Oase in der Servicewüste

Ich reg mich ja ganz gerne auf, wenn andere Leute Murks machen, doch fehlt mir gerade so ein richtiger Aufreger. Die Fußballer haben gestern ordentlich geglänzt, mein Rückbildungskurs heute war auch schön entspannt und mein Besuch bei der Post ebenso durchweg positiv.

Meine Ma hatte sich vor einigen Wochen ein neues Handy gewünscht. Und damit das eine Weile hält, habe ich ihr empfohlen, eine externe Speicherkarte dazu zu holen, sonst reicht im entscheidenden Moment der interne Speicher nicht mehr aus, um noch ein Bild ihrer Enkel aufzunehmen. Da die Dinger bei Saturn und Co. unverschämt teuer sind, hab ich die Micro-SD-Karte bei Amazon bestellt.

Bei der Verwendung stellte sich dann allerdings heraus, dass die Karte defekt ist. Fotos werden nicht darauf gespeichert und wenn ich Musik drauf packe, werden die Titel ganz kryptisch umbenannt und der MP3-Player erkennt sie auch nicht mehr. Das alles unabhängig von Handy oder Rechner. Also dann eben reklamieren.

Amazon stellte mir dafür ein Retourenlabel zum Ausdrucken zu Verfügung, so dass ich die Karte nur noch zur Post bringen musste. Da die Karte, wie der Name schon sagt, klein ist, steckte ich sie in einen Briefumschlag, packte das Etikett drauf und dachte, wird schon so passen. Ich prüfte vorsichtshalber noch das Gewicht, satte 9 g, samt Umschlag und Aufkleber.

Die Christel von der Post fand das allerdings nicht so clever, denn das Etikett ist für ein Päckchen gedacht und ein Brief geht da beim besten Willen nicht als Päckchen durch. Sie sah mir wohl meine Verzweiflung an, denn ich überlegte angestrengt, wo ich einen einigermaßen kleinen Karton herkriegen sollte. Wir haben maximal Schuhkarton+ bei uns Zuhause und das fände ich dann schon übertrieben für so ein kleines Ding. Jedenfalls flitzte sie einmal durch den Laden und tauchte nach kurzer Zeit tatsächlich mit einem halbwegs passenden Karton wieder auf.

Ich durfte den Brief öffnen, sie legte die Karte, die noch in einer Plastikverpackung steckte, in den Karton, polsterte ihn mit Altpapier aus und klebte ihn zu. Dann fummelte sie noch das Etikett von Briefumschlag und pappte das auf den Karton. Ich stand die ganze Zeit mit offenem Mund daneben und staunte. Ich hab ja schon einiges bei der Post erlebt, aber das überraschte mich sehr.

Am Ende gab sie mir noch meinen Beleg, ich bedankte mich artig und strahlte sie an.

DAS ist Service.

Ein Kommentar zu “Oase in der Servicewüste

  1. Nenu sagt:

    Großartig! Das hat man selten! 🙂
    Ich hab mich letztens bei der Post auch freuen dürfen. Hatte schon diverse Filialen und Schreibwarenläden abgeklappert auf der Suche nach einer Papprolle (zum knitterfreien Verschicken von größerformatigen Bildern) und war immer enttäuscht worden. Dann habe ich in der Postfiliale bei uns im Supermarkt nachgefragt, die hatten das auch nicht, ABER haben sofort überlegt, welche Filiale in der Nähe (in der ich noch nicht war) etwas haben KÖNNTE und haben da dann auch angerufen und nachgefragt. Das fand ich echt klasse. Wenns nur immer so wäre! 🙂

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