Trinity, Teil 2

Die kleine Katze gewöhnte sich recht schnell bei uns ein und auch Jeannie fand sich langsam mit ihr ab. Trinity war eine typische Straßenkatze, ewig hungrig und immer auf der Suche nach Futter. Alles, war irgendwo offen rum lag, wurde angeknabbert und getestet, ob es nicht doch was fressbares sei. Später entwickelte sie die Angewohnheit, Jeannie von ihrem Fressnapf zu vertreiben, nachdem der halbleer gefressen war, um selber die andere Hälfte zu vertilgen. Da unserer Dicken ein paar Gramm weniger nicht schaden konnten, haben wir nicht eingegriffen. Außerdem ist die Große durchaus in der Lage, ihr Futter zu verteidigen, wenn der Hunger groß genug ist.

Es lief also bei den beiden Katzen auf tolerierte Koexistenz hinaus. OK, mehr ist bei der Diva Jeannie wohl auch nicht zu erwarten gewesen. Allerdings änderte sich das, als Trinity in die Rolligkeit kam und kurz danach kastriert wurde.
Wir haben es erst im dritten Anlauf geschafft, sie kastrieren zu lassen, weil sie beim ersten angesetzten OP-Termin bereits in der nächsten Rolligkeit war und beim 2. Termin war diese noch nicht vorbei. Beim dritten hat es dann geklappt. Tierarzt und ich waren uns einig, dass diese verrückte Katze verrückt genug ist, sich in nullkommanix die Bauchwunde wieder aufzulecken, so dass ein Trichter unbedingt getragen werden sollte. Leider hatte der Arzt nur die kleinste Größe vorrätig, weil die halbe Katzennachbarschaft gleichzeitig rollig geworden war, aber da die Katze ja eh so klein und schmächtig ist, würde das schon gehen.

Jeannie fand die Halzkrausen-Trinity überhaupt nicht witzig und knurrte sie in einem Fort an. Nicht weiter verwunderlich, immerhin stank sie ja nach Tierarzt und sah mit dem Trichter auch furchteinflössend aus.
Da Jeannie und Murphy nach ihren Kastrationen keine Halskrausen brauchten, war es auch für uns eine Premiere. Und eine drollige dazu. Die eh noch von der Narkose benebelte Katze eckte aller Nase lang an irgendwelchen Sachen an und bei Fressen schippte sie das Futter mehr aus dem Napf, als dass sie es fraß.

Aber irgendwann hatte sie den Dreh raus und eckte nur noch ab und zu mal an. Die Wunde verheilte auch schön, so dass wir zuversichtlich waren, nach einer Woche die Fäden ziehen und den Trichter abnehmen zu können. Aber Trinity machte uns einen Strich durch die Rechnung. In der letzten Nacht schaffte sie es, mit der Kante des dann doch zu kleinen Trichters die fast verheilte Wunde so aufzukratzen, dass der Tierarzt fast aus den Latschen kippte.
Hieß also, noch eine weitere Woche Trichter für die kleine Katze. Diesmal hatte der Arzt auch wieder große Trichter im Angebot.

Mit der großen Krause klappte die Wundheilung dann besser. Nur tat sich die nächste Baustelle auf. Trinity hatte vermutlich eine Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie entwickelt, jedenfalls scharrte sie sich mit der Halskrause die Ohren blutig. Es wurde auch nicht besser, als wir den Trichter endlich abnehmen konnten.
Im Gegenteil. Jetzt kam sie ja direkt mit ihren Krallen an die Ohren. Ich versuchte, mit einer Pflegelotion die wunden Ohren zu behandeln und mein Mann stellte die Zufütterung sämtlicher Leckerlis ein, denn dies war das einzige, was wir bei der Fütterung anders machten.

Aber so richtig half das nichts. Als sie eines Morgens großflächige, blutende Wunden an beiden Ohren hatte, bin ich wieder zum Tierarzt und er hat ihr ein Antihistaminikum gespritzt. Ich habe die Salbe weggelassen, weil es mir schien, dass Trinity danach erst recht anfing, sich die Ohren zu kratzen. Was auch immer es war, nach insgesamt 4 Wochen war der Spuk vorbei, die Bauchwunde und auch die Ohren waren verheilt. Aber leider sind an den Ohren Narben geblieben und das Fell am Bauch ist auch nie wieder richtig nachgewachsen.

Aber ansonsten hat sie sich zu einer frechen, immer noch schmächtigen Katze entwickelt, die sich ab und zu mit der großen balgt und immer wieder mal rumstänkert. Bevorzugt mit Nasenstübern, wenn Jeannie gerade schläft 🙂

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