Chasing Cats

Als versöhnlichen Abschluss des Jahres ein kleines Baby-Update 🙂

Here's to you

Meine Güte wirst du schnell groß.

Du bist doch erst vorgestern in unser Leben gekommen, hast gestern erst das Krabbeln gelernt und heute schon stehst du ohne fremde Hilfe auf und erkundest die Welt eine Etage höher.

DSCN0588 Das allerschönste Weihnachtsgeschenk überhaupt 🙂

Und als wenn das noch nicht genug Aufregung wäre, musst du auch noch den Katzen hinterher jagen. Aber sei vorsichtig, die getigerte Katze fährt gerne mal ihre Krallen aus.

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Das war’s dann?!

Als ich heute meinen WordPress-Jahresrückblick betrachtete, fiel mir auf, dass es zum Ende hin schon rapide abnimmt, was die Veröffentlichung neuer Posts angeht. Es ist nicht so, dass ich nichts mehr zu erzählen hätte oder mich das Bloggen nicht mehr interessiert, ganz im Gegenteil. Der WordPress-Tab ist permanent offen, ich lese alle neuen Beiträge der verfolgten Blogs, hin und wieder kommentiere ich sogar. Und doch gibt es keine neuen Beiträge von mir.

Was vornehmlich daran liegt, dass mir ein wenig die Zeit dazu fehlt und sich zudem in mir immer mehr Angst breit macht.

Obwohl ich stets bemüht bin, mich dem alljährlichen Vorweihnachtsstress zu entziehen, war ich gefühlt permanent auf dem Weihnachtsmarkt oder im Internet unterwegs und habe nach Geschenken gesucht. Große Geschenke fielen dieses Jahr aus bekannten Gründen etwas kleiner aus und mangelnde Kooperation der zu Beschenkenden was Wünsche angeht zwangen mich zu viel mehr Inspiration und Improvisation als die letzten Male. Die Feiertage selbst verbrachten wir bei meinen Eltern. Eine ruhige und entspannte Zeit, entgegen allen Erwartungen 🙂

Kurz vor Weihnachten hatte ich mir in den Kopf gesetzt, einen Harry-Potter-Filmmarathon zu machen und tatsächlich haben wir gestern die beiden letzten Teile geschafft. Zwischendurch war eben Weihnachten, 2x die Haselnüsse und World’s End. Es tat unglaublich gut, mal wieder konzentriert und gemeinsam Filme zu schauen, dass ist im Alltag fast gar nicht mehr drin. Und weil es so gut tat, haben wir uns heute noch den Hobbit im Kino angeguckt. Nacheinander.

Den viel interessanteren Film liefert allerdings derzeit unsere Tochter, die rasant ihre Umgebung erkundet. Seit sie krabbeln kann, gibt es kein Halten, sie jagt Katzen, erkundet sämtliche Ecken, überwindet unsere Kindereckenbarrieren im Wohnzimmer und versucht unaufhörlich, endlich Laufen zu lernen. Das Stehen klappt mittlerweile ganz gut, manchmal sogar für wenige Sekunden freihändig. Dabei kommentiert sie alles, freut sich über jede ihrer Errungenschaften, beklatscht uns oder sich selbst und interagiert generell sehr häufig mit uns. Bei alledem braucht sie aber immer die Rückversicherung der Mama, so dass ich nicht mal für wenige Augenblicke den Raum oder ihren Sichtbereich verlassen darf, da sie sonst sofort zu weinen anfängt. Es macht so unglaublich viel Freude, ihr beim Erforschen zuzuschauen, dass ich manchmal vor Glück platzen könnte.

Womit wir auch schon bei den Ängsten wären. Denn tief in mir drin befürchte ich jede Sekunde, dass dieses Glück wieder vorbei sein könnte. Die letzten zwei oder drei Wochen sind so anders, entspannt, auf angenehme Art ruhig, dass da jeden Moment was passieren MUSS. Es war die letzten Jahre immer so, wenn es uns zu gut ging, dann krachte es kurz darauf.

Ich hab auch schon eine Idee, wo es krachen könnte, denn immerhin steht meiner Süßen Mitte Januar ihre Operation bevor. Es ist kein großer Eingriff, aber die notwendige Vollnarkose macht mir unglaublich Angst, jeden Tag, den der Termin näher kommt, mehr.

Kurz davor habe ich ein Gespräch mit meinem neuen Chef und der ganz großen Chefin auf Arbeit. Vermutlich wird es darum gehen, ab wann ich wieder arbeiten gehe und wie mein Wiedereinstieg aussehen kann. Nix dramatisches, aber führt mir dieser Termin doch sehr deutlich vor Augen, dass meine Zeit zuhause so langsam zu Ende geht. Ich fühle mich hier zuhause sehr wohl, ich habe genügend Aufgaben, um mich den ganzen Tag zu beschäftigen. Ich merke aber auch, dass die letzten Monate nicht spurlos an mir vorüber gegangen sind und habe große Angst, der zusätzlichen Belastung durch die Arbeit nicht gewachsen zu sein. Zumal eben immer noch der unbekannte Faktor des neuen Chefs ist. Sein Vorgänger war der weltbeste Chef, ein echt klasse Typ, aber oft genug stand ich mir mit meiner dämlichen Schüchternheit (dazu liegt noch ein Artikel auf Halde) selbst im Weg, so dass wir zwar gut zusammen gearbeitet haben, aber ich selten ungehemmt im Umgang mit ihm war, was auf die Dauer auch ziemlich belastend ist.

Die Beziehung mit meinem Mann ist auch noch nicht endgültig geklärt. Ich denke zwar, dass wir auf dem Weg der Annäherung sind, doch vermeiden wir beide jegliche Gespräche darüber, beide aus Angst vor unbequemen Wahrheiten und möglichen Konsequenzen. Ich glaube, die Trennung ist mehr oder weniger vom Tisch, aber klare Verhältnisse sehen anders aus. Und diese Ungewissheit zehrt. An den Nerven und den nicht so üppigen Kraftreserven. Ich müsste das Gespräch suchen, aber dann wird aus Ungewissheit und Hoffnung Tatsachen und Realität und davor habe ich auch ordentlich Angst.

Neben all dem verkommen andere Begebenheiten zu reinen Randnotizen. Dass ich drei Wochen lang in mehreren Etappen den Schimmel im Schlafzimmer, der sich hinter den Kleiderschränken auf einer Länge von 4 Metern und bis zu 1,5 Meter hoch an der Außenwand gebildet hat, beseitigt habe. Dass mich mein bester Freund menschlich schwer enttäuscht hat. Dass sich die finanzielle Situation ein wenig entspannt hat, trotz der knapp 1.000 Euro Nebenkostennachzahlung, die wir für die Wohnung für 2013 berappen müssen.
Da war bestimmt noch mehr, aber das hab ich schon wieder vergessen.

Also bleibt derzeit von diesem Jahr neben dem großen Glück der Geburt meiner Tochter jede Menge kleine und großen Dramen, auf die ich im neuen Jahr gerne verzichten kann. Von den vornehmlich traurigen Nachrichten des Weltgeschehens ganz abgesehen.

So bleibt mir nur, auf ein besseres Jahr 2015 zu hoffen und euch allen einen guten Rutsch zu wünschen.

Alles wird gut!

Frohe Festtage

Es ist jedes Jahr dasselbe: Urplötzlich ist wieder Weihnachten!

Ich wünsche allen schöne und besinnliche Festtage, ohne Stress und Streitereien, dafür aber mit Geschenken, über die ihr euch wirklich freuen könnt, eventuell ist sogar der eine oder andere langgehegte und endlich erfüllte Wunsch dabei. Haut ordentlich beim Essen rein, aber nicht zuviel, mit Bauchgrimmen auf der Couch liegen ist auch doof. Schaut euch Drei Haselnüsse für Aschenbrödel an (bspw. heute 20:15 auf einsfestival oder morgen 9:00 auf rbb oder 16:25 auf mdr). Sagt euren Lieben, dass ihr sie gern habt und seid ein weniger nachsichtiger als sonst, wenn durch den Vorweihnachtsstress die Nerven einzelner Familienmitglieder blank liegen, vielleicht sind eine Umarmung und ein herzliches Danke hilfreicher als eine bissige Bemerkung.

Alles wird gut 🙂

Schiebetermin

In dem Prozess, bei dem ich derzeit als Schöffe eingesetzt bin, stand heute ein sogenannter Schiebetermin an. Solche Termine werden immer dann nötig, wenn man den Prozess um mehr als 3 Wochen unterbrechen muss, weil bspw. Zeugen nicht schnell genug herangeschafft werden können oder Experten etwas länger für Gutachten brauchen oder ganz schlicht Terminfindungsschwierigkeiten zwischen den Beteiligten bestehen. Da aber ein Verfahren nicht länger als drei Wochen unterbrochen werden darf, müssen sich eben in schöner Regelmäßigkeit alle Beteiligten vor Gericht einfinden. Und für eine halbe Stunde kriegt man alle eher zusammengetrommelt als für ganztägige Termine.

Um 8:30 Uhr sollte besagter Termin heute stattfinden und wir, also Mann, zwei Kinder und ich, saßen pünktlich um 8 Uhr im Auto. Und pünktlich zu diesem Zeitpunkt fand sich auch die Müllabfuhr bei uns ein. Nun muss man dazu wissen, dass wir in einem kleinen Wohnpark wohnen, wo es nur eine Zufahrt zum hinteren Bereich gibt, wo der Großteil der Autos und eine Hälfte der Mülltonnen steht. Zum problemlosen Wenden gibt es ein schickes Rondell, welches aber fast immer von Fremdfahrzeugen zugeparkt ist. Wir warteten also, bis die Müllmänner die Mülltonnen hinten geleert hatten, dann in den vorderen Bereich übersiedelten, um den Rest zu leeren. Die Jungs machen nur ihren Job, aber heute früh hätte ich gerne darauf verzichtet.

Als der Weg endlich frei war, düste ich gen Gericht und fand zum Glück gleich einen Parkplatz. Die Kinder überließ ich meinem Mann, der eh den Großen im zwei Straßen entfernten Kindergarten abliefern wollte und hechtete los. Etwas außer Atem kam ich 5 Minuten vorm Termin an, wo ich vom Richter und der zweiten Schöffin begrüßt wurde. Da der Richter bei meiner Ankunft in ein vertrauliches Gespräch verwickelt wurde, wurden wir Schöffen gebeten, vor dem Richterzimmer zu warten. Die Schöffin kam auch direkt zur Sache und meinte, dass wir ja eigentlich 15 Minuten vor Beginn da sein sollten und ich die 15 Minuten doch recht großzügig ausgelegt hätte.

Blöde Kuh! Als wenn ich die Müllmänner absichtlich um die Zeit bestellt hätte. Und überhaupt war ich froh, dass wir um 8 Uhr aus dem Haus waren, denn wer schon mal versucht hat, einem 5-jährigen die Grundzüge von Pünktlichkeit zu vermitteln, weiß, wie schwierig das ist, egal, wie viele Pufferzeiten man einbaut. Wenn der Richter was gesagt hätte, ok, aber die?

Na, egal, kurz nach halb Neun betraten wir den Sitzungssaal, wo uns der Verteidiger darauf hinwies, dass sich sein Mandant um wenige Minuten verspäten würde. In der Zwischenzeit unterhielten sich der Richter und der Staatsanwalt über zwei abgeschlossene Langzeitfälle, aber so kryptisch, dass für Außenstehende nix Brauchbares rauszuhören war. Schade.
Mit 10-minütiger Verspätung traf der Angeklagte ein und wir konnten mit dem offiziellen Teil beginnen. Für den heutigen Termin hatte sich der Richter das Verlesen des Auszugs aus dem Bundeszentralregister vorgenommen, also welche Vorstrafen der Beschuldigte bereits vorzuweisen hat (oder eben nicht). Das dauerte nicht lang und schon war die Sitzung wieder geschlossen.

Mein Mann und meine Tochter holten mich vorm Sitzungssaal ab, ich fuhr meinen Mann noch fix auf Arbeit und dann sind wir zwei Mädels ab nach Hause, erstmal ganz in Ruhe frühstücken.

Nächster Termin ist am 5.1., auch wieder ein Schiebetermin. Mal schauen, was da spannendes verlesen wird.

Weichei

Hier, ich! Ein ganz großes sogar.

Als ich vor zwei Monaten bei meinem Zahnarzt zu meiner jährlichen Kontrolle war, schaute dieser etwas besorgt in meinen Mund und meinte, dass da zwei Füllungen nicht mehr so dolle aussehen und demnächst ersetzt werden sollten. Ich nahm diese Aussage ohne größere Regung hin, mein letztes Loch ist um die 15 Jahre her und zudem ist es ja nur ein Tausch, was soll da schon schlimmes passieren.

Außerdem habe ich eine ausreichend lange und intensive Zahnarztgeschichte. Durch einen viel zu kleinen Kiefer haben meine wunderschönen Prachtbeißer nicht mal ansatzweise genug Platz und kaum hatten die bleibenden meine Milchzähne ersetzt, wurden mir 3 davon auch schon wieder gezogen. War aber immer noch ziemlich eng alles und der Platzmangel wurde durch die Weisheitszähne noch verschärft. Also durfte ich drei davon in zwei Operationen, zur dritten und letzten habe ich es aus irgendwelchen Gründen nie geschafft, wieder abgeben. Einen dieser blutigen Zähne habe ich sogar hübsch in Plastik eingeschweißt mit nach Hause bekommen. Begleitet wurden diese ganzen Aktionen von zahllosen Zahnspangen, Behandlungen, Röntgenaufnahmen, Gebissabdrücke, etc. Für ein halbes Jahr oder so war außerhalb (zum Glück) der Schule ein Headgear mein Begleiter.

Alles in allem dauerte die komplette Behandlung um die 20 Jahre und ich konnte es mir einfach nicht erlauben, Angst vorm Zahnarzt zu haben. Und auch heute noch geh ich eher gutgelaunt zu den Terminen, was soll wie gesagt schon passieren.

Bis heute. Furchtlos wie ich war, habe ich mir einen extra langen Termin geben lassen, um beide Füllungen in einem Rutsch erneuern zu lassen. Lächelnd hüpfte ich auf den Behandlungsstuhl, Arzt und Assistentin waren ebenfalls gut drauf. Doch dann wurde ich gefragt, ob ich mit oder ohne Betäubung behandelt werden will.

Betäubung? Bei so was simplen wie einem Füllungstausch? Bei mir, die ich zwei Kinder so auf die Welt gebracht habe? Pah! Die Spritze tut mehr weh als die ganze Prozedur und das sagte ich dem Arzt auch. Er nahm das so hin, meinte aber, ich könne jederzeit Bescheid sagen, falls ich doch das Schmerzmittel haben wollte. Hand heben genügt.

Dann fing er an, die Füllung aus dem Zahn zu klauben und ich zuckte diverse Mal heftigst zusammen. Mei, waren das Schmerzen. War das früher auch so? Er fragte dann, ob ich nicht doch lieber eine Spritze haben möchte. Ich nickte heftig und er betonte, was für ein sanfter Spritzer er sei. Ha!

Die Außenseite hat er auch wirklich fast schmerzlos hinbekommen, die Innenseite jedoch drückte, aber bei weitem nicht so, wie ich es in Erinnerung hatte. Nach kurzer Pause, in der die Betäubung ihre Wirkung entfalten sollte, ging es weiter. Die Reste der Füllung wurden weiter entfernt und es stellte sich heraus, dass unter der kaputten Füllung Kariesbakterien eine ausgiebige Party gefeiert hatten, welche erstmal restlos entfernt wurde. Die Bohrgeräusche an sich sind ja schon fies, aber wenn es dann im ganzen Kopf rumpelt und kreischt, das raubt einem wirklich den letzten Nerv.

Trotzdem ich durch die Spritze keine Schmerzen mehr spürte, merkte ich, wie mein Kreislauf so ein wenig wegkippte. Dazu das Rumpeln und Kreischen, das krampfhafte Offenhalten des Mundes („Können Sie den Mund bitte noch ein bisschen weiter auf machen.“ – „Gnjmnj“ – „Danke.“) sowie eine latent einsetzende Panik (warum auch immer) ließen mich zu einem verkrampften und verängstigten Häuflein Elend auf dem Behandlungsstuhl zusammenrutschen.

Irgendwann war es dann ganz plötzlich vorbei und der Arzt entließ mich mit der Bitte, mir doch für die zweite Füllung einen neuen Termin geben zu lassen. Das hätte auch den Vorteil, dass mein Mund nicht beidseitig betäubt wäre und es war doch alles gar nicht so schlimm, oder?
Doch, war es. Ich hab mehrere Liter Blut und Wasser schwitzend auf dem Stuhl verloren und meine Knie waren sehr wacklig auf dem Heimweg.

Wie hab ich das früher alles ausgehalten? Kann man sich an sowas auch gewöhnen? Oder verweichlicht man im Alter? Jedenfalls bin ich jetzt bei weitem nicht mehr so entspannt vor dem nächsten Termin im Februar. Sanfter Spritzer hin oder her!

Vom Warten und Wissen

Im Nachgang der letzten Untersuchung wegen der Doppelniere meiner Süßen wurde ja festgestellt, dass der Ureterozelenrest sehr auffällig im Ultraschall war und die Vermutung im Raum stand, dass die geschlitzten Stellen wieder zusammengewachsen sind. Um dieses abzuklären, hatten wir heute eine außerplanmäßige Untersuchung in der Uniklinik.

Pünktlich um 7 Uhr wurde ich vom Wecker geweckt und durfte das friedlich neben mir schlummernde Kind sanft dazu überreden, es mir gleich zu tun, was allerdings auf wenig Gegenliebe stieß, was ich aus tiefstem Herzen nachfühlen konnte. Nützt ja aber alles nix und was muss, das muss und kaum eine Dreiviertelstunde später bewegten wir uns mit verquollenen Augen und einigermassen grummlig gen Klinik, wo wir pünktlich um 8 Uhr eintrafen. Die Anmeldung fix hinter uns gebracht und mit Freunden festgestellt, dass die Radiologie, unsere traditionell erste Anlaufstation, so gut wie leer war.

Kaum 10 Minuten später durften wir auch zur Untersuchung, aber was ich da auf dem Ultraschall sah, gefiel mir gar nicht. Es ist schon erstaunlich, wie schnell mal zu einem Experten mutiert, noch vor einem Jahr hab ich bei den Babyultraschalluntersuchungen nur graues Gegrissel auf den Monitoren erkannt, heute sah ich auf Anhieb den erweiterten Harnleiter und den Ureterozelenrest, welcher sich zu einer wunderhübschen Blase ausformte und überhaupt nicht mehr schlaff rumwehte, wie in früheren Untersuchungen. Als dann die zur Absicherung hinzugezogene Chefradiologin meinte, dass der heutige Befund fast haargenau so aussieht wie die vorhergehende Untersuchung, war mir eigentlich schon alles klar.

Ziemlich geknickt tapperte ich dann einige Minuten später mit dem schriftlichen Befund zur Kinderurologie, klopfte an der bekannten Tür und sah einen kleinen gelben Klebezettel „sind in der Radiologie und erst gegen 10 Uhr wieder da“. Kurzer Blick auf die Uhr, was ein Glück, Dreiviertel 9. Also dann eben in die Cafeteria. Dort baute gerade ein Haufen geschwätziger WeiberMädel Tische für die halb 10 beginnende Kinderbastelstunde auf. Dazu hatten sie auch einen CD-Spieler aufgestellt und eine CD mit Weihnachtsliedern eingelegt. Schöne Lieder waren das, alle 5. Nach dem 3. Durchlauf klangen die allerdings nicht mehr so schön. Da halfen auch die sich über Nichtigkeiten unterhaltenden Schwesternschülerinnen, die sich mir gegenüber postiert hatten, nicht viel. Die Mütter der lärmend in meinem Rücken spielenden Chantalls und Kevins machten das Kraut dann auch nimmer fett. Aber alles hat ein Ende und so begab ich mich kurz nach 10 Uhr wieder in die Urologie und wartete.

Kurze Zeit später fanden sich alle von Klinikseite Beteiligten ein und ich durfte ins Sprechzimmer. Die Kleene wurde gewogen, wozu jedoch erst eine Waage aus Hintertupfingen gebracht werden musste. Es stellte sich heraus, dass sie noch genug wiegt, um mit der jetzigen Antibiotikumdosis weiter machen zu können. Die körperliche Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten, ich durfte meine Süße schnell wieder anziehen und mich zum Arzt an den Schreibtisch setzen.

Dort zeigte er mir anhand der Ultraschallbilder, was ich bereits gesehen hatte. Die Ureterozele war ganz prominent und anscheinend gut gefüllt, aber so ganz genau könne man das von außen nicht sagen. Zur Abklärung müsste eine Zystoskopie gemacht werden, unter Vollnarkose und sollte sich dabei herausstellen, dass eine erneute Schlitzung notwendig ist, würde man das dann auch gleich mit machen. Als Termin wurde der 13. Januar festgelegt und wenn alles gut geht, bzw. so bleibt wie jetzt besprochen, dürfen wir direkt von zu Hause zur OP und sparen uns so eine Nacht im Krankenhaus. Allerdings muss das Kindlein diesmal 6 Stunden vor der OP nüchtern bleiben, nicht mehr nur 4, was bestimmte auf große Zustimmung bei selbigen stoßen dürfte. Die Voruntersuchung und die Aufklärungsgespräche finden am 8. Januar statt, sparen uns aber wie erwähnt eine Übernachtung.

Um halb 12 Uhr waren wir wieder zu Hause, wo wir erstmal ausgiebig frühstückten und uns dann noch 3 Stunden aufs Ohr hauten. Diese Krankenhausbesuche schlauchen immer ordentlich, aber wenigstens wissen wir jetzt Bescheid.

Aufreger

Eigentlich sollte hier an dieser Stelle ein Beitrag mit dem Titel „Sprachlos“ erscheinen. Er sollte davon berichten, wie mir in den letzten Tagen die Sprache abhanden gekommen ist, dass mir weder einfällt, was ich an neuen Beiträgen schreiben könnte, noch was ich auf Beiträge meiner lieben BloggerkollegInnen antworten soll. Stattdessen begnüge ich mich mit Likes, um anzuzeigen, dass es mich noch gibt und ich durchaus die Leben der mir liebgewordenen Mitmenschen verfolge.

ABER dann kreuzte doch tatsächlich etwas meinen Weg, dass meine Lebensgeister ein wenig weckte. Und natürlich kam es in Form eines Aufregers daher:

Also nicht der SZ-Beitrag regt mich auf, sondern die Kommentare der Impfgegner, welche den Beitrag haargenau bestätigen.

In diesem Zusammenhang empfehle ich folgende Links:

http://kinderdoc.wordpress.com/2014/03/30/kohle-scheffeln-durchs-impfen/ Hier schlüsselt ein praktizierender und bloggender Kinderarzt, dessen Seite ich uneingeschränkt empfehlen kann, auf, was er an einer stinknormalen Impfung verdient.

http://www.schockfaktor.de/articles/5/besuch-bei-den-impfgegnern Wo ein weder-noch Mensch (also jemand, der weder sämtliche Impfung ablehnt noch strikt befürwortet) sich in die Höhle des Löwen bzw. auf die Facebookseite eingefleischter Impfkritiker begibt und dort einen gut begründeten Pro-Tetanus-Impfung-Kommentar abgibt. Was er dann erlebt, ist exemplarisch für die Impfgegnerschaft, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=TBrIdyOLQxQ&app=desktop Der Titel mag irreführend sein, aber die Dokumentation versucht, beide Seiten des Impfens zu beleuchten. Besonders beeindruckend finde ich die Aussage der Psychologin gegen Ende des Videos, welche mir sehr aus dem Herzen spricht.

Vor wenigen Tagen klagte ein Bekannter einer Freundin bei Facebook, wo besagte Freundin einen Pro-Impfen-Link gepostet hatte, wie schwer er es hätte, sich gegen die übermächtig in Anzahl und „Argumenten“ erscheinenden Impfgegner in seinem Freundeskreis zu behaupten. Ich finde dies äußerst bedenklich, denn tatsächlich sehe ich ganz selten Für-Impfen-Links (es sei denn, ich poste sie selbst). Dementgegen stehen jedoch unzählige Gegnerseiten, die nicht müde werden mit posten. Fast habe ich den Eindruck, dass am lautesten Schreien auch am wirkungsvollsten ist.

Bitte impft. Euch, euren Kindern und euren Mitmenschen zuliebe!

Alles auf Anfang

Manchmal, wenn ich einen Film anschaue und dieser dann eine unerwartete Wendung nimmt, denke ich mir, ach komm, hört doch auf, das Leben funktioniert niemals so, ihr wollt doch jetzt nur unnötig die Spannung hoch halten, weil ihr noch 10 Minuten Sendezeit übrig habt. Doof nur, wenn dann das wahreechte Leben dann genau solche billigen Wendungen vollführt.

Setzt sich also mein Mann gestern wieder an den Tisch, genauso wie vor zwei Wochen, knetet dabei seine Hände und schaut recht verzweifelt auf die Tischplatte. Haargenauso wie vor zwei Wochen. Ich spiele also wieder meine Rolle als Stichwortgeber und frage, was denn los ist. Er meint nur, später, wenn die Kinder schlafen. Großartig, darf ich mir also wieder nen Kopp darüber machen, was denn jetzt noch kommen möge, was es denn diesmal für eine Katastrophe sei.

Nachdem dann der Große im Bett ist, setzt sich mein Mann neben mich auf die Couch und sagt mit leiser Stimme, dass das alles doof ist und er doch lieber bei seiner Familie bleiben würde und nicht mehr weggehen will. Ganz großes Kino. Ich hatte mich gerade gedanklich soweit in meinem neuen Leben eingerichtet, dass ich Pläne für eine Post-Marriage-Era geschmiedet habe, hatte mich emotional soweit gelöst bzw. wieder gefangen, um auf eigenen Füßen zu stehen, und jetzt kommt dieser (sorry) Idiot an und will nun doch weiter machen?

Was mach ich denn jetzt?

Soll ich den Typ einfach so zurück nehmen? Oder ihn, so wie er es geplant hatte, vor die Tür setzen?

So auf die Schnelle fiel mir nichts Gescheites ein. Dass unsere Beziehung einige Probleme hat, ist jetzt nichts Neues, denn so ganz aus dem Nichts kommen dann zwei Kurzzeittrennungen auch wieder nicht. (Kurze Anmerkung: ich hatte mich vor 2,5 Jahren für 3 Monate getrennt, aus mehr oder weniger den gleichen Gründen, die er jetzt angab.)

Ich habe gestern folgende Bedingung gestellt. Jeder von uns schreibt bis Weihnachten für sich auf, was seine persönlichen Ziele im Leben sind, was er noch vom Leben erwartet, wo er mal hin möchte und wie er sich das zukünftige familiäre Zusammenleben vorstellt. Dabei ist es völlig egal, wie absurd oder unmöglich diese Wünsche sind, es soll alles aufgeschrieben werden. Zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn der Große Urlaub bei den Großeltern macht, setzen wir uns intensiv zusammen und reden darüber und über alles andere, was uns noch so einfällt.
Bis dahin hat sich hoffentlich jeder soweit sortiert, dass man vernünftig, in Ruhe und ohne verletzte Gefühle darüber reden kann.

Und dann schauen wir mal, wo wir so stehen und ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann.

Wenigstens ist jetzt erstmal die Anspannung raus und der Eiertanz hat vorerst aufgehört. Das fand ich mit jedem Tag anstrengender und nerviger und ich hatte ehrlich keine Ahnung, wie lange ich das noch durchgehalten hätte. Und auch das Weihnachten bei meinen Eltern hat seinen Schrecken verloren.

Ich finde es übrigens eine starke Leistung von meinem Mann, zuzugeben, dass er sich geirrt hat, dass er seinen Stolz heruntergeschluckt hat. Ich kenne zu viele Beispiele, wo der Stolz oder das Ego stärker war. Die meisten ehelichen Rosenkriege oder eskalierten Nachbarschaftsstreitereien beginnen so.

Beim Gute-Nacht-Kuss gestern, so flüchtig er auch war, hatte ich so ein leichtes Kribbeln im Bauch. Darauf kann man doch aufbauen, oder?