2016!

Letzter Tag des Jahres, da darf der Rückblick nicht fehlen. Weltpolitisch war das vergangene Jahr eher katastrophal, ebenso was die Promi-Überlebensrate anging. Aber so im Kleinen, im Persönlichen war das Jahr ganz gut. Zumindest gab es schon wesentlich schlimmere Jahre.

Allerdings wurde – mal wieder – das gesunde neue Jahr schnell ad acta gelegt, als ich mir das Steißbein brach. Es war recht schmerzhaft, heilte aber ganz gut.
Generell war das Jahr von Krankheiten geprägt, gefühlt war ständig einer von uns krank. Die Kindkranktage für die Kleene hatten mein Mann und ich bereits im Frühjahr aufgebraucht, der Große zog dann mit seinem Schienbeinbruch im Herbst nach. Der Krankenhausaufenthalt mit der Kleenen im August schlauchte wie üblich. Im Oktober/November war ich mehr oder weniger 3 Wochen am Stück krank mit Magen-Darm, Lumboischialgie und Angina, fein säuberlich hintereinander.

Genau zu jenem Zeitpunkt, als ich meine neue Stelle als Lizenzmanagerin antrat. Super Timing, aber was willste machen. Getoppt wurde das Ganze nur vom vereinten Kranksein der gesamten Familie zu Weihnachten und zumindest ich werde den Rotz mit ins neue Jahr schleppen. Da das aber zum Glück alles nichts wirklich Ernsthaftes war und ist, beklag ich mich nicht darüber, solange genügend Paracetamol im Haus ist!

Was mir dieses Jahr richtig zu schaffen machte, war das Zeitmanagement. Als Vollzeit arbeitende Mutter mit einem Kind, das zweimal die Woche zum Training muss, wenn das Training bereits um 16:30 Uhr anfängt ist ein bisschen wie Jonglieren mit laufenden Kettensägen. Zwei Tage die Woche konnte ich jeweils eine Stunde länger arbeiten, trotzdem verbrauchen die Trainingstage 1,5 Stunden von meinem Zeitkonto. Ich balancierte so gut es ging um die Null Stunden auf meinem Gleitzeitkonto, rutschte jedoch auch mehrmals ordentlich ins Minus.

Genau wie mein Bankkonto. Anfang des Jahres war es finanziell echt verheerend. Der Kinderzimmerumbau vom Großen hat ein großes Loch gerissen, auch wenn es sich gelohnt hat und dringend nötig war. Der Urlaub war ebenso nötig, doch nicht sonderlich zuträglich für den Kontostand. Besser wurde es erst gegen Ende des Jahres, als wir die Nachzahlung von der Steuer und das Guthaben der Nebenkostenabrechnung ausbezahlt bekamen.

Zwischenmenschlich war 2016 eher ruhig, wofür ich sehr sehr dankbar bin. Das Verhältnis zu meinem Mann hat sich soweit stabilisiert. Die Beziehung zum Großen ist wesentlich besser, fast freundschaftlich geworden. Die Kleene ist supersüß, wenn sie nicht rumzickt und immer noch superkuschlig.

Wir hatten einen tollen, wunderbaren, erholsamen, stressfreien Urlaub, der uns allen sehr gut tat. Wir überstanden alle Feiertage unbeschadet, yay.

Bis auf den wenig betrauerten Tod des Schwiegervaters gab es keine Verluste in der Familie und auch dafür bin ich sehr sehr dankbar.

Zusammenfassend war 2016 ein ruhiges Jahr ohne große Ausschläge, weder nach oben noch nach unten. Dies lässt sich auch gut im Blog nachvollziehen, wo es viele philosophische, nachdenkliche Beiträge gibt, für die ich nur Muße habe, wenn keine drängenden Probleme anstehen.

Ausblick auf 2017:
Am Thema Finanzen wird sich nächstes Jahr nicht viel ändern. Im März steht der Kinderzimmerumbau für die Kleene an, dessen voraussichtliche Kosten sich nach derzeitigem Stand auf um die 1.000€ bewegen wird. Dazu kommen immer noch die Raten fürs Auto, welches erst Ende 2017 abbezahlt sein wird. Dennoch wird es wieder einen Urlaub geben, das Ziel ist aktuell noch unklar, eventuell Polen oder Dänemark. Zwischenmenschlich bleibt es hoffentlich so, wie es ist. Und weiter gebloggt wird hier auch 🙂

Bleibt mir nur noch, euch allen einen guten Rutsch und ein fantastisches, gesundes, glückliches, entspanntes neues Jahr zu wünschen!

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Wie ich aus Versehen freiwillig Lizenzmanagerin wurde

Aber was ist schon freiwillig? Jedenfalls war es nicht so, dass alle Mitarbeiter in einer Linie aufgestellt wurden, dann jemand fragte, ob es Freiwillige gibt und ich in bester Katniss-Manier nach vorne stürmte.

Vielmehr war die Ausgangslage so, dass das Thema Lizenzen bisher im Unternehmen nebenbei erledigt wurde. Es gab einen Mitarbeiter im IT-Service, der ganz viele Scheine von Microsoft hatte und vorgab, sich gut mit Lizenzierung im Allgemeinen und Speziellen auszukennen. Da er aber nicht als Lizenzmanager eingesetzt wurde, konnte  er die anfallenden Aufgaben nur nebenbei erledigen. Irgendwann fiel dem obersten Management auf, dass eine solche Konstellation eher suboptimal ist und spätestens, als Microsoft ankündigte, jetzt mal genauer auf unsere eingesetzte Software und die dazugehörigen Lizenzen schauen zu wollen, wurde jener Mitarbeiter offiziell zum Lizenzmanager ernannt, bekam den Titel aufs Visitenkärtchen gedruckt und durfte einen Großteil seiner Arbeitszeit mit dem Thema verbringen.

Was er dann auch tat. Manchmal. Wenn er Lust hatte. Oder gerade ein wichtiger Termin anstand.

Weil das nicht so häufig vor kam und derjenige generell mit der Gesamtsituation höchst unzufrieden war, hat er im Herbst gekündigt. Seit diesem Zeitpunkt suchte die Firma verzweifelt einen Nachfolger, denn die Lizenzprüfung hatte wesentliche Lücken offenbart, die dringend geschlossen werden sollten.

Nur meldete sich niemand auf die Stellenanzeige. Nun könnte das auf den vorherrschenden Fachkräftemangel geschoben werden. Oder auf das eher schwierige Thema an sich. Oder aber darauf, dass hier grundsätzlich nur befristete Verträge angeboten werden und das Einstiegsgehalt eher unterdurchschnittlich ist. Aber ich glaube, dass die letzte Begründung unwahrscheinlich ist.

Als sich abzeichnete, dass es keine aussichtsreichen Bewerber gibt, fragte ich meinen Chef, was denn ein Lizenzmanager können muss. Er zählte verschiedene Punkte auf, wie verstehendes Lesen, technisches Hintergrundwissen und Kreativität. Ich meinte scherzhaft, dann könnte ich das ja machen, nur hatte mein Chef den Witz nicht verstanden und mich dem oberen Management vorgeschlagen.

Mangels Alternativen bekam ich Anfang November den Lizenzhut aufgesetzt und darf mich seitdem mit diesem Thema auseinandersetzen.

Nach der langen Zeit des Darbens wurde meine Ernennung wie eine Verheißung aufgenommen und alle Probleme und Fragen, die sich in der Vergangenheit aufgestaut hatten, wurden postwendend auf meinen Tisch geknallt. Zu einem Zeitpunkt, wo ich gerade mal wusste, wie man Lizenz buchstabiert.

Die meisten Kollegen musste ich vertrösten, da ein einzelnes Thema oberste Priorität hat. Im Frühjahr läuft nämlich unser toller EA-Vertrag aus und die Geschäftsführung muss eine qualifizierte Entscheidung treffen, wie weiter verfahren werden soll. Da das Thema Lizenzen bei Microsoft durchaus komplex ist, muss man jede Menge lesen.

Zur besseren Vorbereitung wurde mir ein Weiterbildungskurs gesponsert und seit Kurzem darf ich mich Certified Microsoft Licensing Professional nennen.

Mit diesem Wissen ausgestattet, widmete ich mich unserem bestehenden Vertrag mit Mircosoft, weil Microsoft bei der Prüfung im Sommer eine Lücke zwischen gekauften und eingesetzten Lizenzen gefunden hatte, die erhebliche finanzielle Kosten nach sich ziehen würde, wenn sie denn durchgesetzt werden könnte.

Nach meinem rudimentären Rechtsverständnis ist die entsprechende Passage in unserem Vertrag so schwammig formuliert, dass man sie je nach Blickwinkel so oder so auslegen kann. Beim Vertragsstudium entdeckte ich allerdings einen anderen, bis dahin geflissentlich von allen Seiten übersehenen Passus, der uns richtig viel Geld kosten könnte. Beide Erkenntnisse meldete ich umgehend meinem Chef, der dies ebenso umgehend durch einen externen Berater bestätigen ließ und zur Geschäftsführung weiter meldete.

Da ich erst am Thema Microsoft weiter arbeiten kann, wenn diverse Entscheidungen von der Geschäftsführung getroffen worden sind, konnte ich mich den restlichen Problemen zuwenden.

Eines davon war die Überprüfung der korrekten Lizenzierung eines bereits seit einem Dreiviertel Jahr im Einsatz befindlichen Oracle-Servers. Völlig anderes Thema, völlig neue Bedingungen, jede Menge Fallstricke. Aber mein Vorgänger hatte sich da auch schon umfangreich eingebracht, weswegen ich zunächst verwirrt war, warum ich das alles nochmals prüfen sollte.

Nun gut, ich arbeitete mich in die Thematik ein, durchforstete Internetseiten und Foren, las unseren Vertrag und das Kleindgedruckte und siehe, die Kollegen hatten Recht mit ihrer Vermutung, die Lizenzierung war in der Tat nicht korrekt. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände wurde statt eines Servers mit einem 4-Kern-Prozessor ein Server mit einem 10-Kern-Prozessor bestellt, bezahlt, geliefert, eingebaut, umgebaut, installiert, nochmals installiert und mit der Datenbank bestückt, ohne dass irgendjemandem diese Diskrepanz aufgefallen wäre. Obwohl immer und immer wieder betont wurde, dass es nur 4 Kerne sein dürfen.

Ich sollte nun herausfinden, wer denn der Schuldige in dieser ganzen Kette ist. Zum Glück ist der Fall über ein Jahr her und zwei Drittel der Beteiligten sind nicht mehr im Unternehmen.

Und ich sollte eine Lösung finden, wie wir schnellstmöglich eine saubere Lizenzierung hinbekommen. Der wohl preiswerteste Vorschlag ist, den bösen Prozessor durch einen guten zu ersetzen, der auf das vorhandene Mainboard passt und unseren Supportvertrag nicht gefährdet. Anderswo nennt man das die Quadratur des Kreises, bei uns Alltag.

Weil ich meine ganzen Erkenntnisse fein säuberlich in unserem Ticketsystem kommentiert habe, fühlte sich die Beschaffungsabteilung angepisst, weil diese aus meiner neutralen Formulierung, in der keinerlei Schuldzuweisung stattfindet, herausliest, dass die Beschaffung Schuld wäre. Daraufhin machten die eine große Welle und eskalierten das Thema an meinen Chef, weil ich – Achtung, kein Witz – 5 Minuten lang nicht per Telefon zu erreichen gewesen wäre. Sie wollten mich anrufen, um die Formulierung zu klären, wählten zweimal meine Nummer, drückten mir einen Rückruf rein und als ich 3 Minuten später anrief, war das Ding schon eskaliert.

So sieht gute Zusammenarbeit aus!

Dass der Fall, in dem ich um Angebote für den 4-Kern-Prozessor gebeten habe, seit Tagen in Kritischem Status unbearbeitet bei denen rumliegt und ich nicht direkt ein Fass aufmache, scheint den Kollegen entgangen zu sein.

Wie auch immer, ich hoffe, dass die anderen Kollegen, die mir ihre Lizenzangelegenheiten auf den Tisch gelegt haben, kooperativer und netter sind, auch wenn ich sie immer mal wieder vertrösten muss. So schnell kann ich mich nicht in SemTalk-, NetApp-, JIRA-, FastViewer- oder VMware-Lizenzbestimmungen einlesen. Und ich möchte gerne die Falschaussagen und beinahe-Katastrophen meines Vorgängers vermeiden.

Denn so ganz grundsätzlich macht mir der Job schon Laune, auch wenn es eben manchmal anstrengend ist!

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Spuren von Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen. Und GIFs 😉

Nur mal kurz

Gestern war ein echt anstrengender Tag auf Arbeit. (Warumwiesoweshalb werde ich eventuell später in einem Artikel verraten.) Zum Feierabend wollte ich eigentlich nur noch nach Hause und auf die Couch fallen, die Ruhe genießen, bis der Rest der Familie ebenfalls heim kommt. Doch eine Kollegin hatte vor zwei Tagen erwähnt, dass es was ganz Tolles in einem der Familienklamottenläden gibt, also wollte ich nur mal kurz dahin. Zum Glück ist eine Filiale der Kette nebenan in unserem kleinen Einkaufscenter und anstatt auf die Couch, wankte ich in den Laden. Natürlich gab es dieses Tolle nicht mehr, aber dafür waren gerade andere Sachen im Angebot, von denen ich zwei Stück erwählte. Artig stellte ich mich hinter die Frau, die bereits an der Kasse wartete. Die einzige Verkäuferin beriet lautstark eine Kundin, die sich nicht entscheiden konnte. Sie wanderten von Regal zu Regal und die Verkäuferin pries einen Artikel nach dem anderen an, erklärte ausführlich die Vorzüge des Produkts und empfahl Alternativen. Die Kundin fand jedoch immer etwas, das ihr nicht passte. Die wartende Frau vor mir und ich wurden langsam ungeduldig, da wir unsere Lebenszeit doch gerne mit anderen Dingen zubringen wollten, als dieser Schnepfe beim Unschlüssigsein zuzuhören.

Nach langen zehn Minuten hatte sich die Kundin entschieden, die Verkäuferin stürmte zur Kasse und die Schnepfe stellte sich direkt vor mich. Weil mir echt der Nerv fehlte, deswegen jetzt noch eine Diskussion vom Zaun zu brechen, ließ ich sie gewähren.

Schwerer Fehler.

Während die an vorderster Stelle bar zahlte, musste Schnepflein natürlich mit Karte zahlen und vertippte sich prompt bei der PIN-Eingabe. Die Verkäuferin reagierte sehr freundlich und verständnisvoll, zeigte, wie man die Eingabe korrigierte und startete nach der trotzdem fehlerhaften Eingabe den Zahlvorgang neu. Die Schnepfin entschuldigte sich wortreich, dass sie gerade erst die Bank gewechselt hätte und da eine neue Karte mit neuer PIN bekomme habe und die sich nicht merken könne. Wenn sie aber jetzt fix ihr Handy rauskrame …

Während sie sich sämtliche Zähne lockerquatschte, wurde ich immer verzweifelter. Ich bedauerte, nicht doch die Couch genommen zu haben. Endlich war ich dran und 30 Sekunden später auch abgefertigt, während die Schnepfe immer noch dabei war, ihre zwei gerade gekauften Sachen in ihrer überdimensionalen Einkaufstasche zu verstauen, immer noch was vom Bankwechsel vor sich hin murmelnd.

Am Ende der Einkaufspassage ist ein Euroshop und mir fiel ein, dass ich der Süßen noch einen Haarreif für Weihnachten besorgen wollte. Und ein Euro ist echt ein Schnäppchen, wenn der Haarreif das Auspacken vermutlich nicht länger als 2 oder 3 Stunden überleben würde. Schnell fand ich einen und begab mich zur Kasse. Vor mir stand ein Mann samt 10-jährigen Kind und überschaubarer Warenselektion. Das Ausrechnen der Gesamtsumme ist im Euroshop jetzt nicht sonderlich schwer, aber der Kunde vor mir brauchte es extra kompliziert und hat jeden Artikel einzeln bezahlt, jeweils mit eigenem Kassenbon. Dann fiel dem Mädchen auf, dass noch ein Paar Socken vergessen wurde. Und dann packte das Mädchen noch ihre Sachen auf den Tisch. Sie versuchte, die geforderten 3 Euro mit ihrem Kleingeld zu bezahlen, scheiterte aber bei 2, 50€ und kramte dann umständlich einen 10-Euro-Schein hervor. Sie legte die mühsam vorher herausgesuchten Münzen einzeln wieder in ihre Geldbörse zurück. Sie wird mal ein echt vorbildlicher Rentner!

Ich zeigte den Haarreif, gab der Verkäuferin den Euro, verzichtete auf den Kassenbon, eilte nach Hause, verstaute die Einkäufe und sank auf die Couch, nur um 2 Minuten den Schlüssel in der Wohnungstür zu hören. Soviel zum Ausspannen auf dem Sofa.


Solche Dinge passieren natürlich immer dann, wenn man entweder völlig geschafft ist oder absolut keine Zeit hat.

So wie vor gut 1,5 Jahren, als wir mit dem Großen zu seinem ersten echten richtigen Fußballturnier angemeldet waren. Weil es das erste war und der Große noch nicht so lange im Verein trainierte, wollten wir einen guten Eindruck hinterlassen und pünktlich sein.

Der Vorsatz wurde aber direkt dadurch torpediert, dass die Batterie unseres Autoschlüssels den Geist aufgegeben hatte und sich das Auto nicht mehr öffnen ließ. Öffentliche Verkehrsmittel waren keine Option, also eilte ich nur mal kurz ins Einkaufszentrum nebenan. Der große Supermarkt hatte auch welche vorrätig und ich stellte mich an der aussichtsreichsten Kassenschlange an.

Wie es aber so ist, sind kürzeste Schlangen oder Wartende mit nur wenigen Begierdeobjekten ein Garant dafür, sehr lange warten zu müssen. Die erste in der Schlange hatte natürlich vergessen, ihr Obst zu wiegen, brauchte 3 Anläufe, um die Ersatzkasse im Kassenbereich zu finden und schlenderte dann gemütlich alle Zeit der Welt habend zur Kasse zurück. Der nächste Kunde, mein direkter Vorgänger, legte zwei Blumensträuße aufs Band. Was sollte da schon schief gehen, außer dass die Sträuße beim Empfänger wohl nicht sonderlich gut ankommen würden, weil die Qualität ebenbürtig mit den Tankstellensträußen ist?

Dieser Umstand hielt den Käufer jedoch nicht davon ab, umfangreich mit der Kassiererin zu diskutieren, was die Sträuße denn nun kosten würden. Die Diskussion wogte wie ein Tennismatch hin und her und wollte kein Ende nehmen. Irgendwann fragte ich nach, ob sie sich heute noch einig werden würden oder ob ich in der Zwischenzeit kurz meine Batterie bezahlen könnte. Die Kassiererin biss sich auf die Lippe, um ein breites Grinsen zu unterdrücken, während der Kunde sprachlos vor sich hin stotterte und dann die gewünschten 12(!) Euro zahlte.

Ich eilte mit meiner Batterie zum Auto, lud die Familie ein und düste, auf keine Blitzer hoffend, quer durch die Stadt. Wie es sich gehört, hatten wir die rote Welle erwischt und durften an jeder einzelnen Ampel warten. Am Ziel angekommen suchten wir verzweifelt einen Parkplatz. War ja klar, dass am Wochenende alle Anwohner da parkten und noch dazu die Fußballeltern. Ich erspähte einen Parkplatz auf der anderen Straßenseite. Da dieser aber durch einen dicken Grünstreifen abgetrennt war, musste ich erst ans Ende der Straße fahren, konnte dort wenden, nur um den eben noch freien Parkplatz besetzt vorzufinden. So kreisten wir einige Male ums Karree, bis sich dann doch jemand erbarmte und einen Parkplatz für uns frei machte. Pünktlich waren wir nicht mehr, aber immerhin zeitig genug, damit sich der Große noch mit aufwärmen konnte.

 

Von wegen nur mal kurz: aber ihr kennt das ja auch!

Bildungsauftrag

Heute morgen sitze ich mit der halben Kollegenmannschaft in der Kantine. Alle noch ein wenig müde, kauen wir schweigend auf unseren Frühstücksbroten herum. Ich lasse meinen Blick schweifen und er fällt auf unsere Weihnachtsdekorationsecke, in der neben allerlei kitschigen Räuchermännchen, Holzhäuschen und den zwei Teebeutelspendern ein kleiner Weihnachtsbaum steht. Der Weihnachtsbaum ist echt, aber mit geschätzten 10 Christbaumkugeln als alleinigen Schmuck recht dürftig angeputzt.

Weil das gerade so wunderbar passt, bringe ich den Spruch: „Früher war mehr Lametta.“

Ich hatte mit Zustimmung, einem Lächeln, vielleicht sogar dem einen oder anderen Lacher gerechnet, aber nicht mit der anhaltenden Stille. Ich stupse meine Nachbarin an, zeige auf den Weihnachtsbaum und wiederhole den Spruch. Ihre Reaktion ist ein verständnisloses „häh“.

Nun gut, sie ist noch ein wenig jung, vielleicht kann einer der anderen Kollegen etwas damit anfangen. Also echauffiere ich mich ein wenig theatralisch, dass man doch diesen Klassiker der deutschen Geschichte kennen muss. Früher war mehr Lametta – ein stehender Begriff. Ratlose Blicke bei sämtlichen Kollegen. Ich frage ungläubig nach: „Weihnachten bei den Hoppenstedts? Schon mal gehört?“ Alle Kollegen verneinen.
„Aber Loriot kennt ihr?“ Endlich vereinzeltes Nicken.

Es stellt sich heraus, dass Loriot allen ein Begriff, die Weihnachtsepisode aber völlig unbekannt ist. Ich bin ehrlich enttäuscht, da hatte ich mehr erwartet. Niedergeschlagen erzähle ich meinem Chef davon, auf Aufmunterung hoffend. Mein Chef ist so vielseitig interessiert, der kennt den Sketch bestimmt. Doch auch hier völlige Ahnungslosigkeit. Langsam beginne ich, vom Glauben abzufallen.

Gegen 11 Uhr kommt unsere Bürosportvorturnerin und quält uns heute nur ein bisschen. Die Sportler hampeln auf dem Gang zwischen den Büros herum, die faulen Kollegen schauen uns wie immer amüsiert durch die Glaswände zu. Wie genau es dazu kam, weiß ich nicht mehr, doch mittendrin ergibt sich zufällig die Gelegenheit, wieder „früher war mehr Lametta“ anzubringen. Keine Regung bei der Trainerin. Erneut äußere ich mein Entsetzen und endlich werde ich erhört: Ein Kollege hört mein Lamentieren und ruft „Genau, früher war echt mehr Lametta!“ Ich strahle ihn an. „Weihnachten bei den Hoppenstedts gehören doch zu jedem Weihnachten dazu.“, schiebt er hinterher. Ich nicke begeistert und wir zeigen uns gegenseitig „Daumen hoch“ durch die Glaswände.

Immerhin einer von 30 Kollegen kennt noch diesen Klassiker. Falls es meiner Leserschaft ähnlich gehen sollte wie den 29 anderen Kollegen und für alle, die den Sketch immer gerne wieder sehen:

 

P.S.: Während des Turnens bekamen wir kleine Gummiringe zum drauftreten. Meines hatte ein Loch und pustete sämtliche Luft beim Drauftreten raus. Mein Kommentar „Meiner ist kaputt! Warum krieg ich den kaputten?“ wurde ebenso ignoriert wie die Hoppenstedts zuvor. Kann vielleicht einer von euch den Zusammenhang herstellen?

Fragenstöckchen!

Da hat doch Hermione den Fehler begangen und ein Stöckchen rumliegen lassen für jeden, der Lust dazu hat. Tststs, was für ein Anfängerfehler 😉

1. Mit oder ohne Fruchtfleisch?
Persönlich mag ich eher mit Fruchtfleisch, aber meine Kinder finden das Gekrösel doof.

2. Welche Gestalt nimmt dein Irrwicht an?
Ich hoffe, dass damit mein Patronus gemeint ist. Laut Pottermore ist es entweder ein Barsoi oder eine Schlange, aber mit denen kann ich mich genauso wenig identifizieren wie mit meinen Hogwarts-Häusern, die mir als Hufflepuff und Slytherin vorgeschlagen worden.
Ich denke, mein Patronus ist eine Katze.

3. Ananas auf Pizza: Freund oder Feind?
Igitt! Geht gar nicht. Ananas mag ich maximal frisch direkt aus der Frucht, aber auf Pizza oder als Kompott oder wasauchimmer geht gar nicht!!!

4. Wann dachtest du das letzte Mal, dass du jetzt besser die Klappe halten solltest, und hast trotzdem weitergeredet?
Uh, das Gefühl habe ich fast täglich. Leider befolge ich es fast nie und quatsche mich gefühlt um Kopf und Kragen. Seltsamerweise finden das die meisten Personen um mich herum total cool und denken, dass ich total wichtige Dinge zu sagen habe.

5. Zombieapokalypse! Wohin gehst du, wer begleitet dich und was ist deine Waffe?
Mein Lehrfilm ist definitiv Zombieland. Meine Waffe wäre eine Schrotflinte, als Ersatz würde ich einen Baseballschläger wählen, falls mir die Munition ausgeht. Auf jeden Fall würde ich Regel 2 befolgen („double tap“, zweimal zuschlagen), weil ich mich auf Regel 1 („cardio“, Fitness) leider nicht verlassen kann. Das Ziel wäre eine verlassene Hütte irgendwo in den Bergen oder in einem verlassenen Landstrich, denn sogar Zombies haben nur eine begrenzte Reichweite.

6. Wenn dein achtjähriges Ich dich heute besuchen würde, würde es mit dir schimpfen oder wäre es stolz?
Ich glaube, es wäre stolz. Es hätte wohl unterbewusst begriffen, was für doofe Umstände es zu meistern hat und fände es cool zu sehen, dass es daraus einen brauchbaren Ausweg gibt.

7. Utopie oder Dystopie?
Da ich gerade wieder massiv bei den Tributen von Panem hänge, The Divergent nicht so doof finde und The Maze Runner als interessanten Ansatz betrachte, läuft es zwangsläufig auf Dystopie hinaus.

8. Hast du einen Adventskalender? Wenn ja, was für einen? Was war heute drin?
Hab ich, wie jedes Jahr. Meiner ist von Milka und heute war eine Schokoladenglocke drin.

9. In welches Hogwarts-Haus würde der sprechende Hut dich einteilen?
Eingeteilt hat er mich in Hufflepuff oder Slytherin, aber mit beiden Häusern werde ich nicht warm. Ist nicht so, dass ich die Häuser doof oder unwürdig finde, ich kann mich nur nicht mit ihnen identifizieren. Am ehesten denke ich, dass Gryffindor mein Haus wäre. Nicht wegen Harry oder seinen ganzen Kumpanen, sondern weil es wirklich meiner eher abenteuerlustigen Seele am ehesten entsprechen würde.

10. Kugelschreiber: kaufen oder klauen?
Uh, ich habe so wahnsinnig viele Kulis geschenkt bekommen, dass ich noch in drei Leben davon zehren könnte. Also weder noch 🙂

11. Hast du heute schon gelacht?
Mehrmals. Meine Kinder geben mir immer wieder Anlass dazu. Manchmal lache ich über sie, aber viel häufiger mit ihnen, wenn sie eine neue Fähigkeit erlernt haben oder mir einen völlig unlustigen Witz erzählt haben oder versuchen, uns Erwachsene nachzuahmen.
Mein Mann bringt mich auch öfter zum Lachen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt 😉

 

Wer mag, kann sich das Stöckchen bei Hermione abholen und ebenso die Fragen beantworten.