Wenn es läuft, dann läuft es!

Oder wie der Brite sagt: when it rains, it pours!

Hatte ich mich letzte Woche noch gefreut, dass es mal so gar nichts zum Meckern gibt, so holt das Universum gerade wieder mit der Anti-Keule aus. Ich persönlich glaube ja, dass es ein kleines Männchen gibt, dass guckt, wie es den Leuten geht und wenn es ihnen zu gut geht, dann wird ein Gegengewicht im Schicksal der Leute kreiert. Nur fröhliche Leute hält ja auch keiner aus 😉

Es fing am Freitag Nachmittag an, wie es solche Geschichten üblicherweise tun. Das Kind wird just dann fiebrigkrank, wenn der Kinderarzt gerade ins Wochenende gegangen ist. Das Klopapier geht prompt dann aus, wenn die Supermärkte vor einem langen Wochenende gerade geschlossen haben.
Bei uns war es die Spülmaschine, die kurz nach 18 Uhr einen undichten Abwasserschlauch meldete. Zum Glück war die Pfütze nicht allzu groß und konnte schnell beseitigt werden. Bei der Inspektion unseres fleißigen Helferleins zerbröselte mir der Abwasserschlauch förmlich in den Händen und brach direkt an der Austrittsstelle ab. Eine weitergehende Untersuchung des Geschirrspülers ergab, dass ich es wohl nicht selber reparieren kann, weil ich nicht mal ansatzweise einen Einstieg ins Maschineninnere fand. Wir riefen am Sonnabend einen Reparaturdienst an und verabredeten einen Termin für Montag.

An selbigem Sonnabend fiel mir auf, dass ein Hängeschrank in der Küche, in dem wir unsere sämtlichen Gläser lagern, schiefer als üblich hängt. Die Küchenwand ist arg bröselig, es war schon eine Kunst, da überhaupt 3 Schränke halbwegs sicher in die Wand zu dübeln, doch so recht traute ich dem Frieden nie, vor allem beim Glasschrank. Wir räumten also alle Gläser auf die ohnehin schon mit dreckigem Geschirr volle Anrichte und hängten den Schrank ab. Tatsächlich war der eine Dübel recht locker in der Wand und drehte immer wieder mit. An diesem Tag war es schon zu spät zum Bohren neuer Löcher und am Sonntag wollte ich die Nachbarn mit dem Lärm nicht belästigen.

Am Montag kam der Reparaturmensch und nahm sich unseres Geschirrspülers an. Er brauchte 3 Anläufe, um das Teil an der richtigen Stelle zu öffnen, da das Ding von innen mächtig-gewaltig zugebaut ist. Erschwert wurde die Reparatur durch den Zustand des noch recht jungen Handwerkers. Ganz offensichtlich hatte er die Nacht ordentlich gefeiert und war nur mäßig begeistert, in Bodennähe nach der Schlauchansatzstelle zu suchen. Ich fragte ihn, ob seine Nacht kurz war, aber er antwortete nur: welche Nacht? Er kämpfte sich aber tapfer weiter voran und packte irgendwann sogar die beiden mitgebrachten Ersatzschläuche aus, um dann festzustellen, dass der eine viel zu kurz war und beide vom Ansatzstutzen nicht passten. Ganz großes Kino.
Er fotografierte noch die Seriennummer ab, verschloss notdürftig den Spüler und verabschiedete sich. Sie würden sich melden, wenn der passende Schlauch geliefert würde.

Da mir das genug Handwerkskunst für einen Tag war, verschob ich die Lochbohraktion für den Glasschrank auf den heutigen Dienstag. Ganz vorsichtig bohrte ich mit einer 6er Bohrer zwei Löcher in die Wand und traf einmal Ziegel und einmal festen Putz mit Kiesel. Auf jeden Fall kam mir nicht gleich die halbe Wand entgegen, wie bei den ersten Versuchen. Zuversichtlich bohrte ich mit einer 10er Bohrer nach, klopfte die Dübel in die Wand und machte mich daran, die Schrauben einzudrehen. Das ging soweit gut, bis der Schraubwiderstand meine zarten Frauenhände überforderte. Aber wozu gibt es Göttergatten?

Während der Aktion hatte ich ein wenig das Zeitgefühl verloren und plötzlich war es 14:42 Uhr und um 15 Uhr hatte meine Kleene den nächsten Impftermin beim Kinderarzt. Uff, das könnte jetzt ein wenig eng werden. Ich schnell uns beide in Schale geworfen, die Süße im Kindersitz verstaut und ab ins Auto. 3 nach 3 waren wir in der Praxis, wo mir siedendheiß einfiel, dass ich die Krankenkassenkarte vom Großen vergessen hatte, ich aber eigentlich noch eine Überweisung für den Kardiologentermin von vor 1,5 Wochen brauchte. Muss ich also nochmal hin.

Der Impftermin dauerte länger als gedacht, was insofern doof war, als dass wir um 16:30 Uhr einen Termin mit der Kindergärtnerin des Großen wegen seines anstrengenden Verhaltens hatten. Außerdem war die Kleene übermüdet und schrie eigentlich die ganze Zeit, bei der Schluckimpfung, bei der allgemeinen Untersuchung, bei den zwei gespritzten Impfungen. Als wir endlich fertig waren, packte ich die Kleene schnell wieder ins Auto, welches mangels Alternativen schön in der Sonne vor sich hinbrutzelte.

Um uns schnelle Abkühlung zu verschaffen, bis die Klimaanlage einsetzte, öffnete ich das Fahrerfenster. Als ich es wieder schließen wollte, knirschte es unheilvoll in der Tür und das Fenster blieb auf halber Strecke stecken. Während ich also unter Zeitdruck versuchte, so schnell wie möglich durch den Berufsverkehr zu kommen, schob und drückte ich bei jeder Ampelpause die Scheibe nach oben, doch die letzten 2 Zentimeter wollten einfach nicht gelingen. Ich lud meinen Mann ein, wir fuhren zum Kindergarten und suchten erstmal die Erzieherin im Haus, wo wir uns verabredet hatten. Sie saß nur leider unten im Garten und hatte gehofft, uns vorfahren zu sehen. Das passte irgendwie alles zum Tag. Das Gespräch war sehr angenehm, dazu gibt es einen eigenen Eintrag.

Wieder daheim, schlug mein Mann vor, wir könnten doch nach dem Stress Pizza bestellen. Gesagt, getan, geliefert. Mein Mann will mit EC-Karte bezahlen und kann sich spontan nicht mehr an seine PIN erinnern. Um einer Sperrung seiner Karte zu entgehen, übernahm letztendlich ich den Bezahljob. Hmpf.
Wenigstens hat der Göttergatte die Schrauben mit lautem Schnaufen und Fluchen bis zum Anschlag in die Wand gedreht, so dass wir den Glasschrank – diesmal bombensicher – an die Wand hängen konnten.

Morgen muss ich wegen eines Termins in der Autowerkstatt anrufen und hoffen, dass es bis zur letztendlichen Reparatur nicht regnet. Und ich muss hoffen, dass die Reparaturen nicht zu teuer werden, denn sonst können wir unseren Italienurlaub nämlich vergessen.

Wie gesagt, wenn es einmal läuft, dann läuft’s!

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Ein Kommentar zu “Wenn es läuft, dann läuft es!

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