Treffsicher – nächste Runde

Nach dem Unfall vor zwei Wochen passierte erstmal nicht viel. Letzte Woche war ein TÜV-Gutachter der gegnerischen Versicherung da, vermaß und fotografierte erneut alles, machte hin und wieder ein gewichtiges Gesicht und verkündete am Ende, dass es wohl sehr wahrscheinlich auf einen wirtschaftlichen Totalschaden hinauslaufen würde. Ich fand das gar nicht schön, denn erstens ist das Auto erst etwas mehr als 4 Jahre alt und zweitens seit einem Jahr abbezahlt. Mir jetzt schon wieder eine neue Karre suchen zu müssen, gefiel mir gar nicht.

Etwa zeitgleich mit dem Gutachter trudelte eine Vorladung der Polizei ein, da mir eine Verkehrsordnungswidrigkeit, gemäß § 4 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO, vorgeworfen wird.

  • § 4 Abs. 1: Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Wer vorausfährt, darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.
  • § 1Abs. 2: Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
  • § 49: Ordnungswidrig im Sinne des § 24 des Straßenverkehrsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen eine Vorschrift über
    • 1. das allgemeine Verhalten im Straßenverkehr nach § 1 Abs. 2 und
    • 4. den Abstand nach § 4 verstößt.

Dunkel erinnerte ich mich daran, vor Jahren beim ADAC eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abgeschlossen zu haben. Also dort angerufen, zwei Anwaltsadressen geben lassen und die mit dem seltsameren Namen ausgesucht. Dort angerufen und es hieß, ich solle einfach mal während der Geschäftszeiten vorbeikommen und alle Unterlagen mitbringen.

Dies tat ich nun heute. Die Kanzlei wird sich um alles in Verbindung mit der Polizei kümmern. Sollte ich allerdings zivilrechtliche Anliegen zu diesem Fall haben, könnte mir offiziell nicht geholfen werden, weil die Kanzlei das gegnerische Taxiunternehmen vertritt.

Warjakla. Von den gefühlt hundertausend Kanzleien in der Stadt such ich mir ausgerechnet die vom Gegner aus. Kannste dir nicht ausdenken.

Nichtsdestotrotz gab die gute Frau am Empfang mir ein paar sehr wertvolle Hinweise. Da jetzt offiziell eine polizeiliche Ermittlung gegen mich läuft, kann sich die Regulierung des Schadens hinziehen, vermutlich bis nach Abschluss des ganzen Verfahrens. Sollte ich aber eine Vollkaskoversicherung haben (yay, hab ich), kann diese erstmal für den Schaden aufkommen. Sollte sich während des Verfahrens meine Unschuld herausstellen, dann kann ich alle zusätzlichen Kosten wie bspw. für einen Ersatzwagen oder die Hochstufung der Schadensfreiheitsklasse von der gegnerischen Versicherung zurückfordern. So müsste ich immerhin nicht die ganze Zeit mit einem kaputten Auto rumfahren.

Halleluja, was für Neuigkeiten.

Zuhause wieder angekommen, griff ich sofort zum Telefon und rief meine Versicherung an. Der nette Hotliner nahm alle meine Daten auf und teilte mir dann mit, dass ich morgen Vormittag einen Anruf erhalten würde von einer Vertragswerkstatt (mein Vertrag hat Werkstattbindung), die mit mir einen Übergabetermin vereinbaren würde. Dabei würde mein Auto vom jetzigen Stellplatz abgeholt und mir gleichzeitig ein Ersatzwagen hingestellt werden. Mein Auto würde mit Originalersatzteilen und 30 Jahren Garantie auf die Reparatur wieder hergestellt. Dies alles komplett kostenfrei für mich, bis auf die Selbstbeteiligung in Höhe von 300€.

Ich führte ein kleines Tänzchen auf, immerhin war mein Auto gerettet. Und sollte ich doch nicht unschuldig sein und ich in der Schadensfreiheitsklasse trotzdem steigen, dann drohe ich mit Versicherungswechsel, da wird es bestimmt wieder einen Nachlass geben – oder eine günstigere Versicherung. Auf jeden Fall alles günstiger als ein komplett neues Auto anzuschaffen.

t.b.c.

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Treffsicher

Gibt so Tage, nech?!

Nichts Böses ahnend und eigentlich nur nach Hause wollend, nach meiner heutigen anstrengenden Therapiesitzung, fuhr ich bei schönstem Sonnenschein um die Mittagszeit heim. Auf einer zweispurigen Straße mit erhöhtem Gleisbett an einem und einer dichten Baumreihe am anderen Fahrbahnrand zockelte ich mit den anderen Fahrzeugen gen Stadtmitte. An einer Bedarfsampel musste ich halten. Plötzlich, von irgendwoher ein Martinshorn. Hinter mir ein Großraumtaxi, welches mir fast die komplette Rücksicht versperrte. Ich rotierte in meinem Auto, um herauszufinden, woher der Krankenwagen kam.

Weit hinter mir sah ich es blinken. Nah hinter mir hupte es. Der Taxifahrer meinte, mich durch anhaltendes Hupen von der Straße wehen zu können. Ich jedoch musste mich erst orientieren. Links war keine Ausweichmöglichkeit, rechts fuhren die anderen und einfach nach vorne brettern war auch keine Option. So fädelten sich langsam alle auf der rechten Spur ein, weiterhin begleitet vom Taxifahrerhupen.

Der Krankenwagen fuhr an uns vorbei und auf die nächste Kreuzung zu. Die Autos sortierten sich wieder, diesmal auf die mittlerweile 4 verfügbaren Spuren; ich in die ganz linke, weil ich an der übernächsten Kreuzung links abbiegen wollte und sich zeitiges Einordnen an dieser Kreuzung, eine der größten der gesamten Stadt, bewährt hat.

Auf den drei Spuren neben mir reihten sich diverse andere Fahrzeuge ein, darunter auch ein Transporter oder LKW, welcher mir teilweise die Sicht auf den rechten Teil der Kreuzung versperrte. Es wurde grün, ich fuhr an, ein wegen des Krankenwageneinsatzes auf der Kreuzung verbliebenes, abbiegendes Fahrzeug ebenfalls. Da ich dem anderen Auto die Gelegenheit geben muss, die Kreuzung zu räumen und um einen Unfall zu verhindern, bremste ich ab.

Und bekam einen heftigen Schlag in den Rücken und Nacken.

Der im Rumtönen versierte Taxifahrer hinter mir hatte nicht aufgepasst und war mir volle Kanne hinten drauf gefahren.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie der „unfallverursachende“ PKW abbog und einfach weiterfuhr. Ich wollte ihm noch hinterherrufen, aber erstens war ich viel zu geschockt und zweitens waren meine Fenster geschlossen, der hätte mich eh nicht gehört.

Da stand nun ich mitten auf der Kreuzung. Ich schaute mich um, wohin ich denn ausweichen könnte, denn da stehen bleiben fand ich aufgrund des doch eher überschaubaren Unfall- und Schadensbild für übertrieben. Auf der gegenüberliegenden Seite war eine größere Betonfläche zwischen den beiden Richtungsspuren, dorthin setzte ich mich ab und wartete auf den Unfallgegner.

Der kam auch, nachdem er sich seinen Schaden angeschaut hatte, und toffelte mich in gebrochenem Deutsch voll. Joar, das hatte mir jetzt noch gefehlt. Da er außer Toffeln nichts Konstruktives zur Lage beitragen konnte und ich ob der Sprach- und Respektsunterschiede keinen Bock auf eine eingehendere persönliche Auseinandersetzung mit dem Typen hatte, rief ich die Polizei. Sollten die doch die Sache klären, ich war mir keiner Schuld bewusst.

Die Polizei kam nach einer halben Stunde, erkundigte sich über den groben Ablauf und nahm unsere Personalien auf. Ich durfte dem PHK als erstes den genauen Unfallhergang schildern und er bestätigte mir erstmal die grundsätzliche Richtigkeit meines Handelns. Dem anderen Auto ermöglichen, nach dem Krankenwageneinsatz die Kreuzung zu beräumen, steht in der StVO. Gegenseitige Rücksichtsnahme und vorraussschauendes Fahren ebenso. Immer so viel Abstand zu halten, um im Ernstfall ohne Unfall bremsen zu können auch.

Was auch drin steht, ist unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, dem sich der Abbieger schuldig gemacht hat. Mein „Verlassen“ des Unfallortes war angesichts der Situation angemessen. Auch, dass ich die Polizei ob des gegnerischen Sozialverhaltens gerufen habe. Der Beamte konnte verstehen, dass ich das nicht alleine regeln wollte.

Der sehr nette Hauptkommissar widmete sich dann dem Unfallgegner. Sein Polizeikollege vermaß und fotografierte akribisch die Unfallstelle und die Schäden an den Autos. Er fertigte eine ausführliche Skizze des Unfallortes an, benutzte viel Kreide und Klebepfeile. Ich glaube, da hat jemand seine Bestimmung gefunden, denn die ganze Zeit lächelte er zufrieden und malte und markierte und knippste.

Mittlerweile stand ich bereits eine Stunde in der Kälte und spürte langsam meine Füße nicht mehr. Dann durfte ich in den Polizeiwagen einsteigen und der Polizist erklärte mir, dass der Taxifahrer angegeben hat, dass da kein Abbieger auf der Kreuzung war. Nicht nur ungeduldig, auch noch blind.

Ich war ehrlich empört. Der Beamte belehrte mich über dies und jenes, erklärte mir das weitere Vorgehen und erläuterte sehr ausführlich, dass sie als Polizei dem Neutralitätsgebot verpflichtet sind und in der Situation Aussage gegen Aussage steht und sie nach aktuellem Stand weder mir noch dem Unfallgegner eindeutig die Schuld zuweisen könnten.
Hmpf!

Der ganze Vorgang würde jetzt an die Sachbearbeitung weiter gegeben und die entscheide dann über das weitere Verfahren. Dabei gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. Gegen mich wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet wegen „blöder Fahrweise“ oder wasauchimmer das im Beamtendeutsch heißt.
  2. Gegen den Taxifahrer wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, weil er den Sicherheitsabstand nicht eingehalten.
  3. Sollte ich mich verletzt haben und einen Arzt aufsuchen müssen, dann wird gegen den Taxifahrer noch ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet, unabhängig von der Schuldfrage.

So langsam wich der erste Schock und das Adrenalin aus meinem Körper und ich merkte den bereits initial gespürten Nackenschmerz wieder. Rache ist ja nun eher nicht meins, aber der Typ hatte mich so penetrant angetoffelt, dass ich diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung zog.
Aber zuerst wollte ich nur nach Hause.

Dort versuchte ich, meinen Mann zu erreichen. Immer wieder schön, wenn beim Anrufversuch das Handy auf der anderen Tischseite vibriert. Ok, ich versuchte, seinen Kollegen zu erreichen; der war aber krank. Ich telefonierte dann mit irgendjemand anderem aus seiner Firma, der meinem Mann Bescheid sagen sollte. Tat er auch, kurz darauf meldete er sich bei mir.

Ich bat ihn, etwas früher heimzukommen, da heute die Kleene vom Großelternbesuch vom Opa wieder bei uns abgeliefert wird. Und da die Nacken- und Kopfschmerzen mittlerweile eine sehr anspruchsvolle Qualität angenommen hatten, wollte ich zum Arzt, das abchecken lassen und wollte aber die Kleene, die eh schon völlig überdreht sein würde wegen Heimkehr und Abschied und Gefühlen, nicht mit zum Arzt nehmen. Da Arztbesuche immer ein zeitlich unbestimmtes Risiko bergen, rechnete ich mit verlängerter Wartezeit und deswegen sollte mein Mann eher heim, damit der Opa rechtzeitig genug losfahren kann, um die Oma von ihrer Arbeit abzuholen. Einfach können wir nicht.

Beim Arzt ging es dann unerwartet schnell, nach einer halben Stunde war ich mit der Diagnose „Distortion der Halswirbelsäule“ und einer Portion Schmerzmittel mit Kortison intramuskulär in der linken Pobacke wieder draußen. So konnte ich mit meinem Pa noch ein paar organisatorische Dinge klären, Weihnachtsgeschenke besprechen und generell Neuigkeiten austauschen.

Jeder, dem ich bis dahin von dem Unfall erzählt hatte, sagte mir, dass bei so einem Unfall eigentlich immer der Hintermann Schuld ist. Ich erwiderte, was mir der Polizist sagte und sah mich schon auf nem Batzen Kosten sitzenbleiben.
Die Spritze wirkte spektakulär, so dass ich sogar noch bei meiner Versicherung anrufen konnte, um den Schaden zu melden, wie es mir der Polizist empfohlen hatte.

Meine Versicherung allerdings weigerte sich, den Schaden aufzunehmen, da ich nach deren Auffassung keinerlei Schuld an dem Unfall trage. Ich sollte mich an die Versicherung des Unfallgegners wenden. Der freundliche Hotliner erklärte mir auch, dass die Polizei gar kein Schuldurteil fällen darf, sofern es nicht eineindeutige Beweise gäbe. Das Vorgehen wäre völlig normal, würde aber die Versicherungen nicht berühren. Würde ich allerdings jetzt meiner Versicherung den Schaden trotzdem melden, dann würde da automatisch die Haftpflichtregulierung einspringen und ich in der Schadensfreiheitsklasse zurückgestuft. Und das wollen wir doch alle nicht 🙂

Ich versuchte dann, die gegnerische Versicherung anzurufen, aber da war heute niemand mehr zu erreichen. Nächster Versuch dann morgen.

t.b.c.

Normal

… ist auch nur eine Einstellung an der Spülmaschine.

Anders kann ich mir das auch nicht erklären.

Der Große begab sich heute wieder per Zug und alleine auf Fahrt zu den Großeltern. Ich hatte diesmal extra viel Zeit eingeplant und ganz entspannt fuhren wir zum Bahnhof und ins Parkhaus. In einem Reflex gab ich dem Großen die Parkkarte. „Halt mal kurz.“ Und das tat er dann.

Ich brachte ihn zum Zug, setzte ihn an einen 4-er Tisch mit 3 Studenten, verabschiedete mich und sah dem Zug nach der planmäßigen Abfahrt hinterher. Den Opa hatte ich schon informiert, er machte sich gerade seinerseits zum Bahnhof. Ich schlenderte zurück zum Parkhaus und freute mich auf meinen kinderfreien Nachmittag.

Bis zum Kassenautomaten. Denn dort konnte ich die gewünschte Parkkarte nicht vorzeigen. Eine Durchsuchung meiner wirklich kleinen Handtasche blieb ergebnislos. Ich ging zum Auto, durchsuchte dieses und schüttete frustriert meine Handtasche aus. Immer wieder erstaunlich, wie viel Krempel sich selbst auf kleinstem Raum ansammeln kann. Ich nutzte die Gelegenheit gleich zum Großputz, die Parkkarte jedoch blieb verschwunden.

Ich ging zum Kassenautomaten, suchte dort nach einem Karte-verloren-was-nun Schild, fand aber nur einen „Hilfe benötigt?“ Knopf, den ich drückte. Eine schwäbisch eingefärbte Stimme erkundigte sich nach meinem Begehr und erwiderte mein Unglück mit den Worten: „Joar, das kostet dann 15 Euro Bearbeitungsgebühr.“

Uff. Ziemlich heftig, wenn man bedenkt, dass das Tagesmaximum in diesem Parkhaus bei 5 Euro liegt. Ich verabschiedete mich stammelnd und lief noch einmal zum Bahnsteig, vielleicht hatte ich ja beim Handy aus der Tasche fummeln gleich die Karte mit rausgeworfen. Doch auch diese Suche blieb ergebnislos. Vermutlich war die Parkkarte immer noch in der Hand des Großen und wollte auch Urlaub bei Oma und Opa machen.
Da die Kartenausgabeautomaten gewichtssensitiv sind, konnte ich mir auch nicht einfach so eine neue Karte ziehen.

Aber ich konnte andere Autofahrer fragen, ob sie das Gewichtsproblem für mich lösen könnten.

Gesagt, getan, den nächsten Fahrer, der das Parkhaus verlassen wollte, angehalten und freundlich gefragt, ob er mir den Gefallen tun würde, und fix vor die Einlassschranke fahren, damit ich mir eine Karte ziehen könnte. Er lachte diabolisch und meinte, ich solle mich an die Parkhausverwaltung wenden. Als ich erwiderte, dass mich das 15 Euro kosten würde, schalmeite seine Ehefrau vom Beifahrersitz: „Tja, Pech gehabt, mein Mann arbeitet nämlich hier und wird Ihnen nicht helfen.“

Herrgott! Erstens, isses echt zuviel verlangt? Zweitens, musste ich ausgerechnet einen der beiden Parkhausmitarbeiter anhalten?

Frustriert wartete ich auf das nächste Auto. Endlich kam eins und auf den ersten Blick dachte ich, ok, ich warte auf den nächsten. Aber hey, ich wollte heim und hier kennt mich eh keiner. Artig mein Sprüchlein aufgesagt und auch erwähnt, dass ich nicht schwer genug bin, um als Auto durchzugehen. Die durchaus korpulente Beifahrerin quittierte dies mit einem Lachen und knuffte ihren Mann in die Seite, er solle mir fix den Gefallen tun. Das klappte auch wunderbar, ich bedankte mich vielmals und lief mit meiner Parkkarte zum Automaten. Ich bezahlte meine 50 Cent – die ich auch so hätte löhnen müssen – und befreite mein Auto aus seinem Betongefängnis.

Letztendlich war ich zur gleichen Zeit daheim wie mein Sohn bei den Großeltern anlangte 😀

Mit spitzem Bleistift

Ende des Jahres ist bei mir immer der finanzielle Notstand angesagt. Aus nicht näher bekannten Gründen sind zum Jahresende die besonders großen Batzen fällig, als da wären Autoversicherung + Steuer, Jahreskarte des ÖPNV und zur Abrundung der Xing-Mitgliedsbeitrag. Weil das insgesamt mit knapp 1.500 € zu Buche schlägt und wir wie üblich keine Chance zum Ansparen haben, bringt mich das in arge Bedrängnis, der ich dieses Jahr nun den Kampf angesagt habe.

Das einfachste war, den Xing-Premium-Account zu kündigen und fortan mit der Basisversion zu leben. Da ich ich mich aktuell nicht im Bewerbungsprozess befinde, bringt mir die kostenpflichtige Variante nichts und mittlerweile habe ich meine Neugierde so gut im Griff, dass ich gut damit leben kann, nicht zu wissen, wer als letztes mein Profil besucht hat.

Das ÖPNV-Ticket war da schon ein wenig komplizierter, da mein eigener Schweinehund ins Spiel kommt. Statt täglich den Bus zur Arbeit zu nehmen, müsste ich aufs Fahrrad umsteigen oder das eigene Auto nehmen, wobei das mangels Parkplätzen nur eine suboptimale Alternative ist. Ich müsste das Auto ziemlich weit weg parken, dann entsprechend weit laufen, wäre dabei Wind und Wetter ausgesetzt und würde wenig bis gar keine Zeit einsparen. Dann doch lieber das Fahrrad, damit bin ich genauso flexibel wie mit dem Auto und es gibt genügend Fahrradabstellplätze direkt vor dem Firmeneingang. Die Sache hat nur zwei Haken: 1. habe ich gar kein Fahrrad und 2. muss ich den ÖPNV-Vertrag kündigen.

Der Vertrag läuft als Jobticket, wird von der Firma finanziell mit 1€ (echt jetzt) subventioniert, was mir allerdings einen Rabatt von 10% verschafft. Der Vertrag aber muss sowohl von der Firma als auch von mir selbst gekündigt werden, bis zum 10. des Vormonats, also mit ca. 6 Wochen Vorlauf. Da der Vertrag am 1.11. automatisch um 1 Jahr verlängert worden wäre, ich das alles aber erst Anfang September ausklamüsert und entschieden hatte, wurde es ein wenig eng bei der Kündigung. Erst mal bei der Hotline angerufen, die meinten, ich sollte mir ein Schreiben von der Personalabteilung geben lassen. Bei der Personalabteilung gewesen, die meinten, ich solle mir das Formular aus dem Service Center holen, welches sie dann gerne unterschreiben und abstempeln würden. In die Stadt zum Service Center gefahren, Formular geben lassen, Formular ausgefüllt, am nächsten Tag von der Personalabteilung abstempeln lassen, am übernächsten Tag wieder in die Stadt gefahren und im Service Center die endlich komplette Kündigung abgegeben, am 10.9. – exakt zum Stichtag. Damit sollte dieser große Posten wegfallen.

Jetzt brauche ich nur noch ein Fahrrad. Die einschlägigen Internetportale haben zwar eine riesige Auswahl, aber spielen auch in für mich unerreichbaren Preisklassen. Meine Eltern haben mir signalisiert, dass sie sich mit 100€ als Geburtstagsgeschenk am Fahrradkauf beteiligen wollen, dennoch ist es zuviel für meinen Geldbeutel. Ich erhielt den Tipp, dass das lokale Fundbüro immer wieder mal gefundene Fahrräder versteigert, aber natürlich sind gerade keine Versteigerungen geplant. Wann wieder eine ansteht, konnte mir auch niemand sagen.
Dann also Ebay Kleinanzeigen. Da gibt es viele Fahrräder, viele auch preiswert, die meisten davon aber auch uralt (>25 Jahre). Ab und zu jedoch ist eine kleine Perle dazwischen, bei der ich mein Glück versuchen werde. Ich werde berichten, wie das ausgeht.

Im Gegenzug werde ich selber einige Teile dort einstellen und hoffen, dass sich Käufer für die bei unserer Entrümpelungsaktion übrig gebliebenen Teile finden. Auch wenn dies bedeutet, mich von der heiß und innig geliebten Babyschale im Giraffendesign trennen zu müssen, aber diese für etwaige Enkel aufheben ist auch doof. Vielleicht kommt ja darüber so viel Geld zusammen, um den Autoversicherungsbatzen abfedern zu können.

Denn da flatterte mir am Wochenende die neue Beitragsrechnung in den elektronischen Briefkasten. Obwohl ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen, ist der Beitragssatz für Haftpflicht und Teilkasko nur um ganze 7€ gesunken. Weil mir das so gar nicht gefiel, warf ich eines der zahlreichen Vergleichsportale an und das spuckte mir für meinen Tarif bei der gleichen Versicherung einen um 100€ niedrigeren Beitragssatz aus. Da mir das spanisch vorkam, rief ich kurzerhand bei meiner Versicherung an und fragte freundlich nach, wie das kommt. Der ebenso freundliche Mitarbeiter bleib mir eine Erklärung schuldig, bot mir aber einen Nachlass von 15% an. Als ich erstaunt fragte, wie das denn geht, meinte er, in dem man die Hotline anruft und freundlich fragt.
Es scheint wohl, dass Versicherungen einen gewissen Spielraum haben, um Kunden nicht zu verlieren. Diesen Spielraum nutze ich jetzt aus und muss statt 650€ nur noch 550€ zahlen. Kein schlechter Deal für 5 Minuten Telefon.

Insgesamt ist damit die finanzielle Last auf irgendwas um die 600€ + Fahrrad gesunken und lässt uns dieses Jahr ein wenig entspannter auf Weihnachten zugehen. Hoffen wir mal, dass da jetzt nichts unvorhergesehenes reingrätscht.

Öfter mal was Neues

Wir sind in Italien in einen heftigen Hagelsturm geraten und dabei hat unser Auto diverse Dellen davon getragen. Heute nun war ich bei der Dekra, um den Schaden begutachten zu lassen. Davor bin ich, wie mir empfohlen wurde, noch schnell durch die Waschanlage gehuscht, aber trotzdem meinte der Prüfer, dass das Auto dreckig sei. Tja, was soll ich machen, wenn mein Stellplatz direkt unter einem Baum ist und dieser ständig mit Dreck um sich wirft.

Egal, der Prüfer guckte sich das Auto trotzdem an. Beim Zulassungsdatum und dem aktuellen Kilometerstand schüttelte er nur bedeutungsschwanger den Kopf und seufzte schwer. Nach einem ersten Rundgang ums Auto eröffnete er mir, dass es wohl auf wirtschaftlichen Totalschaden hinauslaufen würde. Mit sowas hatte ich ja schon gerechnet, sagte aber erstmal nichts dazu. Er schaute sich das Dach und die Motorhaube genau an, die Fahrerseite, die Heckklappe und jedesmal wurde sein Seufzen schwerer. Er meinte, dass der Sturm da ganze Arbeit geleistet und auch wirklich nichts ausgelassen habe. Sogar auf dem Rahmen an der Beifahrerseite wären Dellen, obwohl der Sturm mehr so von der Fahrerseite kam. An der Fahrertür hat er die Dellen gezählt, bei 20 aber aufgehört und nur kurz was auf seinem Klemmbrett notiert. Bei Dach und Motorhaube schenkte er sich das Zählen. Abschließend ein paar Fotos und dann erklärte er mir das weitere Vorgehen.

Er müsse jetzt einen Händler suchen, der ihm das Auto zu einem anständigen Preis abkaufen würde. Dann würde er den Schaden am Wagen ausrechnen, den Händlerpreis abziehen und den Rest würde ich von der Versicherung ausgezahlt bekommen. Für mich wäre es das Beste, ich würde dem Händler dann das Auto verkaufen und dann den Versicherungsbetrag und den Händlerbetrag als Anzahlung für ein neues Auto nehmen.
Ich könnte natürlich das Auto auch noch weiter fahren, aber in einem Jahr würde ich gar nix mehr für das Auto bekommen und damit den Restwert mehr oder weniger komplett einbüßen.

So weit, so unschön, denn wir haben derzeit gar kein neues Auto eingeplant und auch gar nicht die finanziellen Rücklagen dafür. Das wollte ich nächstes Jahr in Ruhe angehen, weil ich dann wieder normal arbeite und nicht mehr nur mit dem mickrigen Elterngeld hantieren muss. Den Restwert des Händlers will ich aber auch nicht in den Wind schlagen, denn vorsichtig optimistisch rechne ich mit irgendwas um die 2.500-3.000 Euro. Dazu eine Finanzierung über 5.000 Euro ergibt 8.000 Euro und damit kriegt man sicher schon halbwegs annehmbare Gebrauchte. Außerdem könnte ich die 5.000 in 2 Jahren abbezahlen und müsste mich nicht ewig lang an einen Kredit binden.

Ich hab auch schon mal grob geschaut, was der Markt für diese Parameter hergibt und mit ein paar Abstrichen könnte da was gehen. Ich werde mich wohl an weniger PS gewöhnen müssen und auch an irgendeine alte Oma-Farbe, aber das krieg ich bestimmt hin.
Ganz aktuell wird ein großer Kombi, 5 Jahre alt, scheckheftgepflegt, 1. Hand und 73.000 km, in schwarz, für unter 5.000 Euro von einem richtigen Autohändler angeboten. Einziger Haken: Hagelschaden! Ja, warum eigentlich nicht, irgendwie hab ich mich an die Dellen auf der Motorhaube gewöhnt 😉

Wie auch immer, ich werde mich mit meinen Eltern und Freunden beraten, in Ruhe das Gutachten der Dekra und das weitere Vorgehen der Versicherung abwarten und vielleicht gönn ich mir dann zu meinem Geburtstag eben ein neues Auto. Vielleicht kann mir auch der eine oder andere Leser meines Blogs mit Rat und Tat weiterhelfen? Was habt ihr so für Erfahrungen gemacht? Ich selber bin da völlig ahnungslos, mein Auto hab ich vor 10 Jahren gekauft und da hatte sich mein mit Autos auskennender Ex-Freund um alles gekümmert, ich hab nur bezahlt und an der passenden Stelle unterschrieben.

Ich werde auf jeden Fall über den Fortgang berichten 🙂

Viel zu viel

zu tun für zu wenig Zeit!

Ich war mal wieder für ein (sehr) langes Wochenende bei meinen Eltern und hab da so einiges erlebt, über das ich bei Gelegenheit mal schreiben muss. Außerdem spannen mich die Artikel meines Reiseblogs ordentlich ein, da ich mir vorgenommen habe, diese in beschwingt-leichter Form zu verfassen, ich aber nicht immer in der passenden Stimmung bin. Dann arbeite ich an zwei längeren Texten, einer davon über Boris. Der ist, im Gegensatz zum zweiten Text, schon fertig in meinem Kopf und muss eben nur noch zu Papier auf den Bildschirm gebracht werden.

Organisatorisch hängt auch einiges in der Warteschleife. Der Urlaub war teurer als gedacht und ich muss dringend zur Bank. Dooferweise war der erste Versuch daran gescheitert, dass ich den kontoauszuggleichen Wisch, der nach Aussage des Bankangestellten mein Sparbuch repräsentiert, nicht bei mir hatte. Vor einem Jahr ging es zwar auch ohne, wenn auch mit dem eindringlichen Hinweis, dass es ohne das Sparbuch nicht geht, letztendlich fand aber die nette Schalterdame doch einen Weg. So muss ich jetzt also wieder mitten in die Stadt.
Wir müssen noch das Schreiben an unsere Wunschschule fertig machen, damit der Große im nächsten Jahr dort und nicht in der bronxnahen Einrichtung eingeschult werden kann. Mein Mann macht sich diesbezüglich schlau, stolpert dabei jedoch ständig über neue Hindernisse. Aktuell geht es darum, alle Argumente zusammenzutragen, da nachträglich angebrachte Gründe nicht berücksichtigt werden.
Der in Italien passierte Hagelschaden muss auch noch begutachtet werden. Ich kann dazu zwar jederzeit wochentags bei der Dekra vorbei schauen, muss aber vorher mit dem Auto in die Waschanlage. Hab ich ewig nicht mehr gemacht. Ich hoffe, ich weiß noch, wie das geht und vor Allem hoffe ich, dass das Auto dabei nicht auseinander fällt, denn insgeheim denke ich, dass es größtenteils nur noch durch den Dreck zusammen gehalten wird. Wie auch immer, es hat heute so dolle geregnet, dass sich eine Wagenwäsche überhaupt nicht gelohnt hätte und jetzt kann ich das frühestens freitags nachholen, da ich morgen zur Bank will, weil die am Freitag nur bis 12 Uhr geöffnet hat.

Die Katzen wollen bespaßt werden, so richtig verkraftet haben die unsere 3-wöchige Abwesenheit noch nicht. Und auch wir wollen unseren Spaß und deswegen habe ich meinem Mann die Erweiterung für Diablo 3 gekauft. Da es aber blöd ist, wenn er alleine das spielt und mir die ganze Zeit den Mund wässrig macht mit den tollen Neuerungen und Items und überhaupt und das ganze gerade im Angebot war, hab ich mir die Erweiterung auch gekauft und würde jetzt am liebsten die ganze Zeit zocken. Tja, wären da nicht die ganzen oben stehenden Punkte und mein süßes Mädchen.

Das nämlich lenkt mich durch ihr Süßsein und ihr rasantes Wachstum von allen anderem ab und so sitze ich lange neben ihr und schau ihr beim Turnen und Glücklichsein zu.

Es läuft wieder

Und zwar schon seit Freitag, aber mir isses schlicht zu warm für irgendwas kreatives.

Also am Donnerstag war der Geschirrspülerreparaturmensch ein zweites Mal da, hatte auch den richtigen Schlauch dabei, aber fummelte sich einen Wolf, das Ding auch an die richtige Stelle zu kriegen. Er hat sich echt Mühe gegeben, nicht allzu viel zu fluchen, aber es gelang ihm nur leidlich 😉
Am Ende hat er es geschafft und auch den Probekurzlauf hat die Maschine bestanden. Die Rechnung war mit 76 Euro moderat, jedoch wesentlich höher als die ursprünglich angesetzten 50 Euro, was meine Bargeldreserven so komplett erschöpfte, dass ich maximal 20 Cent Trinkgeld hätte geben können und das wäre einer Beleidigung gleich gekommen. Das tat mir echt leid, weil da richtig gefriemelt werden musste.

Gefriemelt und geflucht hat auch mein Autoheilemachspezi. Er schaffte es, nicht einen komplett neuen Fensterhebermotor von Renault besorgen zu müssen, sondern nur die Halterung plus Seilzüge zu tauschen. Allerdings gestand er mir hinterher, dass er diese Reparatur doch bitte nicht noch mal machen möchte, denn er hätte sich beinahe seine Finger dabei gebrochen. Den gewünschten Öl- und Innenraumfilterwechsel hatte er auch durchgeführt und am Ende durfte ich das Auto gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von knapp 500 Euro wieder mitnehmen. Immer noch viel, aber ein originaler Motor allein hätte schon 400 Euro gekostet, ohne Einbau und Ölwechsel.

Reißt alles ein ziemliches Loch in unsere Finanzen, aber für Italien sollte es trotzdem noch reichen. Wir haben ein wenig auf der hohen Kante und zur Not nutze ich eben meinen Dispo. Es darf jetzt nur nichts neues, unvorhergesehenes kommen. *Daumen drück und klopf auf Holz*

Wenn es läuft, dann läuft es!

Oder wie der Brite sagt: when it rains, it pours!

Hatte ich mich letzte Woche noch gefreut, dass es mal so gar nichts zum Meckern gibt, so holt das Universum gerade wieder mit der Anti-Keule aus. Ich persönlich glaube ja, dass es ein kleines Männchen gibt, dass guckt, wie es den Leuten geht und wenn es ihnen zu gut geht, dann wird ein Gegengewicht im Schicksal der Leute kreiert. Nur fröhliche Leute hält ja auch keiner aus 😉

Es fing am Freitag Nachmittag an, wie es solche Geschichten üblicherweise tun. Das Kind wird just dann fiebrigkrank, wenn der Kinderarzt gerade ins Wochenende gegangen ist. Das Klopapier geht prompt dann aus, wenn die Supermärkte vor einem langen Wochenende gerade geschlossen haben.
Bei uns war es die Spülmaschine, die kurz nach 18 Uhr einen undichten Abwasserschlauch meldete. Zum Glück war die Pfütze nicht allzu groß und konnte schnell beseitigt werden. Bei der Inspektion unseres fleißigen Helferleins zerbröselte mir der Abwasserschlauch förmlich in den Händen und brach direkt an der Austrittsstelle ab. Eine weitergehende Untersuchung des Geschirrspülers ergab, dass ich es wohl nicht selber reparieren kann, weil ich nicht mal ansatzweise einen Einstieg ins Maschineninnere fand. Wir riefen am Sonnabend einen Reparaturdienst an und verabredeten einen Termin für Montag.

An selbigem Sonnabend fiel mir auf, dass ein Hängeschrank in der Küche, in dem wir unsere sämtlichen Gläser lagern, schiefer als üblich hängt. Die Küchenwand ist arg bröselig, es war schon eine Kunst, da überhaupt 3 Schränke halbwegs sicher in die Wand zu dübeln, doch so recht traute ich dem Frieden nie, vor allem beim Glasschrank. Wir räumten also alle Gläser auf die ohnehin schon mit dreckigem Geschirr volle Anrichte und hängten den Schrank ab. Tatsächlich war der eine Dübel recht locker in der Wand und drehte immer wieder mit. An diesem Tag war es schon zu spät zum Bohren neuer Löcher und am Sonntag wollte ich die Nachbarn mit dem Lärm nicht belästigen.

Am Montag kam der Reparaturmensch und nahm sich unseres Geschirrspülers an. Er brauchte 3 Anläufe, um das Teil an der richtigen Stelle zu öffnen, da das Ding von innen mächtig-gewaltig zugebaut ist. Erschwert wurde die Reparatur durch den Zustand des noch recht jungen Handwerkers. Ganz offensichtlich hatte er die Nacht ordentlich gefeiert und war nur mäßig begeistert, in Bodennähe nach der Schlauchansatzstelle zu suchen. Ich fragte ihn, ob seine Nacht kurz war, aber er antwortete nur: welche Nacht? Er kämpfte sich aber tapfer weiter voran und packte irgendwann sogar die beiden mitgebrachten Ersatzschläuche aus, um dann festzustellen, dass der eine viel zu kurz war und beide vom Ansatzstutzen nicht passten. Ganz großes Kino.
Er fotografierte noch die Seriennummer ab, verschloss notdürftig den Spüler und verabschiedete sich. Sie würden sich melden, wenn der passende Schlauch geliefert würde.

Da mir das genug Handwerkskunst für einen Tag war, verschob ich die Lochbohraktion für den Glasschrank auf den heutigen Dienstag. Ganz vorsichtig bohrte ich mit einer 6er Bohrer zwei Löcher in die Wand und traf einmal Ziegel und einmal festen Putz mit Kiesel. Auf jeden Fall kam mir nicht gleich die halbe Wand entgegen, wie bei den ersten Versuchen. Zuversichtlich bohrte ich mit einer 10er Bohrer nach, klopfte die Dübel in die Wand und machte mich daran, die Schrauben einzudrehen. Das ging soweit gut, bis der Schraubwiderstand meine zarten Frauenhände überforderte. Aber wozu gibt es Göttergatten?

Während der Aktion hatte ich ein wenig das Zeitgefühl verloren und plötzlich war es 14:42 Uhr und um 15 Uhr hatte meine Kleene den nächsten Impftermin beim Kinderarzt. Uff, das könnte jetzt ein wenig eng werden. Ich schnell uns beide in Schale geworfen, die Süße im Kindersitz verstaut und ab ins Auto. 3 nach 3 waren wir in der Praxis, wo mir siedendheiß einfiel, dass ich die Krankenkassenkarte vom Großen vergessen hatte, ich aber eigentlich noch eine Überweisung für den Kardiologentermin von vor 1,5 Wochen brauchte. Muss ich also nochmal hin.

Der Impftermin dauerte länger als gedacht, was insofern doof war, als dass wir um 16:30 Uhr einen Termin mit der Kindergärtnerin des Großen wegen seines anstrengenden Verhaltens hatten. Außerdem war die Kleene übermüdet und schrie eigentlich die ganze Zeit, bei der Schluckimpfung, bei der allgemeinen Untersuchung, bei den zwei gespritzten Impfungen. Als wir endlich fertig waren, packte ich die Kleene schnell wieder ins Auto, welches mangels Alternativen schön in der Sonne vor sich hinbrutzelte.

Um uns schnelle Abkühlung zu verschaffen, bis die Klimaanlage einsetzte, öffnete ich das Fahrerfenster. Als ich es wieder schließen wollte, knirschte es unheilvoll in der Tür und das Fenster blieb auf halber Strecke stecken. Während ich also unter Zeitdruck versuchte, so schnell wie möglich durch den Berufsverkehr zu kommen, schob und drückte ich bei jeder Ampelpause die Scheibe nach oben, doch die letzten 2 Zentimeter wollten einfach nicht gelingen. Ich lud meinen Mann ein, wir fuhren zum Kindergarten und suchten erstmal die Erzieherin im Haus, wo wir uns verabredet hatten. Sie saß nur leider unten im Garten und hatte gehofft, uns vorfahren zu sehen. Das passte irgendwie alles zum Tag. Das Gespräch war sehr angenehm, dazu gibt es einen eigenen Eintrag.

Wieder daheim, schlug mein Mann vor, wir könnten doch nach dem Stress Pizza bestellen. Gesagt, getan, geliefert. Mein Mann will mit EC-Karte bezahlen und kann sich spontan nicht mehr an seine PIN erinnern. Um einer Sperrung seiner Karte zu entgehen, übernahm letztendlich ich den Bezahljob. Hmpf.
Wenigstens hat der Göttergatte die Schrauben mit lautem Schnaufen und Fluchen bis zum Anschlag in die Wand gedreht, so dass wir den Glasschrank – diesmal bombensicher – an die Wand hängen konnten.

Morgen muss ich wegen eines Termins in der Autowerkstatt anrufen und hoffen, dass es bis zur letztendlichen Reparatur nicht regnet. Und ich muss hoffen, dass die Reparaturen nicht zu teuer werden, denn sonst können wir unseren Italienurlaub nämlich vergessen.

Wie gesagt, wenn es einmal läuft, dann läuft’s!

Häppchen II

Heute kam der Brief vom Amtsgericht, ich habe nächstes Jahr 12 Termine, fein säuberlich verteilt auf jeweils Dienstag aller 4-5 Wochen.

 

Ich hab mein Auto aus der Werkstatt wieder. Endlich wieder unabhängig überall hinkommen, yay \o/

 

Videochatten mit einem 4-jährigen Kind ist ein Erlebnis für sich 🙂

 

Ich weiß immer noch nicht, wo die morgige Firmenweihnachtsfeier stattfinden wird. Die Kollegen übrigens auch nicht, wie ich heute auf Nachfrage erfahren habe.

 

Knietief im Dispo*

Sah es zwischendurch so aus, als würde sich die finanzielle Situation, die nach dem Urlaub doch recht angespannt war, ein wenig bessern, ist es jetzt wieder ganz anders. Bis heute morgen ging ich von einer schwarzen Null zum Monatsende aus, doch dann kam der Anruf der Autowerkstatt.

Mein geliebter Blechhaufen, der, würden Autojahre ähnlich wie Hundejahre gezählt werden, bereits seit 1,5 Jahren seine Rente genießen würde, braucht einen TÜV. Eigentlich brauchte er den schon seit August, aber aus finanziell-organisatorischen Gründen war es nicht eher drin. Und bei den ersten Kältetagen meinte dazu noch die Batterie, dass ihr nun endgültig der Saft ausgegangen ist. Ist aber auch stressig, so ein Diesel-Anschubs-Leben.

Ich hab dann das Auto am Freitag in die Werkstatt geschafft und der Meister schaute dem Stahlmonster ganz tief unter die Motorhaube. Hätte ich daneben gestanden, hätte er wohl bedeutungsschwanger Oh-oh gemurmelt und den Kopf geschüttelt. So aber rief er mich heute morgen an und überbrachte die Hiobsbotschaft. Die Batteriehalterung hatte ebenfalls den Rentenantrag eingereicht und wollte dabei gerne ein paar Batteriekabel mitnehmen. Dagegen hatte aber der Kabelbaum etwas und erinnerte die Kabel daran, dass sie russische Wurzeln haben und alles aus einem Stück gefeilt war. So musste der Autodoktor die fehlerhaften Stücke durch Implantate ersetzen.

Dann meinte der Schrauber, dass die Bremsen nicht mehr ganz so schick aussehen. Da ich ja grundsätzlich nie bremse, weiß ich gar nicht, wieso die Bremsen denn so abgenutzt sind. Aber nutzt ja nix, getauscht werden müssen sie trotzdem. Dazu noch ein kaputtes Rücklicht und Kleinkram und der TÜV selbst und eins-zack-drei sind 650 Euro fällig.

Uff!

Das ist mehr als ich auf dem Konto hatte BEVOR ich

  • den Kinderwagen: der war im Supersparangebot und hat mal nicht die üblich-hässlichen Farben wie rosa, hellblau oder türkis-braun, sondern ein schickes schwarz mit sattem rot;
  • die Weihnachtseinkäufe: ich kann ja zum Fest der Feste nicht mit leeren Händen dastehen, und mein Mann braucht jetzt auch mal ein neues Handy, ich kann wirklich nicht mehr von ihm verlangen, seine SMS zu morsen;
  • ein Jahresabo: wat mut, dat mut;
  • den Kindergartenbeitrag: ein tagsüber fremdbetreutes, 4,5-jähriges Kind ist grundsätzlich unbezahlbar
  • und die Kfz-Versicherung

bezahlt hab.

Ich glaube, das wird jetzt ein wenig eng mit schwarzen Null am Jahresende.

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