Wenn’s mal wieder länger dauert …

Ich habe doch keine Zeit!

Ehrlich, für mich könnte der Tag aktuell 48 Stunden haben und es würde trotzdem nicht für all meine Aktivitäten reichen. Ich schreibe seit mehreren Wochen an der Beziehungsgeschichte meines Mannes und mir. Es ist nicht vergessen, nur benötige ich dafür ein gewisses Maß an Muse und eben Zeit.

Der nächste Blogeintrag für den Reiseblog ist ebenfalls seit mehreren Tagen in Bearbeitung. Dort liegt das Problem nicht an der Muse, so einen Text kann ich jederzeit schreiben. Allerdings möchte ich den Eintrag entsprechend bebildern, doch das Hochladen der Bilder durch unsere Klingeldrahtinternetleitung dauert gefühlte Ewigkeiten. Dann stellte ich fest, dass die Imagedateien zuviel Speicherplatz belegen, aber das WordPress-interne Skalieren nicht die Dateigröße verringert, sondern im Gegenteil noch mehr Speicherplatz belegt, da das skalierte Bild zusätzlich zum Originalbild auf der Medienseite abgelegt wird. Löschen kann man nur beide Bilder komplett, leider nicht selektiv. Heißt also, dass wenn ich den Blog noch eine Weile optisch ansprechend gestalten möchte, muss ich alle bisher hochgeladenen Bilder löschen, durch kleinere Versionen ersetzen und die bisherigen Blogeinträge mit den kleinen Bildern versehen. Dauert vermutlich nur 3-5 Jahre o.O

Dann mausert sich meine Süße derzeit zu einer echten Terrorzicke. Für den ein oder anderen mag es ungwöhnlich klingen, aber ich stille sie immer noch. Nur Abends zum Einschlafen und in der Nacht zum Durchschlafen, manchmal auch Mittags zum Mittagsschlaf. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das auch sein lassen, aber sie fordert es, mich stört es nicht sonderlich und sie schläft relativ schnell ein dadurch.
Bisher. Seit ein paar Wochen klappt das nicht mehr so zuverlässig. Sie schläft zwar immer noch ein, doch sobald ich sie ins Bett lege, wacht sie auf und beginnt sofort zu schreien. Dabei ist es egal, ob ich 10 Minuten oder 30 Minuten warte, bis ich sie ins Bett lege, ob sie sich laut schnarchend im Tiefschlaf befindet oder nur friedlich schnuffelnd in meiner Armbeuge liegt. Sie brüllt sich innerhalb kürzester Zeit so in Rage, dass es eine gute Stunde braucht, bis sie einigermassen wieder beruhigt ist. Wir versuchen, sie daran zu gewöhnen, auch mal alleine im Bett einzuschlafen. Dazu lassen wir die Türen zum Schlafzimmer auf und im Vorzimmer das Licht an, so dass sie uns hören kann und nicht in völliger Dunkelheit liegen muss. Funktioniert nur leidlich. Gestern haben wir sie nach 10 Minuten wieder aus dem Bett geholt, da hatte sie sich schon fast komplett wieder ausgezogen. Als wir sie eine Stunde später erneut hinlegten, fing das Brüllen sofort wieder an, hörte aber nach 3 Minuten auf. Vermutlich war sie aus purer Erschöpfung eingeschlafen.
Wie auch immer, dadurch begann mein Feierabend um 22:15 Uhr. Yay!

Seit einigen Wochen sind wir mit dem Umbau des Kinderzimmers vom Großen beschäftigt. Zuerst hatten wir Kleiderschrank und Kommode durch praktischere Modelle ersetzt und jetzt im zweiten Schritt das Hochbett noch höher gebaut. Da mein Mann zwei linke Hände voller Daumen hat, blieb dies fast komplett an mir hängen. Im Urlaub konnte ich tagsüber aus Gründen nichts machen, also habe ich die letzten 3 Tage nach Feierabend jeweils 2 Stunden im Kinderzimmer gewerkelt, bevor ich mich dem Zickenterror stellte.

 

Eigentlich wollte ich heute noch nach Feierabend in den Baumarkt fahren und Klebefolie kaufen, um die Rückseiten der Schränke damit zu bekleben, denn so wirklich hübsch sehen die nicht aus. Heute morgen kam mir spontan die Idee, das nächste Woche zusammen mit dem Großen zu erledigen, wenn ich ihn aus dem Hort abgeholt habe, dann könnte er sich selber die Folie aussuchen. Allerdings benötigt er unbedingt eine Lampe oben an seinem Bett, dass wenn er nachts mal raus muss, das nicht im Dunkeln bewerkstelligen muss. 1,60 m Unterkante sind nämlich ganz schön hoch. Werde ich wohl doch heute losmüssen.

Morgen ist Fussball und natürlich gehen wir dahin, wozu sonst haben wir eine Dauerkarte. Trotzdem geht dadurch der Großteil des Tages flöten. Hinzu kommt, dass ich ganz dringend meinen Personalausweis verlängern lassen muss, was man zum Glück bei uns auch sonnabends machen lassen kann, nur geht damit wieder ein halber Tag weg, aufbrezeln, Passbilder machen lassen, warten und so.

So gerne würde ich auch mal wieder ausgiebig ein nettes Spiel zocken oder in Ruhe ein Buch lesen oder unsere Tatortreiniger-DVDs anschauen, aber dafür bleibt schlicht keine Zeit übrig.

Vom Bürofenster aus kann ich seit zwei Tagen einen jungen Mann beobachten, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein großes Stück Brachland von Steinen bereinigt. Sehr Zen! Vielleicht sollte ich das auch mal probieren.

Nur wann?!

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Klette

Meine Süße verweigert – mal wieder – feste Nahrung, nur Mama ist gut genug und allein auf Mama ist das Leben erträglich. Papa ist bloß ein schwacher Ersatz und funktioniert nur für wenige Minuten.

Warum, wieso, weshalb jetzt auf einmal der Rückschritt erfolgte und ob es nur eine (hoffentlich) ganz kurzfristige Phase ist, weiß natürlich auch keiner.

Passt aber ganz wunderbar in die Gesamtsituation, mit der ich persönlich gerade äußerst unzufrieden bin *seufz*

Lernen durch Schmerz

Wer auch immer der Meinung war, Lernen durch Schmerz funktioniere und das auch noch gut, hat unsere Kinder nicht erlebt.

Fing beim Großen damit an, dass er den Kater immer wieder am Ohr oder Schwanz zupfte, und im Gegenzug nähere Bekanntschaft mit den Katzenkrallen machen durfte. Gingen wir anfangs davon aus, dass sich das wegen der nicht unbeträchtlichen Schmerzen schnell von selbst geben würde, gaben wir diese Hoffnung bald auf und kauften stattdessen Jodtinktur, damit sich die zahlreichen Kratzer nicht entzündeten.

Allerdings hofften wir, dass Mädchen anders drauf sind und das sind sie tatsächlich. Die können noch viel mehr einstecken, zumindest unseres. Wo der Große schon lange lautestes Wehklagen angestimmt hätte, schüttelt sich die Kurze nur und weiter geht’s. Aber manchmal tut es eben doch richtig weh und wir hofften, dass schmerzliche Lerneffekte besser greifen.

Aber nö. Katzenkratzer noch und nöcher. Blutige Wunden am Kopf, weil das Kindlein nicht begreift, dass es mittlerweile zu groß ist, um aufrecht unter meinem Schreibtisch lang zu laufen und sich deswegen immer wieder die Rübe an der Unterkante des Tisches rammelt. Das Wäscheständer umfallen, wenn man zu sehr an einer Seite zieht, will auch nicht in das kleine Babyhirn rein und so mussten wir die Süße mehr als einmal unter der frisch gewaschenen Wäsche hervorziehen.

Jetzt hoffe ich einfach mal drauf, dass sie größer wird und die Vernunft einsetzt. Wobei, wenn ich mir ihren Bruder so anschaue – ach, lassen wir das 🙂

Es geht voran

Oder so.

Ich habe jetzt einen Termin bei meiner Psychotherapeutin bekommen – Ende April. Mein Arbeitszeugnis werde ich hoffentlich bald in den Händen halten. Innerlich bereite ich mich auf die ersten Bewerbungen vor, merke aber, wie sehr mich das mitnimmt.

Was mich momentan betrübt ist, dass meine Kreativität irgendwie abhanden gekommen ist, was sich unter anderem in den sehr sporadischen Blogbeiträgen niederschlägt. Ich habe zwar noch genügend zu erzählen, aber überhaupt keinen Antrieb, dass aufzuschreiben.

Mein Großer bereitet mir derzeit große Sorgen, da er in der letzten Zeit komplett frei dreht. So schlimm, dass sich sogar schon die Kindergartenerzieherinnen darüber beschwert haben. Er hört nicht zu, benimmt sich wie die Axt im Walde, malträtiert die Katzen bei jeder sich gebenden Gelegenheit und schubst einfach so seine Schwester um. Das alles ohne sichtbare Reue oder ansatzweises Nachdenken. Eine Freundin meinte, dass das Vorschuljahr auch die kleine Pubertät genannt wird und das Verhalten, so doof wir das auch finden mögen, normal ist. Wenn das allerdings die kleine Pubertät ist, ziehe ich bei der großen vermutlich aus.

Ein mächtiger Lichtblick ist meine Süße, welche mittlerweile laufen gelernt hat. Es ist eine wahre Freude, ihr bei den tapsigen Schritten zuzuschauen, mit denen sie die Wohnung erkundet. Sobald irgendwo Musik läuft, fängt sie an zu tanzen und klatscht dabei in die Hände. Das ist so unglaublich herzerwärmend, dass ich das gar nicht richtig in Worte fassen kann.

Dank der steigenden Zahl von Impfgegnern gibt es aktuell auch einen Masernfall im Kindergarten des Großen. Dadurch muss er heute zuhause bleiben, damit der Impfstatus aller Mitarbeiter überprüft und weitere Maßnahmen abgestimmt werden können. Bis auf weiteres haben alle Nichtgeimpften bzw. Personen mit unklarem Masernimpfstatus Hausverbot im Kindergarten. Das betrifft bei uns nur meine Süße, die erst Anfang April ihre erste Masernimpfung bekommt, aber ich habe seit Bekanntwerden der ersten Masernfälle bei uns den Großen eh nicht mehr vom Kindergarten abgeholt, zu groß war mir einfach das Risiko, und das zurecht, wie es sich jetzt herausstellt.

Ansonsten quälen wir uns tapfer durch die Grippe- bzw. Erkältungswelle. Ich bin seit Wochen dauerverschnupft, mein Mann hat seit dem Wochenende die Grippe. Nur die Kinder sind bislang glimpflich davon gekommen. Hoffen wir mal, dass das so bleibt 🙂

Auszeit

Ich habe mir tatsächlich die letzten Tage eine Auszeit gegönnt. Nicht nur vom Bloggen, sondern auch von meinem Alltag. Anlass war, dass eine alte Freundin, die ich länger kenne, als ich freiwillig zugeben würde, vor 3 Wochen in einer dramatischen Aktion ein Kind bekommen hat.

Diese Freundin, nennen wir sie Franzi, wurde mit mir zusammen eingeschult und wir gingen dann 8 Jahre lang in eine Klasse. Wir verstanden uns von jeher gut, waren aber nie beste Freundinnen, was hauptsächlich daran lag, dass ich für ein solches Verhältnis nicht geschaffen bin oder da vermutlich völlig verquere Vorstellungen habe.

Als Kind nimmt man für gewöhnlich die Dinge einfach so hin, wie sie sind und so dachte ich mir auch nichts dabei, als ich sie zuhause besuchte und Franzis familiäre Verhältnisse direkt erlebte. Es roch seltsam und ihre Eltern benahmen sich anders als meine, aber das hatte ich bei anderen Klassenkameraden auch schon erlebt und ich dachte, dass das eben nur eine weitere Facette von Familienleben ist. Allerdings eine, die mir nicht so gut gefiel und so trafen wir uns meistens außerhalb Franzis Wohnung.

Nachdem ich nach der 8. Klasse aufs Gymnasium gewechselt bin und sie weiter auf der Mittelschule blieb und ihren Realschulabschluß machte, verloren wir uns aus den Augen, obwohl wir immer noch im selben „Dorf“ wohnten. Wir sahen uns nur noch einmal wieder, zum Klassentreffen vor 10 Jahren. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass sie von einer bewegten Vergangenheit erzählt hatte, von Brüchen im Lebenslauf, aber auch, dass sie zu diesem Zeitpunkt hart daran arbeitete, wieder auf die Füße zu kommen.

Ich selber war mehr als genug mit meinem Leben beschäftigt und so blieb es bei dieser kurzen Begegnung. Bis ich vor einiger Zeit einen Suchlauf bei Facebook startete. Ich suche dort regelmäßig nach alten Bekannten, da ich selbst nur unter Pseudonym auftrete und nur von Insidern gefunden werden kann. (Eine kurze Google-Suche bestätigt meine Strategie, mein echter Name wird genau 2 mal gefunden, die Fundstellen lassen aber nur wenige weitere Schlüsse zu.) So spüre ich immer wieder mal Klassenkameraden oder Studienkollegen auf, so eben auch Franzi.

Wir stellten einen losen Kontakt her, wollten uns irgendwann mal treffen, ohne dies aber zu konkretisieren. Zum Jahreswechsel postete sie eine Meldung, die darauf hinwies, dass sie schwanger ist. Neugierig wie ich bin, fragte ich nach dem Termin und sie meinte, am 12. Januar wäre der errechnete Termin. Ui, dass es schon so bald sein würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Sie war entsprechend aufgeregt und unsicher, da ihr jegliche familiäre Unterstützung fehlte.

Franzis Mutter war bei der Geburt ihres Bruders zusammen mit ihm gestorben, der Vater ist unbekannt. So kam sie mit 3 Jahren zur jüngeren Schwester ihrer Mutter, welche die Vormundschaft für sie übernahm. Mehr als die nötigste Pflege war jedoch nicht drin, von Liebe oder Geborgenheit ganz zu schweigen und nur der großzügige Scheck für die Pflegeeltern verhinderte, dass Franzi ins Heim abgeschoben wurde. Ihre Tante, die größere Schwester ihrer Mutter, kümmerte sich ab und zu in den Ferien um sie, aber viel Zuwendung erfuhr sie dort auch nicht, da, so vermutet Franzi, der Mann der Tante wohl ihr Vater sei und eine mehr oder weniger länger dauernde Affäre mit ihrer Mutter hatte, was wiederum die Tante nicht sonderlich lustig fand und das daraus resultierende Kind sie immer wieder schmerzlich daran erinnerte.

Sobald Franzi alt genug war, kehrte sie dieser Familie den Rücken und kümmerte sich fortan um sich selbst. Im Laufe der Jahre erfuhr sie immer mehr Details und jedes kleine Puzzlestück entfremdete sie mehr von ihrer Familie und vor einigen Jahren war das Maß voll und sie brach den Kontakt komplett ab. Nach Franzis Aussage besteht der Großteil ihres Freundeskreis aus jungen, schwulen Männern, so dass es auch von dieser Seite her schwer wird mit hilfreichen Tipps für eine frischgebackene Mutter. Umso dankbarer war sie, als ich meine Hilfe anbot und ihr per Chat immer wieder den Rücken stärkte und ihr sagte, dass sie das alles gut macht und eine Mama auch mal verzweifeln dürfe.

Ich hatte allerdings den Eindruck, dass die virtuelle Hilfe nicht ganz ausreicht, vor allem nach der kräftezehrenden Geburt, und so bot ich ihr an, für ein paar Tage bei ihr zu wohnen. Die Geburt war echt nichts für schwache Nerven. 9 Tage nach dem errechneten Termin ging sie ins Krankenhaus, wo sie da behalten und die Geburt eingeleitet wurde. Sie quälte sich 4 Tage lang durch unregelmäßige Wehen, Untersuchungen, CTGs und wechselndes Krankenhauspersonal, bis das ganze Theater mitten in der Nacht mit einem Notkaiserschnitt beendet wurde. Keine Sekunde zu früh, denn der kleine Kerl war völlig entkräftigt, ebenso wie seine Mama. Durch die Not-OP war der Schnitt, meiner laienhaften Meinung nach, besonders groß und auch die Naht sah eher nach Metzger aus. Entsprechend große Probleme hatte Franzi mit der Narbe, die ständig zwackte und ziepte und generell irgendwie immer im Weg war.

Wir vereinbarten also, dass ich für 3 Tage bei ihr bin, bevor ich für ein paar weitere Tage bei meinen Eltern bin. So war es für mich nur eine Fahrt und quasi 2 Fliegen mit einer Klappe.
Nur hatten wir zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen von unserem Zusammenleben. Franzi ging von einem verspäteten Schullandheimausflug aus, wo wir Mädels es uns gemütlich machten und über alte Zeiten quatschen, während ich mehr so an große Schwester und tatkräftige Hilfe dachte. Sie hatte auch die Energie und den Bewegungsdrang eines 11 Monate alten Babies völlig unterschätzt und war leicht angesäuert, als meine Süße ihren Süßen am ersten Nachmittag mit ihren Gebrabbel und Gekrabbel in seiner Ruhe störte, was dieser mit ausgiebiger Quengelei quittierte. Erschwert wurde die ganze Situation dadurch, dass sich Franzi seit der Rückkehr aus dem Krankenhaus jeglichen Fernseh- oder Radiokonsum versagte, damit ihr Prinz (O-Ton) ja nicht durch die Geräusche gestört würde.

Sie wurde auch nicht müde, diese Störung am nächsten Tag ihrem gesamten Freundeskreis auf die Nase zu binden. Ich schob es nachsichtig auf den noch völlig durcheinander gewirbelten Hormonhaushalt und sagte nichts dazu. Stattdessen bot ich ihr an, mal eben fix durch die Wohnung zu saugen, da sie immer wieder betonte, wie sehr sie der Schmutz störte. Es war nicht sonderlich dreckig, sondern eben so, wenn ein Erwachsener und eine Katze sich den Wohnraum teilen, Katzenhaare, ein paar Flusen und Krümel, aber weit entfernt von versifft, jedoch nicht in Franzis Augen, sie ist da vorgeprägt durch die Wohnung ihres Vormundes, die meist vor Dreck starrte. Mein Angebot schlug sie jedoch aus mit der Begründung, dass sie das ja alles auch alleine machen können muss, wenn ich nicht mehr da bin. Ich versuchte, dagegen zu argumentieren, dass ich ebenso Dreck mache, aber sie wollte nichts davon hören. Dann eben nicht.

Genau das Gleiche mit dem Angebot, ihr sehr quengeliges Baby für eine Weile ins Tragetuch zu nehmen, damit er sich beruhigt und sie das aber wegen der Kaiserschnittnarbe nicht könnte. Das gleiche beim Essen machen. Danach habe ich aufgegeben, irgendetwas anzubieten. Ich verstehe, dass sie nicht in irgendeiner Schuld bei mir stehen will, würde das aber auch niemals aufrechnen und hoffe, in der Richtung nichts angedeutet zu haben.

Da ich wusste, dass Franzi nicht in Reichtümern badete, hatte ich ihr angeboten, unsere aussortierten Babyklamotten mitzubringen. Ich suchte alle Sachen zusammen, gab schweren Herzens auch ein paar Lieblingsstücke her und packte 4 Windelkartons voll. Ursprünglich wollten wir die Sachen bei Ebay verticken, doch hatte ich keinerlei Lust, mich darum zu kümmern, weswegen ich eigentlich ganz froh war, die Sachen auf diese Weise los zu werden und noch einem lieben Menschen eine Freude machen zu können.
Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, vielleicht dass sie neugierig die Kartons öffnet, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Oder das sie mir sagt, sie packt sie ganz in Ruhe aus, wenn ich wieder weg bin. Auf jeden Fall nicht, dass ich sie kurz vor meiner Abreise bitten würde, doch mal nachzuschauen, ob was brauchbares für sie dabei wäre. Lustlos öffnete sie die Kartons, schaute wenig begeistert auf die zugegeben offensichtlich bereits getragenen Sachen und packte sie kommentarlos zusammen. Dann stand sie auf, öffnete einen Schrank und meinte, dass dieser voll mit Klamotten wäre und zeigte mir ausgewählte Stücke: ein Strampler von Steiff, diverse Bodies von Baby Walz, diverse andere Markenklamotten, alle angeblich gebraucht, aber fast wie neu aussehend.
Zugegeben, ich war bitter enttäuscht und hätte am liebsten die Kartons wieder mitgenommen. Stattdessen bat ich sie, die Sachen an Mütter zu verschenken, welche Klamotten benötigten, was Franzi auch zusagte.

Richtig frostig wurde es am 2. Tag, als sie ihren obligatorischen Spaziergang machte, der in der Vergangenheit immer drei Stunden dauerte, in denen ihr Schatz friedlich und dick eingemummelt schlief. Wir begleiteten sie, mein Mädchen nicht ganz so dick eingepackt, und liefen durch die Straßenschluchten, in denen eisig der Wind um die Ecken pfiff. Nach zwei Stunden fragte ich, ob wir wieder heim gehen können, da ich völlig durchgefroren sei. Nur widerwillig gab sie meinem Wunsch nach und es wunderte mich dann auch nicht, dass sie am nächsten Morgen meinte, sie müsse am Mittag ganz dringend weg und ich müsste den Besuch um einen Tag verkürzen.

Wäre ja alles kein Problem gewesen, da ich eh vor hatte, zu meinen Eltern zu gehen. Nur waren beide so richtig heftig krank, mein Pa mit Grippe trotz Impfung und meine Ma mit Bronchitis, und überhaupt nicht in der Lage, sich um irgendwas zu kümmern. Wir waren alle von einem Tag später ausgegangen, in der Hoffnung, dass meine Eltern bis dahin das Schlimmste überstanden hätten. So musste jetzt ein Alternativprogramm her, denn ich hatte absolut keinen Bock, wieder nach Hause zu fahren.

Unabhängig von allen Spannungen, die zwischen Franzi und mir aufkamen, tat mir die Abwesenheit von Heim und Familie so gut, dass sogar meine Schmerzen im Rücken nachließen. So schmerzfrei war ich eine ganze Weile nicht mehr und das allein wog die Widrigkeiten mehr als wieder auf.

Da ich wusste, dass meine Eltern sich unglaublich auf meinen Besuch gefreut hatten und so gerne ihre Enkelin gesehen hätten, vereinbarte ich mit ihnen, dass ich kurz bei ihnen vorbei schaue, bevor ich mich auf den Heimweg mache.
Meine Ma sah aus wie der Tod auf Latschen, völlig kaputt lag sie im Bett. Meinem Pa ging es vergleichsweise gut, denn die Impfung hatte immerhin bewirkt, dass die Grippe nicht so heftig und langwierig bei ihm wütete. Mein Mädchen nutzte ihre neu gewonnene Freiheit in der absolut kindersicheren großelterlichen Wohnung und erkundete alles fröhlich quietschend, was wiederum meine Ma veranlasste, aufs Sofa ins Wohnzimmer umzusiedeln, um ihre Enkelin besser beobachten zu können.
Als ich nach einer Stunde meinte, dass mir überhaupt nicht nach Autobahn ist, sagte mein Pa, dass sie eh davon ausgegangen wären, dass ich wenigstens bis zum nächsten Tag bliebe. Hatte ich irgendwie anders verstanden, war aber keineswegs böse drum.

Aus der eintägigen Verlängerung wurden 4 Tage, in denen es meinen Eltern zusehends besser ging. Wir mussten nur meine Ma immer wieder bremsen, denn sobald es ihr ein Stückchen besser ging, fing sie an, in der Wohnung zu wirbeln. Erst war es nur Essen kochen, dann Wäsche waschen, später Betten neu beziehen. Und wirklich jedes Mal sagte sie hinterher, dass sie die Aktion ganz schön angestrengt hätte und sie wohl doch nicht so gesund ist, wie sie gerne wäre. Und jedes Mal sagte ich ihr, dass sie aufpassen solle, dass diese Besserungen trügerisch sein können und sie sich einfach noch ein wenig ausruhen sollte. Ich könnte ja auch Aufgaben übernehmen, wie Wäsche aufhängen und so. Aber nicht mit meiner Mutter. Ich hätte ihr förmlich den Wäschekorb aus der Hand reißen und sie ans Sofa festbinden müssen, um sie vom Wäsche aufhängen abzuhalten.

Früher hätte ich solche Kämpfe gekämpft, jetzt lass ich sie einfach machen. Sie ist alt genug.

So kehrten meine Süße und ich gestern wieder nach Hause zurück, ich mit einem Abschiedsgeschenk in Form eines fetten Schnupfens im Gepäck, den ich mit viel Schlaf auskuriere. Meine Männer haben ordentlich die Stellung gehalten und sich sehr gefreut, dass wir wieder da sind.

Wieder da sind auch meine Rücken- und Schulterschmerzen, welche natürlich durch meine Rückkehr ausgelöst wurden. Allerdings bin ich noch unsicher, ob es an unserer Familiensituation liegt oder aber ob der ganz normale Alltag mit Behörden, Briefen und Bewerbungen mich überfordern. Ich werde das die nächsten Tage mal genauer analysieren.

Auch, wenn die Woche nicht so verlief, wie ich mir das vorgestellt hatte, tat mir die Auszeit gut und ich hab ein wenig Kraft sammeln können.

OP-Vorsorgeuntersuchung

Am Dienstag steht die nächste OP meiner Süßen an und damit die ordentlich über die Bühne gehen kann, braucht es einer Vielzahl von Untersuchungen. Da am Montag in der Uniklinik schon zu viele Patienten angemeldet sind, sollten wir das alles am Donnerstag machen. Also fanden wir uns wie vorgegeben um 10 Uhr auf der Kinderchirurgischen Station ein. Die Schwestern an der Anmeldung guckten mich skeptisch an und ich dachte sofort, ich hätte mich in Ort oder Zeit geirrt, ein Gefühl, was ich immer als sehr unangenehm empfinde. Doch dann ließen sie sich das gelbe Untersuchungsheft und die Chipkarte geben und ich sollte im Spielzimmer warten.

Was wir auch taten, über eine Stunde lang. Wir beobachteten stationär aufgenommene Kinder, wie sie zusammen mit Krankenschwestern Engel bastelten, wie ein Junge seinen Eltern schlechte Witze aus einem Buch vorlas, wie ein Mädchen mit seiner Mutter Kaufmannsladen spielte.
Endlich wurden wir von einer jungen Ärztin erlöst, welche meine Kleine eingehend untersuchte und mich nach der Vorgeschichte befragte. Am Kindlein gab es nichts außergewöhnliches festzustellen, guter Allgemeinzustand auf knapp 75 cm Länge und 8,6 Kilo. Wir sollten dann wieder im Spielzimmer warten, bis eine andere Ärztin uns über die Operation aufklären würde.

Die spielenden Kinder waren mittlerweile in ihre Zimmer zurück gekehrt und verputzten ihre Mittagessen. Ich holte mir Tee und Wasser und die Kleene ihre Portion Milch. Gegen halb eins kam die Ärztin und erklärte uns, was bei der OP passieren soll und was passieren könnte, was ja auch immer alle Dramen einschließt, wovon aber niemand wirklich ausgeht. Das Äußerste wäre wohl die Legung eines Blasenkatheders, der aber dann durch die Bauchdecke gelegt wird, weil es aus welchen Gründen auch immer über den Harnleiter nicht geht. Ich hoffe, dass dies meiner Süßen erspart bleibt, allein die Vorstellung lässt mich schaudern.

Dann sollten wir noch zur Anästhesieaufklärung. Als wir da ankamen, kippte ich fast aus den Latschen, nicht ein einziger freier Platz mehr im Warteraum. Entsprechend fragte mich die Schwester an der Aufnahme, ob wir am nächsten Morgen wieder kommen könnten. Ich sagte, dass dies kein Problem wäre, ich aber nicht weiß, was die Kollegen auf Station dazu sagen. Die Schwester rief an, erklärte die Umstände und dann wurden wir erstmal wieder heim geschickt.

Mein Mädchen war mittlerweile so knülle, dass sie bereits keine 100 Meter vom Krankenhaus im Kinderwagen eingeschlafen war. Sie ließ sich auch nicht vom aus dem Kinderwagen heben und in den 3. Stock hochtragen stören und so legte ich sie komplett angezogen ins Laufgitter und ließ sie in Ruhe ratzen. Später am Nachmittag machten wir beide noch ein Nickerchen, aber die Kleene wollte nicht alleine irgendwo rumliegen und so schlief sie eben auf mir. Auch gut ❤

Am Freitag dann also zu einer Zeit aufstehen, wo ich noch keinen Puls und nur sporadische Atmung habe und zur Anästhesie. War auch schön leer dort, sogar die Krankenschwestern fehlten. Nach kurzer Zeit bin ich meine Zettel dann doch noch losgeworden und sollte wieder warten. Eine halbe Stunde später kam die Narkoseärztin und erklärte mir, was alles bei der OP passieren soll.

Als erstes würde sie über eine Atemmaske betäubt, dann bekäme sie kleine Pflaster auf die Hände, um die Einstichstellen für die Zugänge zu betäuben. Sie würden das trotz der bereits erfolgten Narkose so machen, damit die Kleine auch wirklich nichts spürt. Dann würde sie intubiert werden und sie bekäme drei Sensoren auf die Brust gepappt, um sie genaustens überwachen zu können.
Da sie keinerlei Anzeichen für Fremdeln zeigt, könnte sogar auf den Beruhigungssaft verzichtet werden, der würde die Kinder immer so groggy machen, auch noch Stunden nach der OP. Bin ich sehr dafür.
Es wurde noch nach ihren Zähnchen geschaut, da die besonders beim Tubus legen gefährdet seien.

Ein weiterer Haken auf der Checkliste und wir durften wieder auf die Station, wo noch ihre sämtlichen Unterlagen auf uns warteten. Eine der Schwestern gab mir einen Zettel mit der Stationstelefonnummer mit, ich solle am Montag nachmittag anrufen und fragen, wann die OP am Dienstag denn genau ist. Die OP-Pläne werden immer erst einen Tag vorher fest gemacht, sie ginge aber davon aus, dass das Kindlein wieder als erste dran ist. Wäre mir sehr recht, denn so lässt sich das 6-stündige Nüchternheitsgebot vor der OP besser aushalten, als wenn es mitten am Tag ist.
Eine andere Schwester wollte noch Blut abnehmen, um ein Blutbild erstellen zu können. Dazu wurde meine Süße in den Finger gepiekst, was sie überhaupt nicht lustig fand. Trotz intensivem Trösten hat es gut 5 Minuten gedauert, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Ich bekam noch zwei Urinklebebeutel mit und solle am Montag versuchen, damit eine Urinprobe zu ergattern. Ich bin gespannt, hat das doch in der Vergangenheit immer so fantastisch gut geklappt 😉

Um halb 10 Uhr waren wir fertig und durften gehen. Leider war der ausgedehnte Spaziergang zur Klinik und zurück am Donnerstag Anlass für mein rechtes Knie, mal wieder ordentlich zu muckern. Und weil wir grad schon mal da waren und die Orthopädie nur ein Haus weiter ist, wollte ich das endlich mal anschauen lassen. Ein freundlicher Herr sah meinen unsicheren Blick, als ich das Klinikgebäude betrat und bot seine Hilfe an, die ich gerne annahm. Er lotste mich direkt bis zur richtigen Station und erzählte mir auf dem Weg dahin, dass er selber gut einen Monat gebraucht hätte, um sich einigermaßen zurecht zu finden.

An der Anmeldung mein Anliegen geschildert und im gut gefüllten Warteraum Platz genommen. Entgegen allen Erwartungen kam ich bereits 5 Minuten später dran. Mein Knie wurde ausführlich, aber ergebnislos untersucht. Ich kann leider nichts dafür, dass es mir bei Bewegungen oder kräftigem dran Ziehen nicht weh tut. Es tut eben einfach so weh. Ich wurde aber noch zum Röntgen geschickt, drei Biegungen weiter in dem verzweigten Gebäude. Auch dort kam ich ganz fix dran und die Röntgenschwestern waren in heller Aufregung, wer denn meine Süße zuerst bespaßen darf, während ich auf dem Röntgentisch mein Knie in den verschiedensten Winkeln präsentierte.

Zurück bei der Orthopädin erklärte sie mir, dass sie nicht weiß, woher die Schmerzen kommen. Laut den Bildern ist alles dort, wo es sein soll und es gibt keinerlei Anzeichen für krankhafte Veränderungen. Hmm, nicht ganz das, was ich hören wollte. Sie stellte mir aber ein Rezept für Krankengymnastik und Ultraschall aus, was mich insofern überraschte, als ich immer dachte, dass dies nur die niedergelassenen Ärzte dürfen. Ein Rezept für Paracetamol gab es gratis oben drauf. Genauso wie den Hinweis, dass wenn die Schmerzen in 4-6 Wochen nicht besser sind, ich mir vom Hausarzt eine Überweisung für ein MRT holen soll.

Wir sind dann wieder nach Hause gegangen, haben in Ruhe gefrühstückt und ausgiebig Mittagsschlaf gemacht. Solche Untersuchungen schlauchen immer ganz ordentlich.

Kind und Katze

Meine Süße ist derzeit in dem Alter, in dem alle Dinge mit dem Mund angeschaut werden. Sie entdeckt etwas interessantes und schon schießen die Patschhändchen hervor und greifen danach. Liegt das Objekt der Begierde außerhalb der Reichweite, so dreht, windet, schaukelt und manchmal beamt sich sich auch, anders kann ich mir den innerhalb kürzester Zeit überbrückten Abstand zum Zielobjekt nicht erklären, dorthin.

Kaum hat sie das Ding umklammert, steckt es schon im Mund und wird von allen Seiten angelutscht. Am Besten ist das Ding jedoch, wenn da ein Waschzettel dran ist. Da dies wohl eine genetische Sache ist und bei allen Babies vorkommt, gibt es Schnuffeltücher, deren kompletter Rand mit Waschzetteln umkranzt ist.

Jetzt laufen bei uns auch zwei Katzen, leider ohne Waschzettel, weder im Ohr, noch am Schwanz und zum Glück auch nicht am Hintern, durch die Wohnung und alles, was sich bewegt, ist für ein so kleines Kind noch viel interessanter. Übrigens auch für größere Kinder, doch das ist eine andere Geschichte. Manchmal machen die behaarten Vierbeiner allerdings den Fehler und kommen dem Grabschekind – dem kleinen – zu nah. Das tut dann wiederum brav seine Pflicht und grabscht nach Ohr, Schwanz oder Schnurhaar und versucht, sich die Beute in den Mund zu stopfen, was allerdings dadurch erschwert wird, dass Katzen im allgemeinen, und Jeannie im speziellen, zu schwer sind, um einfach so von ihrem momentanen Aufenthaltsort weggezogen werden zu können. Außerdem finden sie das Grabschen gar nicht lustig, denn das Feingefühl eines solchen felllosen Winzlings gleicht eher dem einer Abrissbirne, worauf mich meine felinen Mitbewohner bereits mehrmals durch lautes Maunzen hingewiesen haben.

Das allerdings hält meine Süße nicht davon ab, es immer und immer wieder von Neuem zu probieren, denn nur wenn ein Objekt einmal ordentlich vollgesabbert ist hat man sich satt gesehen und kann sich anderen interessanten Dingen zuwenden.

Ich bin gespannt, wie es wird, denn meine Kleine erstmal krabbeln oder gar laufen kann.

Flutlicht

Es geht mal wieder um Susi, meine Schwangerschaftsvertretung. Susi hält sich ja eh für das größte Geschenk an die Menschheit seit der Erfindung von geschnitten Brot und hat grundsätzlich zu allem und jedem eine Meinung.

So begab es sich Mitte der letzten Woche, dass die zweite Runde des DFB-Pokals anstand und wir als Familie im Stadion zugegen waren, um unsere Mannschaft anzufeuern. Leider gab es bei diesem Spiel ein etwas unappetitliches Problem, da die Damentoiletten massiv verunreinigt worden sind, welches ich danach im Fanforum zur Sprache brachte. Klar passiert es mal, dass jemand daneben pinkelt und ein paar Tropfen auf der Brille landen oder in der Aufregung das Spülen vergisst. Doch dieses Mal wurden gezielt die Hälfte aller Toiletten beschmutzt und das fand ich schon eklig.

Es entbrannte eine Diskussion, dass man das als Fan wohl abkönnen muss und man sollte gar nicht bei den Männern schauen, da wäre alles viel schlimmer und in anderen Stadien erst und so weiter. Ich konterte, dass es während der letzten Jahre nicht ein einziges Mal diesbezüglich Probleme gab und es mich eben wundert, warum ausgerechnet an diesem Abend. Ich fügte hinzu, dass ich notgedrungen wegen der zwei Kinder häufig auf den Örtlichkeiten zugange bin.

Diese Äußerung nahm Susi zum Anlass, um mitten in die Diskussion zu fragen, ob denn meine Kinder, allen voran die Kleine, um diese Uhrzeit nicht viel besser zuhause aufgehoben seien.
Dieser Kommentar find ich aus zwei Gründen unmöglich:

  1. Das hat überhaupt nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun.
  2. Susi kann auf einen riesigen Erfahrungsschatz in Sachen Kindererziehung zurückgreifen, immerhin hat sie selber genau Null Kinder und weiß genau nicht, wovon sie spricht.

Am meisten allerdings kotzt mich an, und dafür kann Susi nichts, dass mich dieser Kommentar, von ihr nur kurz hingerotzt und nach drei Sekunden vermutlich schon wieder komplett vergessen, so ewig lang beschäftigt. Ich kann nicht, wie von anderen immer wieder bei (Internet-)Diskussionen gefordert, solche Bemerkungen einfach ignorieren, ich nehm mir den Kram zu herzen. Selbst, wenn ich mir hundert mal einrede, dass es das nicht wert ist, es beschäftigt mich trotzdem.

Nun liegt es mir fern, mich zu rechtfertigen, dennoch möchte ich beschreiben, wie ein typischer Stadionbesuch aussieht, um unsicheren Eltern zu zeigen, dass man mit Kindern durchaus auch solche eher ungewöhnlichen Veranstaltungen mitnehmen kann. Ich weiß, dass Kinder unterschiedlich sind und es eben nicht jedem Kind gefallen wird. Doch habe ich zwei sehr unterschiedliche Exemplare hier daheim, aber beide lieben bislang diese Besuche.

Der Kleene war mit 6 Monaten das erste Mal bei einem Fussballspiel, bei einer kleinen Dorfmannschaft, wo knapp 500 Zuschauer dabei waren. Er fand das gut, nur beim Torjubel hat er sich erschrocken, weil der so plötzlich kam. Er ist dann quasi in das Fandasein reingewachsen und er freut sich heute immer auf jedes einzelne Spiel, auch weil er dort „seine“ Stadionfreunde wieder sieht und auch mal richtig die Sau rauslassen kann.

Meine Süße war mit 4 Wochen das erste Mal dabei, mittlerweile ist das Dorfstadion einer richtigen Arena gewichen und die Zuschauerzahlen sind entsprechend höher. Deswegen haben wir Kinderohrenschützer geholt, diese bekommt sie noch vor dem Stadion aufgesetzt und sie kann sich ganz ungestört dem Umschauen und fremde Leute angrinsen widmen. Wenn sie Hunger hat, wird sie gestillt, entweder auf der Toilette oder direkt auf dem Rang. Auf der Toilette hat es den Vorteil, dass ich ihr die Ohrenschützer abnehmen und gleich vor Ort wickeln kann. Auf dem Rang verpasse ich nichts vom Spiel, kann aber auch nicht die Ohrenschützer abnehmen und manchmal drücken die etwas doof auf den Arm. Ob die umstehenden Fans etwas davon mitbekommen, ist mir egal, am Ende sind es eh nur ca. 10 mögliche Personen und wenn ich doch mal unvorsichtig genug bin und ein entblößter Nippel für Millisekunden aufblitzt, dann ist es eben so.

Am wahrscheinlichsten verschläft mein Baby das meiste. Sie kuschelt sich dann an mich, ich mach die Schotten vom Bondolino dicht und für mindestens eine Stunde ist dann Ruhe. Wir sind bei uns im Block mittlerweile eine kleine Berühmtheit, viele kennen uns schon und noch nie hat uns jemand darauf angesprochen, wie unverantwortlich das ist. Warum auch, alle sehen ein ausgeglichenes, lächelndes Kind. Sollte ich das Gefühl haben, dass es der Kleenen nicht gefällt, geh ich entweder kurz aus dem Trubel raus oder ganz nach Hause. Letzteres war bislang noch nie nötig.

Wir haben das beim Großen angefangen, ihn zu allen möglichen Veranstaltungen mitzunehmen, mit ihm ins Restaurant zu gehen, zu Freunden auf Geburtstagsfeiern und führen das jetzt mit der Kleinen fort. So sind die Kinder von klein auf so etwas gewöhnt und wir als Eltern müssen nicht komplett auf gesellschaftliches Leben verzichten.

Wie auch immer, ich geh jetzt mit meiner Familie zum Montagsspiel, mit Flutlicht, und werde mich überhaupt nicht schlecht oder als Rabenmutter fühlen.

Breikost

Seit drei Wochen versuche ich, meinem Mädchen die Vorzüge von Breinahrung nahe zu bringen. Ich find die ehrlich sehr lecker, zumindest einige Sorten wie Pastinake oder Kürbis oder beides in Kombination mit Kartoffeln. Da ich jetzt eher nicht so das Hausmütterchen bin, greife ich auf die praktischen Gläschen der Drogerieeigenmarken zurück. Die sind preiswert, aus biologischem Anbau und die Gemüsesorten ab dem 4. Monat sind ohne Zucker oder andere doofe Zusätze.

Meine Süße findet die Breie auch voll toll, weil man herrlich mit den Fingern darin rummatschen kann und falls doch mal ein Löffelchen seinen Weg in den kindlichen Mund gefunden hat, kann man den Inhalt wunderbar wieder herausprusten. Genau so, als wenn man jemandem geräuschvoll die Zunge rausstreckt. Ganz großes Kino.

Mit ganz viel Mühe schafft die Kleene es wenigstens einmal am Tag, so zwei oder drei große Löffel, verteilt auf viele kleine Portionen, Brei zu sich zu nehmen. Manchmal macht sie sogar den Schnabel richtig weit auf, wenn sie den Löffel sieht, aber ich muss dann sehr schnell und treffsicher den Löffel im Mund versenken, sonst klappt die Ladeluke wieder zu und nur die äußerste Löffelspitze hat den Weg ins Ziel gefunden. So richtig optimal ist das nicht.

Das mit dem Trinken funktioniert gar nicht. Zur U2 oder U3 hatten wir vom Kinderarzt ein Starterpaket bekommen und darin war auch eine Flasche mit Sauger, welche wir für die ersten Trinkversuche nutzen. Ganz doofe Idee. Der Nubbel fühlt sich zwar entfernt wie eine Brust an, aber der Inhalt entsprach überhaupt nicht den Vorstellungen. Ich habe dann also breitere Sauger, die wie Aufsätze für Schnabeltassen aussehen, geholt und damit hatten wir minimal bessere Erfolge. Da wird zwar das Wasser rausgesaugt, aber nicht geschluckt, sondern einfach so aus dem Mund wieder rauslaufen gelassen.

An sich könnte mir das alles egal sein, ich habe keine Eile mit dem Füttern und Trinken, mich stört das Stillen nicht. Aber leider stehe ich ein wenig unter Zeitdruck.
So hatte ich ja für Juli diesen Jahres eine Vorladung als Schöffe für drei Verhandlungstermine erhalten, welche ich aber mit der Begründung, dass meine Süße zu diesem Zeitpunkt noch viel zu klein ist, um mehr als zwei Stunden ohne mütterliche Versorgung auszukommen, absagte. Zudem bat ich darum, aus eben diesem Grund von weiteren Terminen bis zum Ablauf der Elternzeit im März nächsten Jahres abzusehen.
Den ersten Teil hat der bearbeitende Gerichtsdiener verstanden, den zweiten jedoch nicht und so flatterte mir im August eine Vorladung für einen Gerichtstermin am 25.11. in den Briefkasten. Ich überschlug im Kopf, wie weit das Kindlein dann sei und kam zu dem Schluss, dass es bis dahin eigentlich mit Brei und Tee ganz gut über die Runden kommen müsste und schickte die „Ich bin dabei“-Bestätigungskarte ans Gericht.

Nach dem Ausbleiben von großartigen Erfolgen oder nennenswerten Fortschritten, was die externe Versorgung des Babies angeht, bin ich derzeit eher weniger optimistisch, mich in fünf Wochen für einen kompletten Tag verabschieden zu können. Außerdem bin ich ratlos, was ich machen soll.
Abwarten und hoffen, dass es sich bis dahin gibt? Dem Gericht Bescheid geben, dass sie sich doch bitte um einen Ersatz kümmern sollen? Noch eine Woche warten und dann Bescheid geben?

Einerseits bin ich schon neugierig, wie das bei Gericht ist, aber dann den ganzen Tag voller Sorge ums Kind dem Verfahren beiwohnen ist wohl auch nicht das Gelbe vom Ei. Mein Mann kann mich ja nicht mal eben so aus der Verhandlung rauszerren, da müsste das ganze Verfahren neu aufgerollt werden, neuer Schöffe, neuer Termin und dass, wo die bei Gericht eh kaum freie Termine haben.

Gna, ich find die Situation gerade völlig unmöglich *seufz*