Ernsthaft jetzt?

Da war ja noch der anberaumte Gerichtstermin wegen Steuerhinterziehung, angesetzt auf 3 Dienstage im Juni, jeweils von 9 – 16 Uhr. Aus diesen und jenen Gründen bin ich erst heute dazu gekommen, da nochmal nachzuhaken.

Ich rief gut gelaunt bei der im Schreiben aufgeführten Telefonnummer an, schilderte mein Problem und wollte wissen, wie ich jetzt bei der Absage am Besten vorgehe, welche Angaben sie genau benötigen.
Nicht gefasst war ich allerdings auf die Aussage, dass ein 3-monatiges Baby kein Hinderungsgrund sei.

Wie jetzt?!

Bei der Einführungsveranstaltung sagten sie, dass Termine auch locker mal bis 22 Uhr gehen können, vor allem, wenn viele Zeugen vernommen werden müssen, bei denen man ja nicht so genau planen kann, wie lange die Vernehmung eines einzelnen Zeugen letztendlich dauere. Da der Termin schon auf 3 Tage angesetzt ist und es sich um Steuerhinterziehung handelt, werden mit Sicherheit ein paar Zeugen am Start sein. Ganz ehrlich, ich finde, das ist mit einem 3-monatigen Kind unzumutbar, da kann auch nicht mal eben so der Papa einspringen, schon aus rein anatomischen Gründen.

Denn ich habe vor, den Krümel voll zu stillen und sicher mag mal die eine oder andere Mahlzeit durch abgepumpte Milch ersetzbar sein, doch richtig geplant haben wir auch das nicht, war beim ersten Kind nie nötig. Zu diesem Zeitpunkt geht das Kind noch nicht in die Krippe, so dass Fremdbetreuung erstmal ausfällt. Der Papa geht arbeiten, könnte evtl. sogar Urlaub nehmen, aber ich finde, es ist nicht seine Aufgabe, für meinen Dienst Urlaub nehmen zu müssen, zumal es für ihn definitiv nicht erholsam wäre, da er sich gleichzeitig noch um das große Kind kümmern müsste.

Die Gerichtsmitarbeiterin meinte auf meinen Protest, sie erkundige sich bei ihrer Kollegin. Diese wiederum sagte, ich sollte die Nichtteilnahme schriftlich begründen und wenn sie meiner Argumentation folgen könnten, würden sie sich um einen Ersatzschöffen kümmern.

Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich das alles schlüssig darlegen kann. Sicherheitshalber habe ich den Bescheid meiner Frauenärztin über den errechneten Entbindungstermin kopiert, bevor ich ihn an die Krankenkasse geschickt habe. Das ist derzeit das einzige offizielle Dokument und wird hoffentlich anerkannt.

Ehrlich, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir das womöglich alles anders überlegt :/

6 Kommentare zu “Ernsthaft jetzt?

  1. Miss Mami sagt:

    Das ist ja wiedermal unglaublich! Ich diskutiere ständig darüber, das man als frische Mama keinerlei Verständnis bekommt und immer heißt es: „Stell dich nicht so an“. Das ist doch wiedermal ein typisches Beispiel! Sowas macht mich total wütend! Da würde ich doch glatt den Nachwuchs einfach mitnehmen…

    Ich hoffe, das die Mitarbeiter das wenigstens verstehen, wenn du es ihnen nochmal schriftlich erklärst. Die haben aber definitiv keine Kinder…

    Gefällt mir

  2. xayriel sagt:

    Mal schauen, ich werde heute Abend ein Schreiben aufsetzen und natürlich hier berichten, wie es weiter geht.

    Gefällt mir

  3. Mama-I sagt:

    Unglaublich! Was passiert eigentlich, wenn ein Schöffe erkrankt?

    Gefällt mir

  4. Das ist schon krass. Ich meine, mich zu erinnern, du hattest geschrieben, dass du extra damals gefragt hattest und da schien das alles kein Problem. Ich drück dir die Daumen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s