Kleingedrucktes

Es gibt ja so einige Dinge, die einem als werdende Eltern nicht gesagt werden. Manche wie die schlaflosen Nächte und die Schreiattacken werden als bekannt vorausgesetzt. Andere wiederum wie bestialisch stinkende Babywindeln oder das rasante Wachstum werden den Neueltern vorenthalten. Aus gutem Grund, denn sonst würden sich einige Kandidaten das Ganze nochmal überlegen.

Zur letzteren Kategorie zählen auch „andere Eltern“. Bitte nicht falsch verstehen, die meisten Eltern sind nett und rücksichtsvoll, haben nette und rücksichtsvolle Kinder. Es gibt jedoch die „anderen Eltern“, die nicht nett und rücksichtsvoll sind und einem damit das eigene Elternsein vergällen.

Heute war Chinesisches Mondfest in Kindergarten des Großen und alle Eltern waren zu einer Aufführung der Mondfestgeschichte durch die Kinder und anschließendem Picknick eingeladen. Wir kamen pünktlich an, suchten uns ein ruhiges Plätzchen und breiteten unsere Decke auf. Die Aufführung verfolgten wir von einem kleinen Hügel aus, damit wir niemandem im Weg stehen. Die Darbietungen waren fantastisch und ich konnte sogar durch die „anderen Eltern“ hindurch ein paar brauchbare Fotos machen.

Beim Picknick versammelte sich plötzlich ein Haufen „anderer Eltern“ an unserer Decke und beredete völlig belangloses Zeug in einer Lautstärke, die es uns unmöglich machte, wegzuhören. Der Garten der Einrichtung ist riesig groß, es hätte genügend andere Ecken zum Treffen gegeben. So aber mussten sie permanent auf unserer Decke stehen oder auch einfach mal drüber laufen. Wie gesagt, wir hatten uns etwas abseits gesetzt, um genau so etwas zu vermeiden.

Es gab Stationen, an denen Kinder Süßigkeiten gewinnen konnten. Am Glücksrad stellte ich mich mit meinem Kind an und wir warteten geduldig, dass wir an der Reihe sind. Aber immer wieder drängelten sich Kinder und Erwachsene dazwischen. Als ich sie höflich bat, sich doch hinten anzustellen, wurde ich angepampt.

Mein Mann erzählte mir, dass an der anderen Station, wo es Zuckerperlenarmbänder als Belohnung für erfolgreiches Stäbchenessen gab, ein Kind sämtliche dieser Armbänder antatschen musste, während die Mutter daneben stand und es seelenruhig gewähren ließ.

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Später sollten Luftballons in die Luft gelassen werden, damit die Wünsche der Kinder in die Welt getragen werden. Manche Kinder gaben sich aber nicht mit einem Ballon zufrieden, sondern brauchten zwei oder drei, mindestens einem zum Behalten, einem zum Loslassen, welche natürlich von den „anderen Eltern“ beschafft wurden. Wäre das nicht gewesen, hätte jedes Kind und vermutlich jeder Erwachsene einen Ballon haben können. Originalaussage einer „anderen Mutter“: das Kind würde sonst nur weinen.

„Andere Eltern“ schauen mich grundsätzlich immer so an, als hätten sie etwas Übelriechendes unter der Nase, dabei versuche ich durchaus, meine persönliche Hygiene up-to-date zu halten. Ich weiß auch nicht, wie ich mich denen gegenüber verhalten soll. „Andere Eltern“ bringen grundsätzlich AKs mit Gruselnamen hervor.

Wie auch immer, solche Nachmittage bringen mich regelmäßig an meine Grenzen und ich bin heilfroh, dass sie nicht allzu häufig sind.

Ich geh jetzt meinen Kopfschmerz pflegen …

4 Kommentare zu “Kleingedrucktes

  1. Ach, das sind auch die, die einem mit Tragling vor dem Bauch mit ihrem Kiwa fast über den Haufen fahren oder?

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  2. blumenelfe sagt:

    Oh diese Eltern kenne ich auch zu gut, aber es muss auch „doofe“ Menschen geben 😉

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