Schimmel II

Wegen des Schimmels hat mein Mann gestern noch die Hausverwaltung angerufen und vereinbart, dass sich zuerst der Hausmeister einen Überblick verschafft und zwar ab 12 Uhr. Um 11:16 Uhr klingelte es bei uns Sturm, aber ich war gerade dabei, die Kleene zu stillen und da renn ich nicht überstürzt zur Tür, schon gar nicht, wenn der vereinbarte Termin erst eine Dreiviertelstunde später ist.

Um 5 nach 12 klingelte es erneut, der Hausmeister wies mich über die Sprechanlage darauf hin, dass der Maler um halb 12 dagewesen sei und niemanden angetroffen habe. Der Maler würde morgen noch mal vorbei schauen, wann wir denn da wären. Ab 12 Uhr, erwiderte ich, jetzt bin ich gespannt, ob der Maler es bis morgen schafft, die Uhr zu lernen.

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Da wir über kurz oder lang nicht in der Wohnung bleiben können, es sei denn, die Hausverwaltung lässt sich etwas besseres einfallen, als einmal im Jahr den Maler vorbei zu schicken, der dann mit Anti-Schimmel-Farbe über den Mist pinselt, habe ich mich direkt auf die Wohnungssuche begeben. Wir möchten gern in diesem Stadtteil bleiben, aber ob wir das hinkriegen, steht in den Sternen. Die Mietpreise sind rasant gestiegen, gleichzeitig sind freie Wohnungen generell eher rar. Nichtsdestotrotz habe ich eine Wohnung gefunden, die auf den ersten Blick recht interessant aussieht. 4 Zimmer Maisonette, 105 qm, warm 90 Euro teurer als unsere jetzige Wohnung, dafür aber auch 10 qm größer.

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Die Wohnung hätte den Vorteil, dass beide Kinder ein eigenes Zimmer hätten, wir hätten zudem 2 Klos (der Große braucht teilweise stundenlang, wenn er erstmal auf dem Thron sitzt) und das Schulproblem wäre auch gleich mit erledigt. Besichtigungstermin ist am Sonnabend, mal schauen, was da rauskommt.

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An der ganzen Sache ist nur das Timing doof. Der Italienurlaub ist gerade so verdaut, die Sache mit dem Auto hängt noch in der Warteschleife, wird aber wohl demnächst wieder aktuell werden, durch den Unfall hat meine Versicherung die Prämien um über 200 Euro erhöht, die Hausverwaltung wird pünktlich zu Weihnachten die Betriebskostenabrechnung verschicken, bei der wir mit über 800 Euro Nachzahlung rechnen und dann noch der Umzug, bei dem allein die Umzugsfirmenkosten 1000 Euro betragen werden, dazu noch Farbe für die alte und die neue Wohnung sowie der obligatorische Kleinkram, der bei jedem Umzug anfällt. Desweiteren fällt noch die Kaution an, aber vielleicht kann man darüber verhandeln, Ratenzahlung oder Stundung, bis wir die Kaution der jetzigen Wohnung wieder kriegen. Reserven haben wir gerade noch für die Nebenkostennachzahlung, alles andere müssen wir schauen, wo wir das her kriegen. Der einzige Lichtblick ist, dass wir ab April wieder mehr Geld zur Verfügung haben werden, so dass der Zeitraum, wo wir richtig zu knabbern haben werden, überschaubar ist.

Die einzelnen Punkte kommen jetzt nicht überraschend, das neue Auto wäre so oder so fällig gewesen, genauso wie irgendwann der Umzug, nur hätte ich es eben gern ein wenig verteilter gehabt und nicht alles so auf einen Schlag.

Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert!

Hinweis zu den Bildern: das ist der aktuelle Stand und nur ein Teil des ganzen Befalls und in den letzten 10 – 14 Tagen so gewachsen. Vorher war da nichts!

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4 Kommentare zu “Schimmel II

  1. Marrce sagt:

    Gab es eine größere Veränderung? Weniger Lüften, etc. Gerade das zweite Bild sieht auf den ersten Blick nach einer konstruktiven Wärmebrücke aus, aber ohne Wandaufbau kann ich da auch nicht viel mehr sagen…

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    • xayriel sagt:

      Naja, als es vor wenigen Wochen etwas kühler wurde, haben wir den sonst im Sommer vorherrschenden permanenten Luftstrom zwischen den beiden ständig angekippten Fenstern in Flur und Küche unterbrochen, indem wir die Fenster tatsächlich geschlossen haben. Dafür haben wir aber auch brav die Heizung eingeschaltet, sonst aber nichts verändert.
      Was ist eine konstruktive Wärmebrücke?
      Die Schimmelflecken befinden sich ausnahmslos an der nordwestlichen Außenwand, alle anderen Räume sind, soweit wir das überschauen können, schimmelfrei.

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      • Marrce sagt:

        Für Schimmel braucht es eine hohe Luftfeuchtigkeit und/oder eine niedrige Oberflächentemperatur. Als Faustregel sind das 12,5° wenn ich mich nicht irre. Die erreicht man bei diesen Temperaturen eigentlich nur, wenn die Wärmedämmung der Außenwand wirklich schlecht oder die Stelle der Wand häufig verstellt ist. Und dagegen hilft normalerweise auch eine Heizung. Woher das kommt kann ich bei diesen Bildern auch nicht sagen, dafür müsste ein Bauphysiker vorbei schauen, aber das ist dann halt die Sache, wenn ihr sowieso ausziehen wollt.
        Gerade beim zweiten Bild ist die Konstruktion nicht gerade berauschend, durch die Ecke kommt da sowieso schon weniger Luft hin und das Fenster ohne Heizung drunter bringt noch einmal zusätzlich die Kälte rein. Das dürfte dann in absehbarer Zeit noch mehr Probleme bringen. Bei der Tür wäre es erklärbar, wenn sie dauernd offen steht und sie dadurch den dahinterliegenden Wandbereich von der Luftströmung abschneidet und er dadurch auskühlt.
        Normalerweise hilft gegen Schimmel nur Lüften, Lüften, Lüften in Verbindung mit Heizen, Heizen, Heizen… Aber beides ist im Winter natürlich unpraktisch. Behelfen könnte man sich eventuell in der Ecke indem man einen Ventilator aufstellt und dort dann wenigstens für die Luftbewegung sorgt, damit die nicht so auskühlt. Und möglichst schauen, dass da nicht so viel Feuchtigkeit rein kommt, also nach dem Duschen Fenster auf und schauen, dass die Feuchtigkeit raus kommt und auch beim Kochen versuchen, dass so wenig Feuchtigkeit wie möglich in die Räume kommt.
        Viel mehr fällt mir auf die Entfernung dazu auch nicht ein, eine andere Wohnung, die vielleicht besser gedämmt ist, ist vermutlich auf lange Sicht die bessere Lösung.

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        • xayriel sagt:

          Danke für die ausführliche Antwort. Wir schauen schon, dass wir viel lüften, gerade beim/nach dem Duschen und Kochen. Der Flurheizkörper ist ca. 5 Meter vom Fenster und der Ecke entfernt. Die Tür ist die Wohnungstür und die ist für gewöhnlich geschlossen 🙂 Direkt gegenüber liegt das Bad, dessen Tür wir allerdings immer offen haben, damit der Badheizkörper ein bißchen Wärme in den Flur abgibt.
          An der Wand mit den Haken hingen die Jacken meines Sohnes, die Fensterecke ist komplett frei und beim dritten Bild steht eine halbhohe Kommode davor.
          Wir heizen, so gut wir können, aber direkt am Fenster kommen wir im Winterhalbjahr nie über 14 Grad, eher darunter bei den von dir erwähnten 12 Grad. Mal schauen, was der Maler morgen sagt, aber letztendlich ist es egal, denn wir werden so schnell wie möglich ausziehen, da ich nicht denke, dass die Hausverwaltung eine dauerhafte Lösung herbeiführen wird. Wir hatten vor einem Jahr bereits darauf hingewiesen, dass der Flurheizkörper für die Raumgröße zu klein ist, man wolle sich kümmern und nachrechnen, aber da ist nie was passiert. Die anderen Wohnungen im Haus haben übrigens Heizkörper unter den Fenstern und soweit ich weiß keinen Schimmel.

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