Der Ratgeber für Frauen

Wie vor ungefähr einem Jahr angedroht und erst jetzt wieder im Entwurfsordner gefunden, folgt nun das Best-Of eines selbsternannten Karriereratgebers speziell für Frauen in Naturwissenschaften. Da ich selber zu dieser Spezies gehöre und viele meiner Freundinnen auch, glaube ich, mir tatsächlich ein Urteil über die Qualität bzw. Praktibilität der dargebotenen Ratschläge erlauben zu können. Das Buch wird mittlerweile erschienen sein, da es aber kein besonders tolles Buch ist und dieser Beitrag auch keine Rezension, werde ich so anonym wie möglich berichten. Außerdem habe ich Buchtitel und Autorinnenname vergessen.

Mich interessiert zudem, wie eure Meinung zu den jeweiligen Passagen ist.

Die Autorin beginnt damit, ihren Werdegang zu beschreiben. Wie sie davon träumte zu studieren und wie sie das Studium romantisierte.

Während meiner Promotion war dann leider nicht mehr alles so idealistisch, wie ich anfangs dachte.

Eine echte Blitzmerkerin! Ich hatte ebenso eine idealisierte Vorstellung vom Studium, aber diese wurde bereits nach wenigen Tagen von der Realität verdrängt. Das erst in der Promotion hinzukriegen ist eine echte Leistung.

Sie elaboriert danach seitenlang, ob man eine akademische Laufbahn einschlagen sollte oder doch besser in die freie Wirtschaft wechselt. Ausführlich werden die jeweiligen Arbeitsabläufe und Unterschiede beschrieben. Dabei wird der Eindruck erzeugt, als ob beide Optionen tatsächlich gleichrangig sowohl in der Anzahl der verfügbaren Stellen als auch den notwendigen Qualifikationen sind.

In meinem erweiterten Bekanntenkreis befinden sich ca. 50 Personen mit Studienabschluss, davon sind ca. 30 Doktoren und genau eine einzige Person arbeitet tatsächlich an der Uni und hat lang und hart für diese Stelle kämpfen müssen. Es wird sich also den allermeisten Akademikern gar nicht die Frage stellen, ob Uni oder Wirtschaft. Aber gut, dass darüber geredet wurde.

In den Ausführungen zur Wirtschaftskarriere beschreibt sie eine angestellte Akademikerin:

Sie trägt flache, braune Schuhe, eine cremefarbene Hose und ein rosa Hemd. Irgendwie eine komische Kombination, aber es steht ihr gut.

Auch nach dem 10. Lesen erschließt sich mir die Komik der Kombination nicht. Aber Hauptsache, es steht ihr gut.

ein Whiteboard auf dem eine chemische Formel gezeichnet ist

Mein Mann, nicht ganz fertig studierter Chemiker, hat bei dieser Zeile einen kleinen Herzanfall bekommen. Formeln werden geschrieben. Molekülstrukturen gezeichnet. Grundsätzlich bin ich froh, dass sie nicht das Wort „gemalt“ verwendet hat.

Die Autorin führte – angeblich – diverse Gespräche mit Frauen in der Wirtschaft und lässt eine der Wissenschaftlerinnen sagen:

Die Kehrseite ist allerdings, dass ich es auch mit vielen weniger anspruchsvollen Tätigkeiten zu tun habe, rein Administratives und manch dröges Meeting und natürlich nicht zu unterschätzen die Personalverantwortung . . .

Personalverantwortung und Mitarbeiterführung ist echt nur pillepalle, das erledigt sich komplett im Vorbeigehen. Und zum Glück muss man an der Uni nie auch nur ein einziges Formular ausfüllen!

Überhaupt ist in der Wirtschaft alles viel umständlicher:

Ich musste für jeden „Furz“ ein Formblatt ausfüllen –mit Datum und Unterschrift versteht sich! Selbst wenn ich Chemikalien entsorgen wollte, musste ich in einer Liste vermerken, wie viel mL ich wovon, wann, wo, wie und warum in den Kanister gegeben hatte.

An der Uni dagegen schludern sie einfach so mit der Salzsäure rum, da weiß niemand so genau, wie viel von irgendwas benutzt oder entsorgt wurde, wird eh alles ins Waschbecken gekippt, kurz mit Wasser nachspülen, fertig. Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass mein Mann an dieser Stelle einen weiteren Herzanfall erlitten hat.

Ein spannender Karriereaspekt ist laut Autorin das Alter der Wissenschaftlerin:

Es gibt aber auch Karrieremöglichkeiten für Naturwissenschaftler, bei denen das Alter kaum ein Ausschlusskriterium darstellt. Das ist der Fall, wenn Sie in die Politik wechseln, als Quereinsteigerin ins Lehramt gehen, Trainerin werden oder sich selbstständig machen.

Mag ich mich jetzt darüber auslassen, dass nicht das Alter, sondern vielmehr die Gehaltsvorstellungen bzw. Lebenshaltungskosten einen späten Einstieg erschweren? Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass eine Späteinsteigerin genauso gute Chancen hat, wenn sie ebenso wie ein junger Berufsanfänger bereit ist, für ein vergleichsweise kleines Gehalt zu arbeiten.

„Ein bisserl was geht immer“ wie die Physiker so schön sagen.

Echt, sagen die das? Ich kenne ein paar Physiker und die reden eine ganze Menge, froh jemanden gefunden zu haben, der ihnen zuhört, aber das hat noch nie einer von denen gesagt.

„Ich war über zehn Jahre Laborleiterin bei einem Pharmariesen. Mein Partner musste dann für eine Stelle in eine strukturschwache Region umziehen und ich zog mit. Die beste Chance, die ich nun habe, ist an der Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin eingestellt zu werden. Ich bin bereit das zu tun, doch ist es natürlich ein Rückschritt.“

Dieses Zitat ist so falsch auf so vielen Ebenen. Sie dackelt ihrem Partner brav hinterher, als ob es die Frauenbewegung der letzten Jahrzehnte nie gegeben hat. Dazu noch eine strukturschwache Region, ich tippe auf Meck-Pomm, wo es außer Touristen und Steckrüben nur Ödnis gibt. Und Unis, die ihr armer Maus eine Stelle geben.
Ich möchte in die Tischkante beißen.

Wenn Sie also seit Monaten eifrig dabei sind, sich zu bewerben und noch nicht einmal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten haben, sollten Sie Ihre Unterlagen nochmal von Grund auf prüfen, Ihr Bild im Anschreiben ändern oder schlussfolgern, dass Sie erst relevante Erfahrungen sammeln müssen.

Es wird mit Sicherheit am Bild liegen! Es ist immer das Bild!

Während meiner Elternzeit von mehr als acht Jahren […]

Mein absoluter Lieblingssatz bisher. Solange sie in der Zeit nicht 4 oder 5 Kinder in die Welt gesetzt hat, wird jeder Arbeitgeber davon ausgehen, dass das Arbeiten als Angestellte vermutlich nicht so unbedingt ihr Ding ist.

Akademische Titel haben nicht nur Auswirkungen im Berufsleben, sondern auch im Privatleben: Beim Arztbesuch kann es sein, dass Sie als „Frau Dr.“ ins Behandlungszimmer gerufen werden und Ihr Doktortitel sogar auf dem Urinbecher verewigt wird.

Sollte ich mal in die Verlegenheit kommen, einen Doktortitel tragen zu wollen oder zu können, dann wird der Urinbecher meine Hauptmotivation sein. Oder wie es in einem Witz heißt: Bei Leuten, die ich mag, sag ich gerne „Lass den Dr. doch weg“, bei denen, die mir doof kommen „Dr. bitte, soviel Zeit muss sein.“.

„Vor ein paar Jahren musste ich als „Bittstellerin“ auf eine Behörde, um mich nach Fördermöglichkeiten für meine Firmengründung zu informieren. Das Gespräch nahm eine prompte Wende, als meine Gesprächspartnerin erfuhr, dass ich promoviert bin. Der Ton wurde respektvoll und die beantragten Kurse wurden sofort genehmigt.“

Ich mache da anscheinend was falsch, denn bei mir nehmen solche Gespräche keine Wende, sondern sie sind von Anfang an respektvoll und meine Kurse werden auch immer sofort genehmigt. Ohne Promotion. Skandal!

Damit wird die Vorbetrachtung verlassen und es geht über zum Bewerbungsabschnitt. Ich bin gespannt!

Was nun? Verzagen und Ihren Bekannten erzählen, dass es für Sie im Moment schlicht keine Stellen gibt? Nein, das ist sicherlich der falsche Weg, denn es gibt auch für Sie Jobs.

Öhm, ich mag nun völlig daneben liegen, aber ist dieser Weg nicht genau das, was man unter netzwerken versteht?

Falls Sie ein Angebot für eine Stelle erhalten, bei der Sie alle Anforderungen erfüllen, würden Sie sich wahrscheinlich sehr bald schrecklich langweilen.

Sagt wer? Nur weil es eine halbe Seite weiter oben lang und breit und vor allem anekdotisch aufgeführt wurde? Ich habe schon einige „passende“ Jobs gehabt, und nicht einer davon war langweilig.

Wenn Sie auf der Suche nach einer Teilzeitstelle sind, bewerben Sie sich auch auf Stellen, die als Vollzeitstelle ausgeschrieben sind. Holen Sie sich erstmal eine Einladung zum Gespräch und machen Sie sich dann einen Kopf um die Arbeitszeit. Sie müssen das auch nicht in Ihren Bewerbungsunterlagen erwähnen, sondern können das immer noch beim Gespräch tun.

Den Personaler will ich sehen, der dann jubelnd im Gespräch sitzt und sich freut, dass die Vollzeitkandidatin nur 20 Stunden möchte. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Gespräch eine sehr plötzliche Wende nehmen, recht frostig und vor allem schnell beendet werden, schließlich hat die Bewerberin schon genug kostbare Zeit gestohlen.

Sehen die Beschreibungen der Einstiegspositionen allesamt langweilig aus für Sie?

Ernsthaft? Seit mehreren Seiten elaboriert die Autorin, wie schrecklich es doch ist, dass in den Anzeigen immer die „eierlegende Wollmilchsau“ gefordert wird und plötzlich sind die Beschreibungen langweilig? Einmal mehr wünsche ich mir das fertige Werk als festgebundene Ausgabe, um es ihr um die Ohren zu semmeln.

Erstellen Sie sich also eine Übersicht, in der Sie Ihre [Bewerbungs-]Aktivitäten dokumentieren, das kann eine ganz einfache Excel-Tabelle oder eine alte Serviette sein.

Mist, ich brauche mehr alte Servietten. Mit Ketchupflecken!

Das spart nicht nur Zeit und schützt Sie vor peinlichen Situationen,
es gibt Ihnen auch einen persönlichen Informationsschatz für jede weitere Bewerbungsrunde.

Das müssen verdammt große Servietten sein!

die besten Bewerber schließlich einzuladen kostet Zeit und Geld,
denn die Arbeitgeber haben im Normalfall die Reisekosten zu tragen.

Und wieder mache ich was falsch, denn bei mir wurden bis jetzt genau einmal die Kosten übernommen und das hat mir einen netten Ausflug nach Hamburg beschert. Sonst stand in den Anzeigen immer „Reisekosten werden nicht erstattet“.

Sehr geehrte Damen und Herren,
bedingt durch meine Eltern, welche einen Gastronomiebetrieb führten, habe ich schon früh Erfahrungen im Dienstleistungssektor sammeln können.

Bei mir würde das Schreiben sofort in der Rundablage landen. Die weiteren Sätze aus einem Beispielanschreiben bestätigen nur meine Einschätzung. Zur Erinnerung, es geht um die Bewerbung einer Naturwissenschaftlerin.

Ich bemühte mich stets darum, über die Kernfächer hinaus Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement, Antragsstellung und Kommunikation zu erlangen.

Ob die Autorin schon mal was von Arbeitszeugnissen und den darin verwendeten Formulierungen gehört hat? Vermutlich nicht, war sie doch dauernd mit Promovieren beschäftigt, sonst wüsste sie, dass „stets bemüht“ der Note 6 gleich kommt. Aber hey, sowas kann man schon mal ins Anschreiben packen, da weiß der Arbeitgeber gleich, was ihn erwartet.

Legen Sie jetzt bitte das Buch für einen Moment beiseite und überlegen Sie, ob Sie wissen, was denn nun diese Bewerberin besonders interessant macht.

Das Buch beiseite legen ist ein großartiger Vorschlag. Rein zufällig könnte es dabei im Papiermüll landen.

Und dies war dann tatsächlich der Moment, wo ich das Buch beiseite gelegt habe, denn ich konnte keine weitere Seite, nicht mal einen weiteren Absatz von dem Geschmiere ertragen. Wer ernsthaft denkt, mit solch einem Geschreibsel echte und hilfreiche Tipps an Akademikerinnen weitergeben zu können, scheint entweder einen sehr schlechten Eindruck von Wissenschaftlerinnen im Allgemeinen oder ein völlig übersteigertes Bild der eigenen Ratgeberkompetenzen zu haben.
Oder beides!

© Foto von Flickr/Uwe Kaufmann „Problem-Management“ (CC BY 2.0)

 

Kindergartenschließzeit

Wer sowas erfunden hat, veranstaltet auch Kindergeburtstage oder war in einem früheren Leben Mitarbeiter bei der Spanischen Inquisition.

An die zwei Wochen Schließzeit zu Weihnachten und in den Sommerferien haben wir uns gewöhnt und können uns gut darauf einrichten bzw. sind die Tage eh schon komplett durchgeplant. Anders jetzt bei der für uns spontanen Auszeit in den Osterferien.

Der Kindergarten hatte es versäumt, uns den Jahresplan zu schicken, in dem alle geplanten Schließzeiten vermerkt sind. Nur weil wir gerade unseren Jahresurlaub planten und ich wissen wollte, wann der Kindergarten geschlossen hat, um das entsprechend berücksichtigen zu können, erfuhren wir drei Tage vor Ostern, dass die 4 Tage danach keine Betreuung stattfindet.

Nachdem ich nun schon mehrfach dieses Jahr sowohl spontan als auch geplant ausgefallen bin und meine Probezeit immer noch nicht vorbei ist, hielt sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Zudem habe ich nur noch 7 Tage Urlaub übrig und die wollte ich ganz gemütlich um Weihnachten rum nehmen. Dem Chef also gebeichtet, vor welcher Herausforderung wir stehen und dass ich sehr kurzfristig zwei Tage Urlaub nehmen müsste, er aber entscheiden könnte, ob ihm Dienstag + Mittwoch oder Donnerstag + Freitag lieber seien.

Überraschenderweise sah mein Chef das ganz entspannt, 3 Tage Vorlauf wären doch viel, er hätte selber schon mal mit zwei Kindern vor der geschlossenen Kita gestanden, weil er die Schließzeit verpennt hatte und bei ihm kam noch erschwerend hinzu, dass keiner seiner beiden Chefs anwesend war und so auch niemand seinen Urlaub genehmigen konnte.
Feine Sache, so ein Chef.

So hatte ich vorgestern und gestern frei. Zum Glück hatten wir den Großen schon vorher für die Osterferien an die Großeltern verkauft, aber er hätte auch in den Hort gehen können. Blieb nur die Kleene und sie ist gerade in einer sehr anstrengenden, weil sprunghaften Phase. Sie kommt mit einem Buch an, doch kaum ist die erste Seite durchgelesen oder angeschaut, klappt sie das Buch zu, rennt los und holt ein neues. Manchmal kann ich sie überreden, das Buch bis zum Ende anzuschauen und Details auf den Bildern zu finden, aber oft genug ist plötzlich der Teddy interessanter. Oder die Wasserflasche.

So bespaßte ich meine Süße nach Leibeskräften, wir frühstückten ausgiebig zusammen, ich las mit ihr alle Bücher durch. Zweimal. Spielte 5 Mal Hoppe-hoppe-Reiter und baute tischhohe Duplosteintürme.
Geschafft dachte ich, es wäre Zeit für den Mittagsschlaf, doch als ich auf die Uhr schaute, war es gerade 9:30 Uhr. Uahhhhh!

Dann eine Runde zum Spielplatz, aber genau in dem Moment ging ein Wolkenbruch nieder. Sandschäufelchen wieder weggepackt, draußen war keine Option, zumal ein ekliger Wind aus Westen übers Land fegte.

In meiner Verzweiflung schaltete ich Kika an, das hat tatsächlich geholfen, denn zwischen der 3., 4. und 5. Vorleserunde (Ich kann jetzt die Eule mit der Beule und den Grüffelo auswendig. Rückwärts! Ich weiß bei den Wimmelbüchern, wo jedes einzelne Objekt ist, mit geschlossenen Augen, nur durch das Geräusch beim Umblättern der Seite! Warum noch mal wurde Wetten, dass?! eingestellt?) schaute sie sich immer mal wieder ein bisschen die Trickfilme an.

Zum Mittagessen verspachtelten wir mit großem Genuss bunte, hartgekochte Eier. Meine waren fein säuberlich geschnitten auf einem Brot verteilt, die Kleene stopfte ein Ei im Ganzen in den Mund und kauwürgte die nächsten 10 Minuten daran herum. So haben wir die Zeit bis 13 Uhr geschafft, dann ging es zum Mittagsschlaf, den wir beide nötig hatten und der bis halb vier dauerte.

Das Wetter war immer noch mies und ich entschied mich für Wäsche machen. Also zuerst trockene Wäsche von der Leine nehmen, mit tatkräftiger Unterstützung meines Mädchens, die schon sehr gut Wäschestücke von der Leine angeln kann und diese dann großzügig im Raum verteilt, ganz besonders in den Ecken mit den Wollmausbrutstätten. Bei der frisch gewaschenen Wäsche ist es anders herum, da werden die feuchten Socken erst den Wollmäusen vorgestellt, bevor sie dann in der Nähe des Wäscheständers auf den Boden geworfen werden.

Immerhin ging dadurch die Zeit gut rum und bald darauf konnte Daddy, der glücklicherweise arbeiten durfte, übernehmen, während ich ganz freiwillig das Abendessen kochte.

Der zweite Tag lief ähnlich ab, nur dass uns mittendrin die Eier ausgingen. Außerdem versuchte ich, das Kindlein für jeweils kurze Zeit alleine zu lassen, um den Geschirrspüler einzuräumen oder im Kinderzimmer des Großen zu werkeln, was jedes Mal darin resultierte, dass ich das Wohnzimmer hinterher aufräumen musste. Waren dem Großen in diesem Alter unsere Dinge vollkommen egal, räumt die Kleene mit Vorliebe unsere Tische leer, öffnet alle Schränke, räumt sämtliche Bücher und CDs aus den Regalen und dekoriert alles mit Duplosteinen.
Ein Gutes hat das Ganze aber: Man kriegt mit aufräumen, fluchen und putzen ziemlich gut die Zeit rum.

Zum Glück durfte ich heute wieder auf Arbeit, in den anderen Kindergarten 😉

 

Vorlesen

Wie das manchmal mit Themen so ist, taucht ein bestimmtes immer wieder innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums auf. In letzter Zeit war es bei mir das „Vorlesen für Kinder“.

Das fing vor einigen Wochen auf Arbeit an, als meine kinderhabenden Kollegen sich über Conni-Bücher unterhielten und ich mein komplettes Unwissen zu diesem Thema zugeben musste. Meine Kollegen schauten mich an wie ein Auto, völlig ungläubig, dass es überhaupt ein Elternteil auf dieser Welt gibt, der noch nie etwas von Conni und ihren Abenteuern gehört hatte. Eine Kollegin übernahm darauf hin die Aufklärarbeit und gab mir eine kurze Einführung ins Conni-Universum. Trotzdem sie sich viel Mühe gab und mit großer Begeisterung erzählte, konnte sie mich nicht vom Sinn oder Nutzen dieser Buchreihe überzeugen.

Eine Woche später war dann der „Vorlesetag“ dieses Jahr und es gab Nachrichten- und Blogbeiträge dazu. Spannend waren die zu diesem Anlass zitierten Studien zum Vorlesen, die klar deutliche Vorteile des Vorlesens aufzeigen konnten, gleichzeitig aber auch eine erschreckend hohe Anzahl an Kindern erwähnte, die selten oder nie vorgelesen bekommen.

Gestern wiederum kam die Sprache im Kollegenkreis erneut auf das Thema Vorlesen und sämtliche daran beteiligten Eltern erzählten die gleiche Geschichte, nämlich dass ihre Kinder die vorgelesenen Bücher alle auswendig könnten und die Eltern sofort beim kleinsten Fehler korrigierten. Ich konnte – mal wieder – nicht mitreden, denn wir haben unserem Großen noch nie eine Geschichte doppelt vorgelesen.

Das wiederum machte mich nachdenklich, ob denn regelmäßiges wiederholtes Vorlesen bekannter Bücher oder jedes Mal neue Inhalte lesen dem Kind mehr Vorteile bringt. Da meinem Mann und mir als Kinder nie vorgelesen wurde, können wir eigene Erfahrungen nicht als Grundlage nehmen. Zu meiner Nachdenklichkeit kam die Erzählung eines sehr guten Freundes hinzu, dessen Vater ihm aus einem Fundus von 20-30 Bilderbüchern jeden Abend eines vorgelesen hatte und er dies jetzt mit seinem Sohn genauso handhabe.

Ich habe keine Ahnung, wie Kinder in diesem Fall ticken, ob die gewohnten Geschichten beruhigender wirken, weil man sie eben kennt und weiß, wie sie ausgehen oder aber ob unbekannte Geschichten die Fantasie mehr fördern und die kindliche Neugierde unterstützen. Wie hält es denn meine Leserschaft, neue Geschichten oder Wiederholungen?

In diesem Zusammenhang fingen mein Mann und ich an zu diskutieren, welche Bücher für welches Alter geeignet seien und ob es irgendwo Altersempfehlungen für Bücher gibt, analog den FSK-Angaben für Filme*. Wir suchten daraufhin im Internet, aber so richtig prickelnd fanden wir das Gefundene auch nicht.

Weswegen ich nachgedacht habe, welche Geschichten wir bislang in den letzten 4 Jahren vorgelesen haben, wie gut diese ankamen und welche Geschichten in Zukunft noch folgen könnten. Hier nun die Ergebnisse.

Angefangen haben wir mit einer Geschichtenzettelbox, in der unterschiedlich lange Geschichten auf jeweils ein Kärtchen gedruckt war. In der Box waren 50 Geschichten und diese jeweils maximal 5 Minuten lang. Gedichte, kurz nacherzählte Märchen oder Fantasiegeschichten, alles ohne große Aufreger und Bösewichte. War insgesamt sehr gut für den Vorleseeinstieg geeignet.

Danach haben wir mit Fix und Fax weitergemacht. Eine Comic-Geschichte erstreckt sich über 3 Seiten und die Themen sind recht vielfältig, aber absolut kindgerecht. Es werden Schurken gefangen, die eine Kamera gestohlen haben, es werden alten Omas die Einkaufsbeutel nach Hause getragen, es werden Rätsel gelöst oder der Schulweg vom Schnee freigeschaufelt. Da die Geschichten aus der DDR stammen, wird besonders viel Wert auf Hilfsbereitschaft und Solidarität gelegt, ohne jedoch die damalige Doktrin zu vermitteln. Und meiner Meinung sind Hilfsbereitschaft und Solidarität nach wie vor vermittelnswerte Tugenden, heute vielleicht sogar noch mehr als damals.
Teilweise gibt es Fortsetzungsgeschichten, die einen längeren Erzählstrang verfolgen, doch auch da sind die einzelnen 3-Seiten-Kapitel in sich geschlossen, so dass man nicht per se in der Verlegenheit kommt, noch das nächste Kapitel lesen zu müssen.
Durch die überschaubare Länge und die vielen Bilder eignen sich die Geschichten gut für 2-3 Jährige, da das Kind durch die Bilder eventuelle Textverständnisschwierigkeiten kompensieren kann.

Als wir mit den Mäusen durch waren – bei derzeit 11 Bänden dauert das ein wenig – suchte mein Mann eine Geschichte aus seiner Kindheit aus, die Drei lustigen Gesellen von Eno Raud. Es wird von den Abteuern der 3 Wichtel Moosbart, Muff und Halbschuh erzählt. Um mitzubekommen, inwieweit unser Nachwuchs einer solch langen Geschichte folgen kann, haben wir ihn jeden Abend erzählen lassen, an was er sich vom Tag zuvor noch erinnert. Wie meist bei Kindern waren das völlig nebensächliche Details wie bspw. dass der Orden einen abgebrochenen Zacken hat oder dass das Gras nicht grasgrün sondern moosbartbartgrün war. Mit ein wenig Nachhilfe konnte er sich aber auch an die eigentliche Geschichte erinnern. Die Erzählung selbst ist kindgerecht, erzeugt ab und zu Spannung, manchmal muss man auch ein wenig um die Helden bangen, aber am Ende geht alles gut aus.

Nach den Wichteln probierten wir es mit einem Klassiker: Pippi Langstrumpf! Ein tolles Buch, tonnenweise Blödsinn und „interessante“ Ideen für das heranwachsende Kind. Mathematik ist doof, ach, da geh ich doch lieber in den Wald! In 10 Metern Höhe über ein Seil balancieren, klar doch. Aus Kindersicht absolut klasse, aus Elternsicht sieht man sich schon den Nachwuchs in die nächste Notaufnahme fahren 😉
Eigent sich vermutlich für größere Kinder so ab der 2. Klasse besser als für Vorschulkinder, die noch völlig diffuse Vorstellungen von Schule haben und es tatsächlich für bare Münzen nehmen könnten, einfach mal so Schulstunden ausfallen lassen zu können.

Für unseren Italienurlaub hatte ich eine besondere Vorleserunde geplant, nämlich Den kleinen Prinzen. Über dieses wunderbare Buch brauche ich nicht viel zu schreiben. Es eignet sich hervorragend zum Vorlesen, die Bilder sind kindlich, die Kapitel ausreichend lang oder kurz. Für unseren dreiwöchigen Urlaub passte die Kapitelanzahl genau und ich habe mich ebenso wie unser Kind jeden Abend aufs Vorlesen gefreut.

Als sich abzeichnete, dass der Große in die Wilhelm-Busch-Schule eingeschult wird, nahmen wir das zum Anlass, ihm allabendlich Das Große Wilhelm Busch Album vorzulesen. Unsere Ausgabe ist schon ein wenig älter, die Seiten leicht vergilbt und die Zeichnungen alle noch schwarz-weiß. Man merkt, dass die Geschichten aus einer Zeit stammen, in der Leid und Tod ständiger Begleiter der Menschen waren, denn es wird relativ freimütig mit diesen Themen umgegangen. Da kann es dem heutigen, wohlbehüteten Kind ein wenig schwer fallen, die Geschichten immer richtig einzuordnen.
Grundsätzlich eignet es sich aber gut zum Vorlesen, die Bilder geben dem noch nicht lesenden Kind etwas zur Beschäftigung, während es der Stimme des Vorlesers lauscht.

Mein Mann versuchte es danach mit den Grimmschen Märchen, fand die aber teilweise so gruselig, dass wir uns schnell nach einer Alternative umschauten. Noch schneller, als das Kind öfter Alpträume von den Märchen hatte, weswegen ich die weniger gängigen Märchen abseits von Dornröschen und Rapunzel auch nur für ältere Kinder empfehlen kann.

Die Alternative präsentierte sich uns in Form Des kleinen Hobbits, welcher dann die Grundlage für eingangs erwähnte Diskussion war. Die Geschichte um Elben und Zwerge ist natürlich klasse für Kinder und besonders unser Großer kann sich die seltsamsten Fabelwesen ausdenken. Doch sind auch alle Kämpfe für kleinere Kinder geeignet, machen vielleicht die riesigen Spinnen zu sehr Angst und was ist eigentlich mit dem Drachen?
Es stellte sich heraus, dass das Buch auf eine völlig andere Weise eine Herausforderung fürs Kind ist: Mama, was ist denn ein Hobbit, ist das sowas wie ein Regenwurm? Was bitte soll denn ein Bühl sein? Und warum heißt Bilbo Beutlin und nicht Beutel, wenn es doch auch Beutelsend und nicht Beutlinsend heißt?
Wenn man dieses Buch also vorliest, sollte man sich auf einige extra Erklärrunden einstellen.

Uns stellt sich nun die Frage, welche Bücher sich an den Hobbit anschließen werden. Der Herr der Ringe steht zum jetzigen Zeitpunkt natürlich außer Frage, aber ich bin in letzter Zeit auf einige Bücher gestossen, die sich wohl ganz gut dafür eignen werden.

Zunächst sei Die verrückte Ballonfahrt mit Professor Stegos Total-locker-in-der-Zeit-Herumreisemaschine genannt. (Der englische Titel ist weniger sperrig und lautet schlicht: Fortunately, the Milk!).
Was eben so passiert, wenn Daddy Milch holen geht, weil sonst die Kinder ihre Frühstücksflocken trocken oder mit O-Saft essen müssen. Ganz ehrlich, ich hab mir gewünscht, dass es dieses Buch schon gegeben hätte, als ich klein war, denn die Geschichten in meinem Kopf waren so ähnlich wie die in diesem Buch.

Ein wenig düsterer und deswegen für nicht ganz so kleine Kinder ereignet, ist Coraline. (Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man eine illustrierte Ausgabe erwerben, ich habe die englische Version mit Zeichnungen von Chris Riddell, die das Gruselige noch ein wenig verstärken.) Für Kinder ab 8 oder 9 Jahren.

Aus einer ähnlichen Liga kommt Maurice der Kater. (Wer übersetzt eigentlich so schludrig die Originaltitel, „Der fantastische Maurice und seine gebildeten Nagetiere“ klingt doch wesentlich faszinierender als „Maurice der Kater“, oder?). Die Geschichte ist relativ komplex und nicht ganz gewaltfrei, ebenso wird das Thema Sterben bzw. Tod thematisiert, jedoch auf durchaus kindgerechte Weise. Auf die vom Herausgeber angegeben „ab 7 Jahre“ würde ich persönlich 1 oder 2 Jährchen drauf schlagen.
Dennoch ein tolles Kinderbuch, welches neben den Tiffany-Aching/Weh-Büchern den Einstieg in die Scheibenwelt leicht macht.

Soweit meine Erfahrungen mit Büchern und Vorlesen.
Welche Kinderbücher sind euch besonders lieb? Wie schätzt ihr ab, für welches Altersklasse ein Buch geeignet ist?

 

* Bei manchen FSK-Freigaben frage ich mich schon, wie die Bewerter da drauf kommen. Letztes Wochenende sahen wir uns mit dem Großen „Mordecai“ an, freigegeben ab 6 Jahren, und kamen während des Films immer wieder in Erklärungsnot, da doch diverse Menschen recht plastisch den Tod fanden und es von sexuellen Anspielungen nur so wimmelte. Vermutlich wird einem das wohl nur richtig bewusst, wenn neben einem ein aufgeweckter 6-jähriger Junge sitzt und fragt, was denn diese oder jede Redewendung bedeutet oder er sagt, dass er gut verstehen könne, warum die eine Frau Reiten so toll findet, damals auf dem Pony im Zoo hat ihm das nämlich auch mächtig Spaß gemacht o.O

Aufregung im Buchformat

Mein Mann arbeitet bei einem Verlagsdienstleister als Korrekturleser. Das sind die, die schauen, ob die Setzer – diejenigen, die ein irgendwie zusammengeschustertes Word-Dokument so herrichten, dass ein schöner Blocksatz ohne Schusterjungen oder Hurenkinder entsteht – auch alle Vorgaben im Satz eingehalten haben. Mein Mann könnte auch gut als Copy Editor/Lektor arbeiten, zumindest in der Freizeit macht er da einen ganz ausgezeichneten Job, sehr zu meinem Leidwesen – und dem unserer Kinder 😉

Weil er in seinem ganz früheren Leben mal Chemie studiert hat, wird er gerne für naturwissenschaftliche Arbeiten eingesetzt. Außerdem befinde ich mich leider immer noch in der Bewerbungsphase und genau zu diesem Thema muss er gerade ein Werk lesen, im weitesten Sinne ein Karriereratgeber für Frauen. Da er weiß, wie gerne ich mich aufrege bzw. er dies selber gerade pausenlos bei dem aktuell vorliegenden Buch macht, schickte er mir eine Kopie davon.

Ich weiß nicht, wie gerne ihr meinen Aufregern folgt, aber falls es euch interessiert, könnte ich eine Best-Of-Sammlung veröffentlichen. Wenn ich eine ausführliche Buchkritik dazu schreibe und das Zitateurheberrecht  zugrunde lege, könnte eine interessante Diskussion entstehen 😀

Fazit: Falls ihr euch jemals mit dem Gedanken getragen habt, ein Buch zu schreiben, ganz gleich über welches Thema: tut es! Schlechter als dieser Schund einer promovierten Biologin kann euer Werk definitiv nicht sein!

P.S.: Je mehr ich von dem Buch lese, bitte bitte bitte schreibt alle eure Bücher, über welche Themen auch immer. Wenn dieses Machwerk bei einem so renommierten Verlag wie Wiley verlegt wird, dann sind eure Bücher demnächst alle bei Reklam erhältlich!

MONTAGSFRAGE // WO BEFINDEST DU DICH GEOGRAPHISCH GERADE IN DEINER LEKTÜRE?

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Die meiste Zeit in einem Krankenhaus irgendwo in den USA, manchmal zwischen den saftigen Schenkeln einer oder mehrerer Krankenschwestern, eventuell auch mal tief in den Eingeweiden von Notfallpatienten und ab und zu in Frankreich 🙂

Ich lese derzeit House of God von Samuel Shem.

MONTAGSFRAGE // DAS ABGEFAHRENSTE BUCH, DAS DU JE GELESEN HAST

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Spontan fällt mir da mein Lieblingsbuch „Good Omens“ von Terry Pratchett & Neil Gaiman. Allein die Aushilfsreiter der Apokalypse fahren so dermaßen ab, da muss ich von der Engel-Dämon-Freundschaft gar nicht erst berichten!

Seit Neuestem liegen allerdings „Infinite Jest“ von David Foster Wallace und „Slaughterhouse Five“ von Kurt Vonnegut auf meinem SuB, kann gut sein, dass die das Gute Omen vom Thron schubsen.

 

MONTAGSFRAGE // BEKOMMST DU EIGENTLICH NOCH BÜCHER GESCHENKT?

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Nur noch, wenn ich sie mir explizit wünsche.

Meiner Erfahrung nach ist das auch besser so. In der Vergangenheit bekam ich hin und wieder Bücher geschenkt, meist von völlig unbekannten Autoren, und ich habe versucht, diese auch zu lesen. Leider konnte mich keines der Präsente wirklich fesseln.

Eine geschenkte Einstein-Biographie liegt allerdings noch auf meinem Sub und ich nehme mir seit Jahren ganz fest vor, diese zu lesen.

MONTAGSFRAGE // HAPPY END ERWÜNSCHT?

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Nein, bloß nicht!

Erstens mag ich Schnulzenromane nicht, bei denen das Happy End bereits von der ersten Seite an feststeht. Und zweitens finde ich das völlig weltfremd.

Bücher brauchen das Ende, welches zu ihnen passt, nicht das, welches sich der Leser wünscht. Und auch, wenn es weit weg von einem Happy End ist, fand ich das Ende von David Nicholls‘ One Day / Zwei an einem Tag mal so richtig doof. Da hätte es bessere Möglichkeiten gegeben.

Das Harry Potter glücklich enden muss, liegt in der Natur der Sache, Jugendbuch eben. Genauso Tolkiens Herr der Ringe. Wo würden wir denn hinkommen, wenn der Eine Ring eben nicht zerstört würde? Wo bliebe denn die Hoffnung der Menschheit?

Eigentlich finde ich es auch schade, dass mein Lieblingsgenre immer genau das eine Ende hat, im Krimi wird eben am Ende des Buchs der Mörder gefunden. Ab und zu gibt es Abweichungen von dem Muster, sei es, dass der Mörder auf der ersten Seite bekannt gemacht wird -> Ruth Rendells Urteil in Stein, oder aber dass es in ganz seltenen Fällen DEN einen Mörder nicht gibt -> Agatha Christies Mörder im Orientexpress.

Und welches Ende hat mir jetzt gefallen? Ich mach es jetzt mal daran fest, welches Ende mich nachhaltig beeindruckt hat, so sehr, dass es mir schwer fiel, überhaupt ein anderes Buch in die Hand zu nehmen, so lange wirkte es nach:

  • Barbara Vine: Die im Dunklen sieht man doch
  • Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb
  • Isabel Allende: Eva Luna

MONTAGSFRAGE // GIBT ES EIN BUCH, DAS IHR UNTRENNBAR MIT EINER BESTIMMTEN PERSON VERBINDET?

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Erst dachte ich: uff, wasn das für ne Frage.

Doch dann fielen mir gleich mehrere Bücher ein, einige mit positiv belegten Erinnerungen, einige mit negativen.

„Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Vor allen Dingen die Vorrede, weil sie so ganz wunderbar auf meinen Mann passt, einen Künstler und Freigeist, was das Zusammenleben mit ihm nicht immer einfach macht. Doch als wir noch ganz frisch verliebt waren, schenkte ich ihm dieses Buch, nicht nur, aber auch wegen der Einleitung.

„Der Goldene Kompass“ von Philip Pullman. Dieses Buch bekam ich von meinem Mann geschenkt und habe mich sofort in es verliebt. Er schrieb mir sogar eine Widmung hinein, ein Zitat aus

„Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel, welches dadurch ebenfalls untrennbar mit ihm verbunden ist. Außerdem habe ich dieses Buch im Weihnachtsurlaub in seiner WG gelesen, und diese Tage waren seltsam schwerelos.

„Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers. So schön dieses Buch auch ist, es ist leider mit einer Person verbunden, an die ich keinerlei gute Erinnerungen habe. Ich hoffe, dass ich diese Verbindung irgendwann so weit hinter mir lassen werde, dass ich das Buch unbeschwert genießen und meinen Kindern vorlesen kann.

Es gibt noch jede Menge andere Bücher, die ich mit einer bestimmten Person verbinde, sei es, weil ich von ihnen damit beschenkt wurde oder weil ich diese verschenkt habe, oder weil mich Beschreibungen, Orte, Wendungen an Menschen aus meinem Leben erinnern, doch sind dies zu viele, um sie hier alle aufzuführen.

MONTAGSFRAGE // HÖRBÜCHER GEKÜRZT ODER UNGEKÜRZT?

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Wenn ich ein Hörbuch höre, was in letzter Zeit relativ häufig vorkommt, dann achte ich darauf, dass es ungekürzt ist, genauso wie bei einem Lesebuch auch.

Allerdings habe ich auch einige Hörspiele von Agatha Christie Stücken in meinem Fundus und die finde ich sehr gut adaptiert. Zu dem erwarte ich bei einem Hörspiel nicht das komplette Buch.