Placebo: Loud Like Love

Ich bin ja nicht so der Rezensionen-Typ, aber manchmal muss ich einfach aufschreiben, was mir durch den Kopf geht. Auch, weil sich meine Wahrnehmung im Laufe der Zeit ändert und ich Sachen, die ich anfangs total doof fand, später richtig genial finde. Um also quasi einen Vorher-Nachher-Vergleich zu haben, gibt es heute meine ersten Eindrücke zum neuen Placebo-Album.

Zu Beginn muss ich jedoch meine Begeisterung für den neuen Amazon-Service anbringen. Ich habe das Album vor Monaten vorbestellt und am Mittwoch die Mail erhalten, dass mir die CD am heutigen Freitag geliefert werden soll. Bis 14 Uhr war aber noch kein Postbote da und ich einigermaßen enttäuscht. Aber Amazon bietet an, sich gekaufte CDs gleichzeitig auch als MP3 kostenlos herunterladen zu können. Klasse Sache, sofort gemacht, spar ich mir das obligatorische Rippen und ich hab das Album auch gleich auf meinem Handy für den bevorstehenden Urlaub. Fetzt!

Jetzt zum Album. Ich habe mir richtig Zeit dafür genommen, alle anderen Reizquellen vorher ausgeschaltet und mich nur auf die Musik konzentriert. Ich hatte schon zwei Lieder vorher gehört, eines fand ich gut, eines weniger. Zudem wirkte das in meinen Augen katastrophale B3 noch nach, meine Erwartungshaltung war also eher gedämpft.

Bosco: Fängt großartig an. Ich habe sofort Gänsehaut und bin voll drin im Placebo-Feeling. Es ist ruhig, aber kraftvoll und hält mich gefangen. Als das Lied im letzten Drittel die ruhige Zone verlässt, flaut es ein wenig ab, ist aber immer noch hörenswert. Wirkt wunderbar nach.

Loud Like Love: Typisch Placebo, aber eben auch wieder untypisch. Von der ersten Note an kennt man das Lied und egal, wie viele verschiedene Klangteppiche hinein gewoben werden, das Lied hinterlässt bei mir einen leeren Eindruck. Wie eine knallbunte Hülle, in der nichts steckt. Es tut definitiv nicht weh, wird sich als Single gut verkaufen und auch oft im Radio laufen, aber so richtig warm werde ich mit dem Stück nicht. Es ist eines der beiden Lieder, die ich schon vorher kannte und selbst beim dritten Hören verändert sich der Eindruck nicht.

Scene of the Crime: Der Anfang erinnert mich an ein Bat For Lashes Lied, was jetzt nicht unbedingt die schlechteste Referenz ist. Schöner Text, der sehr an alte Zeiten erinnert. Wird hinten raus richtig zum Brett. Gefällt mir, bleibt aber nicht sonderlich lange im Gedächtnis.

Too Many Friends: Am Anfang finde ich Brians Stimme zu überpitcht, aber nach 30 Sekunden legt es sich und das Lied kracht richtig rein. Bleibt im Kopf. Zurecht.

Hold On To Me: Ein Lied bei dem mir das Herz aufgeht. Schön melancholisch, zum rein kriechen. Zum Glück wird das Lied nicht durch ein fulminantes Ende gestört, sondern behält diese Stimmung für die knapp 5 Minuten Dauer bei.

Rob The Bank: Schwieriges Lied, bei dem ich noch nicht weiß, ob ich es total schrecklich oder herrlich schön finde. Es ist jedenfalls sehr kraftvoll, sehr anti, was sich auch im Text wiederspiegelt. „Rob the bank, pick your nose“. So, als wenn das Lied selbst nicht wüsste, wo es hin will. Kann gut sein, dass dies genau die Absicht dahinter war, macht aber das Hören trotzdem nicht leichter.

A Million Little Pieces: Jetzt hat mich Placebo vollständig überzeugt. Gänsehaut und ein wenig Pipi in den Augen. DAS ist es, worauf ich gewartet, was ich vermisst habe seit Sleeping With Ghosts. Da sind wieder die Klänge, die Placebo in den Anfangsjahren zum legitimen Nachfolger von The Cure avancieren ließ. Allgemeine Erleichterung bei mir, wunderschönes Lied, von dem ich zumindest derzeit nicht genug kriegen kann.

Exit Wounds: Schwierig, einen Übergang nach dem Brett von A Million Little Pieces zu finden. Aber Exit Wounds schafft es. Holt mich ab und nimmt mich mit zum kraftvollen Finale, unbewusst wippt mein Fuß mit. Das Ende erinnert für meinen Geschmack ein wenig zu sehr an The Cure.

Purify: Nicht mein Lied. Klingt mir zu sehr zusammen geklaut, zu viele Samples schon woanders gehört. Mich beschleicht so ein Gefühl, dass dieser Track nur da ist, damit das Album voll wird. Na gut, einen Ausreißer gibt es ja immer.

Begin The End: Zum Abschluss wieder etwas ruhiges, unaufgeregtes. Fesselt mich nicht, ich merke, wie meine Gedanken wieder abschweifen. Tut nicht weh, regt nicht auf, lässt das Album so vor sich hinplätschernd ausklingen.

Fazit: Gelungenes Album, welches an die guten alten Zeiten erinnert. Was für mich wieder dieses Nach-Hause-Kommen Gefühl erzeugt. Ein Album, welches ich gerne in den Soundtrack of my Life aufnehme wie die beiden ersten Placebo-Alben.

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2. Vorsorgeuntersuchung

Heute war der Termin und ich pünktlich zum bestellten Zeitpunkt 8:30 Uhr in der Praxis. Ich kam dann auch fast pünktlich 10:00 Uhr dran. Wenigstens hatte ich so genügend Zeit, um ausreichend Wasser zu trinken, um doch noch 2 Tropfen Urin in den Becher abdrücken zu können.

Das Warten wurde mit einem extra Ultraschall belohnt. Zwar auf einem Uraltgerät ohne Ausdruckfunktion, aber immerhin konnte ich die wichtigsten Dinge erkennen: Herzchen schlägt und Krümel hat zwei Arme und zwei Beine und einen Kopf und ist ordentlich gewachsen. Während wir guckten, hat der Krümel gerade geschlafen, lag ganz friedlich und eingekuschelt da, nur ein Fuß wippte immer mal ein wenig auf und ab.

Alle Werte sind ok, Gewichtszunahme ein halbes Kilo. Leider hat mich der Kleene angesteckt, so dass ich mich derzeit mit Schniefnase und unschönem Kratzen im Hals rumplage. Ich hoffe, dass legt sich die nächsten Tage bis zum Urlaub.

Kurze Auszeit

Wie bereits erwähnt, fahren wir demnächst in den Urlaub und ich bin immer noch voll mit den Planungen beschäftigt. Ein mit Angina krankes und fiebriges Kind ist da auch nicht unbedingt hilfreich. Mir bleibt im Moment zu wenig Zeit für irgend etwas anderes als die Reise, mein soziales Leben ist total vernachlässigt und das Blog sowieso. Die Katzen grummeln auch schon.

Bis ich hier also alles sortiert und verarbeitet habe, wird es eine Weile dauern, aber ich komm wieder – versprochen 🙂

Morgen hab ich meinen nächsten Vorsorgetermin,  vielleicht schaffe ich es im Anschluss daran ein kurzes Update zu posten. Ansonsten regiert hier das Chaos, nur noch 3 Tage bis zur Abfahrt und es müssen noch 2x 4 Übernachtungen organisiert werden. Aber hey, Pauschalreise kann schließlich jeder 😉

Kekse

Warum haben wir eigentlich nie das da, worauf ich gerade Lust habe? Gerade sind es Chocolate Chip Cookies. Vor einer Stunde war es Blumenkohl. Heute mittag hätte ich für Nektarinen morden können.

Es ist derzeit echt schlimm. Ich sehe ein Bild von etwas oder einen Werbespot im Fernsehen und will genau das haben. Und alles, worauf ich sonst immer Appetit habe, mag ich gerade gar nicht mehr.

Vielleicht sollte ich direkt in den Supermarkt ziehen?

Frauen und Technik

Jaja, ich werf auch 5 Euro ins Phrasenschwein.

Aber heute wurde das Klischee wieder voll bestätigt. Unsere chronisch verpeilte Buchhalterin peilte heute besonders quer und bewies damit sagenhafte Unbedarftheit im Umgang mit technischen Systemen. Doch von Anfang an.

Ich erhielt einen Anruf von besagter Buchhalterin, die mich bat, eine bestimmte Buchung im System auf den „abgeschlossen“ Status zu setzen. Ich fragte, ob dies denn unbedingt nötig sei, da solche Statusänderungen bei Buchungen, die an sich schon fertig sind, nur eben nicht so heißen, einen ziemlichen Aufwand bedeuten und zudem einen schmutzigen Workaround im Vergleich zum normalen Ablauf darstellen. Sie bejahte und erst dann schnallte ich, was mir beim ersten Zuhören entgangen war. Sie wollte von mir, dass ich Buchungen auf einen Status setze, der nur vom System, aber nicht von Hand gesetzt werden kann.

Jetzt schrillten bei mir die Alarmglocken. Warum wurde der Status nicht vom System gesetzt? Haken wieder interne Prozesse, die die Buchungen nicht automatisch weiter schieben? Wenn ja, müsste ich wieder unseren externen Dienstleister kontaktieren und dann müsste nach der Ursache geforscht werden. Hatte ich so gar keinen Bock drauf, ich mag lieber stabile Systeme. Doch dann sagte sie etwas, was nicht auf einen Systemfehler schließen ließ. Sie würde händisch die Buchungsnummern ändern. Das war der Moment, wo ich das Telefonat beendete und mir das Ganze direkt bei ihr am Platz anschaute.

Und tatsächlich. Sie änderte von Hand im Bezahlsystem die eineindeutige Buchungsnummer und wunderte sich, dass der Abgleich zwischen Bezahl- und Buchungssystem nicht funktionierte. Die Buchungsnummer wird überall als DER Identifikator geführt, wenn Rechnungen haken, wird nur diese Nummer angegeben, weil es eben die eindeutige Referenz ist. Auch sie weiß das, sie referenziert genauso. Aber bei ihr war nicht der kleinste Ansatz von Hinterfragen dabei, ob die eigene Vorgehensweise eventuell dafür verantwortlich sei. Sie mache es eben so, weil es für sie bequemer wäre. Und viel schlimmer, sie wird es vermutlich auch in Zukunft weiter so machen. Daran werden meine Erklärungen und mein entsetzter Blick sicher nichts ändern.

Also alles wie gehabt 🙂

 

Ersttrimesterscreening

Heutzutage gibt es ja allerlei verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, um festzustellen, ob mit dem Bauchbewohner alles so ist, wie es sein sollte. Eine davon ist das Ersttrimesterscreening, kurz ETS.

Bei meiner ersten Schwangerschaft war diese Untersuchung überhaupt kein Thema, wie ich damals überhaupt recht unbedarft an die ganze Sache ran gegangen bin. Doch diesmal ist irgendwie alles anders.

Ich bin viel sorgenvoller, ich mache mir dauernd Gedanken, was alles schief gehen könnte. Die Angst mein ständiger Begleiter. Jeder Gang aufs Klo ist verbunden mit der Hoffnung, dass da kein roter Streifen auf dem Papier ist.
Ich lese in Foren und stoße dort geballt auf die ganzen tragischen Geschichten mit Fehlgeburten, Entwicklungsstillstand, Fehlbildungen und was es sonst noch Schlimmes gibt.

Natürlich wird dort auch das ETS diskutiert. Als da das erste Mal dieses Thema aufkam, ob man es denn mache oder nicht, lehnte ich es rundweg ab, hielt es für überflüssig. Doch mit jeder neuen dramatischen Geschichte und jedem zusätzlichen Tag zum Nachdenken, bin ich mir unsicherer. Sollte ich es vielleicht doch machen lassen? Die 150 Euro wären mir auch egal und würden nicht allzu weh tun.

Aber was, wenn ich es machen lasse und es kommt heraus, dass eben doch nicht alles in Ordnung ist? Was mache ich mit dieser Information? Was würde es ändern?

Würde ich diese letzte endgültige Konsequenz ziehen und das Kind abtreiben lassen? Aber was ist, wenn sich die Ärzte geirrt haben und die auffällige Nackenfalte letztendlich genau nichts bedeutete? Oder aber wenn ich auf Trisomie 21 testen ließe und es wäre positiv? Würde ich dann das Kind nicht mehr haben wollen? Auch, wenn ich weiß, dass es verschieden schwere Ausprägungen davon gibt?

Und wenn ich nicht abtreibe? Nützt mir dann das Wissen, dass etwas nicht stimmen könnte? Könnte ich mich besser darauf vorbereiten? Mich besser damit abfinden?

Ich glaube, mich würde das Wissen, dass etwas nicht stimmt, total fertig machen. Viel mehr, als wenn wir bei der Geburt feststellen, dass es eben so ist. Ich kann das Kind jetzt auch nicht mehr wegmachen lassen. Es hat einen Herzschlag, es bewegt sich, ich spüre manchmal ganz leicht seine Bewegungen. Wir haben einen Namen ausgesucht (falls es ein Mädchen wird, beim Jungen suchen wir noch).

Wir wollen doch noch nicht mal das Geschlecht wissen bis zur Geburt. Aber jetzt diesen ganzen Untersuchungskram? Nein!
Klar nehme ich alle Vorsorgeuntersuchungen wahr. Ich werde bestimmt auch wieder den Test auf Schwangerschaftsdiabetis machen, egal, wie langweilig der ist. Aber letztendlich möchte ich eine unbeschwerte Schwangerschaft genießen, möchte mich auf das Kind freuen, und so wie früher einfach nur guter Hoffnung sein.

Frustriert

Im Moment bin ich ziemlich genervt von meiner Arbeit. Das wird mir grad alles zuviel, und nicht nur weil ich mich nach Urlaub sehne.

Die Arbeitsbelastung ist derzeit enorm hoch und eine Besserung nicht abzusehen. Zuviele Projekte, die alle noch vor meiner Elternzeit abgefrühstückt werden sollen, obwohl sie eigentlich auf 1-2 Jahre angelegt waren. Dazu die Etatplanung fürs nächste Jahr, die allein schon nervenaufreibend genug ist, aber möglichst noch vor meinem Urlaub durchgeprügelt werden muss.

Dann warten alle auf das Intranet-Handbuch für unser Buchungssystem, was ich zwar angefangen habe, aber dessen Fertigstellung durch die anderen Aufgaben auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Das normale Tagesgeschäft fällt auch noch an und ist leider auch genug für einen normal ausgelasteten Arbeitstag.

Dazu kommen noch die Emailbomben, die völlig unerwartet im Postfach auftauchen und die ganze Planung weiter torpedieren. Eine solche Bombe tauchte Dienstag letzte Woche auf. Seitdem beschäftige ich mich täglich 2 Stunden lang damit, Zahlen nachzuforschen, Buchungen anzuschauen und Fehler in den Zuordnungen aufzuspüren. Blöd nur, dass ich seit Dienstag 3 Tage in Ganztagesbesprechungen gefangen war. Und ganz ehrlich, ich bin der Meinung, dass wir genau für solchen Kram das Controlling haben.

Hat aber meine oberste Vorgesetzte heute nicht davon abgehalten, mir nochmal richtig Druck zu machen. Sie bräuchte die Zahlen jetzt aber sofort, weil sonst könnte sie den Monatsbericht für die Gesellschafter nicht fertig stellen. Und die Gesellschafter fragen schon ständig. Ist ja auch nicht so viel. Und mein Chef könne mir ja morgen Vormittag noch helfen, falls ich nicht klar kommen sollte.

Na klar beschäftigt sich mein Chef mit solchem Popelkram, hat ja sonst nix zu tun. Und es hat nichts mit nicht klar kommen zu tun, sondern einfach mit viel zu wenig Zeit für die Vielzahl an Aufgaben. Denn mir sitzt schon die Buchhaltung im Nacken, warum die Rechnungen unserer Abteilung noch nicht fertig sind. Und wenn die ersten Mahnungen eintrudeln, dann steppt der Bär erst richtig.

Was mich ärgert ist, dass es alles so als selbstverständlich hingenommen wird. Wenn das so weiter geht, dann seh ich keine andere Möglichkeit, mir von meiner Ärztin ein Beschäftigungsverbot ausstellen zu lassen. Ich glaube nicht, dass so viel Stress und Druck sich günstig auf die Schwangerschaft auswirken.

Da sind meine Prioritäten klar gesetzt, Loyalität zum Job hin oder her.

EDIT: Ich habe gestern noch die Aufstellung fertig gemacht und war doch recht zuversichtlich, dass sich damit das Thema erledigt hat. Doch leider weit gefehlt. Ich durfte heute wiederran, die ganze Aufstellung nochmal gegen die Plankosten rechnen. Eigentlich hatte ich ja was ganz anderes vor. Also wird die Bugwelle an zu erledigenden Aufgaben, die ich vor mir her schiebe, größer und größer …