Geburtsvorbereitungskurs – Teil 3

Den Artikel bin ich ja noch schuldig. Mal gucken, ob ich alles noch zusammen bekomme, Schwangerschaftsdemenz schlägt auch hier gnadenlos zu 😉

Ich war ein wenig spät dran, obwohl ich mir vorgenommen hatte, extra pünktlich zu sein, weil sonst die Parkplätze knapp werden. Seltsamerweise gab es aber an diesem Tag Parkplätze in Überfluss. Dann also schnell in den Raum gehüpft, eine Tasse Tee geschnappt und festgestellt, dass ich noch nix verpasst habe.
Wieder fing der Kurs mit der Wiederholung der Namen an und so langsam haben wir alle drauf.

Dann widmeten wir uns möglichen Positionen während der Eröffnungswehen und jeder durfte wieder seine eigenen Erfahrungen beisteuern. Viele suchten sich Gegenstände zum drauf- oder anlehnen, um dort die Wehen durchzustehen. Waschbecken, Betten, Waschmaschinen waren beliebte Hilfsmittel. Zwischendurch ganz viel Laufen und Treppensteigen. Eine Schwangere ging bei jeder Wehe in die Hocke, um nach Wehenende wieder aufzustehen. Allein die Vorstellung trieb mir Schauer über den Rücken und sie sagte auch, sie hätte ca. eine Woche lang extremen Muskelkater in den Beinen gehabt 😀

Doch die Hebamme bestätigte, dass diese Position durchaus gut ist, besonders wenn man sich gut an etwas (Seil, Sprossenwand) oder jemanden (Partner) festhalten kann. Dann packt man nämlich die ganze Anspannung in die Schultern und Arme und das Becken kann wunderbar locker sein, was wiederum dem Baby hilft, sich in den Geburtskanal zu schieben.

Überhaupt zielten die meisten Positionen genau darauf ab. Becken locker, Anspannung nach oben verlagern. Ob man sich nun über einem Peziball beugt, sich an eine Sprossenwand hängt, sich ans Waschbecken klammert, das Becken sollte immer beweglich und möglichst rund bleiben, also nicht ins Hohlkreuz verfallen. Ganz wichtig ist zudem, nicht in Ausweichstellungen zu verfallen. Wenn es auf einer Seite unangenehm drückt, dann ist dies meist genau die Seite, auf die man sich bewegen sollte.

Manchmal kann es hilfreich sein, dass man bei der Geburt ein kleines Stückchen wieder zurück geht, weil sich der Babykopf im ersten Anlauf nicht richtig ins Becken rutscht. Deswegen nochmal kurz raus aus dem Becken, umlagern und neuer Versuch, der dann meist schneller und besser gelingt. Generell wird Umlagern immer wieder vorkommen und auch wenn es anstrengend ist, bringt es die Geburt häufig ein gutes Stück voran.

Wir kamen dann zu dem spannenden Thema Partneruntersützung, vor allem, weil auf den gezeigten Bildern zu möglichen Positionen fast immer der Partner ganz nah an der Gebärenden dran war. Wir wurden gefragt, wie nah wir denn unsere Partner an uns gelassen haben. Ich meinte, dass mein Mann in einer Zimmerecke saß und ich das als ausreichend nah empfand, was von den Mitstreiterinnen durch Nicken bestätigt wurde, da durfte der Mann auch nicht näher ran. Nur bei zweien durfte er immerhin Händchen halten, aber sowas wie Küsschen oder gar Umarmen ging auch da nicht.

Um uns bei der bevorstehenden Geburt die Möglichkeit zu geben, den Partner mehr einzubeziehen, machten wir wieder eine Partnerübung. Dazu sollten wir uns auf unsere Lieblingsseite, welche meist die Seite ist, bei der der Krümel auf dem Rücken liegt, legen und es uns mit Stillkissen bequem machen. Der Partner massierte hinter einem sitzend mit einem Igelball das Kreuzbein, knapp über dem Steißbein. Danach wurde der Ball so doll es ging, in das Kreuzbein gedrückt. Was jetzt sehr schmerzhaft und barbarisch klingt, war eine echte Wohltat, was unsere Hebamme so erklärte: Das Kind drückt von innen während der Geburt, teilweise auch schon davor, massiv auf das Kreuzbein und muss sich daran vorbei schieben. Wenn jetzt von außen ein gezielter Gegendruck auf die selbe Stelle erfolgt, dann wird das als Erleichterung empfunden, vergleichbar mit Zahnschmerzen, wenn der Zahn innen auf die Wange drückt und man von außen dagegen hält und so den Schmerz lindert.

Zum Abschluss legte der Partner die flache Hand aufs Kreuzbein und schuckelte dann vibrierend bei jedem Ausatmen an dieser Stelle. Mei, war das herrlich. Als netter Nebeneffekt wurden mir ein wenig die Hüfte und Beine taub, was bei der Geburt ja nicht das Schlechteste ist 😉
Ich jedenfalls fühlte mich danach gut vorbereitet und hätte am liebsten sofort losgelegt und das Gelernte praktisch umgesetzt.

Im Anschluss daran kümmerten wir uns um unsere Atmung. Dazu liefen wir im Raum umher, erst links herum, dann rechts herum und zählten die Schritte, die wir pro Ein- und Ausatmen so brauchten. Waren bei mir 3. Dann Laufen auf den Zehenspitzen und schauen, wohin wir denn atmen. Das gleiche Spiel mit Laufen auf der Ferse. Danach kurzer Austausch, wie wir was empfunden hätten.
Weiter ging es mit dem Rumlaufen, diesmal sollten wir Töne beim Ausatmen machen, U, E, I, A und O, und schauen, wie viele Schritte wir bei den jeweiligen Tönen schaffen. Beim U waren es am meisten, nämlich 8, die anderen Töne waren eher unangenehm und schneller fertig. Bei der Geburt also auf U ausatmen, damit bekommt man richtig viel Luft aus der Lunge und hat dadurch mehr Platz für frische Luft, was wiederum dem Baby hilft. Mehr jedenfalls als hektisches Hyperventilieren. 🙂

Die Abschlussübung bestand darin, dass wir uns hinsetzten und kreuz und quer durch den Gemüsegarten nach Herzenslust tönen sollten, es dürfe auch gerne schief klingen. Ganz ehrlich, mir war das zu dusslig, ich hockte da auf meinem Stillkissen und wartete geduldig, bis das vorbei war. Ich fand das jetzt nicht lächerlich, was die anderen machten, ich hab auch nicht gelacht oder mich über sie lustig gemacht, diese Übung war schlicht nix für mich. Und aus dem Alter, immer alles zwanghaft mitmachen zu müssen, bin ich zum Glück raus.

Der  nächste Termin fällt leider aus, so dass wir nur noch zwei Einheiten haben. Dann ist schon Mitte Februar und es geht bei allen langsam, aber sicher in die heiße Phase.
Wahnsinn, wie die Zeit rennt!

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