Nachtrag: U2 fast bestanden

Mein Mädel macht mir große Sorgen 😦

Wir sollten ja eine Urinprobe abgeben, und im dritten Versuch ist es uns gelungen, ganze 2 ml im Urinbeutel aufzufangen, ohne dass die Probe diesmal anderweitig kontaminiert wurde. Stolz düste ich wieder zum Kinderarzt, wo der Urin sogleich untersucht wurde.

Als dann die Ärztin mit mir sprechen wollte, ahnte ich schon Schlimmes. Es war eine Infektion nachweisbar, sie sagte mir auch, mit was, aber ich hab das Fremdwort leider nicht behalten können. Sie meinte aber, dass es derzeit keinen Sinn machen würde, da mit Antibiotika drauf zu feuern, da die Infektion wohl nicht so schlimm wäre, um da die ganz großen Kaliber auszupacken.

Wir sollten allerdings peinlich genau darauf achten, dass der Intimbereich der Kleenen immer absolut sauber ist. Bei jedem Windelwechsel sollen wir mit abgekochtem Wasser oder Kamillentee waschen. Wir bekamen eine Spritze mit, um auch wirklich alle Falten spülen zu können. Wir müssen 2x täglich Fieber messen und über die Werte Buch führen.

Sollte die Kleine offensichtlich Schmerzen haben, es ihr schlecht gehen oder sie Fieber bekommen, dann sollen wir umgehend zum Kinderarzt kommen. Ansonsten sollen wir am Dienstag erneut versuchen, Urin mit diesen tollen Beuteln aufzufangen, gerne auch mehr als dieses Mal, sie würden gerne eine Kultur anlegen wollen und die heutige Menge hat dafür nicht gereicht. Wir werden uns Mühe geben.

Parallel dazu haben wir uns jetzt an der hiesigen Uniklinik umgeschaut, die Kinderurologie hat am Dienstag Sprechstunde und wir werden da Punkt um 9 Uhr auf der Matte stehen, denn irgendwie ist mir nicht so recht wohl bei der Sache. Keiner der Ärzte hat jetzt in irgendeiner Form Panik verbreitet, das Problem aber auch nicht heruntergespielt, aber trotzdem hab ich grad ein doofes Gefühl. Da kann die Ärztin noch so oft sagen, dass es auch gut sein kann, dass gar nichts passiert und sich alles von alleine auflöst.

Ich hab mich auch immer gewundert, dass mein Mädchen so viel schläft und so ruhig ist, aber vielleicht hat der kleine Körper einfach genug damit zu tun, die Infektion abzuwehren.
Oh man, ich könnt grad wieder heulen :/

U2 fast bestanden

Heute war es Zeit für die U2, von mir schon mit Spannung erwartet.

Unser Kinderarzt hat derzeit richtig viel zu tun, außerdem sind sie auch Notfallpraxis und dementsprechend war es kein Problem, einen Termin an einem Sonnabend zu bekommen. Ich hatte mich vorher erkundigt, wie das bei der U2 gehandhabt wird, da ich nicht wollte, das mein Frischgeschlüpftes neben Horden kranker Kinder warten muss und es wurde mir versichert, dass es dafür eine Lösung geben wird. Zudem ging ich davon aus, dass an einem Sonnabend Vormittag um 9 Uhr die Praxis mehr oder weniger verwaist sein würde.

Weit gefehlt. Schon als ich die Stufen zur Praxis hoch stieg, schlief mir das Gesicht ein, weil dort Unmengen an Kinderwagen standen und die ersten Kinder vor der Tür warteten. Hinter der Tür sah es nicht besser aus und ich musste eine Viertelstunde warten, bevor ich überhaupt an der Anmeldung dran kam. Die Arzthelferin wie gewohnt freundlich, ich bewunder das jedes Mal, wie sie im größten Trubel die Ruhe bewahren und geduldig alles erklären. Sie nahm die Daten auf, stellte ein paar Fragen, gab mir einen Fragebogen mit und führte mich dann in einen separaten Warteraum. Soweit, sogut.

Der Fragebogen war schnell ausgefüllt, ging um allgemeine Angaben und die Benennung etwaiger Personen, die Auskunft über den Gesundheitszustand der Kinder erhalten dürfen. Ich hab meine Eltern und den Bruder meines Mannes benannt, man weiß ja nie.
Wir durften dann in eines der Behandlungszimmer umziehen, wo ich die Kleene nackig machte, damit bei der Untersuchung nicht noch mehr Zeit verloren geht. Sie war mittlerweile unruhig geworden, also erstmal Stillen. Kaum war ich fertig, kam die Schwester, wog sie und maß die Länge und den Kopfumfang. Sie hat wieder die gleichen Werte wie zur Geburt. Sie maß im Anschluss die Sauerstoffversorgung erst in der Hand und danach im Fuß, beide Werte im grünen Bereich. Es gab eine weitere Vitamin-K-Gabe und dann hieß es wieder warten.

Die Kleene war satt, im Zimmer war es warm, also hielt sie erstmal ein Nickerchen. Nach gefühlt einer Stunde, ich hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren, kam dann die Ärztin. Sie schaute in alle Öffnungen und horchte alles ab und befand alles für gut. Ich fragte, ob das Herz ok sei, aber da gab es Entwarnung. Ich wies sie auf die Doppelniere und die Hydronephrose hin, woraufhin sie einen Ultraschall machen wollte. Sehr gerne, ich nahm dafür auch gerne weitere Wartezeit in Kauf. Zudem musste noch das Hörscreening gemacht werden.

Kind notdürftig angezogen und in den Ultraschallraum. Füllstand des Kindes wieder auf Anschlag gebracht und gewartet. In der Zwischenzeit informierte ich den Papa, dass das hier alles länger dauert, damit er sich keine Sorgen macht und sah, dass es schon nach 11 Uhr war. Die Ärztin kam und schallte die Niere. Links alles ok, keine Stauung. Rechts leider nicht alles ok, Doppelniere eben, große Stauung, auch im Harnleiter. Nicht das, was ich hören wollte :/

Sie machte drei Bilder und vermass die Auffälligkeiten und stellte dann eine Überweisung zur Kinderchirurgie aus. Bei uns an der Uniklinik würde es eine spezielle Abteilung für solche Fälle geben und wir sollten dort in der nächsten Woche einen Termin vereinbaren. Außerdem bekam die Kleine einen Blasenbeutel, da sie ja schlecht in einen Becher pinkeln kann, sie aber trotzdem den Urin untersuchen wollen.

Zum Abschluss wurde noch das Hörscreening gemacht, alles ok, wir durften endlich wieder heim. Also fix die Kleene wieder eingepackt, am Empfang das Rezept für Dekristol und Fieberzäpfchen, rein prophylaktisch, sowie die Überweisung abgeholt und den Termin für die U3 vereinbart.

Das war alles ziemlich anstrengend und die Kleene ratzt friedlich seit 3 Stunden.

NACHTRAG: Der erste Versuch mit dem Urinbeutel schlug fehl, mein Mädel hat wieder aus allen Rohren gefeuert und die Probe versaut. Wir haben jetzt zwei neue Beutel bekommen, soll ja nicht langweilig werden 🙂

Alles doof

Es gibt so Tage, da ist einfach alles doof. Da möchte ich mich nach dem Aufstehen gleich wieder hinlegen und einen neuen Tag haben.

Letzte Nacht war echt heftig, die Kleene wollte nicht zur Ruhe kommen, immer wieder an die Brust. Dazu hat sie dreimal die Windel vollgehauen, danach war wieder Platz im Bauch und der wollte gefüllt werden.

Bei mir hat sich ein schmerzhafter Milchstau eingeschlichen, der mich zusätzlich wach hielt. Immerhin war es eher von Vorteil, dass mein Mädel so hungrig war, so konnte ich aktiv etwas gegen den Stau tun. Mittlerweile hat er sich auch fast aufgelöst, schmerzt nur noch beim Draufdrücken und nicht mehr bei jeder Bewegung. Bin nicht sicher, woher der Stau kommt, ob vom Still-BH, der Theater am Mittwoch oder einer unglücklichen Stillposition, werde das weiter beobachten müssen.

Wie auch immer, ich hab kaum wirklich geschlafen. Als ich das heute vormittag, unter zu Hilfenahme zweier Paracetamols, nachholen wollte, rief mich erst eine Kollegin an, sie bräuchte noch die offiziellen Daten zur Geburt wegen der Lohnabrechnung, und keine 10 Minuten später meine Hebamme, dass sie statt halb fünf doch jetzt schon in einer halben Stunde vorbeikommen würde.

Immerhin war der Hebammenbesuch schön. Das Baby durfte das erste Mal baden und fand es richtig klasse. Sie war danach richtig knülle, wollte nur noch was trinken und ratzt seitdem friedlich neben mir. Ich bekam ein wenig die Seele gestreichelt und noch ein, zwei Tipps zum Milchstau. Bin zwar immer noch sehr müde, aber das lässt sich mit einem ausgiebigen Mittagsschlaf ändern.

Sie werden ja so schnell groß

Und leider ist das wahr.

Mein Mädchen ist jetzt genau eine Woche alt und hat schon eine Riesenentwicklung hinter sich. Bestanden die ersten Tage nur aus Schlafen, Trinken und Windeln vollhauen, so wird jetzt schon intensiv geschaut.

Ständig sind die Augen offen und sie schaut alles genau an, hat dabei immer einen erstaunten Ausdruck im Gesicht. Ich schaue ihr dabei mit einem ebenso erstaunten Gesichtsausdruck zu, fasziniert von diesem kleinen Wunder.

Die vielen Eindrücke müssen jedoch auch verarbeitet werden und das kann ganz schön anstrengend sein. Denn sie will ständig an die Brust, kommt nicht zur Ruhe, strampelt ohne Unterlass. Gestern war es ganz schlimm, da ging das Theater von 18 bis 24 Uhr. Dafür hat sie dann heute bis kurz vor 12 Uhr geschlafen, wurde nur einmal wach, um zu trinken.
Fanden meine Brüste gar nicht lustig, haben die sich doch mittlerweile auf einen 2-Stunden-Rhythmus eingestellt.

Heute war sie drauf und dran, das gestrige Theater zu wiederholen, aber nicht mit mir. Ich holte mein Tragetuch raus, packte das Kind hinein, fummelte alles zurecht und als ich wenig viel später, ein wenig aus der Übung, fertig war, schlief das Kindlein friedlich. So muss das.

Allerdings hatte ich gehofft, ich könnte ein wenig länger auf das Tragetuch verzichten, aber sie werden ja so schnell groß *seufz*

Baby Witch Hat

Frei nach Jean Pütz: Ich hab da mal was vorbereitet 🙂

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Ich hatte noch während meiner Schwangerschaft meine Frauenärztin lunschen lassen und wusste, dass wir ein Mädchen bekommen. Und diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen 😀

Dies war die Vorlage und ich finde, ich bin diesmal ziemlich nah dran, hab den Hut nur 2 Nummern zu groß gemacht. Ich kann mir einfach nie vorstellen, dass Babies sooooo klein sind.

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Die Blume war echt nervig, weil da 3 Lagen hintereinander auf engsten Raum gehäkelt werden müssen und ich immer verzweifelt die nächste Masche gesucht habe.

Abgesehen davon hat der Hut richtig Spaß gemacht!

A New Trip down Memory Lane

Der Vorteil von ersten Malen ist, dass man meist nicht genau weiß, was auf einen zukommt.
Der Nachteil von Wiederholungen ist, dass man meist ziemlich genau weiß, was auf einen zukommt.

Nun hatte ich ja das Problem, dass ich von der Geburt des Großen nicht mehr allzu viele Details wusste. Zum einen, weil das mittlerweile 5 Jahre her ist und zum anderen, weil ich in der entscheidenden Phase ziemlich umnebelt von einer schmerzlindernden Morphinspritze war. Hinzu kam noch die generelle Aufregung. Ich nahm mir also für die zweite Geburt vor, so viel wie möglich mitzuschreiben und hier ist er nun, der umfassende Bericht:

8:50 – erste heftige Wehe, die mich die Luft anhalten lässt, 2 Buscopan zum Überprüfen genommen [Buscopan entspannt den Unterleib, so dass Übungswehen weniger, richtige Wehen aber verstärkt werden, wird auch in Kliniken bei Geburten eingesetzt]

9:00 – die nächste Wehe meint es auch ernst, abwarten

9:10 – ok, es scheint ein 10-Minuten-Abstand zu sein

9:17 – da mogelt sich eine Wehe dazwischen

9:25 – ok, das war kein Mogeln, das ist ein neuer Abstand, 7-8 Minuten, Zeit für den Wannen-Check

9:33 – trotz Bewegung und Stehen eine Wehe, das ist neu [sonst sind die Wehen immer weg gegangen], ab in die Wanne

10:30 – wieder aus der Wanne raus, Wehen diesmal geblieben, wenn auch schwächer geworden

10:50 – Frühstück, Wehen sind fast weg

11:30 – Wehen wieder da, und auch wieder knackig, aber unregelmäßiger Rhythmus

11:50 – beim Einräumen des Geschirrspülers reicht es mir, ich kann nicht mehr aufrecht stehen, ich rufe meine Hebamme an, sie will in einer halben Stunde vorbei kommen und nachschauen

12:10 – ich packe die letzten Sachen zusammen und informiere vorsichtshalber den Papa

12:15 – Schleimpfropf geht ab

12:24 – Hebamme klingelt genau dann, als ich eine heftige Wehe habe, ich hoppel so schnell ich kann zur Tür

12:35 – meine Hebamme lauscht nach dem Kind und tastet den Bauch ab, alles gut, danach tastet sie nach dem Muttermund, 2 cm auf, es tut sich definitiv was

12:42 – ich bekomme Wehen-Massageöl, soll den Bauch massieren, danach einen Spaziergang in der Sonne machen, aber nicht zu weit weg und zu lang (muss eh noch zum Briefkasten)

12:45 – Hebamme verabschiedet sich wieder, wir verabreden, in 3 Stunden nochmal miteinander zu sprechen

12:50 – kaum ist die Hebamme weg, kommt die nächste Wehe, während ihres Besuchs war nicht eine

13:10 – ich koch mir Wintertee [Apfel-Zimt-Tee, Zimt ist wehenfördernd], setz mich aufs Sofa und schaue Biathlon, während ich mir den Bauch einreibe, Wirkung fast sofort

13:20 – Wehen aller 2 Minuten, sehr heftig, ziehen gut nach unten

13:45 – ich ruf den Papa an, beorder ihn nach Hause, er will in einer Stunde da sein und er verständigt unseren Freund, das Kind aus dem Kindergarten zu holen

14:00 – ich zieh mich um für den Spaziergang

14:24 – hab dauernd das Gefühl, aufs Klo zu müssen

15:00 – wieder zurück vom Spaziergang

15:10 – Mann kommt nach Hause

15:17 – mein Mann ruft die Hebamme an, wir dürfen ins Geburtshaus kommen

15:35 – Ankunft im Geburtshaus

15:55 – Bett beziehen mit unserer Bettwäsche und es wird nach den Herztönen des Kindes gelauscht

16:24 – Wehen heftiger, mehr nach unten

16:45 – Muttermund bei 5-6 cm

17:08 – vermehrter Pressdrang

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Hier endet mein „Liveticker“ und ich schreib aus der Erinnerung weiter 🙂

12:24 – 15:00 Uhr (ungefähre Zeiten zur besseren Zuordnung zu den Tickermeldungen)
Als meine Hebamme bei mir zu Hause war, meinte sie, dass alles bisher noch in die sogenannte Latenzphase fallen würde und damit auch nicht wirklich zur eigentlichen Geburt gehört. Sie könne auch nicht sagen, wie lange ich schon mit dem etwas geöffneten Muttermund rumlaufen würde und kann deswegen auch keine Aussagen zum weiteren Geburtsverlauf bzw. der weiteren Dauer machen.

Die 2-Minuten-Wehen seit dem Weggang der Hebamme taten zwar schon weh, aber waren für mich noch gut verarbeitbar. Bei meinem Spaziergang hatte ich immer wieder Wehen, aber ich glaube nicht, dass dies einer der zahlreichen Außenstehenden mitbekommen hat. Dooferweise bin ich direkt durch das Einkaufszentrum bei uns nebenan gelaufen, wo sich jede Menge Menschen tummelten und denen wollte ich nun wirklich kein Schauspiel der besonderen Art bieten. Also keine Miene verziehen und einfach weiter laufen.

15:00 – 16:00 Uhr
Als mein Mann dann da war, packten wir noch die letzten Sachen zusammen und ich warf mir kurz vorm Verlassen der Wohnung eine erste Paracetamol ein. Der Taxifahrer bot uns (im Scherz) an, vorm Geburtshaus zu warten, aber ich lehnte das Angebot ab. Im Geburtszimmer tigerte ich ein wenig planlos rum und suchte mir Stellen, an denen sich die Wehen gut aushalten ließen. Zu Hause lehnte ich mich auf meinen Bürostuhl, dessen Lehne die optimale Höhe für mich hatte. Im Geburtshaus probierte ich den Wickeltisch, der eine ähnliche Höhe hatte, aber da nervten mich die Heizdecke auf dem Tisch und der eingeschaltete Heizstrahler darüber, da mir so schon warm genug war.

Das Zimmer selbst war abgedunkelt, alle Vorhänge zugezogen und überall brannten Kerzen und Teelichter. Es war recht heimelig und es schadete auch nicht, dass die Sonne trotz der Vorhänge ins Zimmer schien. Ich lief zwischen den Wehen immer wieder im Zimmer herum, ich wollte mich einfach nicht hinsetzen. Kam eine Wehe, warf ich mich an ein von der Decke hängendes Tragetuch und krallte mich darin fest. Danach lief ich weiter rum. Meine Hebamme animierte mich immer wieder, zwischen den Wehen etwas zu trinken und irgendwann musste das auch wieder raus. Im Geburtszimmer gibt es einen Nassbereich, der mit Vorhängen vom Rest abgetrennt werden kann, aber das war trotzdem nix für mich.

„Ich kann nicht, wenn jemand guckt“, sagte ich und verschwand aufs Klo überm Gang. (Ich bin da echt ein wenig seltsam und hab davon sogar manchmal Alpträume.) Meine Hebamme guckte etwas erstaunt und fragte mich, ob Kind kriegen in ihrer Gegenwart ginge.
Ja klar, damit hab ich kein Problem 😉

16:00 – 16:45 Uhr
Ich lief immer noch rum und ertrug die Wehen im Stehen, merkte aber, wie mir langsam die Kräfte schwanden. Meine Hebamme bot mir einen Peziball an, den ich auch dankbar annahm. Ich wippte also auf dem Ball rum und krallte mich bei einer Wehe wieder ins Tuch. Das Tuch mutierte zu meiner Rettungsleine, die ich nicht mehr los ließ. Ich krallte und biss in das Tuch, lehnte mich dagegen, zog mich daran hoch. Als ich einmal in einer Wehenpause zum Wasserglas griff, merkte ich, dass meine Hand vom Reinkrallen völlig verkrampft war und so heftig zitterte, dass ich kaum das Glas halten konnte.

16:45 – 17:30 Uhr
Sobald ich auf dem Ball saß, wurden die Wehen heftiger. Sie drückten mehr nach unten und ich hatte auch das Gefühl, als müsse ich mitpressen. Dem entgegen stand aber der Befund der Hebamme, dass der Muttermund erst bei 5-6 cm sei, eine Geburt könne frühestens bei 8 cm, besser erst bei 10 cm stattfinden. Sie sah, dass ich teilweise mitpresste und machte sich entsprechende Sorgen. Sie fragte mich, wo ich die Wehen spüre und ob es weh tut, wenn ich mitpresse und es kostete mich extrem viel Kraft, mich bei den nächsten Wehen darauf zu konzentrieren, wo es ziept und drückt. Die Wehen waren mittlerweile richtig heftig und ich hatte tierische Probleme, überhaupt mit denen klar zu kommen. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass es mir zu viel wird, dass meine Nerven überlastet sind und die ganzen Eindrücke mich komplett überfordern. Außerdem waren die Wehenpausen nur noch sehr kurz, oft kamen gleich zwei Wehen hintereinander. Ich fragte, ob es ok ist, wenn ich noch eine Paracetamol nehme. War es, also warf ich mir schnell die zweite Tablette ein.

Ich wechselte irgendwann in dieser Zeit vom Ball auf den Geburtshocker, was ich viel angenehmer fand, da der Hocker von sich aus sicher stand und ich ihn nicht wie den Ball mit den Beinen stabilisieren musste. Bei jeder Wehe versuchte ich, nicht mit aller Macht mitzupressen, immer noch den nicht vollkommen offenen Muttermund im Hinterkopf, aber so richtig gelang mir das nicht. Meine Hebamme versuchte, meine Bemühungen zu bremsen, in dem sie forderte, ich solle wie eine Lokomotive schnaufen. Schoo-schoo-schoo. Super. Jetzt musste ich bei jeder Wehe an Thomas die Lokomotive, Percy und Gordon denken, während ich so vor mich hin schnaufte. Fehlte nur noch der Rauch aus meinen Ohren.

17:30 – 17:50 Uhr
Aber das Schnaufen half tatsächlich, ich konnte den Pressdrang ein wenig zurück halten. Doch auch das war irgendwann vorbei und ich dachte nur noch „fuck this shit, mir reicht’s“ und presste eben mit. Ich merkte, wie sich der Kopf nach unten schob und dabei die letzten Reste aus meiner Blase rausdrückte. Seltsamerweise empfand ich in dieser Phase die Wehen nicht mehr als schmerzhaft, obwohl sie extrem heftig waren.
Bei der nächsten Wehe war der Kopf schon kurz vorm Ausgang.
Noch eine Wehe später und der Kopf wollte endgültig raus. Ich hörte die Hebamme sagen, dass noch das Kinn fehlte und presste weiter und dann war der Kopf da. Jetzt drückten allerdings die Schultern so dermaßen, dass ich einfach weiter presste, Wehe hin oder her. Die Hebamme wollte mich noch bremsen, ich sollte auf die nächste Wehe warten, aber das schaffte ich beim besten Willen nicht mehr.

Ich spürte, wie der Körper aus mir raus rutschte und der ganze große Rest vom Fruchtwasser hinterher. Ich zitterte am ganzen Körper und dann hörte ich mein Mädchen das erste Mal schreien. Während mir die letzten Sonnenstrahlen des Tages direkt ins Gesicht schienen, stand mein Mann auf und holte schnell das vorgewärmte Handtuch vom Wickeltisch. Die Hebamme fragte mich, ob ich das Kind selber aufheben möchte oder ob sie es mir reichen sollte. Da ich immer noch zitterte, traute ich mir nicht zu, sie unfallfrei hoch zu heben und so wickelte die Hebamme das Baby ins Handtuch und legte sie mir in die Arme. Ich schaute noch total ungläubig. War es das jetzt wirklich? Das ist mein Mädchen? Hab ich das gerade alleine geschafft? Mit nur 2 Paracetamol?
Ich glaube, ich habe eine Minute gebraucht, um das wirklich alles zu begreifen, doch dann traf es mich wie ein Schlag.

17:50 – 18:30 Uhr
Ja, das ist mein Mädchen. Ich zitterte immer mehr und fragte, ob ich mich aufs Bett legen könne. Ich wurde also provisorisch auslaufsicher verpackt und schlurfte dann zum Bett, wo ich mich hin legte, das Baby immer noch an meine Brust und auf meinen Bauch gepresst. Höher ging nicht, da die Nabelschnur dafür zu kurz war. Ich kuschelte ausgiebig mit dem Kind, mein Mann machte Fotos, gab mir etwas zu trinken und schaute auch ganz verliebt auf das Kind.
Mit der letzten Wehe hatte es auch die 2. Hebamme zur Geburt geschafft und beide Hebammen besprachen jetzt leise im Hintergrund den Ablauf und füllten erste Formulare aus.

Immer wieder fühlte eine der beiden, ob die Nabelschnur noch pulsierte und so lange sie das tat, ließen sie uns in Ruhe. Irgendwann ging es dann ans Abnabeln und ich durfte die eine Nabelschnurklemme festklemmen. Ich gab mein Bestes, doch ich hatte nur die linke Hand frei und deren Kraft reichte nicht aus, die Klemme richtig zusammen zu drücken, so dass das von der Hebamme erledigt wurde, genauso wie das Durchschneiden der Nabelschnur.

Mein Mann bekam kurz darauf die Kleine auf seinen nackten Oberkörper gelegt, während ich wieder auf dem Geburtshocker Platz nahm und die Plazenta bei einer Nachwehe rauspresste. Leider löste sie sich nicht komplett, sondern hing an einer Ecke fest und meine Kraft reichte nicht mehr, diese Ecke auch noch heraus zu pressen. Die Hebamme meinte, ich könne auch husten, also hustete ich eben. Ich fand die Situation allerdings so absurd, dass ich einen Lachanfall bekam, welcher aber den gleichen Zweck erfüllte. Ich schlurfte wieder ins Bett, während die Hebammen die Plazenta auf Vollständigkeit untersuchten.

18:30 – 19:00 Uhr
Da alles ok war, kamen sie kurz darauf und gratulierten uns zur Geburt. Ich hatte mein Mädchen wieder auf der Brust liegen, während die Hebammen sich jetzt komplett dem Papierkram widmeten. Sie fragten uns nach dem Namen fürs Kind und füllten die Geburtsurkunde aus.
Danach sollte das Kind bei der U1 untersucht und anschließend gewickelt werden und wir stellten fest, dass die Kleine eine erste Ladung Mekonium auf meinem Bauch hinterlassen hat und munter mit ihren Füßen darin rum strampelte.

Also erstmal Kind sauber machen, dann untersuchen, dann anziehen. Die Untersuchung war bis auf eine eventuelle Hüftfehlstellung ohne Befund. Die Babysachen waren im Wärmeschrank, von dem mein Mann nicht wusste, wo er ist und Hebamme 2 war gerade abwesend, also lief Hebamme 1 los, um die Babysachen zu holen. Als sie nach 5 Minuten nicht wieder da war, schickte ich meinen Mann los, um zu schauen, wo die beiden blieben. Das Kind legten wir in der Zwischenzeit wieder ins Bett. Kurze Zeit später tauchten alle samt Babysachen wieder auf, doch da hatte das Kind die nächste Ladung Kindspech ins Bett gepackt. Hurra!
Kind also wieder sauber machen und dann endlich wickeln und anziehen.

19:00 – 20:00 Uhr
Was noch fehlte, war die Schadensbegutachtung an meiner Person, vor der ich wegen den Erfahrungen bei der ersten Geburt tierische Panik hatte. Die Panik legte sich etwas, als die Hebamme aufs Bett krabbelte und sich eine Stirnlampe, wie sie Höhlenforscher gerne nutzen, umband. Eigentlich war mir zum Heulen zumute, aber bei dem Anblick konnte ich einfach nur lachen und lachte, bis mir die Tränen liefen. Bevor sie endgültig abtauchte, bat ich meine Hebamme noch um einen Gefallen: sie solle doch bitte nicht in die Höhle hinein rufen und versuchen, ein Echo zu erzeugen 😀

Sie gab sich unendlich Mühe, mir nicht weh zu tun und erklärte ausführlich alle ihre Handgriffe. Es war trotzdem alles wund und zwiebelte entsprechend, aber bei weitem nicht so arg wie damals. Ich war wieder gerissen, was mich bei der Heftigkeit und dem Tempo der Geburt überhaupt nicht überraschte, aber auch wieder nicht so arg wie beim letzten Mal und die Abschürfungen fehlten völlig. Sie betäubte die Stelle zuerst mit einem herrlich kühlenden Gel und spritzte dann 2x ein Betäubungsmittel. Das Nähen selbst war schmerzfrei, ich stellte mich aber trotzdem an wie eine totale Memme.

Nachdem das auch erledigt war, wollte ich eigentlich nur noch nach Hause. Also packten wir unsere Sachen zusammen, zogen die Betten wieder ab, zogen uns an, packten das Kind in den Kindersitz. Die Hebammen riefen uns ein Taxi und wir unterschrieben noch ein paar Formulare. Wir bekamen das Kinderheft und die Geburtsurkunde ausgehändigt und wir vereinbarten mit der Hebamme, dass sie am nächsten Tag um 12 Uhr bei uns vorbei schaut.

20:00
Nach einer kurzen Taxifahrt waren wir wieder daheim. Der Papa trug sein Mädchen ganz stolz die Treppen hoch und über die Schwelle. Wir telefonierten noch schnell mit unserem Großen, der noch gar nicht richtig verstand, dass er jetzt eine Schwester hat. Abschließend wurden noch die Großeltern informiert, bevor wir uns alle für eine erste gemeinsame Nacht in unser Bett kuschelten.

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Das Zahlenwerk:

Geburtsdatum: 20.03.2014
Uhrzeit: 17:43 Uhr
Gewicht: 3300 g
Kopfumfang: 34 cm
Länge: 50 cm

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Der Name wieder als Rätsel:

Der Rufname ist lateinischen Ursprungs und ist häufiger im spanischen und osteuropäischen Raum vertreten. So heißt etwa die spanischstämmige Schauspielerin, welche die Tonks in den Harry Potter Filmen verkörpert, so, aber auch die Ehefrau von Vitali Klitschko trägt diesen Namen. Zudem gibt es in meinem Zweitlieblingscomputerspiel eine Protagonistin und eine Rüstung, die so heißen.
Der zweite Name wurde in Anlehnung an eine berühmte antike Seherin vergeben, der niemand ihre Prophezeiungen glauben wollte und was letztendlich zum Untergang einer ganzen Zivilisation führte. Als das Internet noch jung und noch nicht alle schönen Nicknames belegt waren, wählte ich den Namen außerdem als mein Webpseudonym.

Baby Blues

Der hat mich richtig fies und unvorbereitet letzte Nacht erwischt 😦

Ein doofer Kommentar meines Mannes, rapides Absinken des extrem hohen Adrenalin- und  Endorphinspiegels der letzten Tage und massive Verlustängste beim Anblick meines süßen Mädchens ließen mich völlig in Tränen aufgelöst zurück. Scheint ja ein übliches Phänomen zu sein, nur mir bisher unbekannt, hatte das beim Großen gar nicht. Vielleicht war damals der Adrenalinspiegel generell höher, weil alles neu und aufregend und unbekannt war.

Meine Hebamme kommentierte das heute mit „im Wochenbett muss alles fließen, die Milch, der Wochenfluss und auch die Tränen“. Also lass ich es eben laufen, schau meine Kleine an und verlieb mich immer mehr in sie.
Das hilft.

Ein kurzer Beitrag zum Thema verpasste Gelegenheiten:
Eigentlich hatte ich vor, mich zur Geburt bei der Internetgemeinde mit folgendem Video abzumelden, aber im entscheidenden Moment hab ich – mal wieder – nicht dran gedacht. Aber deswegen noch ein weiteres Kind kriegen? Na, mal schauen 😉

Frühlingsfisch

Frühlingsfische sind eine eher seltene Spezies, die es nur an maximal einem Tag im Jahr geben kann, in manchen Jahren sogar gar nicht. 

Seit gestern bereichert ein weibliches Exemplar dieser Gattung unser Leben.

Hatte es zunächst gestern wieder so ausgesehen, als würde es nur ein weiterer Fehlalarm sein, ging es am Ende dann doch recht fix und um 17:43 Uhr war unser kleines Mädchen auf der Welt. Soweit wir das überschauen können, ist alles so, wie es sein sollte und allen Beteiligten geht es gut.

Der große Bruder hat uns gestern am Telefon noch nicht glauben wollen, dass er jetzt eine Schwester hat, vermutlich muss er sie erst mit eigenen Augen sehen. Ich bin sehr gespannt auf seine Reaktionen, wenn er dann aus dem Kindergarten nach Hause kommt 🙂

Die Katzen sind noch sehr skeptisch ob des neuen Mitbewohners. Die kleine Dachschadenkatze hat die Hosen gehörig voll und traut sich nicht mal ins selbe Zimmer. Die große Katze schnuppert neugierig, aber wagt sich noch nicht richtig nah ans Baby heran.

Ausführlicher Bericht folgt.

Wieder nichts

Nachdem ich gestern meine Frustgrenze erreicht hatte, dachte ich, kann es nicht schaden, den Tag einfach abzuhaken und auf einen neuen zu warten. Entsprechend zeitig bin ich ins Bett, ich wollte meine Ruhe haben und gleichzeitig meine schlechte Laune nicht an den Jungs auslassen, die geben sich immerhin die größte Mühe mit mir.

Ein paar Takte Lieblingsmusik und ein wenig virtuelles Gemotze später bin ich gegen 22 Uhr eingeschlafen und wurde erst um 2 Uhr nachts wieder wach. Ich stand auf und machte mir etwas zu Essen, hatte ich doch seit dem Frühstück/Mittagessen nix mehr gehabt. Irgendwann ging mein Mann dann schlafen und ich zappte lustlos durchs Nachtprogramm und diverse Internetseiten. Halb 4, als die Vöglein draußen zu zwitschern begannen, spürte ich wieder das vertraute Ziehen im Bauch. Diesmal gar nicht lange gefackelt, sondern 2 Buscopan eingeworfen (psst, verratet mich nicht 😉 ).

Das Ziehen blieb und wurde schön regelmäßig und ziepte auch ein wenig mehr, doch so richtig losgehen wollte es immer noch nicht. Ich bin gegen 6 Uhr, als es langsam hell wurde, wieder ins Bett gekrabbelt und versuchte, ein wenig zu schlafen, was mir auch bis 8 Uhr gelang. Das Ziehen war wieder da und verhinderte erfolgreich ein Weiterschlafen und so stand ich gegen 9 Uhr genervt wieder auf und ging duschen. Unter der Dusche wurde das Ziehen heftiger und ich hatte auch immer wieder das Gefühl, dass es in die richtige Richtung arbeitete. Ich machte mich weiter hübsch und wuselte ein wenig durch die Wohnung, da einen Spiegel geputzt, dort eine Kleinigkeit aufgeräumt, alles schön im Stehen, damit die Schwerkraft unterstützend wirken konnte.

Um 11 Uhr hatte ich Vorsorgetermin beim Frauenarzt und war diesmal echt auf das CTG gespannt. Ich hatte mittlerweile echt zu tun beim Laufen, schnaufte munter vor mich hin, stieg brav die Treppen hoch, statt den Aufzug zu nehmen. Ich wurde auch gleich ans Gerät gestöpselt und durfte dem Krümel beim Toben zusehen. Der hat in den ganzen 30 Minuten nicht einmal Ruhe gegeben und seine Herztonkurve sah sehr abenteuerlich aus, permanent zwischen 120 und 180 Schlägen pendelnd. Meine Wehenkurve lag auf der 60%-Linie und ab und zu bildete ich mir ein, da auch einen kleinen Hügel herausragen zu sehen.

Umso enttäuschender dann die Aussage beim Abstöpseln, dass keine Wehen erkennbar sind. Ich hätte am liebsten geheult. Ich krampf da seit gut 6 Stunden rum und das Gerät zeigt nix davon an? Die restliche Vorsorge war mir irgendwie egal, Werte soweit in Ordnung, Eisen wieder hoch auf 11-irgendwas, Blutdruck bei 100:70, Urin ohne Befund. Ich darf am Montag wieder hin, falls sich nicht doch vorher etwas tut.

Mittelschwer frustriert lief ich zum  Auto und nahm mir vor, daheim die Hebamme anzurufen. Vielleicht kann sie vorbeikommen und mal nachschauen. Aber zuhause frühstückte ich erst. Ich hatte nämlich auch Angst, dass die Hebi sagt, dass ich mir alles nur einbilde und da nix ist und das hätte auf nüchternem Magen keinesfalls verkraftet. Vorsichtshalber sagte ich aber noch meinem Mann und einer Freundin Bescheid, nur als Warnung, dass ich dann nicht aus heiterem Himmel ihnen sagen muss: joar, ich hab jetzt Presswehen, aller 2 Minuten oder so 😉

Kaum war die Warnung raus, wurde das Ziehen weniger. Echt jetzt, Körper? Ich nahm nochmal 2 Busco, aß in Ruhe und überlegte, ob ich denn nun die Hebamme noch anrufen sollte oder nicht. Aber nach gut 10 Stunden kann es zumindest nicht schaden. Also rief ich an, erzählte grob den bisherigen Verlauf, erwähnte das CTG beim Frauenarzt und sagte, dass ich einfach total unsicher bin. Die Hebamme meinte, dass ich nicht so viel darauf geben soll, was ein technisches Gerät sagt (oder auch nicht sagt), da könne ich schon meinem Bauchgefühl vertrauen.

Ich solle in die Wanne gehen und schauen, was passiert. Hmm, nicht das, was ich hören wollte. Ich hätte lieber gehabt, sie schaut bei mir vorbei und guckt direkt mal nach. Aber sie hat ja nicht unrecht mit der Wanne, empfehle ich auch gerne. Nun gut, wir verabredeten, dass ich mich wieder melden würde, egal, wie das Ergebnis ist. Ich tigerte ins Bad, ließ Wasser in die Wanne und versenkte meinen LuxusKörper in den Fluten. Also ich versenkte meine Füße und den Po, der Rest passte nicht wirklich ins Wasser. Ich lehnte mich zurück und wartete ab. Und nach einer Viertelstunde war jegliches Ziepen weg.

Ganz großes Kino. Ich blieb noch eine halbe Stunde länger im Wasser, wenn ich schon mal da war, merkte, wie ich immer müder wurde und hievte mich dann mit mehreren Anläufen aus der Wanne. Ich gab allen Beteiligten Bescheid, dass es sich um Fehlalarm handelte und verkroch mich wieder ins Bett, um noch eine Runde zu schlafen.

Mein Mann brachte mir zur Belohnung Döner zum Abendbrot mit. Ich dachte kurz darüber nach, dass das, falls es nun doch losgehen sollte, eher blöd ist, wenn ich nach Zwiebeln und Knoblauch rieche, aber andererseits ist die Hebamme ja mehr am anderen Ende beschäftigt.

Seit dem Aufstehen zieht es wieder, ähnlich intensiv wie heute Vormittag, also nur nervig und nicht brauchbar. Und ich warte immer noch auf den richtigen Startschuss.