Geburtsvorbereitungskurs – Teil 2

Immer wieder freitags …

Zu Beginn durften wir per Unterschrift unsere Anwesenheit bestätigen und ich durfte anfangen. Natürlich wollte der Kuli nicht und ich musste erstmal das halbe Blatt vollkrakeln, bis dann auch Tinte kam. Yay! 😀
Wir haben nochmal die Namen geübt und dann sollten wir erzählen, was wir an dieser Schwangerschaft richtig gut finden und was weniger toll ist, Jammern ausdrücklich erlaubt.

Alle fanden gut, dass sie das Kind spüren können, auch wenn es manchmal unangenehm ist, wenn es gerade auf der Blase oder den Rippen rumtrampelt. Auf der Negativseite die üblichen Beschwerden: Krampfadern, Wassereinlagerungen, Rückenschmerzen, Sodbrennen, Stimmungsschwankungen. Da fast alle anderen Schwangeren kleine Kinder haben, fanden sie es als besonders anstrengend, dass sie ihre kleinen Kinder noch so viel tragen müssen. Da hab ich Glück, dass meiner schon so groß ist und versteht, dass er zum ausgiebigen Kuscheln neben mich auf die Couch krabbeln und die Treppen alleine hochsteigen muss.

Es folgte eine Übung, um das Becken zu lockern und die eigene Mitte zu finden. Dabei wird das Baby gleichzeitig schön hin und her geschaukelt. Das tat gut und knackte bei mir ordentlich im Gebälk.
Danach wieder Gesprächsrunde, diesmal das Thema, wie wir den Geburtsanfang erlebt haben.

Da einige eine Einleitung hatten, konnten diese dazu nicht wirklich viel sagen. Bei dreien gab es einen Blasensprung, was sich wiederum gut als offizieller Startpunkt eignet. Der Rest hatte wie ich einfach irgendwann so ein Ziehen im Bauch und überlegte, ob es jetzt losgeht oder nicht. Eine rief vorsorglich im Krankenhaus an und ihr wurde dort gesagt, solange sie noch selber anrufen könne, braucht sie auch nicht rein zu kommen. Ich erzählte von meiner Befürchtung, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Beim ersten Mal war ich ja recht früh im Krankenhaus und will jetzt länger daheim in vertrauter Umgebung abwarten, fürchte dabei aber, entweder zu lange zu warten und dann das Kind daheim zu kriegen oder aber nicht lange genug zu warten und dann im Krankenhaus gesagt zu bekommen, Muttermund ist noch zu.

Die Hebamme meinte, dass diese Angst bei ganz vielen Schwangeren vorhanden ist, hätte aber auch keinen Tipp dafür. Sie fragte auch, ob wir denn einen Unterschied zwischen den einzelnen Stadien gespürt hätten, was aber niemand hatte. Vermutlich haben wir das alles verdrängt, was auch gut so ist, weil wir sonst alle völlig panisch vor der neuen Geburt wären. Es könne aber während der Geburt durchaus vorkommen, dass es Momente gibt, wo wir sagen: Ahhhh, jetzt erinner ich mich wieder, ja, das war damals auch schon so (schmerzhaft).
Beruhigt mich jetzt nicht wirklich und den Blicken der anderen zufolge sie auch nicht.

Dann wieder Lockerungsübungen und ein wenig Geburtsmechanik, weil eine der Teilnehmerinnen fragte, warum sie sich während der Geburt immer von links nach rechts und wieder zurück wuchten musste. Dabei ging die Hebamme auch auf verschiedene Formen von Blasensprung ein und die Gefahr eines möglichen Nabelschnurvorfalls und dass dies wirklich nur sehr selten und wenn, dann nur im Moment des Blasensprungs passieren kann (bei Schädellage, bei BEL wirken anderen Mechanismen). Danach ist diese Gefahr praktisch ausgeschlossen. Wir sollten vor allem während der Geburt Kontakt zum Kind aufnehmen, da wir am ehesten spüren würden, wann etwas mit dem Kind nicht stimmt und dann entsprechend Alarm schlagen können.

Wir machten danach eine Partnerübung, bei der sich der Vordermann auf einen Peziball hängen sollte und der Hintermann erst schauen soll, wohin die vor ihm sitzende Person atmet und dann ihre Hände auf die entsprechende Stelle legt. Dann sollten beide spüren, wie sich das anfühlt und der Vordermann kann auch Korrekturen vornehmen (höher, tiefer, seitlicher).
Alle legten die Hände ungefähr in Höhe der Taille, es gab nur wenig Korrekturen. Dann sollten die Hände oben auf die Schultern gelegt werden und wieder sollten wir spüren, wie sich das anfühlt. War total unangenehm, beengend, sagten alle.
Dann sollten die Hände langsam wieder runter zur Taille gelegt werden und wieder nachgespürt werden. Alle vorne Sitzenden fanden das total angenehm, nur zwei der Hintermänner (darunter ich) fanden es unangenehm, weil die eigene Kurzatmigkeit dem Einlassen auf den Atemrhythmus der Vorderfrau entgegenstand.

Diese Übung war insofern interessant, weil diese Spannungen auch bei der Geburt auftreten können. Und die lieb gemeinte auf die Schulter gelegte Hand des Partners bei der Gebärenden heftige Abwehrreaktionen hervorrufen kann, währenddessen die selbe Hand auf den unteren Rücken gelegt als durchaus angenehm empfunden wird.

Und dann war der Kurs auch schon wieder vorbei.

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2 Kommentare zu “Geburtsvorbereitungskurs – Teil 2

  1. Mama-I sagt:

    Hört sich echt nach nem tollen Kurs an. Wie oft ist er noch?

    Gefällt mir

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