Arztwechsel – Update

Und dann war ja noch dieses leidige Thema.

Ich hatte die gelben Seiten konsultiert und eine Ärztin mit dem schönen Vornamen Claudia herausgesucht in der Hoffnung, dass dieser Name eine Ärztin meines Alters schmückt. Tja, knapp daneben, die Gute wird wohl in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Nichtsdestotrotz war sie energisch und mitfühlend. Als ich ihr von den Symptomen erzählte und wie sehr mich das nervt und wie weh mir alles tut, meine sie, dass das durchaus verständlich ist. Es braucht nicht viel und dieses kleine Wort „verständlich“ zeigte mir, dass ich hier gut aufgehoben war. Sie horchte meine Lunge ausgiebig ab und machte direkt danach einen Lungenfunktionstest, der zwar kein richtig eindeutiges Bild ergab, aber zumindest auf eine bestimmte Richtung hinwies: allergisches Asthma.

Hatte ich ganz früher mal, als ich mit Kumpels an einem heißen Sommertag eine Radtour durch blühende Sommerwiesen machte und ich an einem leichten Anstieg dachte, ich muss sterben. Damals hab ich einen Inhalator für solche Notfälle bekommen, seitdem aber blühende Wiesen – und Radtouren – gemieden und den Inhalator irgendwann entsorgt.

Da ich auch diesen Sommer nicht geradelt bin und immer noch Sommerwiesen meide und auch nicht diese akute Atemnot hatte, dachte ich überhaupt nicht an sowas. Die Ärztin bestellte mich für den nächsten Morgen ein, um Blut für diverse Tests abzuzapfen und am Montag sollte ich wieder kommen, dann lägen die Ergebnisse vor. Sie würde einfach mal alles testen: Schilddrüse, Leber, Embolie, Entzündungen, etc.

Am Montag stand ich also wieder bei ihr auf der Matte und sie ging die Testergebnisse durch. Alles schick, keine Auffälligkeiten bis auf die Entzündung, was sie in ihrer Vermutung bestätigte: eine leichte Lungenentzündung durch die vor 4 Wochen eingefangene Bronchitis, die durch meine Allergievorbelastung und das sehr warme Wetter begünstigt, in die Lunge gewandert ist und sich dort festgesetzt hat.

Therapie: viel trinken und Thymiverlan nehmen und aufs Beste hoffen. Die Medizin hilft ganz gut, da kommt ein Haufen Schmodder raus und der Husten ist nicht mehr so quälend. Wird wohl aber trotzdem noch 2-3 Wochen dauern, bis es ganz weg ist.

Davon völlig unabhängig war ich vor 1,5 Monaten zur Hautkrebsvorsorge und die Hautärztin ist auch Allergologin und wir besprachen meine Allergien, weil ich zu dem Zeitpunkt so einen doofen, juckenden Ausschlag auf meinem rechten Handrücken hatte. Sie meinte, der käme sehr wahrscheinlich von meiner Pollenallergie und nicht wie von mir vermutet durch eine neue Kontaktallergie. Sie verschrieb mir eine Lotion und die hat sofort gewirkt.

Ich sollte mir zudem einen Termin für einen Allergietest geben lassen, sie würde gerne meinen aktuellen Status prüfen. Der Termin war ebenfalls jetzt am Montag und was soll ich sagen: ich glaube, ich bin gegen irgendwas allergisch 😉

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Nummer 1 ist übrigens Kochsalzlösung als neutraler Vergleich und Nummer 2 ist Histamin in Reinform, also das Zeug, auf das der Körper an sich allergisch reagiert. Die stärksten Ausschläge gab es bei Gräser/Roggen und Frühblüher (Birke/Erle/Hasel). Das kommt jetzt nicht soooo überraschend, wurde ich dagegen vor 20 Jahren bereits hyposensibilisiert.

Wir machen jetzt einfach einen neuen Hypo-Lauf gegen die Frühblüher mit 5 Spritzen, beginnend am 1. Oktober. Und wenn wir damit durch sind, gibt’s die Gräser obendrauf, soll mir ja nicht langweilig werden.

Durch dieses ganze Theater habe ich die 2. Prüfung meiner Weiterbildung erstmal auf Eis gelegt. Ich hatte letzte Woche noch versucht, mich durch das Begleitbuch zu ackern, aber mit dem Husten und der dauernden Erschöpfung war das einfach nur Qual. Wenn alles gut geht, kann ich morgen oder übermorgen wieder weiter lernen und je nachdem, wie gut ich voran komme, schreibe ich nächste oder übernächste Woche die Prüfung. Zum Glück habe ich da keinerlei Zeitdruck.

Dickes Ding

Seit einiger Zeit beobachte ich mit großer Sorge mein Gewicht. Die Tage, an denen ich rank und schlank elfengleich durch die Gegend hüpfte sind zwar schon lange vorbei, aber so ein bissl Kontrolle hatte ich trotzdem noch. So waren die 80 Kilo für mich eine magische Grenze, die ich nie überschreiten wollte – Schwangerschaften natürlich ausgenommen – und das hatte bisher auch immer gut funktioniert.

Ich bin kein Fan von Diäten, achte aber darauf, was und wie viel ich esse. So habe ich bereits diverse Male Ernährungstagebücher geführt und ein ganz gutes Gefühl, was die tägliche Kalorienzufuhr betrifft. Außerdem bin ich als ehemalige Patientin mit Essstörung entsprechend vorgeprägt und weiß auch um die diversen Fallen beim Thema Ernährung.

Trotz all dem habe ich in den letzten 3 Monaten 6 Kilo zugenommen, so ganz plötzlich, ohne dass ich dafür eine Erklärung habe. Ich esse nicht mehr oder weniger als davor, ich mache nicht mehr oder weniger Sport oder trinke mehr oder andere Getränke. Dennoch konnte ich mir quasi beim Dickwerden zusehen. Heute war mir das schlicht zu viel und ich bin zu meinem Hausarzt gegangen, um abklären zu lassen, ob es nicht eventuell organische Ursachen hat, die Schilddrüse ist da ja ganz gerne vorne mit dabei.

Ich schilderte meinem Arzt also das Problem und seine Antwort darauf war nur, dass mein BMI ja noch im normalen Rahmen liege. Er schließe von vornherein auch organische Ursachen aus, würde aber trotzdem einen Bluttest machen lassen. Als ich ihn auf meine Vergangenheit hinwies und dass ich mir schon allein deswegen Sorge mache, wieder in diese Schiene reinzurutschen bzw. an manchen Tagen kurz davor (oder auch dahinter) stehe, lachte er nur und meinte, eine Vergangenheit haben viele. Fehlte nur noch, dass er meinte, ich solle mich nicht so anstellen.

Seitdem geht’s mir einfach nur noch beschissener, ich fühle mich verlacht und vor allem meine Sorgen nicht ernst genommen. Ihm scheint es egal zu sein, dass ich derzeit permanent in Gefahr bin, wieder regelmäßig über der Kloschüssel zu hängen oder die Regale mit Abführmitteln in den Drogeriemärkten leer zu kaufen. Mag ja sein, dass mein BMI im normalen Rahmen ist, aber für mich sind 6 Kilo in 3 Monaten nicht  normal. Wenn es in diesem Tempo weiter geht, dann ist in kurzer Zeit gar nichts mehr normal. Aber er hat ja gut Lachen.

Ich bin anschließend in die Apotheke, musste dort ein Rezept für meine Süße einlösen, und habe mich zu dem Thema beraten lassen. Die Apothekerin war sehr freundlich, stellte viele Fragen, die ich trotzdem als sehr unangenehm empfand, jedoch war das Gespräch bei weitem nicht so erniedrigend wie das beim Arzt. So wie ich das verstanden habe, gibt es derzeit nur Pulver, die Mahlzeiten ersetzen sollen. Ich dachte eher an Appetitzügler, die das Hungergefühl dämpfen, damit man nicht mehr so viel isst, was ja gleichzeitig auch die Gewöhnung an kleinere Portionen oder andere Rhythmen erleichtert. In der Richtung gibt es aber nur Kekse, die man nach den Mahlzeiten oder stattdessen essen kann, aber das finde ich irgendwie seltsam. Früher waren die Kekse Kaugummis oder Kaubonbons, was ich persönlich besser gefunden hätte. Die Apothekerin gab mir eine Probe eines Pulvers mit zum testen und den Rat, nach dem Essen normalen Kaugummi zu kauen, bei ihr würde der Pfefferminzgeschmack den Appetit sofort drosseln.

Am Donnerstag erfahre ich die Ergebnisse des Bluttests. Einerseits wäre es schön, wenn tatsächlich organisch soweit alles in Ordnung ist, andererseits wünsche ich mir ein klein wenig ein auffälliges Ergebnis, nur um den Arzt sein selbstgefälliges Grinsen aus dem Gesicht wischen zu können.

Wie auch immer, all das ändert vorerst nichts an der Tatsache, dass ich mich derzeit in meiner dicken Haut mehr als unwohl fühle 😥

Nachtrag: Ernährungsumstellung ist nicht drin, weil ich das schon gemacht habe. Dazu kommen meine zahlreichen Nahrungsmittelallergien besonders bei rohem Obst und Gemüse, so dass zwischendurch an einer Möhre knabbern oder im Sommer einen Pfirsisch oder eine Nektarine snacken schlicht für mich tabu sind.

Gewohnheitstier

Ich halte mich ja an sich für relativ flexibel, kann mich gut an neue Gegebenheiten anpassen und komme auch mit den Überraschungen des Lebens ganz gut klar, solange ich meine kleinen Gewohnheitsinseln im Alltag habe. Es sind keine großen Sachen, aber allen ist gemein, dass ich sehr lange mit der Suche danach zugebracht habe.

So bin ich, neben jeder Menge anderer Dinge, auf einen sehr häufig genutzten Salbengrundstoff allergisch und musste vor Jahren sehr lange und intensiv suchen, bis ich eine Gesichtscreme und eine Bodylotion gefunden hatte, die ohne diese Zutat auskommen. Ganz zufällig war der Heilsbringer eine Marke aus dem Niedrigpreissegment, was meinen Geldbeutel ganz außerordentlich freute. Nun begab es sich aber, dass der Drogeriemarkt meines Vertrauens sein Sortiment umgestellt hat und diese Marke nicht mehr führt. Kein Problem, gibt ja noch andere Märkte und in einem wurde ich fündig. Warum ich mir die Mühe machte, die Zutatenliste „meiner“ Creme zu prüfen, weiß ich nicht mehr, aber ich musste mit Entsetzen feststellen, dass mittlerweile auch jener Stoff enthalten ist. Nach 20 Minuten intensiver Suche kannte ich nicht nur die Inhaltsstoffe sämtlicher Gesichtscremes am Markt, sondern fand auch genau ein Produkt, welches ohne auskommt. Als Ausgleich ist es drei mal so teuer wie meine bisherige Creme. Yay!
Falls es wen interessiert, der Teufelszeug nennt sich Cetylstearylalkohol oder kurz Cetearyl Alcohol. Ich les auch immer wieder mal Stearyl Alcohol oder Cetyl Alcohol auf den Zutatenlisten und da ich nicht weiß, ob das nur andere Bezeichnungen dafür sindoder doch was komplett anderes, lasse ich diese Produkte vorsichtshalber gleich mit weg. Wer mal Langeweile hat, kann mal schauen, wo das überall drin ist, Bodylotions, Handcremes, Haarkuren, und sogar Fenistil Gel kommen nicht ohne aus.

Vor Jahren hatte ich mir mal in den Kopf gesetzt, Weinexperte zu werden. Jetzt nicht so extrem, um Jahrgang und Hanglage alleine durchs Riechen und Gurgeln bestimmen zu können, aber wenigstens so, dass ich sagen kann, was mir schmeckt, was ich gut vertrage und von dem ich nach dem zweiten Glas keine Kopfschmerzen bekomme. Dazu nutzte ich meinen einjährigen Berlinaufenthalt und den um die Ecke befindlichen Rewe-Markt. Ich ging also ab und zu in den Markt und fing links am Weinregal an, griff mir wahllos eine Flasche Rotwein und arbeitete mich nach rechts durch. Als ich einen sehr leckeren Wein im nicht ganz untersten Preissegment gefunden hatte, hörte ich auf und habe seitdem eine Hausmarke. Er hat zudem den Vorteil, bei Feiern und zum Verschenken genutzt werden zu können, ohne sich finanziell zu verausgaben oder den Beschenkten oder Gäste zu vergiften. Wer auch mal probieren möchte: Mederano Tinto aus dem Hause Freixenet, kostet so um die 5 Euro. Den gibt es auch noch in einer lieblichen Version, welche äußerlich sehr schlecht von der trockenen Variante zu unterscheiden ist, außer dass die Banderole oben mittel- statt dunkelrot ist.

Da das mit dem Wein nun geregelt war, suchte ich mir ein neues Testfeld und entschied mich für Whisky. Ich fand es immer faszinierend, wenn mir Leute erzählten, was sie alles so rausschmecken können. Ich kannte bis dahin nur die üblichen amerikanischen Verdächtigen Johnny und Jim und die haben jetzt nicht so wahnsinnig viel zu bieten, außer einen schnell betrunken zu machen. Ich holte mir dann immer wieder mal im Supermarkt eine Flasche, aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich da auch nichts. Meist hab ich außer dem Kratzen des Alkohols nicht viel geschmeckt.
Das änderte sich, als mein Mann mir vor 2 Jahren zum Geburtstag einen sehr leckeren Whisky schenkte. Und das allerbeste war, dass es von dem Hersteller noch andere Sorten gab, und jede einzelne war saulecker. Als ich im Frühjahr diesen Jahres meinem besten Freund anlässlich seiner fantastischen Betreuung des Großen während der Geburt der Kleinen eine Flasche eben jenes Whiskys schenken wollte, eröffnete mir der Verkäufer, dass die Destillerie an einen neuen Besitzer verkauft wurde und dieser hatte das Sortiment komplett umgestellt und ausgedünnt. Damit einher ging eine saftige Erhöhung der Preise. Ich werde mir zum Geburtstag wohl eine Flasche aus dem neuen Sortiment schenken lassen. Viel falsch machen kann ich nicht, der Braumeister ist gleich geblieben.
Trotzdem brauchte ich einen neuen Allerweltswhisky, der mich nicht in die Armut treibt, wenn ich Nachschub brauche, was so ungefähr drei- bis viermal pro Jahr der Fall ist. Die erste Empfehlung des Händlers meines Vertrauens war zwar preiswert, aber sehr holzig vom Geschmack, was mir jetzt nicht so gefiel. Dies sagte ich meinem Dealer heute und erst guckte er ein wenig ratlos, dann dachte er angestrengt nach, dann wühlte er intensiv in einer Ecke und zog letztendlich eine Flasche hervor, die bereits halbleer war. Ui, ich durfte das erste Mal direkt im Laden einen Whisky kosten. Und er hat echt ein glückliches Händchen, der ausgesuchte Tropfen mundete mir sehr. Ich bin jetzt noch auf die wasserverdünnte Verkostung heute Abend gespannt, aber so fürs Erste scheine ich eine neue Marke gefunden zu haben.
Wen es interessiert: die (in meinen Augen bzw. für meinen Geldbeutel) preisintensive Marke ist Bruichladdich, der geht so bei 55 Euro los. Die neue Hausmarke  ist Highland Park 12 Jahre, Kostenpunkt 42 Euro.

Und jetzt hoffe ich, dass sich alle meine „Hausmarken“ zurückhalten mit Änderungen, weil so viel Veränderung vertrage ich dann doch nicht 😉

Kann Spuren von Nüssen enthalten

Ich bin, unter anderem, Nussallergiker.

Eine halbe Walnuss ist vermutlich für mich tödlich, genauso wie eine Handvoll Haselnüsse. Paranüsse habe ich nie getestet, ich muss mein Glück ja nicht unnötig herausfordern.

Was aber immer ging, war reine Schokolade. Dass ich jetzt keine Vollmilch mit ganzen Nüssen, Hanuta, Nutella oder das Ossi-Äquivalent Nudossi oder eine Tafel Traube-Nuss esse, versteht sich von selbst. Aber eine harmlose Vollmilch oder Zartbitter stellte nie ein Problem dar, auch wenn auf der Verpackung steht „Kann Spuren von X-Nüssen enthalten.“ Für mich sind das Warnhinweise, um mögliche Schadensersatzklagen abzuwenden und die Spuren so gering, dass keinerlei allergische Reaktion ausgelöst wird.

Bis heute.

Ich hatte einen solchen Schoko-Hunger, dass ich an unsere eisernen Reserven ging. Im üblichen sind das Weihnachtsmänner oder Osterhasen von längst vergangenen Festivitäten. Diesmal war es ein Osterhase, der laut Inhaltsangabe nur Marzipan in seiner Möhre, ansonsten lediglich die üblichen Spuren von X enthielt.

Ich biss dem Hasen also herzhaft in die Ohren, fand die Schokolade ein wenig zu zuckrig, um meinen Appetit wirklich zu befriedigen, und merkte nach wenigen Sekunden dieses verdächtige Kribbeln auf der Zunge. Ich las nochmals die Inhaltsangabe, aber entdeckte nichts Neues neben dem Möhrenmarzipan.

Also schnell eine Lorano eingeworfen und jetzt hoffe ich darauf, dass es nur bei den krabbelnden Pusteln auf der Zunge bleibt und nicht noch zu Übelkeit und Atemnot kommt.

Na ja, passt irgendwie zu dem Tag *seufz*

Hyposensibilisierung – ein Experiment

So als mehrfach allergiegeplagter Mensch hat man es nicht immer einfach.

Durch die Kombination von Frühblüher- und Gräser- und Getreideallergie, landläufig unter Heuschnupfen bekannt, hatte ich von Februar bis Oktober eine laufende Nase und tränende Augen. Der Zustand wurde dann direkt von den allgemeinen Erkältungswellen im Winter abgelöst, echt praktisch, damit man es sich auch ja nicht abgewöhnt. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, wurde ich dagegen hyposensibilisiert. Damals passierte das noch mit Spritzen, 2x 7 Stück, jede Woche eine, 3 Jahre lang in der allergiefreien Zeit, jeweils mit 25 Minuten Warten beim Arzt, ob nicht etwa doch ein allergischer Schock auftritt. Hatte ja sonst nix zu tun 😉

Das hat auch wunderbar angeschlagen und ich komme seitdem relativ beschwerdefrei durchs Jahr und brauch nur selten Medikamente. Leider hatte ich in der Zwischenzeit eine „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie“ entwickelt, was in einer sehr heftigen Nussallergie und ziemlich unangenehmer Obst- und Gemüseallergie resultierte. Um es abzukürzen: ich bin nicht gegen Zitrusfrüchte, Ananas, Bananen und Früchte der Kürbisgattung allergisch, der ganze Rest fällt im Rohzustand für mich flach. Lässt eine ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Ernährung zu einer sportlichen Herausforderung werden.

Das Ganze wird dann noch von einer Kontaktallergie gegen einen Salbengrundstoff und einer Pferde- und Katzenhaarallegie abgerundet \o/

Bevor jetzt jemand laut protestiert: Aber ihr habt doch Katzen?! Ja, haben wir 🙂
Von den ganzen Zipperlein mal abgesehen, hat schwanger sein auch Vorteile. Der Körper ist so mit dem werdenden Leben beschäftigt, dass er kurzerhand vergisst, auf irgendetwas allergisch zu sein. Und als ich mit dem Großen schwanger war, hab ich das ausgenutzt und eine Katze angeschafft, dann 4 Wochen gelitten und das Thema ist seitdem erledigt.

Und da so eine Obstallergie echt nervig ist, dachte ich, mach ich doch dieses Mal auch wieder so etwas. Da ich immer ganz neidisch auf meine Freunde und Kollegen guckte, die sich zwischendurch immer mal einen Apfel gönnten, sind meine Testobjekte diesmal Äpfel.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass grüne Äpfel weniger Allergene enthalten als rote, also schickte ich meinen Mann mit entsprechenden Anweisungen zum Einkauf. Er erbeutete sehr schön grüne Golden Delicious, mit denen ich das Experiment wagte.

Da ich mit den Schalen von Obst und Gemüse selbst im gekochten Zustand schon immer Schwierigkeiten hatte, schälte ich die Äpfel und knabberte vorsichtig am ersten Viertel und wartete. Aber nix passierte.
Sehr gut. Also weiter, den ganzen Apfel verputzt und auf die Reaktion gewartet. Immer noch nix.
Super. Dann den zweiten Apfel hinterher. Wieder nix.

Traumhaft. Ich hatte so lange auf den Geschmack von Äpfeln verzichten müssen und jetzt konnte ich problemlos wieder einen Apfel essen, ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wiederholte den Versuch die nächsten Tage, immer wieder mit unauffälligem Ergebnis, so dass ich es mir wirklich zur Gewohnheit machte, jeden Tag zwei Äpfel zu essen.

Mittlerweile gibt es die Sorte nicht mehr in grün, sondern in gelb und ich merke so ein leichtes Kribbeln auf der Zunge. Ich hoffe, das geht wieder weg, je mehr Äpfel ich esse. Aber bis hierhin kann ich den Versuch als Erfolg werten.

Wie es allerdings aussieht, wenn ich nicht mehr schwanger bin, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass es so bleibt und ich auch in Zukunft zwischendurch einfach mal einen Apfel essen kann.

Trinity, Teil 2

Die kleine Katze gewöhnte sich recht schnell bei uns ein und auch Jeannie fand sich langsam mit ihr ab. Trinity war eine typische Straßenkatze, ewig hungrig und immer auf der Suche nach Futter. Alles, war irgendwo offen rum lag, wurde angeknabbert und getestet, ob es nicht doch was fressbares sei. Später entwickelte sie die Angewohnheit, Jeannie von ihrem Fressnapf zu vertreiben, nachdem der halbleer gefressen war, um selber die andere Hälfte zu vertilgen. Da unserer Dicken ein paar Gramm weniger nicht schaden konnten, haben wir nicht eingegriffen. Außerdem ist die Große durchaus in der Lage, ihr Futter zu verteidigen, wenn der Hunger groß genug ist.

Es lief also bei den beiden Katzen auf tolerierte Koexistenz hinaus. OK, mehr ist bei der Diva Jeannie wohl auch nicht zu erwarten gewesen. Allerdings änderte sich das, als Trinity in die Rolligkeit kam und kurz danach kastriert wurde.
Wir haben es erst im dritten Anlauf geschafft, sie kastrieren zu lassen, weil sie beim ersten angesetzten OP-Termin bereits in der nächsten Rolligkeit war und beim 2. Termin war diese noch nicht vorbei. Beim dritten hat es dann geklappt. Tierarzt und ich waren uns einig, dass diese verrückte Katze verrückt genug ist, sich in nullkommanix die Bauchwunde wieder aufzulecken, so dass ein Trichter unbedingt getragen werden sollte. Leider hatte der Arzt nur die kleinste Größe vorrätig, weil die halbe Katzennachbarschaft gleichzeitig rollig geworden war, aber da die Katze ja eh so klein und schmächtig ist, würde das schon gehen.

Jeannie fand die Halzkrausen-Trinity überhaupt nicht witzig und knurrte sie in einem Fort an. Nicht weiter verwunderlich, immerhin stank sie ja nach Tierarzt und sah mit dem Trichter auch furchteinflössend aus.
Da Jeannie und Murphy nach ihren Kastrationen keine Halskrausen brauchten, war es auch für uns eine Premiere. Und eine drollige dazu. Die eh noch von der Narkose benebelte Katze eckte aller Nase lang an irgendwelchen Sachen an und bei Fressen schippte sie das Futter mehr aus dem Napf, als dass sie es fraß.

Aber irgendwann hatte sie den Dreh raus und eckte nur noch ab und zu mal an. Die Wunde verheilte auch schön, so dass wir zuversichtlich waren, nach einer Woche die Fäden ziehen und den Trichter abnehmen zu können. Aber Trinity machte uns einen Strich durch die Rechnung. In der letzten Nacht schaffte sie es, mit der Kante des dann doch zu kleinen Trichters die fast verheilte Wunde so aufzukratzen, dass der Tierarzt fast aus den Latschen kippte.
Hieß also, noch eine weitere Woche Trichter für die kleine Katze. Diesmal hatte der Arzt auch wieder große Trichter im Angebot.

Mit der großen Krause klappte die Wundheilung dann besser. Nur tat sich die nächste Baustelle auf. Trinity hatte vermutlich eine Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie entwickelt, jedenfalls scharrte sie sich mit der Halskrause die Ohren blutig. Es wurde auch nicht besser, als wir den Trichter endlich abnehmen konnten.
Im Gegenteil. Jetzt kam sie ja direkt mit ihren Krallen an die Ohren. Ich versuchte, mit einer Pflegelotion die wunden Ohren zu behandeln und mein Mann stellte die Zufütterung sämtlicher Leckerlis ein, denn dies war das einzige, was wir bei der Fütterung anders machten.

Aber so richtig half das nichts. Als sie eines Morgens großflächige, blutende Wunden an beiden Ohren hatte, bin ich wieder zum Tierarzt und er hat ihr ein Antihistaminikum gespritzt. Ich habe die Salbe weggelassen, weil es mir schien, dass Trinity danach erst recht anfing, sich die Ohren zu kratzen. Was auch immer es war, nach insgesamt 4 Wochen war der Spuk vorbei, die Bauchwunde und auch die Ohren waren verheilt. Aber leider sind an den Ohren Narben geblieben und das Fell am Bauch ist auch nie wieder richtig nachgewachsen.

Aber ansonsten hat sie sich zu einer frechen, immer noch schmächtigen Katze entwickelt, die sich ab und zu mit der großen balgt und immer wieder mal rumstänkert. Bevorzugt mit Nasenstübern, wenn Jeannie gerade schläft 🙂

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Jeannie, Teil 2

Am nächsten Morgen sahen wir, dass die kleine Katze gefressen, getrunken und ihr Katzenklo bestimmungsgemäß genutzt hatte und sie rannte auch nicht mehr vor uns weg. Also öffneten wir die Küchentür und die Katze konnte anfangen, die gesamte Wohnung zu erkunden.

Was sie tat. Gerne. Und viel. Und rennend. Und springend. Und kratzend.

Was jetzt noch fehlte, war ein Name. Mein Mann hatte gelesen, dass Katzen besser auf Worte mit i und a hören und deswegen ein Katzenname diese Buchstaben enthalten sollte. Wir grübelten und schmissen dann unsere Vorschläge zusammen, aber so richtig konnte uns keiner überzeugen.
Ich weiß nicht mehr, wie wir auf Jeannie gekommen sind oder wer den entscheidenden Vorschlag gemacht hat, aber wir waren uns sofort einig: das ist er.

Nachdem das nun geklärt war, blieb noch das Thema der Allergie. Als ich die Zusage für die Katze gemacht habe, konnte ich es nicht ahnen, aber ich war in der Zwischenzeit schwanger geworden. Somit erledigte sich auch das Thema mit der Medikamentenunterstützung. Und wie Katzen nunmal sind, sie gehen immer dahin, wo sie am wenigsten erwünscht sind. In diesem Fall zu mir.
Sobald ich mich auf dem Sofa lang gemacht hatte, kam Jeannie an, hüpfte auf mich drauf und legte sich auf meinen Bauch und schlief dort ein. Ich wurde dann mit schöner Regelmäßigkeit von einem Niesanfall nach dem anderen geplagt, aber das interessierte die Katze wenig.

Aber ich konnte Fortschritte entdecken. Von Tag zu Tag wurden die Niesanfälle weniger und nach 4 Wochen tränenden Augen und krabbelnder Nase waren die schlimmsten Beschwerden vorbei. Nur noch, wenn sie mich kratzte oder ich mir direkt nach dem Streicheln in den Augen rieb, gab es noch unschöne Reaktionen. Aber selbst die haben sich im Laufe der Zeit gegeben.

Jeannie hatte in der Zwischenzeit auch Fortschritte gemacht. Sie ist unglaublich gewachsen, unglaublich frech geworden und stellte sich als unglaublich intelligente Katze heraus. Wenn sie in ein bestimmtes Zimmer wollte, setzte sie sich vor die Tür und wartete, bis wir ihr aufmachten. Dabei beobachtete sie sehr genau, was wir machten und nach 3 Tagen Beobachtung schaffte sie es, von selbst die Türen zu öffnen, in dem sie an die Türklinken sprang und sich mit ihrem Gewicht solange dran hängte, bis sie auf war.
Da wir nur zwei abschließbare Räume hatten, nämlich Küche und Bad, und ich wegen der Allergie nicht wollte, dass sie zu uns ins Schlafzimmer kommt (ich wollte wenigstens einen allergenfreien Raum haben), schlossen wir sie nachts in der Küche ein. Außerdem konnten wir so auch verhindern, dass sie uns nachts sämtliche Pflanzen im Wohnzimmer zerlegt.

Jetzt im Nachhinein war das vielleicht nicht die klügste Entscheidung, aber damals wussten wir es nicht besser. Sie ist lange Zeit nicht so richtig zutraulich geworden, sondern rennt bei jedem etwas lauterem Geräusch erschrocken weg und versteckt sich in der hintersten Ecke. Sei es die Türklingel oder ein knarzender Stuhl – Jeannie macht den schwarzen Blitz. Das wurde dann besonders spannend, als wir schwangerschaftsbedingt umgezogen sind.

Wir hatten sie vorsorglich ins Bad gesperrt, damit sie aus dem größten Trubel raus ist, aber so richtig hat das nicht funktioniert. Als ich das erste Mal nach ihr schaute, hockte sie völlig verängstigt in einer Ecke und zitterte vor sich hin. Ich hab dann meinem Mann Bescheid gesagt, wo ich bin und da ich wegen meines dicken Bauches eh nicht mit tragen helfen könnte, hockte ich mich zu ihr ins Bad, packte sie mir auf den Schoss und streichelte sie beruhigend. Es dauerte ziemlich lange, bis sie mit dem Zittern aufhörte, aber sie rannte auch nicht weg, sondern blieb bei mir.

Und so haben wir gemeinsam den Umzug überstanden.

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Jeannie, Teil 1

Zu unserer Familie gehören auch zwei Katzen und die kommen irgendwie immer bei der Berichterstattung zu kurz, was ich sehr schade finde, da dies zwei wunderbare Geschöpfe sind und ein bißchen mehr Aufmerksamkeit kriegen sollten.

Den Anfang macht Jeannie, die ältere der beiden, auch genannt die Dicke oder Große oder Maus 🙂

Mein Mann hatte als Kind eine Katze und lag mir immer wieder in den Ohren, dass er doch gerne wieder eine haben möchte. Nur leider bin ich allergisch gegen Katzen, weswegen ich dankend ablehnte. Irgendwann im Sommer 2008 erzählte mir eine Bekannte, dass die Katze ihrer Schwester Junges bekommen hätte und sie diese jetzt gern loswerden würden. Und wenn sich niemand finde, dann würde sie eben, wie auf dem Dorf üblich, ertränkt. Es wären auch nur noch 2 Katzen übrig, aber für die gibt es keinerlei Interessenten.

Ich sagte spontan zu, dass wir eine Katze nehmen würden und besprach das dann später mit meinem Mann. Natürlich machte er sich Sorgen wegen der Allergie, aber ich meinte, das würde schon irgendwie gehen und vielleicht könne ich mich ja mit Medikamentenunterstützung selber hyposensibilisieren. Ich hatte da so Geschichten gehört und das würde schon klappen. Dachte ich.

Doch erstmal mussten wir um die Katze kämpfen, denn die Besitzer wollten sie so schnell wie möglich loswerden, am besten sofort, bevor sie irgendwelche Kosten verursachte. Dabei war sie gerade mal 6 Wochen alt und jeder Tierarzt, den wir kennen (und das sind nicht wenige), hat bestätigt, dass Katzen ca. 12 Wochen bei ihrer Mama bleiben sollen, solange, bis die Mama sie verstößt, was ein durchaus natürlicher Prozess ist. Wir redeten immer wieder mit den Besitzern und baten sie, die Katze noch ein wenig länger bei der Mama zu lassen, aber in der 9. Woche setzten sie uns die Pistole auf die Brust. Entweder wir holen die Katze sofort ab oder sie wird ertränkt.

Also sind wir mit einer Transportbox und einem kuschligen Handtuch bewaffnet los, um die Katze abzuholen. Sie war noch total klein, völlig verängstigt und maunzte die ganze Autofahrt zurück in die Stadt, die leider ein wenig dauerte.
Zuhause angekommen packten wir sie in die Küche, in der schon Futter- und Wassernapf, ein Kratzbaum und ein Katzenklohäuschen bereit standen. Wir hatten gelesen, dass man Katzen erstmal in Ruhe lassen sollte, damit sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnen und diese erkunden können. Also haben wir sie allein in der Küche gelassen. Ich hab aller Stunden nachgeschaut, ob alles ok ist, aber jedes Mal hockte sie immer noch in der Transportbox und traute sich nicht raus.

Nach 3 Stunden schaute ich wieder, und diesmal war die Katze weg. Ich suchte unsere überschaubar große 9 m² große Küche ab, konnte aber keine Katze finden. Nur ein leises Maunzen hörte ich, konnte aber nicht orten, woher. Ich rief meinen Mann zu Hilfe und gemeinsam suchten wir jetzt die Katze. Das Maunzen wurde ein wenig lauter und kam aus der Ecke hinter der Tür. Aber dort stand nur der Kühlschrank, sonst nichts. Und eine Katze war auch nicht zu sehen. Nach weiteren 5 Minuten Suchen und Lauschen meinte ich, wir sollten mal den Kühlschrank vorziehen.

Gesagt, getan, Und siehe, da war unsere kleine Katze. Eingeklemmt zwischen Kupferrohren über dem Kühlaggregat des Kühlschrank. Wie sie sich in diese missliche Lage zwängen konnte, ist uns immer noch unklar, weil der Platz hintern Kühlschrank und zwischen den Rohren eigentlich nicht dafür ausreichte. Aber vermutlich wollte sie wohin, wo es warm und dunkel war – und das war der ideale Platz.
Ich hockte mich jetzt also auf den Boden und versuchte, die Katze zum Verlassen zu bewegen. Aber sie hatte sich so verheddert, das ging weder vor noch zurück. Ich versuchte vorsichtig, ein Bein zu lösen, aber sie fing sofort wieder mit Maunzen an, so dass ich befürchtete, ich würde ihr Schmerzen zufügen. Ich war mittlerweile klatschnass geschwitzt und leicht panisch.

Doch ich konnte sie ja nicht da drin lassen. Also probierte ich es weiter, streichelte sie beruhigend und flüsterte ihr leise zu und versuchte es diesmal rückwärts. Ich könnte ein Hinterbein lösen und merkte, wie die Katze langsam nach unten rutschte. Ich war also auf dem richtigen Weg. Dann weiter, immer vorsichtig ziehen, die Vorderpfoten von den Rohren lösen, den Kopf ein wenig nach unten drücken, auf den Schwanz aufpassen und so arbeiteten wir uns Millimeter um Millimeter voran. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich sie aus dem Kühlschrank geschält und hab sie dann erstmal ganz lange bekuschelt und sie weiter gestreichelt. Sie maunze auch nicht mehr, sondern war, glaub ich, ganz dankbar, dass wir sie gerettet haben.

Sie zitterte immer noch am ganzen Körper und wurde auch wieder unruhig, so viel Nähe behagte ihr anscheinend nicht, Rettung hin oder her. Mein Mann verklebte den Spalt hinter dem Kühlschrank mit Pappstreifen, so dass die Katze nicht mehr dahinter krabbeln konnte und ich machte ihr meine Kuschelschafwärmflasche fertig, damit sie etwas zum ankuscheln hatte, wenn sie wieder nach Wärme suchte. Dann ließen wir sie wieder allein, schauten jedoch immer wieder mal bei ihr rein.

Beim letzten Kontrollgang an diesem Abend hatte sie es sich in ihren Katzenklohäuschen bequem gemacht. Höhle ist Höhle.

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