Kritische Phase

So um diesen Zeitpunkt herum, vielleicht auch ein paar Tage später, war beim letzten Versuch Feierabend. Verständlicherweise wirkt sich das auch auf meine Gelassenheit aus, auch wenn die Zeichen ein klitzeklein wenig anders sind.

Gestern hat der Labortest offiziell bestätigt, was ich ja schon wusste und was sich auch entsprechend anfühlt: ich bin schwanger. Yay!
Und auch, wenn es dazu ein wenig zu früh ist, haben wir es gestern meinen Eltern erzählt. Sie waren kurz zu Besuch, um den Kleenen nach einem langen Wochenende Großelternurlaub wieder abzuliefern und da haben wir gleich die Gelegenheit genutzt, bevor sie es recht unpersönlich über Facebook erfahren. Nun gut, ich hätte mir eine etwas andere Reaktion gewünscht, aber mir ist eine ehrliche Reaktion lieber, als ein geheuchelter Jubelschrei. Und ich ahne auch, was dahinter steckt.

Heute werde ich es wohl auch meinen besten Freunden erzählen müssen, denn sie werden sich zu Recht wundern, warum ich nur Limo statt wie üblich Bier trinke. Und ich hoffe nur, dass die Plaudertasche von einem besten Freund es diesmal nicht sofort weiter tratscht 🙂

Obwohl mir ja diese Geheimniskrämerei selber nicht so liegt. Und ich hatte irgendwo einen Artikel gelesen, wo sich der Autor wunderte, dass man eine Schwangerschaft bis zum Ende der kritischen Phase verheimlichen sollte, wenn es doch eigentlich etwas Schönes und Willkommenes ist. Ich stimme dem zu, wenn da nicht diese seltsam geheuchelten Mitleidsbekundungen wären, falls es doch schief gehen sollte. Darauf kann ich gerne verzichten. Vor allem, wenn es dann heißt: Kopf hoch, wird schon, probiert es einfach weiter, war ja noch so früh, ist ja nicht so tragisch und was da noch so an relativierenden Einwürfen kommt. Da gibt es einfach nichts zu relativieren, da war ein gewolltes Kind, ein Mensch, am Entstehen und es hat es nicht geschafft. Das ist traurig und das sollte respektiert werden. Und wenn man das nicht begreift, dann sollten diejenigen einfach die Klappe halten.

Also warte ich doch lieber noch ein paar Wochen bis ich den ersten Ultraschall samt Herzschlag und ein einigermaßen aussagekräftiges Foto habe und hoffe bis dahin aufs Beste. Ich nehme brav meine Folsäure und verzichte auf sonstige Medikamente, auch wenn mich meine Schulter vor Schmerzen wieder umbringt.
Diesmal werde ich kein unnötiges Risiko eingehen.

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