Wieder nichts

Nachdem ich gestern meine Frustgrenze erreicht hatte, dachte ich, kann es nicht schaden, den Tag einfach abzuhaken und auf einen neuen zu warten. Entsprechend zeitig bin ich ins Bett, ich wollte meine Ruhe haben und gleichzeitig meine schlechte Laune nicht an den Jungs auslassen, die geben sich immerhin die größte Mühe mit mir.

Ein paar Takte Lieblingsmusik und ein wenig virtuelles Gemotze später bin ich gegen 22 Uhr eingeschlafen und wurde erst um 2 Uhr nachts wieder wach. Ich stand auf und machte mir etwas zu Essen, hatte ich doch seit dem Frühstück/Mittagessen nix mehr gehabt. Irgendwann ging mein Mann dann schlafen und ich zappte lustlos durchs Nachtprogramm und diverse Internetseiten. Halb 4, als die Vöglein draußen zu zwitschern begannen, spürte ich wieder das vertraute Ziehen im Bauch. Diesmal gar nicht lange gefackelt, sondern 2 Buscopan eingeworfen (psst, verratet mich nicht 😉 ).

Das Ziehen blieb und wurde schön regelmäßig und ziepte auch ein wenig mehr, doch so richtig losgehen wollte es immer noch nicht. Ich bin gegen 6 Uhr, als es langsam hell wurde, wieder ins Bett gekrabbelt und versuchte, ein wenig zu schlafen, was mir auch bis 8 Uhr gelang. Das Ziehen war wieder da und verhinderte erfolgreich ein Weiterschlafen und so stand ich gegen 9 Uhr genervt wieder auf und ging duschen. Unter der Dusche wurde das Ziehen heftiger und ich hatte auch immer wieder das Gefühl, dass es in die richtige Richtung arbeitete. Ich machte mich weiter hübsch und wuselte ein wenig durch die Wohnung, da einen Spiegel geputzt, dort eine Kleinigkeit aufgeräumt, alles schön im Stehen, damit die Schwerkraft unterstützend wirken konnte.

Um 11 Uhr hatte ich Vorsorgetermin beim Frauenarzt und war diesmal echt auf das CTG gespannt. Ich hatte mittlerweile echt zu tun beim Laufen, schnaufte munter vor mich hin, stieg brav die Treppen hoch, statt den Aufzug zu nehmen. Ich wurde auch gleich ans Gerät gestöpselt und durfte dem Krümel beim Toben zusehen. Der hat in den ganzen 30 Minuten nicht einmal Ruhe gegeben und seine Herztonkurve sah sehr abenteuerlich aus, permanent zwischen 120 und 180 Schlägen pendelnd. Meine Wehenkurve lag auf der 60%-Linie und ab und zu bildete ich mir ein, da auch einen kleinen Hügel herausragen zu sehen.

Umso enttäuschender dann die Aussage beim Abstöpseln, dass keine Wehen erkennbar sind. Ich hätte am liebsten geheult. Ich krampf da seit gut 6 Stunden rum und das Gerät zeigt nix davon an? Die restliche Vorsorge war mir irgendwie egal, Werte soweit in Ordnung, Eisen wieder hoch auf 11-irgendwas, Blutdruck bei 100:70, Urin ohne Befund. Ich darf am Montag wieder hin, falls sich nicht doch vorher etwas tut.

Mittelschwer frustriert lief ich zum  Auto und nahm mir vor, daheim die Hebamme anzurufen. Vielleicht kann sie vorbeikommen und mal nachschauen. Aber zuhause frühstückte ich erst. Ich hatte nämlich auch Angst, dass die Hebi sagt, dass ich mir alles nur einbilde und da nix ist und das hätte auf nüchternem Magen keinesfalls verkraftet. Vorsichtshalber sagte ich aber noch meinem Mann und einer Freundin Bescheid, nur als Warnung, dass ich dann nicht aus heiterem Himmel ihnen sagen muss: joar, ich hab jetzt Presswehen, aller 2 Minuten oder so 😉

Kaum war die Warnung raus, wurde das Ziehen weniger. Echt jetzt, Körper? Ich nahm nochmal 2 Busco, aß in Ruhe und überlegte, ob ich denn nun die Hebamme noch anrufen sollte oder nicht. Aber nach gut 10 Stunden kann es zumindest nicht schaden. Also rief ich an, erzählte grob den bisherigen Verlauf, erwähnte das CTG beim Frauenarzt und sagte, dass ich einfach total unsicher bin. Die Hebamme meinte, dass ich nicht so viel darauf geben soll, was ein technisches Gerät sagt (oder auch nicht sagt), da könne ich schon meinem Bauchgefühl vertrauen.

Ich solle in die Wanne gehen und schauen, was passiert. Hmm, nicht das, was ich hören wollte. Ich hätte lieber gehabt, sie schaut bei mir vorbei und guckt direkt mal nach. Aber sie hat ja nicht unrecht mit der Wanne, empfehle ich auch gerne. Nun gut, wir verabredeten, dass ich mich wieder melden würde, egal, wie das Ergebnis ist. Ich tigerte ins Bad, ließ Wasser in die Wanne und versenkte meinen LuxusKörper in den Fluten. Also ich versenkte meine Füße und den Po, der Rest passte nicht wirklich ins Wasser. Ich lehnte mich zurück und wartete ab. Und nach einer Viertelstunde war jegliches Ziepen weg.

Ganz großes Kino. Ich blieb noch eine halbe Stunde länger im Wasser, wenn ich schon mal da war, merkte, wie ich immer müder wurde und hievte mich dann mit mehreren Anläufen aus der Wanne. Ich gab allen Beteiligten Bescheid, dass es sich um Fehlalarm handelte und verkroch mich wieder ins Bett, um noch eine Runde zu schlafen.

Mein Mann brachte mir zur Belohnung Döner zum Abendbrot mit. Ich dachte kurz darüber nach, dass das, falls es nun doch losgehen sollte, eher blöd ist, wenn ich nach Zwiebeln und Knoblauch rieche, aber andererseits ist die Hebamme ja mehr am anderen Ende beschäftigt.

Seit dem Aufstehen zieht es wieder, ähnlich intensiv wie heute Vormittag, also nur nervig und nicht brauchbar. Und ich warte immer noch auf den richtigen Startschuss.

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