Neuanfang, mal wieder

Heute kam der Große nach knapp 1,5 Wochen Großelternurlaub nach Hause und ich hatte mir ganz fest vorgenommen, nach meinen riesigen Gewissensbissen der letzten Zeit ihm wenigstens einen schönen Empfang zu bereiten.

Er kam zum Glück als Erster die Treppe hoch und so konnte er sich ungestört in meine Arme werfen. Ich glaube, er war ein wenig überrascht, als ich sagte, es ist schön, dass er wieder da ist. Verdutzt hielt er mir die riesige Dose Plätzchen hin, welche er mit der Oma gebacken hatte. Der Großteil des Nachmittags waren die Großeltern noch bei uns und kümmerten sich abwechselnd um ihn, während ich mich um das neue Handy seiner Oma kümmerte und mein Mann sich um den Laptop seines Opas.

Als die Großeltern weg waren, fing das übliche Gerangel zwischen den Geschwistern an, die Süße malträtierte den Großen, der Rabauke jagte seine Schwester durch die Wohnung, beide verdrückten Unmengen Kekse und fabrizierten dabei tonnenweise Krümel und der Lautstärkepegel war gewohnt enorm. Bis sich mein Mann mit seinem Sohn in sein Zimmer zurück zog, um ungestört die Mathehausaufgaben zu erledigen, die wir während der Ferien völlig vergessen hatten. Die Kleene jagte ersatzweise den Katzen nach, was wesentlich weniger lärmintensiv ist, es sei denn, eine der Katzen kann nicht schnell genug fliehen und fährt stattdessen die Krallen aus.

Das Abendbrot ging auch recht gut über die Bühne und dann kam der kritische Moment, wo der Große ins Bett soll. In der Vergangenheit war das der Zeitpunkt, wo er ein lautes Gejammer anfing, wie sehr er doch die Großeltern vermisse und wieder dorthin zurück will und nichts konnte ihn trösten.

Heute gab es kein Gejammer. Er kam auf mich zu, und bevor er sein übliches Gute-Nacht-Sprüchlein aufsagte, fragte er mich, ob ich ihn vermisste habe. Ich erwiderte, dass ich ihn ganz sehr vermisst habe, er mir sehr gefehlt hat und ich mich auf ihn gefreut habe. Er gab mir spontan einen riesen Knutscher auf die Wange und dann folgte das Sprüchlein. („Morgen früh bin ich ein Stücken größer, ein Stückchen stärker und ganz viel lieber und ein bisschen älter.“ – „Gute Nacht, schlaf schön, träum was süßes, ich liebe dich.“ – „Gute Nacht, schlaf schön, träum was süßes, ich liebe dich.“) Kein Weinen nach den Großeltern, kein Gezeter, dass er ins Bett muss.

Immerhin ein Anfang. Mal schauen, wie es im Alltag weiter geht.

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Ein Kommentar zu “Neuanfang, mal wieder

  1. viel glück und weiterhin harmonischen familientrubel…die zeit vergeht so schnell….

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