Adventskalender: Türchen 10 – Kalenderbilder

Da ich nur mittelmäßig gut organisiert bin in meinem Blog und nicht wie andere Blogger schon seit Oktober den Adventskalender vorbereitet habe, sondern wie so oft einem spontanen Impuls gefolgt bin, aber ich für den heute geplanten Beitrag weder Zeit noch schriftstellerische Kreativität aufbringen kann, da mir dieser ungeheure Zeitfresser namens Arbeit massiv in die Quere kommt und so ein Türchen ohne Inhalt oder gar kein Türchen auch keine Alternative sind, gibt es heute nur ein schönes Bild, welches ich auf Flickr entdeckt habe.

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Ganz so wie bei den früheren Adventskalendern, die aus Papier, wo man ein Türchen öffnete und dahinter ein Bild zum Vorschein kam. Die edleren Versionen hatten die Bildchen auf Transparentpapier gedruckt, so dass sie von hinten beleuchtet werden konnten, bspw. durch eine Kerze oder die Sonne, die durchs Fenster schien. Einer der Vorteile dieser Adventskalender ist, dass man sie jedes Jahr aufs Neue ohne großen Aufwand verwenden konnte, wenn man sie pfleglich behandelt hat.

© Beitragsbild von Flickr/sonic.knight „X-mas“, (CC BY-SA 2.0)

© Krippenfoto von Flickr/Michael Panse „Geburtskirche in Bethlehem (2)“, (CC BY-ND 2.0)

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Bitte hört auf!

Hört auf, das Bild des ertrunkenen Kleinkinds zu posten, verpixelt oder unverpixelt – völlig egal. Hört einfach auf.

Jedes Mal, wenn ich dieses Bild sehe, sterbe ich innerlich ein bisschen mehr. Seit der Geburt des Großen vor 6,5 Jahren habe ich unglaubliche Probleme damit, wenn es um tote Kinder geht. Sobald ich irgendwo eine Meldung lese oder im Fernsehen einen Beitrag sehe, in dem Kinder gestorben sind, beutelt es mich, zerreißt es mich, treibt mir unweigerlich die Tränen in die Augen.

Dabei ist es völlig egal, ob ein Vater seine zwei Kinder beim Baden unbeaufsichtigt lässt und diese im Spiel den eingestöpselten Elektrorasierer von Daddy vom Waschbeckenrand ziehen. Oder eine junge Frau und ihr 3 Jahre altes Kind durch einen Geisterfahrer auf der Autobahn ums Leben kommen. Oder ob eine verzweifelte Frau ihr Neugeborenes irgendwo ablegt. Oder ob ein syrisches Kind bei der Flucht vor der türkischen Küste ertrinkt.

Ich kann mir den Schmerz und das Leid auch sehr gut ohne Fotos vorstellen. Ich brauche keine Bilder, um Mitgefühl mit den Angehörigen zu haben. Keines dieser Fotos rüttelt mich auf, ich bin bereits hellwach. Und das nicht erst seit ein paar Wochen, seit der Flüchtlingsstrom so dermaßen anschwillt. Mich hat es schon seit Jahren angekotzt, dass die Bundesregierung das Flüchtlingsproblem ganz brav an Spanien, Italien und Griechenland abgeschoben hat. „Ist deren Problem, dort kommen die Flüchtlinge zuerst an, dort werden die Verfahren abgearbeitet, sollen die sich doch kümmern.“ Als Mare Nostrum eingestellt wurde, weil Italien die Kosten dafür nicht mehr alleine tragen wollte, wäre ich am liebsten zur Bundeskanzlerin gegangen und hätte sie geschüttelt und sie angeschrieen, ob sie denn noch alle Tassen im Schrank habe.

10 Millionen Euro im Monat hat das Programm Italien gekostet. Ungefähr soviel wie ein Tag nichteröffneter Hauptstadtflughafen im Unterhalt kostet. Peanuts!

Vor ein oder zwei Wochen machte auf Facebook die Geschichte eines syrischen Flüchtlings die Runde. Es wurde erzählt, wie das Haus seiner Eltern zerbombt wurde, wie er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern floh, wie seine jüngere Tochter von einem Schlepper ins Meer geworfen wurde.

Die Geschichte ging noch weiter, aber ich konnte sie nicht weiter lesen. Ich konnte es einfach nicht, ich wollte nicht noch mehr Leid erfahren, ich wollte den Mann, seine Frau und seine verbliebene Tochter in meiner Fantasie überleben lassen und ein glückliches friedvolles Leben in Deutschland beginnen lassen.

In dieser Nacht wachte ich schreiend auf, in meinen Träumen war ich die Flüchtlingsfrau, wurde mir das Kind entrissen. Ich habe lange gebraucht, bis ich mich wieder beruhigt hatte. Meine eigene kleine Tochter, die friedlich schlafend neben mir lag, hat mir dabei sehr geholfen.
Diesen Alptraum hatte ich nach dem Lesen eines einfachen Textes, ohne Bilder, ohne krasse Beschreibungen.

Seit ich gestern das erste Mal das Bild des toten Jungen gesehen habe, habe ich Angst einzuschlafen. Wenn ein Text schon solche Reaktionen bei mir auslöst, was macht dann erst ein Bild?
Und immer wieder taucht das Bild in meiner Facebook-Timeline auf. Oder auf Twitter. Oder wenn ich Nachrichten schaue. Und jedes Mal sterbe ich innerlich ein bisschen mehr. Und jedes Mal wächst meine Angst.

Deswegen: Hört auf, dieses Bild zu posten!

Mitfühlende, sorgende Menschen brauchen keine Bilder, um endlich aufzuwachen! Alle anderen sollten sich schämen, dass sie erst ein solches Bild brauchen. Die Menschen sterben nämlich nicht erst seit Anfang des Jahres im Mittelmeer, sondern schon SEHR VIEL LÄNGER!

Ist das Kunst oder kann das weg?

Während der ersten meiner beiden stationären Therapien gab es auch Malen Kunsterziehung Ergotherapie, wo die Patienten wundervolle Kunstwerke schaffen konnten. Manchmal gab es vorgegebene Themen für Einzelne, manchmal Gruppenthemen, oder manchmal durften wir auch einfach das malen, worauf wir Lust hatten.
Gruppenthemen wurden dann von der Gruppe ausgewertet, mitunter geschah dies auch bei den Einzelthemen. Da wir ja therapiert wurden, waren die künstlerischen Aspekte bei den Auswertungen vollkommen egal, sondern es ging vielmehr darum, was der Künstler ausdrücken wollte, was die Betrachter wahr nahmen und ob eventuell tieferliegende Probleme ihren Weg ans Tageslicht fanden.

Das erste Bild entstand in meiner ersten Stunde und ich sollte versuchen, meine aktuelle Situation/Persönlichkeit/Befindlichkeit darzustellen. Das Format ist A1, ein klares Indiz für eine narzistische Persönlichkeitsstörung. Ich bin offen für Vorschläge, was es sonst noch über mein damaliges Ich aussagt. Das Bild hängt bei uns im Flur.

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Das nächste Bild entstand bei einer freien Themenrunde und offensichtlich war ich an diesem Tag nicht ganz so gut drauf. Gerade bei der ersten Therapie kam das häufiger vor.

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Beim dritten Bild weiß ich noch genau, wie es entstanden ist. Es war wieder freies Thema und wir durften mit den Staffeleien raus in den Garten, wo uns herrlichstes Sommerwetter empfing. Wir verteilten uns im Klinikgarten und ich suchte mir ein schattiges Plätzchen unter einer riesigen alten Eiche und malte einfach drauf los.

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Das letzte Bild war zugleich mein Therapieabschlusswerk und ich sollte wieder meine aktuelle Situation/Persönlichkeit/Befindlichkeit darstellen. Ich wollte wieder das ursprüngliche Format nehmen, griff aber nur zu A2, was möglicherweise schon ein Hinweis auf einen ersten Therapieerfolg ist. Ob mein Klinikaufenthalt sonst noch etwas gebracht hat, überlasse ich der Interpretation des Betrachters 😉

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Die letzten 3 Bilder sind alle im Format A2 und hängen als Abschreckung Dekoration überm Wickeltisch.

Es geht voran

Das Babybett ist aufgebaut und jetzt darf sich die Matratze ganz in Ruhe entrollen. Ich habe vorsichtshalber noch eine Schutzfolie drüber gelegt, damit die Katzen nicht sofort darüber herfallen und das Bett als ihr Revier beanspruchen.
Da bin ich echt gespannt, wie sich das noch entwickelt in den nächsten Monaten.

Das Regal habe ich auch montiert, es muss nur noch an die Wand geschraubt werden. Aber dafür brauch ich die Hilfe meines Mannes, ich schaff es einfach nicht alleine, das Regal zu halten, die Wasserwaage auszurichten und die Bohrlöcher zu markieren.
Aber sobald das Regal hängt, werden die Babyklamotten gewaschen und Wickelauflage sowie Babyschlafsack und der ganze Rest herausgekramt. Dann wird sich zeigen, ob wir wirklich alles haben.

Eine Anschaffung muss auf jeden Fall noch sein: ein Bilderrahmen. Ich habe vor Jahren ein paar große (nicht großartige) Bilder gemalt und eines davon möchte ich über dem Wickeltisch aufhängen, damit die Ecke ein bisschen Farbe bekommt. Mal schauen, vielleicht schaff ich das morgen nach dem GVK.

Vorsorgetermin und die Teetassenmission

Heute mal wieder Vorsorge bei meiner Frauenärztin und einmal das volle Programm.

Los ging es mit Blutdruck, schicke halbtote 105 zu 65, danach Eisenwert, ebenso schicke 11,5 wobei der untere Grenzwert bei 12 liegt, und dem Gewicht, über das ich wie gewohnt den Mantel des Schweigens breiten werde. Derzeit rangiere ich bei +7 Kilo und habe noch 4 Kilo Luft bis zu „meiner“ Obergrenze.

Dann ging es zum CTG. Das war jetzt wirklich schick, keine Wehen, dafür ordentlicher Herzschlag. Nur der Krümel fand es nicht witzig und stemmte sich mit aller Kraft gegen das Pad, was schon recht unangenehm war. Außerdem strengte es ihn so dermaßen an, dass der Herzschlag zwischenzeitlich auf 160-170 Schläge pro Minute hochschnellte. Das Kind scheint also ordentlich Temperament zu haben 🙂

Zum Abschluss folgte noch der letzte Ultraschall, wo wir noch mal nach der Stauung schauten. Die ist leider immer noch da, aber ist nicht größer geworden, immerhin. Außerdem ist die Blase gefüllt, so dass anscheinend alles so arbeitet, wie es soll. Ob sich die Stauung noch zurückbildet, wird sich zeigen, stellt aber soweit erstmal kein Problem dar. Der Kopf und der Oberschenkelknochen wurden vermessen und beide Werte sind übereinstimmend für 30+2 passend. Da ich 30+4 bin, passt das also auch wunderbar. Nach der Vermessung des Brustkorbs, siehe Bild, wurde das aktuelle Gewicht auf ca. 1.800 Gramm geschätzt.

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Und schöne Profilbilder kann jeder, wir können dafür ungewöhnlich. Auf Beweisstück B ist ein Ohr zu sehen und ein Finger, der sich auf den Weg macht, in selbigem zu puhlen. Ich habe es allerdings spontan als Baum identifiziert und warte jetzt darauf, vom Gegenteil überzeugt zu werden 😉

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Das nächste Mal, dass ich mein Kind sehe, wird dann wohl in echt sein. Wow!

Und dann gab es ja noch die Mission Teetasse. Mein bisheriger, heißgeliebter Pott machte vor ein paar Monaten leider die Bekanntschaft mit den Küchenbodenfliesen und bezahlte dies mit dem Leben. Seitdem bin ich auf der Suche nach einem Ersatz, bislang ohne Erfolg. Da ich heute ohnehin in der Stadt zu tun hatte, siehe nächster Beitrag, suchte ich dort zwei große Kaufhäuser und einen Einrichtungsladen auf, aber keines des Geschäfte hatte einen ausreichend großen Becher. So musste ich unverrichteter Dinge wieder tassenlos nach Hause gehen.

Bereits unterwegs stellte ich fest, dass der Tag extrem an meine Substanz gegangen ist, die letzten Meter zum Auto konnte ich nur noch unter Schmerzen zurücklegen. Zuhause machte ich mir noch schnell etwas zu Essen, konnte nicht mehr aufrecht stehen und bin dann völlig erschöpft auf der Couch umgefallen, wo ich schlief, bis meine Männer heim gekommen sind. Immer noch nicht wieder fit, schickte mich dann mein Kleener ins Bett, damit ich mich da weiter ausschlafen konnte. Fand ich total süß, auch wenn ich weiß, dass er ohne mich viel ungestörter seine Kindertrickfilme (Hase und Wolf, Shaun das Schaf und den Käpt’n Blaubär Film) gucken kann 😉

Gegen Mitternacht wachte ich wieder auf und bin jetzt hellwach, aber immer noch körperlich leicht angeschlagen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich eigentlich noch 2 Wochen arbeiten gehen müsste, wird mir ganz anders und ich habe höchsten Respekt für alle Schwangere, die das bis zum Ende durchziehen. Ich bin aber heilfroh, morgen genau nichts machen zu müssen 🙂

Auf den Tag genau

Gestern war meine erste richtige Vorsorgeuntersuchung und gleich das Beste vorneweg: Alles schick.

Kind ist termingerecht entwickelt, auf den Tag genau. Es hätte gestern 8+4 sein sollen und es war genau 8+4 – YAY! Ich weiß gar nicht, woher der Krümel das hat. Von mir jedenfalls nicht, denn ich hab immer schon massive Probleme mit der Pünktlichkeit. Selbst bei der letzten Schwangerschaft musste ich über eine Woche zurück datiert werden 😀

Der Embryo ist stolze 1,7 cm groß, hat Arme und Beine und ein kräftig schlagendes Herzchen. Und er hat seine Höhle für sich alleine, was bei mir doch eher Erleichterung hervor rief. Vielleicht kommt später noch ein wenig Enttäuschung hinzu, aber derzeit überwiegt einfach die Freude, dass alles ok ist. Die lange Wartezeit, vor allem nach dem frühen Ende davor, hat mir doch ordentlich zugesetzt.

Scheu ist er auch nicht, sondern hat sich richtig schön für die Kamera postiert:

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Oh man, ich darf gar nicht dran denken, dass ich jetzt wieder 4 Wochen warten muss, bis ich das nächste Mal einen Blick drauf werfen kann *seufz*

EDIT: Mutterpass hab ich natürlich auch bekommen und jede Menge Werbekrams und Infoblätter. Mal schauen, ob ich bis zur Entbindung fertig bin mit Durchlesen 😉