28 Tage

Es braucht 28 Tage, um alte Gewohnheiten abzulegen oder neue Aktivitäten zu Gewohnheiten werden zu lassen. Hat sich erstmal etwas rituell eingeschliffen, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es je anders war.

So geht es mir auch mit meinem Mädchen. Ich weiß, dass es eine Zeit „davor“ gab. Dass ich schwanger war. Und noch weiter zurück nicht schwanger und „nur“ Mama meines Großen. Ich hab Blogeinträge und Fotos, die das beweisen.
Aber wirklich dran erinnern kann ich mich nicht, so sehr habe ich mich nach besagten 28 Tagen an den Zustand „danach“ schon gewöhnt.

Die Kleine ist so völlig anders als ihr großer Bruder, viel anspruchsvoller und dadurch auch anstrengender.

Der Große wollte aller 2 Stunden an die Brust. So regelmäßig, dass ich die Uhr danach stellen konnte. Einmal angedockt hat er dann für 10 Minuten getrunken und ist direkt eingeschlafen. Kein Spucken, kein Bäuerchen, kein Überlaufen.
Die Kleene braucht ewig an der Brust und zieht beim Trinken unglaublich viel Luft. Manchmal kommt nach dem Futtern ein ausgewachsener Bauer raus, viel öfter jedoch resultiert das in beinahe explodierenden Windeln. Ist sie fertig mit Trinken, folgen 10-15 Minuten wohlige Glücksseeligkeit, in denen gierig die Umgebung angeschaut und jedes Detail, so sie es jetzt schon erkennen kann, in sich aufgesogen wird. Spätestens nach 30 Minuten ist dieser Zustand vorbei und sie will wieder an die Brust. Dann wird so lange getrunken, bis sie überläuft. Sie ist danach total müde, findet aber nur in den Schlaf durch viel gutes Zureden, Festhalten, Tragen, Wiegen, etc. Hat sie es letztendlich geschafft, ratzt sie allerdings 3-4 Stunden durch.

Da dieses Ritual rund um die Uhr stattfindet, haben wir noch keinen richtig strukturierten Tagesablauf hinbekommen. Der Rhythmus wird zudem immer wieder gestört durch Arzttermine, Besuche der Hebamme, querliegende Pupse oder generell schlechte Tage, an denen weder Tragetuch noch Dauernuckeln helfen.

Beim Großen half Bewegung. Autofahren: super. Spaziergang mit Kinderwagen: genial. Ausflug im Tragetuch: spitze. Man durfte nur nicht stehen bleiben, dann wurde sofort gebrüllt, egal, ob man vorher tief und fest geschlafen hatte.
Mein Mädchen findet das alles doof. Kinderwagen geht nur, wenn er steht. Autofahren bitte nur, wenn man rausgucken kann.
Tragetuch funktioniert aber auch bei ihr wunderbar. Findet allerdings mein Rücken nicht so toll, der das zusätzliche Gewicht vor der Brust nicht gewohnt ist und lautstark protestiert.

Nützt alles nix, da muss ich jetzt durch und in spätestens 28 Tagen hat sich auch das eingespielt 🙂

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Ein Kommentar zu “28 Tage

  1. Reh sagt:

    Und dennoch vergessen wir all diese Strapazen und fangen von vorne an 😉

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