Ersttrimesterscreening

Heutzutage gibt es ja allerlei verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, um festzustellen, ob mit dem Bauchbewohner alles so ist, wie es sein sollte. Eine davon ist das Ersttrimesterscreening, kurz ETS.

Bei meiner ersten Schwangerschaft war diese Untersuchung überhaupt kein Thema, wie ich damals überhaupt recht unbedarft an die ganze Sache ran gegangen bin. Doch diesmal ist irgendwie alles anders.

Ich bin viel sorgenvoller, ich mache mir dauernd Gedanken, was alles schief gehen könnte. Die Angst mein ständiger Begleiter. Jeder Gang aufs Klo ist verbunden mit der Hoffnung, dass da kein roter Streifen auf dem Papier ist.
Ich lese in Foren und stoße dort geballt auf die ganzen tragischen Geschichten mit Fehlgeburten, Entwicklungsstillstand, Fehlbildungen und was es sonst noch Schlimmes gibt.

Natürlich wird dort auch das ETS diskutiert. Als da das erste Mal dieses Thema aufkam, ob man es denn mache oder nicht, lehnte ich es rundweg ab, hielt es für überflüssig. Doch mit jeder neuen dramatischen Geschichte und jedem zusätzlichen Tag zum Nachdenken, bin ich mir unsicherer. Sollte ich es vielleicht doch machen lassen? Die 150 Euro wären mir auch egal und würden nicht allzu weh tun.

Aber was, wenn ich es machen lasse und es kommt heraus, dass eben doch nicht alles in Ordnung ist? Was mache ich mit dieser Information? Was würde es ändern?

Würde ich diese letzte endgültige Konsequenz ziehen und das Kind abtreiben lassen? Aber was ist, wenn sich die Ärzte geirrt haben und die auffällige Nackenfalte letztendlich genau nichts bedeutete? Oder aber wenn ich auf Trisomie 21 testen ließe und es wäre positiv? Würde ich dann das Kind nicht mehr haben wollen? Auch, wenn ich weiß, dass es verschieden schwere Ausprägungen davon gibt?

Und wenn ich nicht abtreibe? Nützt mir dann das Wissen, dass etwas nicht stimmen könnte? Könnte ich mich besser darauf vorbereiten? Mich besser damit abfinden?

Ich glaube, mich würde das Wissen, dass etwas nicht stimmt, total fertig machen. Viel mehr, als wenn wir bei der Geburt feststellen, dass es eben so ist. Ich kann das Kind jetzt auch nicht mehr wegmachen lassen. Es hat einen Herzschlag, es bewegt sich, ich spüre manchmal ganz leicht seine Bewegungen. Wir haben einen Namen ausgesucht (falls es ein Mädchen wird, beim Jungen suchen wir noch).

Wir wollen doch noch nicht mal das Geschlecht wissen bis zur Geburt. Aber jetzt diesen ganzen Untersuchungskram? Nein!
Klar nehme ich alle Vorsorgeuntersuchungen wahr. Ich werde bestimmt auch wieder den Test auf Schwangerschaftsdiabetis machen, egal, wie langweilig der ist. Aber letztendlich möchte ich eine unbeschwerte Schwangerschaft genießen, möchte mich auf das Kind freuen, und so wie früher einfach nur guter Hoffnung sein.

Ein Kommentar zu “Ersttrimesterscreening

  1. Katja sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich hadere derzeit auch noch mit mir, diese Untersuchung machen zu lassen, oder eben nicht. Mein Problem ist eben auch, was mache ich denn, wenn eine ungünstige Prognose dabei herauskommt? Fruchtwasseruntersuchung? Hm, eigentlich zu gefährlich. Abtreibung? Aber das Herz schlägt schon! Ich wünsche mir nicht unbedingt ein Leben mit Trisomie 21, aber ich denke irgendwie auch, dass es schlimmeres gibt. Außerdem kann es ja auch passieren, dass ein Kind unter der Geburt behindert zur Welt kommt, das gibt man dann ja auch nicht so einfach ab. Das ist ein ganz schwieriges Thema finde ich!

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