Arztwechsel

So an und für sich bin ich eine treue Socke und wenn ich mich mal für etwas oder jemanden entschieden habe, dann bleibe ich fast immer dabei. Es sei denn, das- oder derjenige ist nicht mehr verfügbar oder hat mich schwer enttäuscht.

So wie mein Hausarzt letztens. Ich komme schlicht nicht über die Tatsache hinweg, dass er mich einfach ausgelacht hat, als ich mich mit meinen Sorgen und Nöten vertrauensvoll an ihn gewandt habe. Hätte er es bei ein paar beschwichtigenden, vielleicht auch relativierenden Worten belassen, hätte ich noch darüber hinweg sehen können. Aber einen Patienten auslachen geht echt gar nicht, mein gekränktes Ego hin oder her.

Nun ist es aber so, dass ich seit über drei Wochen einen echt ekligen, hartnäckigen Husten habe, der mich fast rund um die Uhr plagt. Morgens und vorm Einschlafen ist es am Schlimmsten, da krampft mein ganzer Körper. Richtig schlafen kann ich deswegen auch nicht, ich werde viel wach und habe sofort einen neuen Hustenanfall. Tagsüber sind die Anfälle seltener, aber trotzdem sehr nervig, vor allem wenn ich versuche, mich auf meine Prüfung vorzubereiten. (Zum Glück habe ich da keinen Termindruck, ich sollte sie nur bis irgendwann Ende September machen, vermutlich ginge aber auch noch später.)

Der normale Mensch würde zum Arzt gehen und das abchecken lassen, kann ja alles Mögliche sein. Auf jeden Fall kann der Arzt ein paar erleichternde Medikamente verschreiben oder sowas. Doch jedes Mal, wenn ich mir vorstellte, zum Arzt zu gehen, sah ich nur wieder meinen lachenden Hausarzt vor mir, der mir sagt, ich solle mich nicht so anstellen, ist doch nur’n Husten. Als wenn ich mich anstellen würde, wenn ich kurz vorm Ersticken bin. Als wenn ich mir die Schmerzen nur einbilden würde, gegen die auch eine volle Dröhnung Paracetamol nicht hilft, weil sämtliche Rippen und Muskeln weh tun durch die Attacken.

So kann es irgendwie nicht weiter gehen und deswegen werde ich morgen zu einem neuen Arzt gehen, eine Ärztin diesmal, zwei Straßen weiter. Mehr wie auslachen kann sie mich auch nicht und falls sie das tut, gibt es noch 10 andere im Umkreis von einem Kilometer. Darunter wird bestimmt einer sein, der seine Patienten ernst nimmt, auch wenn sie mit scheinbar seltsamen Anliegen bei ihm aufschlagen.

Ich werde berichten …

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2 Kommentare zu “Arztwechsel

  1. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man als Patient auch „Kunde“ ist. Ich drücke dir die Daumen, dass die neue Ärztin dich ernst nimmt!

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  2. Ich schließe mich an und manchmal ist ein Wechsel auch gut… Gruß Christine

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