Hyposensibilisierung – ein Experiment

So als mehrfach allergiegeplagter Mensch hat man es nicht immer einfach.

Durch die Kombination von Frühblüher- und Gräser- und Getreideallergie, landläufig unter Heuschnupfen bekannt, hatte ich von Februar bis Oktober eine laufende Nase und tränende Augen. Der Zustand wurde dann direkt von den allgemeinen Erkältungswellen im Winter abgelöst, echt praktisch, damit man es sich auch ja nicht abgewöhnt. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, wurde ich dagegen hyposensibilisiert. Damals passierte das noch mit Spritzen, 2x 7 Stück, jede Woche eine, 3 Jahre lang in der allergiefreien Zeit, jeweils mit 25 Minuten Warten beim Arzt, ob nicht etwa doch ein allergischer Schock auftritt. Hatte ja sonst nix zu tun 😉

Das hat auch wunderbar angeschlagen und ich komme seitdem relativ beschwerdefrei durchs Jahr und brauch nur selten Medikamente. Leider hatte ich in der Zwischenzeit eine „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie“ entwickelt, was in einer sehr heftigen Nussallergie und ziemlich unangenehmer Obst- und Gemüseallergie resultierte. Um es abzukürzen: ich bin nicht gegen Zitrusfrüchte, Ananas, Bananen und Früchte der Kürbisgattung allergisch, der ganze Rest fällt im Rohzustand für mich flach. Lässt eine ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Ernährung zu einer sportlichen Herausforderung werden.

Das Ganze wird dann noch von einer Kontaktallergie gegen einen Salbengrundstoff und einer Pferde- und Katzenhaarallegie abgerundet \o/

Bevor jetzt jemand laut protestiert: Aber ihr habt doch Katzen?! Ja, haben wir 🙂
Von den ganzen Zipperlein mal abgesehen, hat schwanger sein auch Vorteile. Der Körper ist so mit dem werdenden Leben beschäftigt, dass er kurzerhand vergisst, auf irgendetwas allergisch zu sein. Und als ich mit dem Großen schwanger war, hab ich das ausgenutzt und eine Katze angeschafft, dann 4 Wochen gelitten und das Thema ist seitdem erledigt.

Und da so eine Obstallergie echt nervig ist, dachte ich, mach ich doch dieses Mal auch wieder so etwas. Da ich immer ganz neidisch auf meine Freunde und Kollegen guckte, die sich zwischendurch immer mal einen Apfel gönnten, sind meine Testobjekte diesmal Äpfel.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass grüne Äpfel weniger Allergene enthalten als rote, also schickte ich meinen Mann mit entsprechenden Anweisungen zum Einkauf. Er erbeutete sehr schön grüne Golden Delicious, mit denen ich das Experiment wagte.

Da ich mit den Schalen von Obst und Gemüse selbst im gekochten Zustand schon immer Schwierigkeiten hatte, schälte ich die Äpfel und knabberte vorsichtig am ersten Viertel und wartete. Aber nix passierte.
Sehr gut. Also weiter, den ganzen Apfel verputzt und auf die Reaktion gewartet. Immer noch nix.
Super. Dann den zweiten Apfel hinterher. Wieder nix.

Traumhaft. Ich hatte so lange auf den Geschmack von Äpfeln verzichten müssen und jetzt konnte ich problemlos wieder einen Apfel essen, ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wiederholte den Versuch die nächsten Tage, immer wieder mit unauffälligem Ergebnis, so dass ich es mir wirklich zur Gewohnheit machte, jeden Tag zwei Äpfel zu essen.

Mittlerweile gibt es die Sorte nicht mehr in grün, sondern in gelb und ich merke so ein leichtes Kribbeln auf der Zunge. Ich hoffe, das geht wieder weg, je mehr Äpfel ich esse. Aber bis hierhin kann ich den Versuch als Erfolg werten.

Wie es allerdings aussieht, wenn ich nicht mehr schwanger bin, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass es so bleibt und ich auch in Zukunft zwischendurch einfach mal einen Apfel essen kann.

2 Kommentare zu “Hyposensibilisierung – ein Experiment

  1. Corinna sagt:

    Du hast mein herzliches Mitgefühl! Mein Arzt hat mir direkt von einer Hypersensibilisierung abgeraten, weil es nichts bringen würde, wenn man zu viele Allergien hat. Aber wenn man durch Schwangerschaft ein wenig Erleichterung hat, dann werde ich sie auf jeden Fall in den Frühling zu legen versuchen. 😉

    Ich wünsche Dir, dass Du noch viele Äpfel essen kannst! Alles Gute für Dich und Dein Kind!

    Corinna

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    • xayriel sagt:

      Dankeschön 🙂

      Keine Ahnung, ob viele Allergien eine Hyposensibilisierung behindern. Ich hab das vor – uff- 20 Jahren machen lassen und da hatte ich schon die Pollen-, Nahrungsmittel-und Tierhaarallergie. Meine Arme sahen aus wie Sau beim Pricktest 😉
      Mir wurde auch gesagt, dass so eine Selbstversuchshyposensibilisierung die eigentliche Allergie auch richtig bös verstärken kann, vermutlich hatte ich da einfach nur Glück.
      Ich hoffe, bei dir klappt die Familienplanung entsprechend 🙂

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