Watn Glück

Susi war heute nicht da, sondern dienstlich unterwegs 🙂

Ich haderte ja die halbe Nacht mit meinem Schicksal und war drauf und dran, meinen Plan doch wieder zu verschieben, aber dann hab ich meinen Schweinehund weggesperrt und bin trotzdem auf Arbeit gefahren.

Mein erster Weg führte mich zu unserer Personalerin, sie sollte den Bescheid meiner Ärztin über den Entbindungstermin bekommen. Sie freute sich, mich zu sehen, erkundigte sich nach meinem Befinden und wir quatschten noch eine Weile über die Entwicklungen in der Firma und welche Auswirkungen der Weggang meines großen und kleines Chefs bisher hat. Nach ihrer Aussage geht alles so weiter wie bisher. Weil es sich im Gespräch so ergab, erkundigte ich mich nach der Kündigungspolitik. Ich hatte da zwar noch nichts negatives mitbekommen, aber so lange war ich auch nicht dabei und bei uns in der IT kommt ja kaum Tratsch an. Sie beruhigte mich und meinte, sie könne sich aktuell an keinen Fall erinnern, wo ein Mitarbeiter nach der Probezeit gekündigt wurde. Ich erzählte ihr von meinen Befürchtungen, aber sie sieht das ganz entspannt und sie muss es wissen, sie ist quasi Gründungsmitglied des Vereins.

Danach habe ich meinen Buchhaltungsmädels einen Besuch abgestattet. Sie waren wie immer völlig im Stress, der noch durch den Jahresabschluss und die bevorstehende Betriebsprüfung verstärkt wurde. Trotzdem haben sie sich ein wenig Zeit genommen, sich nach meinem Befinden erkundigt und ich hörte mir im Gegenzug ihr (durchaus berechtigtes)  Gejammer an. Es tat ihnen echt leid, dass sie nicht mehr Zeit erübrigen konnten, aber ich versprach, relativ zeitnah nach der Geburt zum Baby angucken vorbei zu kommen. Dann wäre auch die Prüfung vorbei und alles ein wenig entspannter.

Dann zu den IT-Kollegen, mein Notebook abgeben, ich brauch das nun wirklich nicht mehr. Zu meinem Erstaunten freuten sie sich auch, mich zu sehen. Für mich komplexbeladenen Menschen ist das tatsächlich und immer wieder eine Überraschung, aber auch eine Bestätigung, dass sich die Quälerei der letzten Jahre gelohnt hat. Ich fragte, wie es denn so mit den neuen Chefs läuft und die einhellige Meinung war: entspannt, besser als früher, als unser kleiner Diktator noch an der Macht war. Die neuen Chefs haben zwar jede Menge Ideen, wollen aber nicht auf Biegen und Brechen alles umkrempeln. Stattdessen tasten sie sich vorsichtig vor, prüfen die aktuellen Strukturen und Gepflogenheiten. Klar preschen sie auch mal vor, können aber mit Argumenten immer noch rechtzeitig wieder eingefangen werden. Gerade heute hatten sie ein Treffen außerhalb, weswegen Susi auch nicht da war, um dort das weitere Vorgehen mit den IT-Leitern der Außenstellen zu besprechen und generell eine Marschrichtung abzustecken.

Alles also ganz entspannt und meinen Job wird es wohl auch in einem Jahr noch geben – puhhh 🙂

Während ich so über Gott und die Welt mit meinen Kollegen quatschte, gab es einen unerwarteten Seitenhieb auf Susi. O-Ton war, dass es ja durchaus Kollegen gibt, die einen nur vom Arbeiten abhalten und zudem noch den wertvollen Sauerstoff wegatmen. Klar lästern unsere beiden IT-ler-Gruppen gern mal über- und gegeneinander, aber so krasse Kritik an einer bestimmten Person war auch mir neu. Ich hakte vorsichtig nach und siehe, mein Eindruck damals hatte mich nicht getäuscht. Susi hatte es sich bereits gründlich und nachhaltig mit den Kollegen verscherzt, was eine echte Leistung ist, denn meine Jungs sind hart im Nehmen und es dauert lange, bis man sie aus der Ruhe bringt.

Auf dem Weg nach draußen „entdeckte“ ich noch einen unserer externen Dienstleister und er brachte mich beim aktuellen Projektgeschehen auf den neuesten Stand. Er deutete auch an, dass mein alter großer Chef noch ein wenig im Hintergrund die Fäden zieht und es da durchaus spannende Entwicklungen gibt. Seltsamerweise beruhigte mich das, denn ich war damals sehr verwundert und auch ein wenig enttäuscht, dass er sein „Baby“ so bereitwillig durch seinen Weggang aufgegeben hat.

Zum Abschluss wurde ich von einer Kollegin noch ein Stückchen auf dem Nachhauseweg mitgenommen und wir tauschten uns angeregt und sehr angenehm über unsere Kinder und meine bevorstehende Geburt aus. Wieder war ich verwundert und erstaunt, dass sich jemand Zeit für mich nimmt, war die Kollegin doch erst einen Monat vor meinem Urlaub und dem direkt anschließenden Beschäftigungsverbot aus ihrem Erziehungsurlaub zurück gekommen und wir hatten eigentlich kaum Berührungspunkte. Als sie mich fragte, ob sie mich zur Verabschiedung umarmen könne, war ich endgültig baff.

Ich muss jetzt erst einmal diese ganzen positiven Eindrücke verarbeiten und auch ein bisschen genießen 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s