Bewerbungen bisher

Ich wollte bei den derzeitigen Bewerbungen ja ein wenig mutiger sein und bislang haben es folgende Aufhänger in die Anschreiben geschafft:

  • „Pflaster drauf und pusten“ – für ein Medizintechnikunternehmen
  • „den Stier bei den Hörnern packen“ – für einen Spezialwerkzeughersteller, der offensiv mit einem Bullen auf der Unternehmensseite wirbt
  • „völlig elektrisiert“ und „mit Spannung“ – für ein Energieunternehmen

Was mich mal wieder völlig nervt, ist dieser unsägliche Gehaltspoker. Seit ich ins Berufsleben eingestiegen bin, hat sich mein Gehalt immer im gleichen Rahmen bewegt, +- 500€. Das kann es doch irgendwie auch nicht sein, ich habe heute wesentlich mehr Erfahrungen und Zertifikate als direkt nach dem Studium. Gebe ich meine Gehaltsvorstellung jedoch zu niedrig an, wird sich dieser Zustand nie ändern, gehe ich zu hoch rein, fliege ich womöglich wegen zu teuer aus dem Bewerberpool. Dabei hat doch jedes Unternehmen eine Vorstellung, was ihm die Leistung eines neuen Mitarbeiters wert ist. Warum geben sie das nicht an und der Bewerber entscheidet, ob ihm das genug ist. Verhandeln kann man dann ja immer noch. Außerdem diese deutsche Unsitte, bloß nicht über sein Gehalt zu reden. Man könnte sich soviel besser orientieren, was man selber auf dem Markt wert ist. Und dann würden Frauen, die ja eh immer ein wenig zurückhaltender sind, weil wegen der Kinder und so, auch mal ansatzweise die Chance auf Gleichbezahlung haben.

Dann meinte die Personalerin von der DIS-AG, ich solle doch meine beiden Kinder in den Lebenslauf aufnehmen, weil die anderen Personaler dann im Allgemeinen davon ausgehen, meine Familienplanung wäre abgeschlossen, vor allem bei meinem Alter. Bislang habe ich das immer weggelassen, weil Kinder für mich und meine Arbeit nur nebensächlich sind, da sich im Krankheitsfall mein Mann darum kümmert, weil er den flexibleren Job und die besseren Möglichkeiten für Home Office hat. Geben Männer in ihren Bewerbungen die Zahl ihrer Kinder an? Wenn ja, wäre das ebenso ein Einstellungshinderungsgrund wie bei Frauen?
Jetzt bin ich gespannt, wie gut die Kinder ankommen.

Aktuell sind 3 Bewerbungen raus. Bei einer an sich gut passenden Stelle habe ich Kontakt zu meiner Vermittlerin bei der DIS aufgenommen, welche für die Position zuständig ist. Eine Stelle wäre bei einem früheren Arbeitgeber und eine bei Randstad und bei beiden ziere ich mich noch ein wenig.
Bleibt als positive Erkenntnis der ersten Runde: Es ist also nicht komplette Ebbe auf dem Stellenmarkt.

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4 Kommentare zu “Bewerbungen bisher

  1. Mama-I sagt:

    Finde ich sehr originell und faellt sicher auf, mit den Wortspielen. Mich wuerde interessieren, in welchem Zusammenhang Du „Pflaster drauf und pusten“ verwendet hast.

    Das mit den Gehaltsvorstellungen sehe ich so wie Du. Wer weiß schon, was sich der Arbeitgeber so in etwa vorstellt. Man laeuft dann ja immer Gefahr, zu hoch oder zu niedrig zu pokern (auch dann fliegt man ja vielleicht raus, weil man seine Arbeitskraft als so wenig wertvoll einordnet- kann man ja auch so auslegen!). Zum Glück habe ich zur Zeit ja wegen Selbstständigkeit nicht solche Sorgen, kriege das von meiner Frau aber mit, die führt regelmäßig Einstellungs (-oder auch nicht Einstellungs)Gespräche.

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    • xayriel sagt:

      „Sehr geehrte Frau XY,
      mit „Pflaster drauf und pusten“ ist es in der heutigen hochtechnisierten Medizinwelt schon lange nicht mehr getan.“
      Danach folgt dann der übliche Rest des Anschreibens.

      Wenn ich eine gescheite Idee hätte, würde ich mich auch selbstständig machen, nur, um mir diese doofen Bewerbungsgespräche und -schreiben zu sparen.

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  2. weitwiedasmeer sagt:

    Hallo, also ich finde die Slogans grundsätzlich gut! Hmm ich erinnere mich an mein letztes Bewerbungsgespräch als Art Directorin… schwieriges Eis…wobei ich gessgt habe was ist Ihnen meine Arbeit wert? Anhand meiner Referenzen, dann hab ich 3 Tage Probe gearbeitet – nie so schlecht 😀

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    • xayriel sagt:

      Ich bin Wirtschaftsinformatikerin, so modern der Beruf ist, so konservativ sind da die Bewerbungen. Probearbeiten bringt da auch eher wenig, da Konstanz und langfristige Planung Kernthemen sind und das lässt sich in 3 Tagen eher schwierig simulieren 😉
      Was ich außerdem schwierig finde, ist die Bewerbungshöhe, also wie mutig darf man sich und seine Fähigkeiten einschätzen und bringt es etwas, sich auf Teamleiter- oder Abteilungsleiterpositionen zu bewerben, wenn man „nur“ erste Führungserfahrungen hat. Andererseits hat ja jeder mal klein angefangen.

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