Kind und Katze

Meine Süße ist derzeit in dem Alter, in dem alle Dinge mit dem Mund angeschaut werden. Sie entdeckt etwas interessantes und schon schießen die Patschhändchen hervor und greifen danach. Liegt das Objekt der Begierde außerhalb der Reichweite, so dreht, windet, schaukelt und manchmal beamt sich sich auch, anders kann ich mir den innerhalb kürzester Zeit überbrückten Abstand zum Zielobjekt nicht erklären, dorthin.

Kaum hat sie das Ding umklammert, steckt es schon im Mund und wird von allen Seiten angelutscht. Am Besten ist das Ding jedoch, wenn da ein Waschzettel dran ist. Da dies wohl eine genetische Sache ist und bei allen Babies vorkommt, gibt es Schnuffeltücher, deren kompletter Rand mit Waschzetteln umkranzt ist.

Jetzt laufen bei uns auch zwei Katzen, leider ohne Waschzettel, weder im Ohr, noch am Schwanz und zum Glück auch nicht am Hintern, durch die Wohnung und alles, was sich bewegt, ist für ein so kleines Kind noch viel interessanter. Übrigens auch für größere Kinder, doch das ist eine andere Geschichte. Manchmal machen die behaarten Vierbeiner allerdings den Fehler und kommen dem Grabschekind – dem kleinen – zu nah. Das tut dann wiederum brav seine Pflicht und grabscht nach Ohr, Schwanz oder Schnurhaar und versucht, sich die Beute in den Mund zu stopfen, was allerdings dadurch erschwert wird, dass Katzen im allgemeinen, und Jeannie im speziellen, zu schwer sind, um einfach so von ihrem momentanen Aufenthaltsort weggezogen werden zu können. Außerdem finden sie das Grabschen gar nicht lustig, denn das Feingefühl eines solchen felllosen Winzlings gleicht eher dem einer Abrissbirne, worauf mich meine felinen Mitbewohner bereits mehrmals durch lautes Maunzen hingewiesen haben.

Das allerdings hält meine Süße nicht davon ab, es immer und immer wieder von Neuem zu probieren, denn nur wenn ein Objekt einmal ordentlich vollgesabbert ist hat man sich satt gesehen und kann sich anderen interessanten Dingen zuwenden.

Ich bin gespannt, wie es wird, denn meine Kleine erstmal krabbeln oder gar laufen kann.

6 Kommentare zu “Kind und Katze

  1. Du erinnerst mich daran, dass ich „Sabberschoner“ für unsere Trage nähen wollte. Wie schafft es so ein kleiner Mensch, so große Stücke Stoff komplett nass zu bekommen????

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  2. Nenu sagt:

    Hihi, danke für den Text. Ich bin mal sehr gespannt, wie das hier laufen wird. Halte eigentlich unsere beiden Katzen für so vorsichtig, dass sie Abstand halten werden, wenn sie nicht angegrabbelt werden wollen.. aber wer weiß. Unsere Flauschprinzessin sabbert vermutlich einfach zurück, wenn sie doch mal erwischt wird. Mich tropft sie ja auch regelmäßig voll.

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    • xayriel sagt:

      Unsere Katzen haben das Problem, dass sie gerne mit mir kuscheln würden, wenn ich mit der Süßen auf dem Arm auf dem Sofa sitze. Also kommen sie zwangsläufig in Kindergreifweite und hoffen einfach aufs Beste 😉

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  3. Steffi sagt:

    Schön geschrieben! Hier wird auch regelmäßig gejauchzt, wenn eine der 2 Katzendamen in Fingerreichweite kommt. Bisher ist das nur auf meinem oder Papas Arm der Fall. (Die Katzen gehen noch nicht so nah an das Baby ran.) Wir versuchen zu verhindern, dass sie den Mund da einsetzt, weil beide Damen sehr haaren können. Aber ich hab schon ein wenig Schiss wie das wird, wenn die Kleine krabbeln kann. 😦

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    • xayriel sagt:

      Wenn es „normale“ Katzen sind, dann erkennen sie, dass es ein Baby ist und lassen es auch bei Fell ausrupfen in Ruhe und suchen lieber das Weite. Bei unnormalen Katzen wie unserer Tierheim-Trinity sieht das schon anders aus. Die latscht hemmungslos über die Kleine drüber, leckt ihr den Kopf ab und wird vermutlich auch ihre Krallen einsetzen, wenn ihr zu dolle am Schwanz gezogen wird.

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