mich mein Chef ausführlich im Haus herumgeführt hat und ich die wichtigsten Formulare ausgefüllt und die ganzen internen Regelungen auswendig gelernt hatte, bekam ich gegen 14 Uhr meinen Rechner. Dieser musste noch für mich vorbereitet werden und da meine Vorgängerin und Vorbesitzerin des Rechners noch bis Freitag in Beschlag hatte, ging das eben nicht schneller. Ich startete also den Rechner, meldete mich an und öffnete mein Postfach.

Da waren auch schon Mails drin. 3 von meiner Vorgängerin mit wichtigen Infos zur Übergabe, damit ich nicht ganz so hilflos starte. 2 oder 3 weitergeleitete Mails, nichts wichtiges. 2 Mails von Fr. Schnittenfittich, eine davon vom Freitag. In dieser Mail stelle sie mir eine hochwichtige Frage zu dem Buchungssystem. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst ganze 2 Stunden mit dem System gearbeitet, kannte es vorher gar nicht und war noch voll in der Versuch-und-Irrtum-Phase.

Auszug aus der Mail:
„Seit nunmehr viel zu vielen Tagen kann ich keine Verträge einpflegen, o. a. Dinge bzgl. Verträge erledigen. Heute habe ich ins Buchungssystem geguckt, kann aber keine Funktion finden, wie Verträge zu suchen sind. Auch habe ich mir die Funktion „Verträge anlegen“ angesehen, jedoch gleich eine Fehlermeldung erhalten.“

OK, seit längerer Zeit kann sie ihrer Hauptaufgabe nicht mehr nachkommen. Sie hat als Verantwortliche nicht herausgefunden, wie man sucht. Sie hat die Fehler nicht gemeldet. Aber ich soll das jetzt 3 Tage VOR meinem Arbeitsantritt richten?

Das muss ein Witz sein. Definitiv. Vielleicht so eine Art Begrüßungsritual? Wohl eher nicht, wie mir die nächste Mail von Miss S. zeigte, welche am Montag um halb 2 in Fach flatterte, eine halbe Stunde BEVOR ich überhaupt einen Rechner zur Verfügung gestellt bekam:
„über eine kurzfristige Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar.“

Ich antwortete ihr freundlich kurz nach 15 Uhr, dass ich ihr erstmal nicht helfen kann, da dies mein erster Arbeitstag wäre, ich mich noch in dem Programm zurecht finden muss und erst am Freitag eine Schulung dazu bekomme. Ich bot ihr aber an, den Kontakt zum Kundenservice des Buchungssystems herzustellen. Ihre Antwort war recht säuerlich, wurde inklusive des kompletten Mailverkehrs an 3 Buchhalterinnen mit mir im CC gesendet und schloss damit, dass es nicht ihre Aufgabe wäre, direkt beim Entwickler nachzufragen.

Na, dann kann der Leidensdruck ja auch nicht so groß sein. Und es ist ein wunderschönes Beispiel, wie man sich gleichzeitig ungemein beliebt macht und nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

 

 

 

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