Links und rechts

Mir geht’s wieder ein wenig besser, was ich an zwei Dingen merke. Ersten blogge ich mehr und zweitens kann ich mich auch wieder sehr genüsslich aufregen 🙂

Auslöser ist diesmal Amazon. Dort habe ich vor knapp 2 Monaten eine Micro-SD-Speicherkarte für das neue Handy meiner Mama bestellt. Die Karte stellte sich jedoch als fehlerhaft heraus und ich schickte sie wieder zurück. Kurz darauf erhielt ich eine Email von Amazon, dass der Artikel eingetroffen und die Gutschrift veranlasst sei. Gedanklich machte ich also einen Haken an die Geschichte.

Aber es gäbe diesen Artikel nicht, würde es nicht einen anderen Haken geben. Zwei Wochen später erhielt ich erneut eine Email von Amazon, dass ich doch bitte besagten reklamierten Artikel zurückschicken sollte, sonst würde erneut der Rechnungsbetrag von meinem Konto abgezogen. Leider purzelte dieser Vorgang, nicht sonderlich verwunderlich bei dem Stress der letzten Tage, unerledigt aus meinem Gehirn.

Bis gestern Abend, als dann die Email kam, dass ich es versäumt hatte, den Artikel zurückzuschicken und Amazon sich das Geld dafür zurückhole. (Dies ist eine automatisch versendete E-Mail. Bitte antworten Sie nicht auf dieses Schreiben, da die E-Mail-Adresse nur zum Versenden, nicht aber zum Empfang von E-Mails eingerichtet ist.)

Och nö. Ich hatte ja immer noch gehofft, dass sich das Missverständnis in Luft auflöst. Ich schaute noch mal in mein Konto, dort steht eindeutig, dass die Reklamation abgeschlossen und der Betrag erstattet ist. Also die Webseite durchforstet, irgendwo findet sich bestimmt eine Telefonnummer. Nach ein paar Klicks und der Angabe meiner Telefonnummer wurde ich zurückgerufen.

Die Dame am Telefon war sehr nett, verstand auch sofort das Problem und versprach, umgehend die Rücküberweisung zu veranlassen und zudem den weiteren Versand von Emails zu unterbinden. Ob damit jetzt aber das Rücksendeproblem wirklich erledigt ist? Ohne Mails werde ich es vermutlich nur an seltsamen Abbuchungen auf meinem Konto sehen.

Schön, wenn links weiß, was rechts macht.

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Kann Spuren von Nüssen enthalten

Ich bin, unter anderem, Nussallergiker.

Eine halbe Walnuss ist vermutlich für mich tödlich, genauso wie eine Handvoll Haselnüsse. Paranüsse habe ich nie getestet, ich muss mein Glück ja nicht unnötig herausfordern.

Was aber immer ging, war reine Schokolade. Dass ich jetzt keine Vollmilch mit ganzen Nüssen, Hanuta, Nutella oder das Ossi-Äquivalent Nudossi oder eine Tafel Traube-Nuss esse, versteht sich von selbst. Aber eine harmlose Vollmilch oder Zartbitter stellte nie ein Problem dar, auch wenn auf der Verpackung steht „Kann Spuren von X-Nüssen enthalten.“ Für mich sind das Warnhinweise, um mögliche Schadensersatzklagen abzuwenden und die Spuren so gering, dass keinerlei allergische Reaktion ausgelöst wird.

Bis heute.

Ich hatte einen solchen Schoko-Hunger, dass ich an unsere eisernen Reserven ging. Im üblichen sind das Weihnachtsmänner oder Osterhasen von längst vergangenen Festivitäten. Diesmal war es ein Osterhase, der laut Inhaltsangabe nur Marzipan in seiner Möhre, ansonsten lediglich die üblichen Spuren von X enthielt.

Ich biss dem Hasen also herzhaft in die Ohren, fand die Schokolade ein wenig zu zuckrig, um meinen Appetit wirklich zu befriedigen, und merkte nach wenigen Sekunden dieses verdächtige Kribbeln auf der Zunge. Ich las nochmals die Inhaltsangabe, aber entdeckte nichts Neues neben dem Möhrenmarzipan.

Also schnell eine Lorano eingeworfen und jetzt hoffe ich darauf, dass es nur bei den krabbelnden Pusteln auf der Zunge bleibt und nicht noch zu Übelkeit und Atemnot kommt.

Na ja, passt irgendwie zu dem Tag *seufz*

Die Nase voll

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Kaum neigt sich der Sommer dem Ende entgegen, fange ich mir eine ausgewachsene Erkältung ein, mit allem Pipapo.

Schupfen, Nebenhöhlenentzündung, Kopfweh, Husten und Halsschmerzen. Zum Glück stille ich noch voll, so dass mir jegliche Medikamente oder auch nur Hustenbonbons versagt bleiben.

Dazu das immer noch stark zahnende Kind macht in Summe jede Menge Spaß. Na ja, oder was manche als Spaß definieren. Zum Papa geben kann ich das Kindlein auch nicht, weil Fremdeln gerade der ganz große Hit ist.

Im Moment rette ich mich eigentlich nur von Tag zu Tag und hoffe, dass es bald besser wird. Sowohl als auch.

MONTAGSFRAGE // DAS ABGEFAHRENSTE BUCH, DAS DU JE GELESEN HAST

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Spontan fällt mir da mein Lieblingsbuch „Good Omens“ von Terry Pratchett & Neil Gaiman. Allein die Aushilfsreiter der Apokalypse fahren so dermaßen ab, da muss ich von der Engel-Dämon-Freundschaft gar nicht erst berichten!

Seit Neuestem liegen allerdings „Infinite Jest“ von David Foster Wallace und „Slaughterhouse Five“ von Kurt Vonnegut auf meinem SuB, kann gut sein, dass die das Gute Omen vom Thron schubsen.

 

Weltschmerz

Wie ich gestern bereits kurz angedeutet habe, ist meine Süße derzeit einfach nur unleidlich. Als Hauptgrund vermute ich massiven Zahnungsschmerz, denn mein Mädchen hat sich vorgenommen, alle Zähne gleichzeitig zu bekommen.

Jedenfalls schreit sie den ganzen Tag – und ich meine wirklich den ganzen Tag. Und überall. Im Tuch. Im Laufgitter. Auf dem Arm. Im Bett. Nichts kann sie trösten, außer wenn sie an der Brust nuckelt, was sie gefühlt 50% der Zeit macht. Ist sie irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen, wird sie spätestens nach 5 Minuten durch die Schmerzen oder das kleinste Geräusch wieder wach. Und schreit.

Ich lauf den ganzen Tag mit Ohropax rum, damit ich nicht völlig die Nerven verliere, denn ein direkt neben dem Ohr auf voller Lautstärke brüllendes Kind ist echt kein Spaß.

Als letzten Ausweg, den wir leider immer häufiger nehmen müssen, geb ich ihr ein Zäpfchen. Sobald die Wirkung einsetzt, ist das Kind wie ausgewechselt. Es lächelt, es brabbelt auch mal fröhlich vor sich hin und vor allen Dingen kann es auch mal abgelegt werden. Leider wirkt so ein Zäpfchen nicht ewig und unter Dauermedikation will ich sie ja auch nicht setzen.

Dinge zum drauf rumkauen lehnt sie ab, sie akzeptiert nur meine Finger. Ich geb sie ihr auch gerne, aber nach 2 Stunden Dauernagens ist es dann auch kein Spaß mehr.

Zu unser aller Glück schläft sie nachts aber wie gewohnt durch, ich kann sie nur nicht mehr zu einer zweiten Runde überreden, wie es noch bis vor wenigen Wochen ging.

Ich hoffe, die Zähne beeilen sich und ich bekomme mein – zumindest manchmal – fröhliches Kind zurück :/

Mehr Reklame

Ich benötige eure Hilfe.

Ich hab ja diesen Welteroberungsplan, aber so richtig will der nicht in Gang kommen. Ok, nach nicht mal einer Woche erwarte ich jetzt nicht so wahnsinnig viel, aber ich mache mir schon Gedanken, wie ich mehr Publicity für meinen neuen Blog bekomme. Beim 9erblog hab ich einfach bei anderen Blogs reingelabert und so den einen oder anderen Follower hierher gelockt.

Jetzt hab ich aber das Problem, dass ich artverwandte Blogs irgendwie nicht finde – oder nach den falschen Sachen suche. Dann wiederum stolper ich über recht triviale Blogs und wunder mich, woher die 1000+ Follower haben.

Mir ist schon klar, dass solche Dinge Zeit brauchen, aber genau deswegen will ich ja so zeitig wie möglich mit dem Sammeln anfangen. Ich habe ungefähr ein halbes Jahr Zeit, um einigermaßen bekannt zu werden, bevor es in die heiße Phase geht, aber 6 Monate können auch verdammt schnell rum sein.

Wie macht ihr das? Ist es euch egal, wie viele Menschen eure Geschichten lesen? Habt ihr irgendwo gezielt Werbung gemacht? Wie hilfreich ist es, bspw.  in Foren zu posten (ich hab meinen Geburtsbericht bei eltern.de gepostet und hatte über 150 Aufrufe dadurch, aber keine neuen Follower o.O )? Sind mehr Schlagwörter und viele Kategorien besser? Inwiefern helfen parallel betriebene Twitter-, Flickr-, Tumblr-, Facebook-Accounts? Was sind eure generellen Erfahrungen dazu?

Ich bin für jeden Hinweis und Vorschlag dankbar, auch die ganz absurden sind willkommen.

Nachtrag: Ich habe habe mittlerweile eine Facebook-Seite gleichen Namens eingerichtet. Mal schauen, was das so bringt – außer noch mehr Arbeit 😉

6. Sinn

Dass die Wände unserer Wohnung gelegentlich ein wenig gewöhnungsbedürftig sind, habe ich das eine oder andere Mal bereits erwähnt. Es ist jedenfalls immer eine besondere Herausforderung, Schränke oder Regale aufzuhängen. Bei manchen Schränken bin ich mir denn auch nicht sonderlich sicher, ob sie das Gewicht halten.

Vor einiger Zeit meinte der Glasküchenschrank, dass er genug so unmotiviert in der Gegend herumgehangen hatte und nur noch im letzten Moment konnte ich durch eine Evakuierung des Inhalts einen Absturz verhindern.

Und gerade sitze ich so im Bad auf dem Wannenrand – auf dem Klo wäre natürlich viel poetischer gewesen – und sinniere über neue Blogeinträge, als mir auffällt, dass der Spiegelschrank ein bisschen schräger als normal hängt. Dazu erinnerte ich mich, dass heute nachmittag die Spiegeltür im geöffneten Zustand nicht mehr dort halten wollte, wo sie sollte, sondern langsam wieder zufiel. Sofort schlug ein kleines Männlein in meinem Hinterkopf Alarm.

Ich rief also schnell meinen Mann, wir evakuierten gemeinsam den Inhalt, ich klemmte fix die Stromversorgung ab und wir hoben den Schrank herunter. Wieder mal höchste Eisenbahn. Der Aufhängehaken rechts hatte sich nach unten gedreht, was übrigens ganz leicht ging, da der Dübel samt Haken und Auspolsterung frei in der Wand drehten, und der Schrank lag quasi nur noch auf der Biegung des Hakens. Keine Ahnung, wann der Schrank da runtergerutscht wäre.

Eine kurze Inspektion des Krisengebiets offenbarte jedoch, dass eine erneute Befestigung des Schranks lustig werden könnte. Es gibt bereits jede Menge Bohrlöcher in der Gegend und entweder, wir packen den Schrank so hoch, dass wir uns nur noch ab der Nasenspitze aufwärts im Spiegel sehen können oder wir verlagern die Geschichte nach links oder rechts. Nach links ist irgendwann der mühevoll festgeschraubte Handtuchhalter im Weg und rechts werden wir uns regelmäßig den Kopp an einer Schrankecke rammeln, wenn wir aufs Klo gehen. Von der sowieso zu kurzen Stromanbindung fang ich gar nicht erst an.

Na ja, erst mal eine Nacht drüber schlafen, vielleicht fällt mir morgen etwas dazu ein.

Projektstart

Dem Beginn eines neuen Projekts, einer neuen Aufgabe wohnt immer der Reiz des Unbekannten und Unverbrauchten inne. Niemand kann vorhersagen, wohin die Reise gehen wird, welche Widrigkeiten einem unterwegs begegnen und auf welche Menschen und Geschichten man stoßen wird.

Und um das Thema Reise dreht sich auch mein neues Projekt. Angestachelt durch Libromanies Montagsfrage nach dem Traumjob im Büchergeschäft, dachte ich, wie schön es doch wäre, wenn mich jemand fürs Schreiben bezahlen würde. Nicht so journalismusmäßig, wo man über das schreiben muss, was der Auftraggeber verlangt, sondern individuell, worüber ich erzählen möchte.

Nun finde ich, meinem Narzissmus völlig konträr, mein Leben nicht so wahnsinnig spannend, als dass dafür jemand Geld ausgeben würde, um daran teilhaben zu wollen. Meinen Mann habe ich damals nur mit List und Tücke zur Ehe überreden können und er sucht bis heute einen Ausweg aus unserem Eheknebelvertrag. Alle anderen ertragen mich auf freiwilliger Basis.

Was aber immer geht, sind Kinder, Tiere oder Exotik. Am besten in Kombination. Und so arbeite ich derzeit an einem Projekt, welches Kinder und Exotik verbindet, und vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit, das eine oder andere Tier mit einzustreuen.

Das Blöde an solchen Projekten ist aber, dass man immer in Vorleistung gehen muss, um am Ende irgendeinen Gewinn zu machen. Und weil ich will, dass am Ende auch ein Gewinn heraus springt, sei er noch so klein, bin ich gerade ziemlich beschäftigt. Sollte sich im Ansatz ein Erfolg zeigen, werde ich davon berichten. Bei Misserfolg vermutlich auch, alleine leiden muss ja nicht sein. Was auch immer dabei heraus kommt, es wird eine spannende Erfahrung sein, die mich jetzt, nach 3 Tagen schon vieles gelernt hat.

Hach, bin ich aufgeregt 🙂

Gutmenschen

Wenn sich jemand dafür einsetzt, dass die Welt ein schönerer Ort zum Leben ist, finde ich das eine tolle Sache. Ich selbst versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten, meinen Beitrag zu leisten. Was mich allerdings tierisch aufregt sind Menschen, die immer und jedem Vorhaltungen machen müssen, wie dieser Beitrag auszusehen hat.

Aktuell ist es gerade eine Diskussion auf Facebook. In einer geschlossenen Fußballfangruppe bietet jemand im Auftrag seines Chefs ein Trikot-Set vom einem bestimmten Spieler an, welches dieser zu einem besondern Spiel getragen und sogar signiert hat. Gut, den Preis finde ich jetzt ein wenig happig, aber andererseits bin ich eh nicht die Zielgruppe für solches Merchandising. Ich brauche nicht für jedes Spiel einen Begegnungsschal oder ein mit der Rückennummer meines Lieblingsspielers beflocktes Trikot, mir sind andere Dinge wichtig, ich kann aber auch nachvollziehen, wenn ein Vollblutfan darauf Wert legt.

Der nachfolgende Gesprächsverlauf dreht sich jedoch nicht darum, ob und wer das Trikot haben möchte, sondern vielmehr darum, wie verwerflich es vom Chef doch ist, das Teil einfach so zum Verkauf anzubieten, anstatt es zu versteigern und dem Erlös einer karitativen Einrichtung, konkret einem Kinderhospiz, zugute kommen zu lassen. Sicher ist das eine schöne Idee, aber der zwingende Ton, in dem dies vorgetragen wird, ist unter aller Sau.

Meine Einwände, dass es immer noch die Sache des Chefs ist, was er mit seinem Eigentum macht und ihm niemand Vorhaltungen zu machen braucht, sollte er sich anders entscheiden, passte natürlich genauso wenig ins Weltbild der Gutmenschen. Jetzt wurde ich angefeindet, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte und die armen Kinder würden doch so leiden und überhaupt. Daraufhin meinte ich, dass es jedem frei steht, selber etwas an das Hospiz zu spenden oder dafür zu versteigern lassen. Der Vorschlag war auch wieder total falsch, das einzig gültige war, dass der Chef das Trikot versteigern müsse.

Hier war mir die Diskussion zu blöd und ich bin ausgestiegen. Niemand weiß über die finanziellen Hintergründe des Chefs Bescheid, niemand weiß, ob er gerade in einer Zwangslage ist und sich nur schweren Herzens davon trennt.

Und selbst wenn er den Erlös verjubeln sollte, wer sind wir, darüber zu richten?