Kindernotdienst

Aus aktuellem Anlass habe ich über unsere Geschichte im Zusammenhang mit medizinischen Kindernotfällen nachgedacht. Großzügigerweise sage ich immer, dass der Große 7 Jahre benötigt hat, um das erste Mal ärztliche Notfallhilfe in Anspruch zu nehmen. Aber eigentlich stimmt das so nicht, denn es gab durchaus schon vorher Vorfälle, nur habe ich die gut verdrängt.

Der erste Vorfall ereignete sich – na klar – als ich nicht da war. Ich machte gerade eine Weiterbildung im Norden und hatte meine beiden Jungs für eine Woche alleine gelassen. Mitten in der Nacht bekam ich eine Nachricht, dass der Große sich irgendwas ins Ohr gesteckt hätte und das jetzt ganz furchtbar weh tun würde und was mein Mann machen solle. Nach Ohrennotdienst googeln, dort anrufen und dann hinfahren und nachschauen lassen. Machte mein Mann dann auch, da er aber keinen Führerschein hat und mitten in der Nacht kaum noch Busse und Bahnen fahren, nahm er ein Taxi. Der Arzt schaute ins Ohr, stellte eine massive Rötung fest, konnte aber keinen fremden Gegenstand finden. Dieser war vermutlich in der Zwischenzeit rausgefallen. Es gab Schmerzmittel und eine Belehrung ans Kindlein, sich nichts in Ohren oder Nase zu stecken.

Einige Zeit später, wir waren schon in der neuen Wohnung, aber noch zu dritt, hörte ich kurz vor Mitternacht ein leises Rufen aus dem Kinderzimmer. Als ich nachschaute, fand ich ein nach Luft japsendes Kind, welches kaum reden konnte. Wie er sich überhaupt bemerkbar machen konnte, bleibt bis heute ein Rätsel. Also wieder Google befragt und dann ab ins Auto zu unserer Kinderarztpraxis, die auch Notfallpraxis ist. Wir hatten Glück, es war gerade ein Arzt da, denn ein anderes Kind hatte auch einen Notfall und im Gegensatz zu uns vorher angerufen und sich angekündigt, so dass der Arzt sich auf den Weg zur Praxis gemacht hatte.
Noch bevor wir den Arzt überhaupt zu Gesicht bekamen, hatten wir einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen, auf dem eine ausführliche Erklärung zu Pseudokrupp stand. Der Arzt bestätigte bei der Untersuchung seine Vermutung, gab dem Kind ein Kortisonpräparat und schickte uns wieder heim.

Dann war eine ganze Weile Ruhe mit Notfällen, aber wir hatten ja genug mit der Doppelniere der Kleenen zu tun. Bis sich der Große sein Bein brach.

Tja, und dann fing die Kleene an, die Notfallärzte unserer Stadt aufzumischen. Zuerst kam der Anruf aus dem Kindergarten, dass die Süße sich selbst beim Spielen eine volle Ladung Sand ins Auge geworfen hätte (fragt nicht, wie sie das angestellt hat) und das Auge jetzt sehr rot und geschwollen sei. Ich war zum Glück gerade von der Arbeit freigestellt und konnte den Einsatz übernehmen. Fix nach einem Augennotdienst gegoogelt, direkt um die Ecke einen gefunden und ab dafür.
Da der Unfall im Kindergarten passiert war, wollte die Praxis jede Menge Angaben zur Einrichtung wissen. Ich telefonierte mich durch die Kiga-Verwaltung und bekam letztendlich alle Antworten, die ich benötigte. Die Süße wurde von einer sehr netten Ärztin untersucht, die feststellte, dass keine Fremdkörper mehr im Auge wären, aber eben die Oberfläche angekratzt und deswegen gerötet wäre. Sie gab uns eine Packung Einmal-Augentropfen mit und entließ uns mit guten Besserungswünschen.

Gestern nun kam wieder ein Anruf aus dem Kindergarten. Die Kleene sei beim Klettern abgerutscht und mit dem Mund auf die Kante der Rutsche geschlagen. Es hätte stark geblutet und wir sollten es vorsichtshalber kontrollieren lassen. Da ich mich gegen Mittag mit seltsamen Magen-Darm-Beschwerden von der Arbeit nach Hause geschleppt hatte und mein Mann seinen Resturlaub aus dem Vorjahr nahm, waren wir beide zuhause, ich allerdings im Dämmerschlaf auf der Couch.
Ich bat meinen Mann, nach einer Kinderzahnarztnotfallpraxis zu googeln, was er auch mit Erfolg tat. Gleich ums Eck war eine solche zu finden. Ich holte noch fix den Großen aus der Schule ab und verfrachtete ihn in die Bibliothek, dann fuhr ich zum Kindergarten.

Ich sah der Süßen an, dass der Aufschlag heftig war. Sie hatte immer noch verquollene Augen und so richtig freuen, dass ich sie abhole, wollte sie sich auch nicht. Sonst kommt sie immer mit offenen Armen auf mich zugestürmt, aber vermutlich saß ihr der Schock gestern noch zu sehr in den Knochen.
Ich schaute in den Mund und sah eine Wunde an einem der oberen Schneidezähne. Also dann doch lieber zum Zahnarzt. Der war schnell gefunden, die Parkplatzsuche dauerte ungleich länger. Am Tresen angemeldet und wieder eine Menge Formulare zum Ausfüllen bekommen. Die benötigten Angaben hatte ich ja alle noch vom letzten Mal parat.

Die Zahnärztin war sehr nett, schaute sich alles genau an und nahm dann folgende Bestandsaufnahme vor: Das Kindlein hatte alle für dieses Alter typische Zähne mitgebracht und alle auch an der richtigen Stelle und in der richtigen Formation. Yay!
Es hatte sich die Ober- und Unterlippe aufgeschlagen, das obere Lippenbändchen sowie das Zahnfleisch an einem der oberen Schneidezähne eingerissen. Alle Zähne wären aber fest, vermutlich weil die Lippen den Großteil des Sturzes abgefangen hätten. Es könnte passieren, dass der eine Schneidezahn grau wird, dann ist beim Sturz die Wurzel beschädigt wurden. Das mache bei Milchzähnen aber nichts. Es kann die nächsten Tage beim Zubeißen etwas weh tun, weswegen wir die richtig harten Sachen wie Äpfel oder Krustenbrot erstmal weglassen sollten.

Also, was haben wir jetzt in Notfall-Summe?

  • Hals-Nasen-Ohren-Arzt
  • Allgemeiner Kindernotarzt
  • Kinderchirurgie
  • Augenarzt
  • Zahnarzt

So wahnsinnig viele Spezialisten bleiben nicht mehr übrig.

Hello again!

Hat mich eigentlich jemand vermisst? Anyone? Nein?

Egal, ich texte euch auch so zu 🙂

Ganz offensichtlich gibt es mich noch, ich hab mir nur eine kurze Auszeit gegönnt. In dieser waren meine Familie und ich 3 Wochen im Urlaub und unsere Tochter mit mir eine Woche im Krankenhaus. Der Krankenhausaufenthalt war schon länger geplant und musste leider zweimal verschoben werden, so dass er sich jetzt direkt an die Ferien anschloss. Fand ich nicht so dolle, da die damit verbundene OP wie ein Schatten über dem kompletten Urlaub hing.

Ich konnte in der Vergangenheit schon schlecht mit dem Thema umgehen und während der Reise fragte ich mich immer wieder, ob dies die letzten schönen Tage gemeinsam sein werden und tröstete mich, dass wir immerhin noch tolle Erinnerungen sammeln konnten. Ein wirkliches Erholen war aber unter diesen Bedingungen nicht möglich, ganz egal wie entspannt die insgesamt drei Urlaubswochen ansonsten waren.

Der Krankenhausaufenthalt hat dann den minimalen Erholungseffekt umgehend zunichte gemacht, auch wenn sich alle Ärzte, Schwestern und Angestellte unendlich Mühe gaben. Die OP war für letzten Dienstag geplant, doch direkt nach der Ankunft auf Station teilte uns der Arzt mit, dass sie auf Mittwoch verschoben wurde. Dafür durften wir nach den Aufklärungsgesprächen und Voruntersuchungen wieder nach Hause gehen und sollten erst am Mittwoch eine Stunde vor OP-Beginn wieder im Krankenhaus sein. An sich eine gute Sache, bedeutete für mich jedoch einen Tag länger Bangen und Sorgen machen und sämtliche schreckliche Szenarien im Kopf durchspielen.

Am Mittwoch morgen hatte ich einen kleinen Nervenzusammenbruch unter der Dusche, die Anspannung der letzten Tage und Wochen war schlicht zu viel für mich. Dazu kam die Befürchtung, mein Kind einem großen Risiko auszusetzen, was am Ende vielleicht völlig unnötig wäre, denn es könnte ja auch weiterhin mit dem Antibiotikum leben. Und mögen Narkosemittel und Operationen heutzutage relativ sicher sein, aber immer wieder liest man von Eingriffen, die eben schief gingen. Da ist es auch wenig tröstlich, wenn sich hinterher herausstellt, dass der Patient einen unentdeckten Herzfehler oder unwissentlich eine Allergie entwickelt hatte.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, schnappte ich mir das Kind und ab ging es ins Krankenhaus. Dort wurden wir bereits erwartet und kurze Zeit später wurden wir zum Aufwachraum gebracht, wo meine Süße 10 Minuten später zur OP abgeholt wurde. Seltsamerweise war ich ab Verlassen der Wohnung total ruhig und gefasst, sämtliche Aufregung und Nervosität verschwunden. Ursprünglich dachte ich, ich könnte während der Wartezeit nix essen, aber als dann die Frühstücksdame mit ihren Essenswagen vor der Tür stand, hab ich mir ein Brötchen geben lassen und das zu meinem größten Erstaunen mit Appetit gegessen.

Nach 1,5 Stunden kam der Oberarzt ins Zimmer und an seinem Lächeln konnte ich ablesen, dass es meinem Mädchen gut ging. Man konnte bestimmt noch in der Nachbarstadt die mir vom Herzen fallenden Steine purzeln hören. Leider teilte mir der Arzt mit, dass die OP nicht wie geplant durchgeführt werden konnte. Durch die Doppelniere und den zusätzlichen Harnleiter lag im Blasenraum nichts da, wo es eigentlich liegen sollte und zusätzlich war die Ureterozelenschleimhaut im Weg und so konnte der Reflux, der zudem am gesunden Harnleiter und nicht wie vermutet am zusätzlichen, erweiterten Harnleiter existiert, nicht behoben werden.

Der Arzt entschied trotzdem, dass in 3 Tagen das Antibiotikum abgesetzt wird und wir schauen, was passiert. Die Chancen stehen wohl relativ gut, dass gar nichts passiert und die Kleene ihr Leben lang ohne Harnwegs- oder Nierenbeckeninfekte bleibt. Sollten vermehrt Infekte auftreten, müsste operiert werden und der Harnleiter verlegt und dann unterspritzt werden. Es könne auch sein, dass der zusätzliche Anteil der Doppelniere Probleme macht, weil er nicht vollständig ausgebildet ist und dann im Körper putzige Dinge auslöst, die zu Bluthochdruck führen. Dann müsste wiederum operiert und der zusätzliche Teil entfernt werden.

Tolle Aussichten, oder?

Eine halbe Stunde nachdem der Arzt mir das alles erklärt hatte, durfte ich in den Aufwachraum gehen und meinem Kind beim Schlafen zuschauen. Nach einiger Zeit ereilte mich ein menschliches Bedürfnis und weil es im Aufwachraum keine Toiletten gibt, tapperte ich wieder in mein Zimmer und auf dem Rückweg nahm ich mir ein Buch mit, war es doch völlig unklar, wie lange die Süße ihren Rausch ausschlafen würde.

Wieder im Aufwachraum angekommen, turnte da ein kleines Mädchen in seinem Bettchen rum, gut umsorgt von einer Schwester. Eben jene Schwester meinte ob meines erstaunten Blicks, dass es bei Kindern häufig so ist, als ob ein Schalter umgelegt wurde. Es ging der Kleenen also gut, nur war sie noch sehr wacklig auf den Beinen und fiel immer wieder mal beim Hüpfen um.

Als wir wieder im Patientenzimmer waren, wurde gerade das Mittagessen verteilt. Ich fragte die Schwester, ob und wann die Kleene was essen dürfte. Erstmal solle sie etwas trinken und wenn das drin bliebe, könnte man über feste Nahrung nachdenken. Der Vorschlag stief auf wenig Gegenliebe beim Patienten und etwas eigenmächtig gab ich ihr einen Pudding, den sie mit großem Appetit vertilgte. Eine Stunde später ließ ich sie aus ihrem Kinderbett frei, woraufhin sie sofort ins Spielzimmer stürzte, sich den Puppenwagen schnappte und diesen fortan 3 Stunden lang über die Krankenhausgänge schob. Die Schwestern schauten ein wenig verwundert, war mir aber egal, dass Theater, bis sie endlich „frei“ gelassen wurde, wollte ich niemanden antun.

Am nächsten Vormittag wurden wir entlassen und wir nutzten den Rest der Woche, diese weniger schönen Erlebnisse wegzukuscheln.

Tja, und seit heute hat mich die Arbeits- und Blogwelt wieder.

Arztwechsel – Update

Und dann war ja noch dieses leidige Thema.

Ich hatte die gelben Seiten konsultiert und eine Ärztin mit dem schönen Vornamen Claudia herausgesucht in der Hoffnung, dass dieser Name eine Ärztin meines Alters schmückt. Tja, knapp daneben, die Gute wird wohl in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Nichtsdestotrotz war sie energisch und mitfühlend. Als ich ihr von den Symptomen erzählte und wie sehr mich das nervt und wie weh mir alles tut, meine sie, dass das durchaus verständlich ist. Es braucht nicht viel und dieses kleine Wort „verständlich“ zeigte mir, dass ich hier gut aufgehoben war. Sie horchte meine Lunge ausgiebig ab und machte direkt danach einen Lungenfunktionstest, der zwar kein richtig eindeutiges Bild ergab, aber zumindest auf eine bestimmte Richtung hinwies: allergisches Asthma.

Hatte ich ganz früher mal, als ich mit Kumpels an einem heißen Sommertag eine Radtour durch blühende Sommerwiesen machte und ich an einem leichten Anstieg dachte, ich muss sterben. Damals hab ich einen Inhalator für solche Notfälle bekommen, seitdem aber blühende Wiesen – und Radtouren – gemieden und den Inhalator irgendwann entsorgt.

Da ich auch diesen Sommer nicht geradelt bin und immer noch Sommerwiesen meide und auch nicht diese akute Atemnot hatte, dachte ich überhaupt nicht an sowas. Die Ärztin bestellte mich für den nächsten Morgen ein, um Blut für diverse Tests abzuzapfen und am Montag sollte ich wieder kommen, dann lägen die Ergebnisse vor. Sie würde einfach mal alles testen: Schilddrüse, Leber, Embolie, Entzündungen, etc.

Am Montag stand ich also wieder bei ihr auf der Matte und sie ging die Testergebnisse durch. Alles schick, keine Auffälligkeiten bis auf die Entzündung, was sie in ihrer Vermutung bestätigte: eine leichte Lungenentzündung durch die vor 4 Wochen eingefangene Bronchitis, die durch meine Allergievorbelastung und das sehr warme Wetter begünstigt, in die Lunge gewandert ist und sich dort festgesetzt hat.

Therapie: viel trinken und Thymiverlan nehmen und aufs Beste hoffen. Die Medizin hilft ganz gut, da kommt ein Haufen Schmodder raus und der Husten ist nicht mehr so quälend. Wird wohl aber trotzdem noch 2-3 Wochen dauern, bis es ganz weg ist.

Davon völlig unabhängig war ich vor 1,5 Monaten zur Hautkrebsvorsorge und die Hautärztin ist auch Allergologin und wir besprachen meine Allergien, weil ich zu dem Zeitpunkt so einen doofen, juckenden Ausschlag auf meinem rechten Handrücken hatte. Sie meinte, der käme sehr wahrscheinlich von meiner Pollenallergie und nicht wie von mir vermutet durch eine neue Kontaktallergie. Sie verschrieb mir eine Lotion und die hat sofort gewirkt.

Ich sollte mir zudem einen Termin für einen Allergietest geben lassen, sie würde gerne meinen aktuellen Status prüfen. Der Termin war ebenfalls jetzt am Montag und was soll ich sagen: ich glaube, ich bin gegen irgendwas allergisch 😉

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Nummer 1 ist übrigens Kochsalzlösung als neutraler Vergleich und Nummer 2 ist Histamin in Reinform, also das Zeug, auf das der Körper an sich allergisch reagiert. Die stärksten Ausschläge gab es bei Gräser/Roggen und Frühblüher (Birke/Erle/Hasel). Das kommt jetzt nicht soooo überraschend, wurde ich dagegen vor 20 Jahren bereits hyposensibilisiert.

Wir machen jetzt einfach einen neuen Hypo-Lauf gegen die Frühblüher mit 5 Spritzen, beginnend am 1. Oktober. Und wenn wir damit durch sind, gibt’s die Gräser obendrauf, soll mir ja nicht langweilig werden.

Durch dieses ganze Theater habe ich die 2. Prüfung meiner Weiterbildung erstmal auf Eis gelegt. Ich hatte letzte Woche noch versucht, mich durch das Begleitbuch zu ackern, aber mit dem Husten und der dauernden Erschöpfung war das einfach nur Qual. Wenn alles gut geht, kann ich morgen oder übermorgen wieder weiter lernen und je nachdem, wie gut ich voran komme, schreibe ich nächste oder übernächste Woche die Prüfung. Zum Glück habe ich da keinerlei Zeitdruck.

Arztwechsel

So an und für sich bin ich eine treue Socke und wenn ich mich mal für etwas oder jemanden entschieden habe, dann bleibe ich fast immer dabei. Es sei denn, das- oder derjenige ist nicht mehr verfügbar oder hat mich schwer enttäuscht.

So wie mein Hausarzt letztens. Ich komme schlicht nicht über die Tatsache hinweg, dass er mich einfach ausgelacht hat, als ich mich mit meinen Sorgen und Nöten vertrauensvoll an ihn gewandt habe. Hätte er es bei ein paar beschwichtigenden, vielleicht auch relativierenden Worten belassen, hätte ich noch darüber hinweg sehen können. Aber einen Patienten auslachen geht echt gar nicht, mein gekränktes Ego hin oder her.

Nun ist es aber so, dass ich seit über drei Wochen einen echt ekligen, hartnäckigen Husten habe, der mich fast rund um die Uhr plagt. Morgens und vorm Einschlafen ist es am Schlimmsten, da krampft mein ganzer Körper. Richtig schlafen kann ich deswegen auch nicht, ich werde viel wach und habe sofort einen neuen Hustenanfall. Tagsüber sind die Anfälle seltener, aber trotzdem sehr nervig, vor allem wenn ich versuche, mich auf meine Prüfung vorzubereiten. (Zum Glück habe ich da keinen Termindruck, ich sollte sie nur bis irgendwann Ende September machen, vermutlich ginge aber auch noch später.)

Der normale Mensch würde zum Arzt gehen und das abchecken lassen, kann ja alles Mögliche sein. Auf jeden Fall kann der Arzt ein paar erleichternde Medikamente verschreiben oder sowas. Doch jedes Mal, wenn ich mir vorstellte, zum Arzt zu gehen, sah ich nur wieder meinen lachenden Hausarzt vor mir, der mir sagt, ich solle mich nicht so anstellen, ist doch nur’n Husten. Als wenn ich mich anstellen würde, wenn ich kurz vorm Ersticken bin. Als wenn ich mir die Schmerzen nur einbilden würde, gegen die auch eine volle Dröhnung Paracetamol nicht hilft, weil sämtliche Rippen und Muskeln weh tun durch die Attacken.

So kann es irgendwie nicht weiter gehen und deswegen werde ich morgen zu einem neuen Arzt gehen, eine Ärztin diesmal, zwei Straßen weiter. Mehr wie auslachen kann sie mich auch nicht und falls sie das tut, gibt es noch 10 andere im Umkreis von einem Kilometer. Darunter wird bestimmt einer sein, der seine Patienten ernst nimmt, auch wenn sie mit scheinbar seltsamen Anliegen bei ihm aufschlagen.

Ich werde berichten …

Es geht auch anders

Da hatte ich nun heute mein erstes Vorstellungsgespräch und bin so schlau als wie zuvor. Grundsätzlich habe ich eh so meine Schwierigkeiten, solche Gespräche einzuschätzen. Immer, wenn ich dachte, och, das lief ja jetzt richtig gut, kam kurz darauf die Absage. Hatte ich den Eindruck, ganz grandios gescheitert zu sein, folgte oft ein Vertragsangebot.

Mit der Zeit konnte ich jedoch zumindest den groben Ablauf eines Vorstellungsgesprächs ausmachen. Man wird von jemandem am Empfang abgeholt, ein Besprechungszimmer wird betreten, der oder die anderen Teilnehmer vorgestellt. Man begrüßt sich, spricht kurz über das Wetter oder ob man gut den Ort gefunden hat, die typischen Eisbrecher-Smalltalk-Floskeln.
Dann stellt der Gesprächsführer kurz das Unternehmen vor und erklärt, was, manchmal auch warum, sie genau  suchen. Im Gegenzug darf der Kandidat von sich und seinem Lebenslauf erzählen, vorzugsweise mit Betonung der auf das Anzeigenprofil passenden Vorzüge.
Aus diesen beiden Abschnitten ergeben sich fast zwangsläufig Fragen, welche dann im Anschluss gestellt und hoffentlich zufriedenstellend beantwortet werden. Hier kann man meist schon feststellen, ob das Gespräch erfolgreich sein wird oder eher nicht. Der Gesprächsführer wird hierbei schnell die Veranstaltung zum Ende bringen, sollte er der Meinung sein, dass der Bewerber nicht der richtige ist. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, je länger ein Gespräch dauert, desto besser bzw. aussichtsreicher.

Heute war alles anders. Es war nur ein Gesprächsparter, mein potentieller zukünftiger Vorgesetzter dabei. Er wirkte ein wenig deplatziert, als ob er sich wunderte, warum er mit mir in dem Besprechungsraum saß. Er entschuldigte sich, er käme gerade aus einer Besprechung und hätte keine Zeit gehabt, vorher nochmal in meine Unterlagen zu schauen. Auch würde ihm der Anzeigentext nicht vorliegen und zu allem Überfluss versagte sein Kuli seinen Dienst.

Nach den Eisbrecher-Floskeln drückte er mir einen weißen Laborkittel in die Hand und meinte, er würde mir jetzt das Unternehmen zeigen. Da es sich um ein Medizinlaborunternehmen handelte, wurde ich darauf hingewiesen, dass da mit menschlichen Proben (Blut, Urin, Stuhl, etc.) hantiert würde und ich doch bitte nichts anfassen oder austrinken sollte. WTF? Ärztehumor?
Den Rundgang fand ich richtig interessant, jeden Meter hochmoderne Maschinen, die die Probenröhrchen selbstständig erfassten, aufschraubten, schüttelten, anpieksten und deren Inhalt entsprechend der Vorgaben auf den Lieferscheinen analysierten. Da gab es eine Maschine, da fuhr eine Reihe von 10 Probenröhrchen auf einer Schiene entlang, passierte zwei Analyseplätze, um dann vor dem dritten Platz das Gleis zu wechseln und direkt in die Maschine hinein zu fahren. Das hatte wirklich was von Modelleisenbahn, was ich so auch äußerte und mein Gesprächspartner bestätigte.

Es gab ein Rohrpostsystem, welches direkt zur gegenüber liegenden Klinik führte und über das Proben direkt aus dem OP zur Analyse oder Blutkonserven aus dem Lager direkt in den OP geschickt werden konnten. Rohrpostsysteme find ich per se cool, leider kam während meines Besuchs keine Post an.

IT-Abteilung, Serverraum, Lager- und Probenaufbewahrungsraum, Drogenlabor, Speziallabor für händische Probenanalysen, diverse Kühlräume, Pausenräume – alles war bei der Führung inklusive.

Nach dem Rundgang folgte das eigentliche Gespräch, aber auch das war recht kurz. Ich fragte nach den Punkten aus der Anzeige, die mir unklar waren bzw. Bauchschmerzen bereiteten, er versuchte ansatzweise, seine Checkliste (Können Sie Windows-Server? – Nein) abzuarbeiten. Er listete die Rahmenbedingungen auf (26 Tage Urlaub, Stechkartensystem, Überstunden sammelbar, unbezahlte Rufbereitschaft wochentags, pauschal bezahlte Bereitschaft am Wochenende), wir fachsimpelten noch ein wenig über OTRS und schwierige Kunden und dann war das Gespräch vorbei. Es hatte eine gute Stunde gedauert.

Von der Länge her eher gut, der Rundgang war auch ok, aber was das jetzt im Ergebnis bedeutet, habe ich mal wieder keine Ahnung. Sie würden sich in ein bis zwei Wochen melden.

Na dann, abwarten und Tee trinken 🙂

Es geht voran

Oder so.

Ich habe jetzt einen Termin bei meiner Psychotherapeutin bekommen – Ende April. Mein Arbeitszeugnis werde ich hoffentlich bald in den Händen halten. Innerlich bereite ich mich auf die ersten Bewerbungen vor, merke aber, wie sehr mich das mitnimmt.

Was mich momentan betrübt ist, dass meine Kreativität irgendwie abhanden gekommen ist, was sich unter anderem in den sehr sporadischen Blogbeiträgen niederschlägt. Ich habe zwar noch genügend zu erzählen, aber überhaupt keinen Antrieb, dass aufzuschreiben.

Mein Großer bereitet mir derzeit große Sorgen, da er in der letzten Zeit komplett frei dreht. So schlimm, dass sich sogar schon die Kindergartenerzieherinnen darüber beschwert haben. Er hört nicht zu, benimmt sich wie die Axt im Walde, malträtiert die Katzen bei jeder sich gebenden Gelegenheit und schubst einfach so seine Schwester um. Das alles ohne sichtbare Reue oder ansatzweises Nachdenken. Eine Freundin meinte, dass das Vorschuljahr auch die kleine Pubertät genannt wird und das Verhalten, so doof wir das auch finden mögen, normal ist. Wenn das allerdings die kleine Pubertät ist, ziehe ich bei der großen vermutlich aus.

Ein mächtiger Lichtblick ist meine Süße, welche mittlerweile laufen gelernt hat. Es ist eine wahre Freude, ihr bei den tapsigen Schritten zuzuschauen, mit denen sie die Wohnung erkundet. Sobald irgendwo Musik läuft, fängt sie an zu tanzen und klatscht dabei in die Hände. Das ist so unglaublich herzerwärmend, dass ich das gar nicht richtig in Worte fassen kann.

Dank der steigenden Zahl von Impfgegnern gibt es aktuell auch einen Masernfall im Kindergarten des Großen. Dadurch muss er heute zuhause bleiben, damit der Impfstatus aller Mitarbeiter überprüft und weitere Maßnahmen abgestimmt werden können. Bis auf weiteres haben alle Nichtgeimpften bzw. Personen mit unklarem Masernimpfstatus Hausverbot im Kindergarten. Das betrifft bei uns nur meine Süße, die erst Anfang April ihre erste Masernimpfung bekommt, aber ich habe seit Bekanntwerden der ersten Masernfälle bei uns den Großen eh nicht mehr vom Kindergarten abgeholt, zu groß war mir einfach das Risiko, und das zurecht, wie es sich jetzt herausstellt.

Ansonsten quälen wir uns tapfer durch die Grippe- bzw. Erkältungswelle. Ich bin seit Wochen dauerverschnupft, mein Mann hat seit dem Wochenende die Grippe. Nur die Kinder sind bislang glimpflich davon gekommen. Hoffen wir mal, dass das so bleibt 🙂

Zuviel – Update

Ich hab heute meinen ganzen Mut (der Verzweiflung) zusammen genommen und bei meiner Therapeutin angerufen. Sie konnte sich noch an mich erinnern, meinte aber, ich solle im März noch mal anrufen, dann könne sie mir eventuell Termine für April oder Mai oder vielleicht auch erst Juni geben. Nicht so prall, wenn ich jetzt Hilfe brauche. Sie gab mir daher den Hinweis, es bei der Kassenärztlichen Vereinigung zu versuchen, die würden wohl auch die Anrufe bei den Therapeuten übernehmen, bis jemand gefunden wäre, der freie Termine hätte. Kommt mir mit meiner Telephonphobie sehr entgegen.

Also Nummer rausgesucht, angerufen, bei der Vermittlung gelandet, Sprüchlein aufgesagt, sollte weiter verbunden werden, aber dann sagte mir die Dame, dass Telefonzeiten nur von 8:30 – 12:30 Uhr sind. Tja, da war ich um 13 Uhr ein bissl zu spät dran. Sie hat mir aber noch die direkte Durchwahl gegeben und ich versuche es morgen nochmal.

Dann war ich noch bei meinem Hausarzt, für ein bisschen medikamentöse Unterstützung, welche er auch gewährte, kennt er doch meine Vorgeschichte. Sertralin bekommen und den Hinweis, das Medikament schleichend einzuführen, also erst eine Vierteltablette pro Tag in der 1. Woche, dann eine halbe in der 2. und ab dann die normale volle Dosis. Ja, würde ich machen, bis ich die Tablettengröße gesehen habe. Beim Teilen in Hälften hab ich mir fast die Finger gebrochen, so winzig sind die Dinger. Wie ich da Viertel draus machen soll, ohne die zu pulverisieren, weiß ich nicht, also fang ich mit der halben Dosis an und hoffe aufs Beste.

OP-Vorsorgeuntersuchung

Am Dienstag steht die nächste OP meiner Süßen an und damit die ordentlich über die Bühne gehen kann, braucht es einer Vielzahl von Untersuchungen. Da am Montag in der Uniklinik schon zu viele Patienten angemeldet sind, sollten wir das alles am Donnerstag machen. Also fanden wir uns wie vorgegeben um 10 Uhr auf der Kinderchirurgischen Station ein. Die Schwestern an der Anmeldung guckten mich skeptisch an und ich dachte sofort, ich hätte mich in Ort oder Zeit geirrt, ein Gefühl, was ich immer als sehr unangenehm empfinde. Doch dann ließen sie sich das gelbe Untersuchungsheft und die Chipkarte geben und ich sollte im Spielzimmer warten.

Was wir auch taten, über eine Stunde lang. Wir beobachteten stationär aufgenommene Kinder, wie sie zusammen mit Krankenschwestern Engel bastelten, wie ein Junge seinen Eltern schlechte Witze aus einem Buch vorlas, wie ein Mädchen mit seiner Mutter Kaufmannsladen spielte.
Endlich wurden wir von einer jungen Ärztin erlöst, welche meine Kleine eingehend untersuchte und mich nach der Vorgeschichte befragte. Am Kindlein gab es nichts außergewöhnliches festzustellen, guter Allgemeinzustand auf knapp 75 cm Länge und 8,6 Kilo. Wir sollten dann wieder im Spielzimmer warten, bis eine andere Ärztin uns über die Operation aufklären würde.

Die spielenden Kinder waren mittlerweile in ihre Zimmer zurück gekehrt und verputzten ihre Mittagessen. Ich holte mir Tee und Wasser und die Kleene ihre Portion Milch. Gegen halb eins kam die Ärztin und erklärte uns, was bei der OP passieren soll und was passieren könnte, was ja auch immer alle Dramen einschließt, wovon aber niemand wirklich ausgeht. Das Äußerste wäre wohl die Legung eines Blasenkatheders, der aber dann durch die Bauchdecke gelegt wird, weil es aus welchen Gründen auch immer über den Harnleiter nicht geht. Ich hoffe, dass dies meiner Süßen erspart bleibt, allein die Vorstellung lässt mich schaudern.

Dann sollten wir noch zur Anästhesieaufklärung. Als wir da ankamen, kippte ich fast aus den Latschen, nicht ein einziger freier Platz mehr im Warteraum. Entsprechend fragte mich die Schwester an der Aufnahme, ob wir am nächsten Morgen wieder kommen könnten. Ich sagte, dass dies kein Problem wäre, ich aber nicht weiß, was die Kollegen auf Station dazu sagen. Die Schwester rief an, erklärte die Umstände und dann wurden wir erstmal wieder heim geschickt.

Mein Mädchen war mittlerweile so knülle, dass sie bereits keine 100 Meter vom Krankenhaus im Kinderwagen eingeschlafen war. Sie ließ sich auch nicht vom aus dem Kinderwagen heben und in den 3. Stock hochtragen stören und so legte ich sie komplett angezogen ins Laufgitter und ließ sie in Ruhe ratzen. Später am Nachmittag machten wir beide noch ein Nickerchen, aber die Kleene wollte nicht alleine irgendwo rumliegen und so schlief sie eben auf mir. Auch gut ❤

Am Freitag dann also zu einer Zeit aufstehen, wo ich noch keinen Puls und nur sporadische Atmung habe und zur Anästhesie. War auch schön leer dort, sogar die Krankenschwestern fehlten. Nach kurzer Zeit bin ich meine Zettel dann doch noch losgeworden und sollte wieder warten. Eine halbe Stunde später kam die Narkoseärztin und erklärte mir, was alles bei der OP passieren soll.

Als erstes würde sie über eine Atemmaske betäubt, dann bekäme sie kleine Pflaster auf die Hände, um die Einstichstellen für die Zugänge zu betäuben. Sie würden das trotz der bereits erfolgten Narkose so machen, damit die Kleine auch wirklich nichts spürt. Dann würde sie intubiert werden und sie bekäme drei Sensoren auf die Brust gepappt, um sie genaustens überwachen zu können.
Da sie keinerlei Anzeichen für Fremdeln zeigt, könnte sogar auf den Beruhigungssaft verzichtet werden, der würde die Kinder immer so groggy machen, auch noch Stunden nach der OP. Bin ich sehr dafür.
Es wurde noch nach ihren Zähnchen geschaut, da die besonders beim Tubus legen gefährdet seien.

Ein weiterer Haken auf der Checkliste und wir durften wieder auf die Station, wo noch ihre sämtlichen Unterlagen auf uns warteten. Eine der Schwestern gab mir einen Zettel mit der Stationstelefonnummer mit, ich solle am Montag nachmittag anrufen und fragen, wann die OP am Dienstag denn genau ist. Die OP-Pläne werden immer erst einen Tag vorher fest gemacht, sie ginge aber davon aus, dass das Kindlein wieder als erste dran ist. Wäre mir sehr recht, denn so lässt sich das 6-stündige Nüchternheitsgebot vor der OP besser aushalten, als wenn es mitten am Tag ist.
Eine andere Schwester wollte noch Blut abnehmen, um ein Blutbild erstellen zu können. Dazu wurde meine Süße in den Finger gepiekst, was sie überhaupt nicht lustig fand. Trotz intensivem Trösten hat es gut 5 Minuten gedauert, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Ich bekam noch zwei Urinklebebeutel mit und solle am Montag versuchen, damit eine Urinprobe zu ergattern. Ich bin gespannt, hat das doch in der Vergangenheit immer so fantastisch gut geklappt 😉

Um halb 10 Uhr waren wir fertig und durften gehen. Leider war der ausgedehnte Spaziergang zur Klinik und zurück am Donnerstag Anlass für mein rechtes Knie, mal wieder ordentlich zu muckern. Und weil wir grad schon mal da waren und die Orthopädie nur ein Haus weiter ist, wollte ich das endlich mal anschauen lassen. Ein freundlicher Herr sah meinen unsicheren Blick, als ich das Klinikgebäude betrat und bot seine Hilfe an, die ich gerne annahm. Er lotste mich direkt bis zur richtigen Station und erzählte mir auf dem Weg dahin, dass er selber gut einen Monat gebraucht hätte, um sich einigermaßen zurecht zu finden.

An der Anmeldung mein Anliegen geschildert und im gut gefüllten Warteraum Platz genommen. Entgegen allen Erwartungen kam ich bereits 5 Minuten später dran. Mein Knie wurde ausführlich, aber ergebnislos untersucht. Ich kann leider nichts dafür, dass es mir bei Bewegungen oder kräftigem dran Ziehen nicht weh tut. Es tut eben einfach so weh. Ich wurde aber noch zum Röntgen geschickt, drei Biegungen weiter in dem verzweigten Gebäude. Auch dort kam ich ganz fix dran und die Röntgenschwestern waren in heller Aufregung, wer denn meine Süße zuerst bespaßen darf, während ich auf dem Röntgentisch mein Knie in den verschiedensten Winkeln präsentierte.

Zurück bei der Orthopädin erklärte sie mir, dass sie nicht weiß, woher die Schmerzen kommen. Laut den Bildern ist alles dort, wo es sein soll und es gibt keinerlei Anzeichen für krankhafte Veränderungen. Hmm, nicht ganz das, was ich hören wollte. Sie stellte mir aber ein Rezept für Krankengymnastik und Ultraschall aus, was mich insofern überraschte, als ich immer dachte, dass dies nur die niedergelassenen Ärzte dürfen. Ein Rezept für Paracetamol gab es gratis oben drauf. Genauso wie den Hinweis, dass wenn die Schmerzen in 4-6 Wochen nicht besser sind, ich mir vom Hausarzt eine Überweisung für ein MRT holen soll.

Wir sind dann wieder nach Hause gegangen, haben in Ruhe gefrühstückt und ausgiebig Mittagsschlaf gemacht. Solche Untersuchungen schlauchen immer ganz ordentlich.

Aufreger

Eigentlich sollte hier an dieser Stelle ein Beitrag mit dem Titel „Sprachlos“ erscheinen. Er sollte davon berichten, wie mir in den letzten Tagen die Sprache abhanden gekommen ist, dass mir weder einfällt, was ich an neuen Beiträgen schreiben könnte, noch was ich auf Beiträge meiner lieben BloggerkollegInnen antworten soll. Stattdessen begnüge ich mich mit Likes, um anzuzeigen, dass es mich noch gibt und ich durchaus die Leben der mir liebgewordenen Mitmenschen verfolge.

ABER dann kreuzte doch tatsächlich etwas meinen Weg, dass meine Lebensgeister ein wenig weckte. Und natürlich kam es in Form eines Aufregers daher:

Also nicht der SZ-Beitrag regt mich auf, sondern die Kommentare der Impfgegner, welche den Beitrag haargenau bestätigen.

In diesem Zusammenhang empfehle ich folgende Links:

http://kinderdoc.wordpress.com/2014/03/30/kohle-scheffeln-durchs-impfen/ Hier schlüsselt ein praktizierender und bloggender Kinderarzt, dessen Seite ich uneingeschränkt empfehlen kann, auf, was er an einer stinknormalen Impfung verdient.

http://www.schockfaktor.de/articles/5/besuch-bei-den-impfgegnern Wo ein weder-noch Mensch (also jemand, der weder sämtliche Impfung ablehnt noch strikt befürwortet) sich in die Höhle des Löwen bzw. auf die Facebookseite eingefleischter Impfkritiker begibt und dort einen gut begründeten Pro-Tetanus-Impfung-Kommentar abgibt. Was er dann erlebt, ist exemplarisch für die Impfgegnerschaft, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=TBrIdyOLQxQ&app=desktop Der Titel mag irreführend sein, aber die Dokumentation versucht, beide Seiten des Impfens zu beleuchten. Besonders beeindruckend finde ich die Aussage der Psychologin gegen Ende des Videos, welche mir sehr aus dem Herzen spricht.

Vor wenigen Tagen klagte ein Bekannter einer Freundin bei Facebook, wo besagte Freundin einen Pro-Impfen-Link gepostet hatte, wie schwer er es hätte, sich gegen die übermächtig in Anzahl und „Argumenten“ erscheinenden Impfgegner in seinem Freundeskreis zu behaupten. Ich finde dies äußerst bedenklich, denn tatsächlich sehe ich ganz selten Für-Impfen-Links (es sei denn, ich poste sie selbst). Dementgegen stehen jedoch unzählige Gegnerseiten, die nicht müde werden mit posten. Fast habe ich den Eindruck, dass am lautesten Schreien auch am wirkungsvollsten ist.

Bitte impft. Euch, euren Kindern und euren Mitmenschen zuliebe!

Gesundes Neues Jahr

Ich hoffe, alle sind gut im neuen Jahr angekommen und auch die Kopfschmerzen halten sich in Grenzen 😉

Vor genau 10 Jahren allerdings war für mich das gesunde neue Jahr bereits nach 3 Stunden vorbei. Wir waren Skifahren in Obertauern und feierten Silvester in einer der Skihütten direkt neben der Piste. Die Hütte war ein wenig größer, mit einer Galerie, um mehr Leute unterzubringen. Und an der Unterseite der Galerie waren die riesigen Lautsprecher montiert, direkt am Rand über der Tanzfläche.

Der Abend lief mehr schlecht als recht, ich fühlte mich nicht sonderlich wohl und von daher trank ich möglicherweise mehr als mir gut tat. Und je später der Abend wurde, umso ausgelassener wurde auch ich. Dazu verbesserte sich die Musik auch spürbar, weg von den obligatorischen Aprés-Ski-Hits zur normalen Partymucke. Und irgendwann lief dann Offspring und ich hüpfte ausgelassen auf der relativ leeren Tanzfläche herum, wirbelte meine Arme umher und *rumms* traf mit einem satten Handkantenschlag einen der tiefhängenden Lautsprecher.

Ich war mit einem Schlag nüchtern, der Schmerz zuckte heftig bis in die Schulter, aber verschwand dann auch relativ schnell wieder. Trotzdem war mir nicht mehr zum feiern zumute und so bin ich in unsere Pension gegangen und habe mich schlafen gelegt.

Am nächsten Morgen versuchte ich mich anzuziehen, aber bei jeder Bewegung meiner rechten Hand tat diese weh. Als ich eine Jacke mit engen Bündchen an den Ärmeln anziehen wollte, ging gar nix mehr und ich entschied mich, dann doch mal zum Arzt zu gehen. Während meine Mitreisenden ihren Kater auf der Piste kurierten, watschelte ich in den Ort und verbrachte den Vormittag in der chirurgischen Praxis. Dort wurde dann eine Spiralfraktur am Mittelhandknochen des kleinen Fingers festgestellt, die zum Glück aber nicht verschoben war. Sie konnte also problemlos eingegipst und ich wieder auf die Menschheit losgelassen werden.

Ich informierte meinen Freund beim Mittagessen darüber und machte mich dann daran, meinen teuren Skipass wieder zurück zu geben und wenigstens einen Teil des Geldes erstattet zu bekommen. War alles kein Problem, kommt dort vermutlich häufiger vor, bis auf die Tatsache, dass ich den Erhalt des Geldes mit einer Unterschrift bestätigen sollte. Statt zu unterschreiben, bekam ich erstmal einen Lachflash, weil ich als Rechtshänder mit links kaum den Stift halten, geschweige denn eine brauchbare Unterschrift leisten konnte. Ich malte also ein paar lustige Krakel auf das Formular, bekam mein Geld und verbrachte den restlichen Urlaub mehr oder weniger allein in einer Skihütte direkt neben unserer Pension.

Und hier für die medizinisch interessierten noch die Röntgenbilder von damals:

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