Jeannie, Teil 3

Doch mit dem Umzug sollte das Abenteuer für unsere Jeannie erst so richtig los gehen.

Knapp zwei Monate später kam das Baby. Jeannie hatte es bereits gemerkt, da sie ihren Lieblingsplatz auf meinem Bauch aufgeben musste, weil sie sonst dauernd runter gepurzelt wäre. Wir hatten uns auch lange und ausführlich mit unserer Hebamme darüber unterhalten, und sie ermutigte uns und meinte, wir sollen rein zufällig einen getragenen Strampler neben den Wäschekorb legen, damit die Katze daran riechen und sich auf den neuen Mitbewohner einstellen kann. Doch unsere Sorgen waren völlig unbegründet, denn Jeannie entwickelte sowas wie Beschützerinstinkte für den kleinen Kerl und passte mit auf, dass ihm nichts passierte.

Zumindest am Anfang, als er noch nicht so mobil war. Sobald das Greifen und Krabbeln ordentlich funktionierte, war die Freundschaft zwischen den beiden vorbei und Jeannie machte einen großen Bogen um ihn.

Und es kam noch schlimmer für sie. Denn wir beschlossen, ihr einen Weggefährten zur Seite zu stellen. Wir fuhren also zum örtlichen Tierheim und erkundigten uns, was für ein Tier für eine Katze mit Jeannies Charakterzügen am besten geeignet war. Sie empfahlen uns, einen jungen Kater zu nehmen, da zwei Weibchen zu Zickenkriegen neigen. Mein Mann wollte unbedingt eine getigerte Katze haben, also entschieden wir uns für einen 12-Wochen alten Kater, nannten ihn Murphy und brachten ihn mit nach Hause.

Leider ging unser Plan nicht so auf, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Große war zwar Cheffin, hat sich aber nie mit dem Kater vertragen und musste sich ständig gegen dessen Übergriffe, obwohl er kastriert war, wehren. Murphy reagierte seinerseits auch recht seltsam, aber dies wird in seiner Geschichte erzählt.

Jeannie durfte mittlerweile zu uns ins Schlafzimmer und dankte uns dies, indem sie manchmal auf unseren Füßen schlief. Ansonsten wurde sie immer größer und hat auch ordentlich an Gewicht zugelegt, jedoch soviel, dass der Tierarzt ein wenig mit uns schimpfte. Wir versuchten eine Ernährungsumstellung, aber Jeannie ist wählerisch und mag nur Trockenfutter. Und sie ist faul. Die einzige sportliche Betätigung ist, wenn sie Klinken anspringt oder Insekten hinterher jagt.

Nach gut 3 Jahren und einigen familiären Turbulenzen entschieden wir uns erneut zum Umzug. Diesmal parkten wir Jeannie bei Freunden, die einen total lieben und knuffigen Kater haben und hofften, dass dies weniger stressig ist, als wenn sie einen ganzen Tag verängstigt in einer Ecke oder in ihrer Transportbox hockt. Nunja, über das Ergebnis darf man sicher geteilter Meinung sein. Sie hockte die anderthalb Tage auf dem Fensterbrett im Katzenzimmer und sobald sich Jamie, der Gastgeber, auch nur einen Millimeter rührte, knurrte sie ihn an. Wir pflückten sie also zwei Tage später wieder vom Fenstersims und brachten sie ins neue Heim.

Hier mag sie es sehr und ist fast so zutraulich geworden wie in der ersten Wohnung, wo sie unumstrittene Chefkatze war – und das trotzdem sie ihr Reich mit einer zweiten Katze teilen muss.

Gerade eben liegt sie wieder ausgestreckt zwischen Tastatur und Monitor auf meinem Schreibtisch und ab und zu wedelt ihr Schwanz über die Tastatur.

Ich glaube, unglücklich sieht irgendwie anders aus 🙂

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