Nur mal kurz

Gestern war ein echt anstrengender Tag auf Arbeit. (Warumwiesoweshalb werde ich eventuell später in einem Artikel verraten.) Zum Feierabend wollte ich eigentlich nur noch nach Hause und auf die Couch fallen, die Ruhe genießen, bis der Rest der Familie ebenfalls heim kommt. Doch eine Kollegin hatte vor zwei Tagen erwähnt, dass es was ganz Tolles in einem der Familienklamottenläden gibt, also wollte ich nur mal kurz dahin. Zum Glück ist eine Filiale der Kette nebenan in unserem kleinen Einkaufscenter und anstatt auf die Couch, wankte ich in den Laden. Natürlich gab es dieses Tolle nicht mehr, aber dafür waren gerade andere Sachen im Angebot, von denen ich zwei Stück erwählte. Artig stellte ich mich hinter die Frau, die bereits an der Kasse wartete. Die einzige Verkäuferin beriet lautstark eine Kundin, die sich nicht entscheiden konnte. Sie wanderten von Regal zu Regal und die Verkäuferin pries einen Artikel nach dem anderen an, erklärte ausführlich die Vorzüge des Produkts und empfahl Alternativen. Die Kundin fand jedoch immer etwas, das ihr nicht passte. Die wartende Frau vor mir und ich wurden langsam ungeduldig, da wir unsere Lebenszeit doch gerne mit anderen Dingen zubringen wollten, als dieser Schnepfe beim Unschlüssigsein zuzuhören.

Nach langen zehn Minuten hatte sich die Kundin entschieden, die Verkäuferin stürmte zur Kasse und die Schnepfe stellte sich direkt vor mich. Weil mir echt der Nerv fehlte, deswegen jetzt noch eine Diskussion vom Zaun zu brechen, ließ ich sie gewähren.

Schwerer Fehler.

Während die an vorderster Stelle bar zahlte, musste Schnepflein natürlich mit Karte zahlen und vertippte sich prompt bei der PIN-Eingabe. Die Verkäuferin reagierte sehr freundlich und verständnisvoll, zeigte, wie man die Eingabe korrigierte und startete nach der trotzdem fehlerhaften Eingabe den Zahlvorgang neu. Die Schnepfin entschuldigte sich wortreich, dass sie gerade erst die Bank gewechselt hätte und da eine neue Karte mit neuer PIN bekomme habe und die sich nicht merken könne. Wenn sie aber jetzt fix ihr Handy rauskrame …

Während sie sich sämtliche Zähne lockerquatschte, wurde ich immer verzweifelter. Ich bedauerte, nicht doch die Couch genommen zu haben. Endlich war ich dran und 30 Sekunden später auch abgefertigt, während die Schnepfe immer noch dabei war, ihre zwei gerade gekauften Sachen in ihrer überdimensionalen Einkaufstasche zu verstauen, immer noch was vom Bankwechsel vor sich hin murmelnd.

Am Ende der Einkaufspassage ist ein Euroshop und mir fiel ein, dass ich der Süßen noch einen Haarreif für Weihnachten besorgen wollte. Und ein Euro ist echt ein Schnäppchen, wenn der Haarreif das Auspacken vermutlich nicht länger als 2 oder 3 Stunden überleben würde. Schnell fand ich einen und begab mich zur Kasse. Vor mir stand ein Mann samt 10-jährigen Kind und überschaubarer Warenselektion. Das Ausrechnen der Gesamtsumme ist im Euroshop jetzt nicht sonderlich schwer, aber der Kunde vor mir brauchte es extra kompliziert und hat jeden Artikel einzeln bezahlt, jeweils mit eigenem Kassenbon. Dann fiel dem Mädchen auf, dass noch ein Paar Socken vergessen wurde. Und dann packte das Mädchen noch ihre Sachen auf den Tisch. Sie versuchte, die geforderten 3 Euro mit ihrem Kleingeld zu bezahlen, scheiterte aber bei 2, 50€ und kramte dann umständlich einen 10-Euro-Schein hervor. Sie legte die mühsam vorher herausgesuchten Münzen einzeln wieder in ihre Geldbörse zurück. Sie wird mal ein echt vorbildlicher Rentner!

Ich zeigte den Haarreif, gab der Verkäuferin den Euro, verzichtete auf den Kassenbon, eilte nach Hause, verstaute die Einkäufe und sank auf die Couch, nur um 2 Minuten den Schlüssel in der Wohnungstür zu hören. Soviel zum Ausspannen auf dem Sofa.


Solche Dinge passieren natürlich immer dann, wenn man entweder völlig geschafft ist oder absolut keine Zeit hat.

So wie vor gut 1,5 Jahren, als wir mit dem Großen zu seinem ersten echten richtigen Fußballturnier angemeldet waren. Weil es das erste war und der Große noch nicht so lange im Verein trainierte, wollten wir einen guten Eindruck hinterlassen und pünktlich sein.

Der Vorsatz wurde aber direkt dadurch torpediert, dass die Batterie unseres Autoschlüssels den Geist aufgegeben hatte und sich das Auto nicht mehr öffnen ließ. Öffentliche Verkehrsmittel waren keine Option, also eilte ich nur mal kurz ins Einkaufszentrum nebenan. Der große Supermarkt hatte auch welche vorrätig und ich stellte mich an der aussichtsreichsten Kassenschlange an.

Wie es aber so ist, sind kürzeste Schlangen oder Wartende mit nur wenigen Begierdeobjekten ein Garant dafür, sehr lange warten zu müssen. Die erste in der Schlange hatte natürlich vergessen, ihr Obst zu wiegen, brauchte 3 Anläufe, um die Ersatzkasse im Kassenbereich zu finden und schlenderte dann gemütlich alle Zeit der Welt habend zur Kasse zurück. Der nächste Kunde, mein direkter Vorgänger, legte zwei Blumensträuße aufs Band. Was sollte da schon schief gehen, außer dass die Sträuße beim Empfänger wohl nicht sonderlich gut ankommen würden, weil die Qualität ebenbürtig mit den Tankstellensträußen ist?

Dieser Umstand hielt den Käufer jedoch nicht davon ab, umfangreich mit der Kassiererin zu diskutieren, was die Sträuße denn nun kosten würden. Die Diskussion wogte wie ein Tennismatch hin und her und wollte kein Ende nehmen. Irgendwann fragte ich nach, ob sie sich heute noch einig werden würden oder ob ich in der Zwischenzeit kurz meine Batterie bezahlen könnte. Die Kassiererin biss sich auf die Lippe, um ein breites Grinsen zu unterdrücken, während der Kunde sprachlos vor sich hin stotterte und dann die gewünschten 12(!) Euro zahlte.

Ich eilte mit meiner Batterie zum Auto, lud die Familie ein und düste, auf keine Blitzer hoffend, quer durch die Stadt. Wie es sich gehört, hatten wir die rote Welle erwischt und durften an jeder einzelnen Ampel warten. Am Ziel angekommen suchten wir verzweifelt einen Parkplatz. War ja klar, dass am Wochenende alle Anwohner da parkten und noch dazu die Fußballeltern. Ich erspähte einen Parkplatz auf der anderen Straßenseite. Da dieser aber durch einen dicken Grünstreifen abgetrennt war, musste ich erst ans Ende der Straße fahren, konnte dort wenden, nur um den eben noch freien Parkplatz besetzt vorzufinden. So kreisten wir einige Male ums Karree, bis sich dann doch jemand erbarmte und einen Parkplatz für uns frei machte. Pünktlich waren wir nicht mehr, aber immerhin zeitig genug, damit sich der Große noch mit aufwärmen konnte.

 

Von wegen nur mal kurz: aber ihr kennt das ja auch!

Fit wie ein Turnschuh

Bin ich, wirklich.

Nur eben nicht wie ein ganz neuer Turnschuh, sondern eher wie ein alter, ausgelatschter, der kein Profil mehr hat und bei dem man nicht mehr allzu fest an den Schnürsenkeln ziehen sollte.

Dies wurde mir heute sehr schmerzlich während der ersten Stunde des Rückbildungskurses bewusst. Waren jetzt keine sonderlich schwierigen Übungen, aber ich fand sie seeeehr anstrengend, vor allem diejenigen, bei denen die Arme zum Einsatz kamen. Da merkte ich, wie verspannt ich im Schulter-Nacken-Bereich bin. Typische Informatikerberufskrankheit.

Aber auf der Haben-Seite konnte ich vermerken, dass ich beim Vornüberbeugen mit den Händen noch locker auf den Boden komme, sogar mit durchgedrückten Knien 🙂

Bin ziemlich k.o. jetzt und hab ein klein wenig Angst vor morgen, wenn sich der Muskelkater wie immer hinterhältig angeschlichen hat.

 

Schreischratline

Dass mein Mädchen anders ist als ihr großer Bruder hatte ich schon öfter erwähnt. Vor allen Dingen ist sie unruhiger.

Sie braucht viel länger beim Trinken, verschluckt sich häufig, zieht viel Luft, spuckt viel oder erbricht schwallartig, weil sie viel zu viel getrunken hat.

Sie weint viel, kann nur selten abgelegt werden, muss viel getragen werden und braucht generell mehr Körperkontakt.

Sie erschrickt bei kleinsten Geräuschen, wenn ich spreche, mein Mann hustet, der große Bruder niest, eine der Katzen geräuschvoll auf dem Boden landet.

Wenn sie mal liegt, dann ist sie ständig in Bewegung, die Hände fuchteln wie wild herum, die Beine strampeln unentwegt, der Kopf wird hin und her gedreht.

Selbst im Schlaf ist sie unruhig, träumt wild, schlägt mit den Armen um sich, quietscht laut, weckt sich dadurch selber und mich.

Ich weiß nicht, ob das noch die Nachwirkungen des Krankenhausaufenthalts sind, ob sie irgendwelche anderen Geister umtreiben oder ob es einfach ihre Natur ist. Was auch immer es ist, es ist unglaublich anstrengend, da sie nur bei mir zur Ruhe kommt und ich sie nicht für einige Zeit zum Papa geben kann.

Wenn sie mich dann allerdings mit ihren großen, dunkeln Augen anschaut und lächelt, geht mir das Herz über. Böse bin ich ihr eh nie ❤

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Und ja, das ist der Hexenhut, der endlich passt 🙂

Weihnachtsstress – Nachtrag

Uff, mal wieder überstanden.

Entgegen den ersten Befürchtungen blieben die großen Dramen aus. Wir durften auch, ganz unserem ursprünglichen Plan folgend, in Ruhe in die Apotheke fahren, das Läusemittel kaufen, um es dann bei meinen Eltern daheim anzuwenden. Meiner Ma ist in der Zwischenzeit auch aufgefallen, dass sie sich beim letzten Besuch des Enkels hätte anstecken können.
Zeichen und Wunder 😉

Trotzdem war es anstrengend. Meine Eltern wollten außerdem dieses und jenes an ihren Rechnern eingerichtet haben und gleichzeitig motzte der WLan-Router rum. Das neue Handy meines Mannes wollte auch versorgt werden, zum Glück hatte mein Guter seine Pin-Nummer nicht im Kopf. Also war ich den Großteil der Zeit damit beschäftigt, die Technik auf Vordermann zu bringen. Ob es geklappt hat, wird sich die nächsten Tage zeigen.

Der Krümel tobt seit einigen Tagen auch wieder wie verrückt und probiert alle möglichen Positionen mal aus, so dass ich wahlweise Tritte auf die Blase, in die Seite oder gegen die Rippen kriege. Alles immer atem- und schlafraubend. Dazu noch ne dicke Erkältung bei meinem Mann und bei mir ein leichter Schnupfen, so dass wir uns nachts gegenseitig durch unser Schnarchen wach halten.

Jetzt will ich die nächsten Tage einfach mal nix tun, viel schlafen und erholen und vielleicht auch wieder mal bloggen, hab so ein paar Themen auf Halde, für die mir aber in der letzten Zeit der Nerv fehlte.