Grundgesetz

Und dann redest du zwischendurch und völlig unvorbereitet, weil halt gerade der 9. November ist, mit deinem 9-jährigen Kind über das Grundgesetz.

Woraus es entstanden es, wie fortschrittlich es damals war, welche Bedeutung es heute hat. Und irgendwann fragst du bei deinem Kind mal nach, wie es denn ausgerechnet jetzt auf dieses Thema kommt. Es antwortet, weil das Grundgesetz in verschiedenen Sprachen in der Schule aushängt und es sich wundert, was es eigentlich damit auf sich hat.

Als Ossi ist mir die Geschichte des Grundgesetzes nur mäßig vertraut, dennoch versuchte ich mein Bestes. Damals, nach dem 2. Weltkrieg mit sämtlichen Ungeheuerlichkeiten, wollte Deutschland eine Verfassung etablieren, die eben jene Grausamkeiten, wenn nicht gar unmöglich, so doch sehr schwierig wiederholbar machen sollte. Es wurden schlaue Menschen gefragt, was alles im Grundgesetz stehen sollte und die beauftragten Menschen waren nicht nur schlau, sondern auch sehr weise.

Artikel 1 des Grundgesetzes kennt hoffentlich jeder: die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch wenn dieser Satz eher abstrakt und wenig greifbar ist, fußen doch alle anderen Artikel darauf.

Damals revolutionär und noch ein paar Jahre im Brutkasten der Demokratie inkubiert, steht da auch, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Vor allem dieser Artikel ist wichtig für Flüchtlinge, da leider sehr oft in vornehmlich muslimisch geprägten Ländern das Frauenbild doch einer anderen Realität entspringt.

Post- und Briefgeheimnis. Du darfst halt keine fremden Briefe öffnen, egal, wie sehr dich der Inhalt interessiert und du denkst, hey, das ist nur ein Infobrief, was soll da schon drinstehen. Wir halten es in unserer Familie genau so, direkt adressierte Briefe dürfen nur vom Empfänger geöffnet werden. Da tut es auch nichts zur Sache, dass wir letztendlich keine Geheimnisse voreinander haben und den Inhalt trotzdem erfahren.

Die Unabhängigkeit des Journalismus ist fundamental, eine Zensur findet nicht statt. Ein weiteres, fundamentales Gesetz in einer freien Demokratie. Es muss jederzeit möglich sein, auch unbequeme Wahrheiten zu veröffentlichen.

Dann schwand Juniors Interesse, aber ich denke, er hat den Grundgedanken unserer Verfassung verinnerlicht. Den vorurteilsfreien Umgang mit sämtlichen Menschen hat er schon viel früher gelernt!

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