Angst

Seit die Kleine auf der Welt ist, lebe ich in ständiger Angst, dass ihr etwas zustößt. Besonders der plötzliche Kindstod bereitet mir große Sorgen.

Die Angst hatte ich schon beim Großen und immer, wenn er länger als gewöhnlich schlief oder besonders ruhig war, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Bei der Kleenen jetzt ist die Angst noch viel stärker.

Ich versuche immer wieder, mich zu beruhigen, mir zu sagen, dass wir alle Vorkehrungen zur Risikominimierung getroffen haben und jetzt einfach aufs Beste hoffen und unserem Mädchen vertrauen müssen, dass es bei uns bleibt.

Und immer, wenn ich meine Angst geradeso in den Griff bekommen habe, taucht das Thema plötzlich wieder auf.

Erst erzählt mir mein Mann, dass ein Kollegenpärchen ihr einen Monat altes Baby durch SIDS verloren haben.

Am Freitag auf der Firmensommerfeier meines Mannes weise ich ihn auf einen der Anwesenden hin, weil dieser ein Bier in der Hand hielt und mein Mann den Bierausschank suchte und natürlich war es besagter Kollege.

Und heute schauen wir nichtsahnend einen Krimi und der Ermittler erzählt in einem Nebenhandlungsstrang, dass seine Tochter am plötzlichen Kindstod gestorben ist, mit 2 Monaten und 7 Tagen, also nur minimal älter als mein Mädchen.

Also sitze ich jetzt hier und könnte heulen, so einen Schiss habe ich. Und mein Mädchen heult aus Sympathie gleich mit.

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6 Kommentare zu “Angst

  1. Diese Ängste plagen mich bereits vor der Geburt, aber mehr, als uns an alle Vorkehrungen zur Risikominimierung zu halten, können wir doch nicht. Ich habe vor einer Weile mal einen sehr interessanten Artikel darüber gelesen, finde ihn in der Weite des Netzes jedoch leider nicht wieder. Fazit war aber eigentlich, dass der Kindstod ja keine „Diagnose“ als solche ist, sondern dass einfach keine andere Ursache gefunden wurde, was aber angeblich oft an der nicht durchgeführten Autopsie liegt. In NL oder DK (weiß ich leider nicht mehr) ist die Rate sehr viel niedriger, einfach, weil standardmäßig Autopsien durchgeführt werden und hier eine andere Ursache gefunden wird, auf die man sonst gar nicht kommen würde. Die Kinder sind oft genetisch vorbelastet bzw. haben irgendeine (verborgene) Erkrankung. Mir zumindest hilft der Gedanke, dass es eigentlich nicht „einfach so“ passiert, sondern dass da oft andere Ursachen hinterstecken. (Sollte ich den Artikel doch noch finden, schicke ich dir gern den Link.)
    Fühl dich gedrückt!

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  2. Mama-I sagt:

    Ich schaffe die Angst weitgehend zu verdrängen…. Aber da ist sie schon!

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