Moderne Zeiten?!

Mir war heut ein wenig fad, wie der Südländer so sagt, und ich überlegte, was ich dagegen tun könnte. Mir juckte es dabei ganz arg im Zockerdaumen, also musste ein Computerspiel her. Am besten ein neues. Spontan fiel dabei mein Blick auf die Assassin’s Creed Reihe, die ich in der Vergangenheit sehr gern und ausgiebig – bis auf Assassin’s Creed 3, mit dem ich einfach nicht warm werde – gespielt habe. Der nächste Titel in der Reihe namens Black Flag verspricht Piraten und die sollten es jetzt sein.

Wobei die Betonung auf JETZT liegt.

Bei Amazon geguckt, zwei Versionen gefunden. Aber immer nur bei Amazon kaufen ist doch doof, mal direkt beim Hersteller Ubisoft gucken. Der hatte ebenso zwei Versionen im Shop und nach einigem Hin und Her entschied ich mich für die Deluxe Version. In den Einkaufswagen gepackt, mir die Mail zur Passwortänderung schicken lassen, das Passwort geändert, den Warenkorb erneut aufgerufen und auf den Weg zur Kasse gemacht. Aber an der Kasse kam ich nicht weiter, denn

Aufgrund des Jugendschutzgesetzes sind einige Titel nur zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr erhältlich. In der Zeit zwischen 6:00 Uhr und 22:00 Uhr können Sie das Produkt nicht erwerben. Sie können es aber in Ihren Einkaufswagen legen und später kaufen.

Hatte ich erwähnt, dass ich das Spiel JETZT wollte und nicht erst heute nacht? Und ich bin wirklich auch schon erwachsen, ganz großes Indianerehrenwort. Mit Spucke drauf!

Also dann doch wieder zu Amazon, das Ding in den Einkaufswagen gelegt, ab zur Kasse und den Download starten.

Theoretisch.

Praktisch stürzte das Downloadprogramm nach 10 Sekunden ab. Immer und immer wieder. Als die Geduld verteilt wurde, stand ich gerade hupend im Stau und so langsam war ich ein wenig genervt, wollte ich doch nur ein Spiel herunterladen. Ich dachte zwischenzeitlich an die Piratenbucht, aber so ein bisschen motzte mein schlechtes Gewissen im Hintergrund rum und ich dachte an die Abmahngebühren und verwarf den Gedanken wieder.

Aus dem Augenwinkel sah ich aber, dass in der Amazon-Spielebibliothek der Produktschlüssel mit aufgelistet wurde. Da ich nicht das erste Mal Schwierigkeiten mit Ubisoft-Spielen hatte, konnte ich mich dunkel daran erinnern, dass der Schlüssel reicht, um das Spiel direkt von deren Seite runterladen zu können ohne den Umweg über Amazon gehen zu müssen.

Also den supertollen UPlay-Client gestartet, der sich erstmal eine Viertelstunde updaten musste. Als er dann fertig war, konnte ich mich anmelden und das Spiel aktivieren und tadaaaaa, sofort erschien eine Schaltfläche „Download“.

So, und jetzt warte ich darauf, dass der 33 GB Download abgeschlossen ist.

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als die richtig coolen Spiele auf vier oder fünf  3,5 Zoll-Disketten passten?

Nostalgie

Manchmal bin ich so wagemutig und dann trinke ich Alkohol in solchen Mengen, dass mein Urteilsvermögen leicht getrübt sein mag 😉 Leider sind manche Tage so und wäre ich ein besserer Mensch, würde ich mich stattdessen mit Pfefferminztee betrinken.

Da ich aber nun mal so bin, wie ich bin – und das war harte Arbeit – habe ich den Tee kurz vorm Servieren gegen eine Flasche Wein ausgetauscht, weil mir gesagt wurde, dass Pfefferminztee dann am besten schmeckt.

Wie der Abend voranschreitet und sich die Flasche merklich leert, werde ich Schluck um Schluck sentimentaler. Früher™ war das der Zeitpunkt, einer Freundin die Schulter vollzuheulen, heute motze ich Wildfremde im Internet an oder ich geh online shoppen.

Diese Nacht war Letzteres dran und aus dem banalsten Grund überhaupt. Mein bester(?) Freund verabschiedet sich in die Nacht und ich erwidere seinen Gruß mit den (für mich) üblichen Worten „und träum was Süßes von sauren Gurken“.

Und dann überkommt es mich. Ein unbändig trauriges Gefühl, gemischt mit ein bisschen Wut und ganz viel Bedauern und Wehmut.

Dieses Sprüchlein sagte ein Zwerg in einem meiner Lieblingskinderbücher. Das Buch war mein Schatz! Ich las es als Kind oft und immer mit Genuss. Ein Buch, das bei den Großeltern gelagert wurde, um den Enkelkindern als Lektüre zu dienen.

Bis zum Jahre 2002, als DIE FLUT (Wikipedia) meine Heimat heimsuchte. Zum Glück waren meine Eltern nur indirekt betroffen. Die Elbe war weit genug weg und nur der alte Elbarm hätte ihnen wirklich Sorgen bereiten können. Mit genügend Vorlauf hatten sie alle wertvollen Sachen aus dem Keller in ihre Wohnung im ersten Stock gebracht, alles schien sicher und unter Kontrolle.

Bis dann das Grundwasser den Abfluss im Keller hochdrückte und das Haus bis Oberkante Kellertreppe flutete.

Das Gute daran war, dass es nur klares Grundwasser war, kein Schlamm, kein reißender Strom mit Baumstämmen oder ähnlich verheerendem Treibgut.

Das Schlechte war, dass meine Eltern ein paar Kisten übersehen hatten. Meine ganzen Kinderbilder zum Beispiel. Oder die Kiste mit meinen Kinderbüchern.

Die Kinderbilder wurden nach Ablauf der Flut auf die vor dem Haus als Zaun gepflanzte Hecke zum Trocknen gelegt. Immer wieder sprintete ich los, wenn sich ein fast trockenes Bild dem Wind hingab und davon flatterte. Immerhin konnten wir so einen Großteil meiner Kinderbilder retten.

Bei den Büchern sah die Sache leider anders aus. Fast alle Bücher waren durchweicht, die Seiten pappten aneinander, oft war die Zellulose bereits zu einem einheitlichen Brei zersetzt.
Ein paar Bücher blätterte ich durch, versuchte ein letztes Mal die Geschichten zu verinnerlichen, doch ach, ich vergaß sie leider genauso schnell wieder 😥

Eine Geschichte jedoch blieb mir immer in Erinnerung. Ein Zwerg erkundet des nächtens eine Schokoladenfabrik. Er schaut sich sämtliche Maschinen an, es wird erklärt, warum Schokolade so zart ist, dass sie auf der Zunge schmilzt. Während seines nächtlichen Rundgangs – er mag doch so gerne saure Gurken und was gibt es Besseres als saure Gurken mit scharfem Senf – verschüttet er Senf direkt über einer Pralinenform und so werden am nächsten Morgen Senfpralinen gefertigt, was dem Zwerg unglaublich peinlich ist!

Aber was soll er machen? Also schleppt er sein Senfglas in seine Zwergenhöhle und bereitet sich auf den Schlaf vor.

Dieser Zwerg war der Held meiner Kindheit! Nicht nur, dass er in einer Schokoladenfabrik hauste, wo er jederzeit an feinste, zartschmelzende Schokolade heran kam. Nein. Er liebte auch Senf. Vermutlich sogar den mittelscharfen aus Bautzen!

Seit ich das erste Mal das Buch gelesen hatte, verabschiedete ich alle Freunde und Familienmitglieder mit den Zwergenworten in die Nacht. Mein Ritual, mein Bekenntnis der Zuneigung! Viel zu wenige kannten es und oft verpuffte es ohne jegliche Wirkung. Dabei wollte ich doch allen nur den Zwerg mit seinem großen Senfglas ans Herz legen, denn nicht alles Übel entspringt bösem Ansinnen!

Und so wünsche ich euch allen eine „Gute Nacht und träumt was Süßes von sauren Gurken!

P.S. Ein weiteres Buch, dass nur noch vage in meinen Erinnerungen lebt und welches ich doch so gerne wieder haben würde! Es erzählt einzelne Episoden. Es ist, glaube ich, in Tschechien hergestellt. In meiner Erinnerung ist es einfarbig gedruckt, schwarz mit rot/rosa, kleine Bildergeschichten für Kinder. Eine Geschichte handelt davon, dass der Opa (die Oma?) seine Brille sucht und die ganze Wohnung mit seiner Enkelin durchkämmt, um am Ende festzustellen, dass er die ganze Zeit die Brille auf dem Kopf/der Stirn/der Nase hatte. Wenn jemand weiß, wie das Buch heißt, so möge er doch bitte einen Hinweis in den Kommentaren hinterlassen.

Links und rechts

Mir geht’s wieder ein wenig besser, was ich an zwei Dingen merke. Ersten blogge ich mehr und zweitens kann ich mich auch wieder sehr genüsslich aufregen 🙂

Auslöser ist diesmal Amazon. Dort habe ich vor knapp 2 Monaten eine Micro-SD-Speicherkarte für das neue Handy meiner Mama bestellt. Die Karte stellte sich jedoch als fehlerhaft heraus und ich schickte sie wieder zurück. Kurz darauf erhielt ich eine Email von Amazon, dass der Artikel eingetroffen und die Gutschrift veranlasst sei. Gedanklich machte ich also einen Haken an die Geschichte.

Aber es gäbe diesen Artikel nicht, würde es nicht einen anderen Haken geben. Zwei Wochen später erhielt ich erneut eine Email von Amazon, dass ich doch bitte besagten reklamierten Artikel zurückschicken sollte, sonst würde erneut der Rechnungsbetrag von meinem Konto abgezogen. Leider purzelte dieser Vorgang, nicht sonderlich verwunderlich bei dem Stress der letzten Tage, unerledigt aus meinem Gehirn.

Bis gestern Abend, als dann die Email kam, dass ich es versäumt hatte, den Artikel zurückzuschicken und Amazon sich das Geld dafür zurückhole. (Dies ist eine automatisch versendete E-Mail. Bitte antworten Sie nicht auf dieses Schreiben, da die E-Mail-Adresse nur zum Versenden, nicht aber zum Empfang von E-Mails eingerichtet ist.)

Och nö. Ich hatte ja immer noch gehofft, dass sich das Missverständnis in Luft auflöst. Ich schaute noch mal in mein Konto, dort steht eindeutig, dass die Reklamation abgeschlossen und der Betrag erstattet ist. Also die Webseite durchforstet, irgendwo findet sich bestimmt eine Telefonnummer. Nach ein paar Klicks und der Angabe meiner Telefonnummer wurde ich zurückgerufen.

Die Dame am Telefon war sehr nett, verstand auch sofort das Problem und versprach, umgehend die Rücküberweisung zu veranlassen und zudem den weiteren Versand von Emails zu unterbinden. Ob damit jetzt aber das Rücksendeproblem wirklich erledigt ist? Ohne Mails werde ich es vermutlich nur an seltsamen Abbuchungen auf meinem Konto sehen.

Schön, wenn links weiß, was rechts macht.

Häppchen für Zwischendurch I

Seit heute morgen haben wir wieder 4 Tage kinderfrei, während der Große Urlaub bei den Großeltern macht.

Es gab eine Antwort auf meine Mail an Hermes:

Sehr geehrte Frau XY,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir haben Ihre Beschwerde an die zuständige Niederlassung, zur internen Klärung, weitergeleitet.

Mit freundlichen Grüßen

Kundenservice

Ich habe  leider, entgegen anderslautender  Aussagen, immer noch keine Informationen zu meinen möglichen Schöffenterminen erhalten.

An diesem Freitag feiert unsere Firma Weihnachtsfeier, was an sich eine schöne Sache ist. Aber leider weiß immer noch niemand, WO diese Weihnachtsfeier stattfinden wird.

Amazon hat eine interessante Preispolitik, bei der sich Preise innerhalb kürzester Zeit signifikant ändern können. Aber da sie dies in den AGBs so ankündigen, hat man als Käufer wenig Handhabe, sondern muss einfach genau aufpassen und prüfen, bevor man die Bestellung endgültig abschickt. Bei mir gab es bei einem Produkt Preisschwankungen von bis zu 8 Euro, je nachdem, zu welcher Tageszeit ich guckte. Nach zwei Tagen warten hab ich die Bestellung zum günstigeren Preis abgeschickt, nur um dann zu erfahren, dass das Produkt eine Lieferzeit von 1-3 Monaten hat. Na wie günstig, dass es als Weihnachtsgeschenk gedacht war.
Heute kam die Mail, wie erfreut Amazon ist, dass das Produkt doch schon in den nächsten Tagen verschickt werden kann. Glück gehabt!