6. Sinn

Dass die Wände unserer Wohnung gelegentlich ein wenig gewöhnungsbedürftig sind, habe ich das eine oder andere Mal bereits erwähnt. Es ist jedenfalls immer eine besondere Herausforderung, Schränke oder Regale aufzuhängen. Bei manchen Schränken bin ich mir denn auch nicht sonderlich sicher, ob sie das Gewicht halten.

Vor einiger Zeit meinte der Glasküchenschrank, dass er genug so unmotiviert in der Gegend herumgehangen hatte und nur noch im letzten Moment konnte ich durch eine Evakuierung des Inhalts einen Absturz verhindern.

Und gerade sitze ich so im Bad auf dem Wannenrand – auf dem Klo wäre natürlich viel poetischer gewesen – und sinniere über neue Blogeinträge, als mir auffällt, dass der Spiegelschrank ein bisschen schräger als normal hängt. Dazu erinnerte ich mich, dass heute nachmittag die Spiegeltür im geöffneten Zustand nicht mehr dort halten wollte, wo sie sollte, sondern langsam wieder zufiel. Sofort schlug ein kleines Männlein in meinem Hinterkopf Alarm.

Ich rief also schnell meinen Mann, wir evakuierten gemeinsam den Inhalt, ich klemmte fix die Stromversorgung ab und wir hoben den Schrank herunter. Wieder mal höchste Eisenbahn. Der Aufhängehaken rechts hatte sich nach unten gedreht, was übrigens ganz leicht ging, da der Dübel samt Haken und Auspolsterung frei in der Wand drehten, und der Schrank lag quasi nur noch auf der Biegung des Hakens. Keine Ahnung, wann der Schrank da runtergerutscht wäre.

Eine kurze Inspektion des Krisengebiets offenbarte jedoch, dass eine erneute Befestigung des Schranks lustig werden könnte. Es gibt bereits jede Menge Bohrlöcher in der Gegend und entweder, wir packen den Schrank so hoch, dass wir uns nur noch ab der Nasenspitze aufwärts im Spiegel sehen können oder wir verlagern die Geschichte nach links oder rechts. Nach links ist irgendwann der mühevoll festgeschraubte Handtuchhalter im Weg und rechts werden wir uns regelmäßig den Kopp an einer Schrankecke rammeln, wenn wir aufs Klo gehen. Von der sowieso zu kurzen Stromanbindung fang ich gar nicht erst an.

Na ja, erst mal eine Nacht drüber schlafen, vielleicht fällt mir morgen etwas dazu ein.

3 Kommentare zu “6. Sinn

  1. Mama-I sagt:

    Erstmal alle Bohrlöcher mit Moltofill zu machen?

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