Adventskalender: Türchen 16 – Negative Weihnachtscharts: Platz 3

Das Kindlein ist immer noch krank, liegt immer noch permanent auf meinem Bauch, ich tippe einhändig, meine Liste mit geplanten Beiträgen liegt unerreichbar auf Arbeit und Flickr hat gerade Serverprobleme, also improvisiere ich heute ein wenig 🙂

Ein gar fürchterbares Lied und deswegen gern und häufig gespielt:

Mariah Carey – All I want for christmas is you.

Damit ich nicht alleine leide, gibt’s heute sogar das Video dazu 😛

P.S. Ich habe mich nicht verzählt und Platz 4 nachgetragen.

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Adventskalender: Türchen 14 – Sissy

Na gut, eine Geschichte hab ich dann heute doch noch 🙂

Meine Süße ist sehr krank, hohes Fieder, extreme Entzündungswerte, Bindehautentzündung und noch eine unbekannte Krankheit, die sie völlig schlapp macht. Sie ist so kuschlig, dass sie nur neben oder auf mir schläft und das heute an 23 von 24 Stunden.

Ich arrangiere mich also so gut es geht, malträtiere mein Handy, bis es sich mangels Akkuleistung ausschaltet, danach wechsel ich an den PC, Kind hängt nach wie vor auf mir drauf, döst im Halbschlaf vor sich hin. Ich scrolle durch meine Facebooktimeline, mal schauen, was so in der Welt passiert.

Plötzlich hebt das Kindlein seinen Kopf, zeigt mit dem Finger auf ein Bild und ruft: Sissy! – Ihr Wort für Katze 😉

Katzen gehen eben immer 😀

© Foto von Flickr/Jukka Zitting „Focused“, (CC BY 2.0)

Adventskalender: Türchen 12 – Weihnachtsfeier

Meine Firma hat heute Weihnachtsfeier. Da das aber ein wenig zu profan klingt und aus gegebenem Anlass wird heute die Jubiläumsgala zum 25-jährigen Firmenjubiläum gefeiert. Klangvoller Name, trotzdem ist es eine Weihnachtsfeier 😀

Meine lieben Kollegen haben vor einigen Jahren eine Tradition eingeführt, nämlich sich vor der Feier auf dem Weihnachtsmarkt zu treffen und 1-3 Glühweine zu trinken, bevor es dann zur Feier geht.

Da wir uns schon 17:30 Uhr treffen und ich mich noch ein bisschen aufhübschen muss, gibt es heute nur einen kurzen Kalenderbeitrag.

Cheers! 🙂

© Foto von Flickr/Adelina Horn „Weihnachtsmarkt Leipzig Glühwein“, (CC BY 2.0)

Adventskalender: Türchen 11 – Der Kirchgang

Die meisten Feiertage sind gute Gelegenheiten, um Traditionen zu pflegen und zu leben. Gerade Weihnachten ist voll von immer wieder kehrenden Abläufen, ich kenne die Menüfolge aller 3 Feiertage, ich weiß wann es die Geschenke gibt oder wann wir spazieren gehen. Überraschungen sind da eher selten und das ist auch gut so, denn das restliche Jahr hält im Allgemeinen genug Überraschungen für uns bereit.

Eine lange gepflegte Tradition war der Kirchgang am Heiligabend. Die Familien meiner Eltern sind recht umfangreich und geografisch interessant verteilt und so ergab es sich, dass die Schwester meines Opas auf einem kleinen Dorf ein wenig außerhalb meiner Heimatstadt lebte. Diese Schwester, von allen nur Tante Hannel genannt, egal in welchem Verwandschaftsverhältnis man tatsächlich stand, war ein Relikt aus lang vergangener Zeit. Als junge Frau war sie bei einem Gutsherren in der Umgebung angestellt, als Haushälterin und Köchin. Und wie sie kochen konnte. Und backen. Und ihre Anziehsachen lagen exakt ausgerichtet im Schrank und ihr kleines Häuschen war immer blitzeblank, obwohl sie auch schon weit in die 70 war.

In diesem Dorf gab es eine Kirche und als ich etwa 7 oder 8 Jahre alt war, führten wir die Tradition des Kirchgangs ein, obwohl meine Eltern alles andere als religiös sind und nur mein Papa getauft ist. Am Nachmittag des Heiligen Abends fuhren wir zu Tante Hannel aufs Dorf, tranken dort Kaffee und aßen das erste Stück Stollen, natürlich selbstgebacken und köstlich. Danach mummelten wir uns dick ein – in meiner Erinnerung war es an Weihnachten immer bitterlich kalt, wenn auch selten verschneit – und machten uns auf den Fußweg zur Kirche. Wir mussten zeitig da sein, denn der Gottesdienst zu Weihnachten war immer gut besucht. Meist standen wir also eine Stunde vor Beginn an der Kirche und warteten mit vielen anderen auf den Einlass, der ungefähr eine halbe Stunde später war.

In den ersten Jahren war die Kirche noch unbeheizt und trotzdem kurz vorher bereits ein gut besuchter Gottesdienst stattgefunden hatte, war der Innenraum kalt und wir mummelten uns in unsere dicken Jacken. Später wurden Heizkörper unter den Sitzbänken installiert, die einem die Beine versengten, während man oben rum immer noch bibberte.

Wie so oft war die Platzwahl der alles entscheidende Punkt. Die ersten beiden Reihen war für die dörfliche Prominenz reserviert, aber dahinter wurde verbittert um jeden Zentimeter Sitzbank gefeilscht. Einige Sitzplätze befanden sich hinter den dicken Säulen, die das Kirchendach trugen und dort wollte natürlich niemand sitzen, denn jeder wollte einen möglichst unverstellten Blick auf das Krippenspiel haben. Als endlich alle Anwesenden ihr Plätzchen gefunden hatten, läuteten die Glocken und der Posaunenchor setzte ein. Kurze Ansprache, ein Lied, dann folgte das Krippenspiel, inszeniert von den Kindern und Jugendlichen der Dorfkirchgemeinde und immer mit viel Liebe und Enthusiasmus vorgetragen. In einem Jahr wurde eine moderne Version des Krippenspiels aufgeführt, in der die Personen mit Telefon und Terminkalendern herumliefen und den üblichen Alltagsstress thematisierten. Ich fand die Idee nicht so schlecht, aber stand vermutlich recht allein mit der Meinung da, denn in den Folgejahren gab es nur die klassischen Krippenspielaufführungen.

Es folgte die Predigt, je nach Laune des Pfarrers und Verlauf des Jahres besinnlicher oder mahnender, das Vaterunser, Oh du Fröhliche, der Segen des Pfarrers und dann war der Gottesdienst auch schon wieder vorbei. Am Ausgang standen Helfer, die um Spenden baten, welche zur einen Hälfte an Brot für die Welt gingen, zur anderen zum Erhalt der Kirche verwendet wurden.

Vor der Kirche wartete der Posaunenchor und begleitete musikalisch die nach Hause gehenden Menschen. Wir liefen zu Tante Hannels Hof, verabschiedeten uns vor ihr und unseren anderen Verwandten, wünschten allen frohe Weihnachten und fuhren dann endlich nach Hause. Auf der Heimfahrt zählten wir immer, wie viele Weihnachtsmänner uns in anderen Autos begegneten.

Endlich deshalb, weil der nächste Programmpunkt daheim die Bescherung war. Zu Anfang wurde versucht, die Bescherung auf nach dem Abendessen zu verschieben, aber angesichts eines aufgeregten und zappelnden Kindes wurde schnell wieder davon abgesehen.

Diese Tradition pflegten wir lange Jahre, selbst als ich schon ausgezogen war, war der Kirchgang Pflicht. Erst als ich meinen Exfreund kennenlernte, schlief diese Angewohnheit ein. Mittlerweile ist Tante Hannel mit weit über 90 Jahren gestorben und unsere Verbindungen in dieses Dorf sind rar geworden. Doch lange Zeit konnte ich die Frage, wann denn Weihnachten für mich anfange, beantworten mit: Wenn wir am 24. in der Kirche sitzen. Dann war der ganze Vorbereitungsstress vorbei, dass wochenlange Jagen nach Geschenken lag hinter uns, die Gans wartete vorbereitet im Ofen, der Kartoffelsalat war angerührt, die Wohnung war blitzeblank, der Weihnachtsbaum zur Zufriedenheit aller angeputzt und der Kampf um die Sitzplätze war ausgestanden. Dieser Moment, als wir alle gespannt auf die ersten Töne des Posaunenchors warteten, war magisch für mich, weil dann wirklich Ruhe einkehrte. In mich. Und vor allem in meine Familie.

© Foto von Flickr/Eric Wüstenhagen „Marienkirche Lübeck“, (CC BY-SA 2.0)

Adventskalender: Türchen 10 – Kalenderbilder

Da ich nur mittelmäßig gut organisiert bin in meinem Blog und nicht wie andere Blogger schon seit Oktober den Adventskalender vorbereitet habe, sondern wie so oft einem spontanen Impuls gefolgt bin, aber ich für den heute geplanten Beitrag weder Zeit noch schriftstellerische Kreativität aufbringen kann, da mir dieser ungeheure Zeitfresser namens Arbeit massiv in die Quere kommt und so ein Türchen ohne Inhalt oder gar kein Türchen auch keine Alternative sind, gibt es heute nur ein schönes Bild, welches ich auf Flickr entdeckt habe.

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Ganz so wie bei den früheren Adventskalendern, die aus Papier, wo man ein Türchen öffnete und dahinter ein Bild zum Vorschein kam. Die edleren Versionen hatten die Bildchen auf Transparentpapier gedruckt, so dass sie von hinten beleuchtet werden konnten, bspw. durch eine Kerze oder die Sonne, die durchs Fenster schien. Einer der Vorteile dieser Adventskalender ist, dass man sie jedes Jahr aufs Neue ohne großen Aufwand verwenden konnte, wenn man sie pfleglich behandelt hat.

© Beitragsbild von Flickr/sonic.knight „X-mas“, (CC BY-SA 2.0)

© Krippenfoto von Flickr/Michael Panse „Geburtskirche in Bethlehem (2)“, (CC BY-ND 2.0)

Adventskalender: Türchen 9 – Dezember

Dezember

Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man’s versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht.“

(Erich Kästner)

 

© Foto von Flickr/Alexey Kljatov „Snowflake macro: gardener’s dream (explore 2015-04-02)“, (CC BY-NC 2.0)

Adventskalender – Türchen 7: Das Versteck

In einer Zeit, als ich nicht mehr ganz Kind, aber eben auch noch nicht ganz erwachsen war, wandelte sich auch mein Verständnis von Weihnachten. Ich wusste, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt und dass meine Eltern die Geschenke kauften. Trotzdem konnte man mich noch mit der „Lieb sein, sonst Rute“-Masche ködern.

Was sich nicht gewandelt hatte, war die Spannung, mit der ich den Weihnachtsabend erwartete. Vor allem den Moment, an dem endlich die Geschenke ausgepackt werden durften.

Während dieser Phase war mir das Warten eines Weihnachtens zuviel und als ich alleine zuhause war, machte ich mich an die Suche nach Geschenken. Ich schaute in allen Schränken nach, im Keller, in Schubladen, hinter Kommoden. Ich fand diverse Geschenke, alle von meiner Wunschliste und ich freute mich diebisch darüber.

Leider musste ich die Freude vorerst für mich behalten, da meine Eltern nicht erfahren durften, dass ich gestöbert hatte. Der Weihnachtsabend kam und mit ihm der Moment, an dem die Geschenke ausgepackt wurden. Ich packte meine Päckchen aus, aber rechte Freude wollte sich nicht einstellen, wusste ich bereits, was drin war. Ich versuchte, Freude und Überraschung zu spielen, um meine Eltern nicht zu enttäuschen, aber das gelang mir nur mässig, zu gewöhnlich waren die Geschenke durch meine Stöberei geworden.

Ohne es zu beabsichtigen, hatte ich mich selbst der größten Freude zu Weihnachten beraubt. Seit dem habe ich nie wieder gestöbert, nie auch nur ansatzweise versucht herauszufinden, was mir denn möglicherweise geschenkt werden würde.

© Foto von Flickr/Kevin Dooley „Christmas from the present’s perspective“, (CC BY 2.0)

Adventskalender: Türchen 6 – Das Klebeband

Ich wuchs in einer Zeit und in einem Land auf, welches vor allem durch den Mangel geprägt wurde. Gutes Brot war selten, Butter gab es nicht immer, Obst und Gemüse nur in der jeweiligen Jahreszeit und für exotische Früchte musste man stundenlang Schlange stehen. Auf Autos wartete man mehrere Jahre und in der Zwischenzeit war man damit beschäftigt, eventuell später benötigte Ersatzteile für den fahrbaren Untersatz vorsorglich einzutauschen.

In jener Zeit hatten viele Dinge einen völlig anderen Wert als heute, wo ich jederzeit alles haben kann. So finde ich immer wieder in alten, dicken Kinderbüchern sorgfältig glatt gestrichenes Einwickelsilberpapier von Schokoladenweihnachtsmännern aus dem Westen. Manchmal ist es auch die Papierumhüllung einer Tafel Schweizer Schokolade. Alles aufbewahrt, weil es das eben nicht jeden Tag gab und dadurch wertvoll war.

Ebenso wurden viele Dinge mehrfach verwendet. Das Geschenkpapier wurde nicht einfach aufgerissen und danach weggeworfen, nein, das Geschenk wurde vorsichtig aus seiner Verpackung gelöst, das Papier ordentlich gefaltet und in einer Schublade für die nächste Verwendung gelagert, ebenso wie das Geschenkband. Damals war es geradezu frevelhaft, das kostbare Papier mit Klebeband zu verschandeln und es so unbrauchbar zu machen.

Aus jener Zeit stammt vermutlich meine Abneigung, Klebeband zum Geschenke verpacken zu benutzen. Verstärkt wurde diese Abneigung, als ich diverse Präsente bekam, die teilweise so mit Plastik zugeklebt waren, dass man das Papier nur noch zerschneiden konnte, um an den Inhalt zu gelangen.

Ich weiß, dass es ein wenig Mühe erfordert, Geschenke ohne diese kleinen praktischen Helferlein zu verhüllen, aber mit ein wenig Übung und dem einen oder anderen helfenden Finger ist das durchaus möglich. Für mich ist das in etwa so, wie einen Brief per Hand mit einem Füller zu schreiben, anstatt nur schnell eine Email zu tippen.

Am Ende ist die Verpackung jedoch völlig egal, denn die Devise lautet immer:
Der Inhalt ist das Wichtigste! 😉

Fröhlichen Nikolaus!