Kripp, Kripp, Hurra

Gestern kam die mündliche Zusage für einen Krippenplatz für meine Süße vom gleichen Kindergarten, in den auch schon der Große geht. Scheint, als hätten wir tatsächlich noch von der Geschwisterregelung profitieren können.

Jetzt müssen wir schauen, wie wir die Eingewöhnung gestalten. Den Platz haben wir ab 1.4., die U6 mit der zugehörigen MMR-Impfung ist aber erst am 7.4., danach noch 7-10 Tage warten, bis Antikörper gebildet wurden, so dass es effektiv erst Mitte April losgehen kann.

Ist mir ganz recht, denn so schnell wollte ich meine Süße eigentlich nicht hergeben, aber so können wir uns beide darauf einstellen, uns ganz langsam voneinander abzunabeln. Bin gespannt, wie gut sie dann in der Krippe zurecht kommt. Beim Großen war das alles ganz einfach, er wurde abgegeben, entdeckte ein Spielzeugauto und schon waren wir vergessen. Erst, als wir ihn 7 Stunden später wieder abholten, erinnerte er sich an uns.

So unkompliziert wird es wohl diesmal nicht laufen.

Chinesisches Neujahrsfest

Unser Großer geht in einen deutsch-chinesischen Kindergarten. Warum das so ist, hat mehrere Gründe.

Der erste und wichtigste ist, dass dies der einzige Kindergarten war, der überhaupt einen Platz für uns hatte, und das auch nur, weil mein Mann bei denen wöchentlich auf der Matte stand und nachgefragt hat, Rechtsanspruch hin oder her. Die Stadt befand es nicht für nötig, sich zu kümmern, egal, wie oft wir nachgefragt haben.

Als einzige Alternative wurde uns damals ein Platz in einem integrativen Kindergarten angeboten. Grundsätzlich finde ich die Integrationsidee wunderbar, denn ich sehe an mir selbst, wie befangen ich im Umgang mit Andersartigen (ich mag das Wort Behinderte nicht sonderlich) bin, weil ich ihnen im Alltag viel zu selten begegne.
Nur liegt besagter Kindergarten in einem echten Problemviertel und der Integrationsgedanke dort besteht darin, dass viele Kinder aus sozial extrem schwachen Familien betreut werden und bei denen es üblich ist, dass die Eltern die Kinder beim Bringen und Abholen schlagen und/oder verbal attackieren. Es ist schön, dass solchen Kindern die Chance geboten wird, alternative Umgangsformen und Konfliktlösungsmöglichkeiten zu lernen, aber ich würde dort vermutlich jeden 2. Tag ausflippen und diese Eltern zur Sau machen. Bei Gewalt gegen Kinder hört meine Toleranz auf!

Der zweite Grund ist, dass unser Kind in diesem Kindergarten von klein auf mit fremden Kulturen und anders aussehenden Menschen in Kontakt kommt und so hoffentlich gar nicht erst irgendwelche Resentiments entwickelt. Auch das Wissen, dass es andere Sprachen gibt, ist für kleine Kinder nicht uninteressant. Dass uns das 50 Euro pro Monat extra kostet, nehmen wir gerne in Kauf.

Die Lage ist der dritte Grund, liegt der Kindergarten doch auf dem direkten Arbeitsweg meines Mannes und auch ich kann im Notfall innerhalb von 20 Minuten zu Fuß von Arbeit dort sein.

Heute war nun eine Sonderveranstaltung für Kinder und Eltern anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes. Es gab eine Stunde lang einen Stationenlauf, wo die Kinder auf den verschiedenen Etagen verschiedene Spiele spielen konnten, bspw. Kegeln oder Steck dem Esel den Schwanz an. Als Nachweis gab es einen Stempel auf einen Laufzettel und gegen diesen Zettel gab es zur Verabschiedung verschiedene Belohnungen.

Im Anschluss daran gingen alle Kinder mit ihren Eltern wieder in ihre Gruppen und es gab ein großes Buffet mit selbstgemachten Salaten, Würsten, Obst, Süßigkeiten und selbstgebackenen Kuchen.
Es war wie immer sehr lecker, sehr viel und sehr laut. Und diese bodennahen Kinderstühle sind nix mehr für mich in meinem Zustand, aber was tut man nicht alles für sein Kind 🙂

Irgendwann war auch das überstanden, doch bahnte sich direkt ein großes Drama an. Alle Gruppen werden neben den regulären Erziehern noch von jeweils 2 chinesischen oder taiwanesischen Praktikantinnen betreut, die jeweils ein halbes Jahr in Deutschland bleiben, bevor sie wieder in ihre Heimat fahren, um dort ihre Studien fortzusetzen.
Und heute war für die beiden Praktikantinnen aus des Großen Gruppe letzter Tag, welches er mir schweren Herzens beim Anziehen gestand. Also sind wir danach nochmal kurz zu den beiden hin und er konnte sich ausgiebig verabschieden. Als er ihnen dann noch sagte, dass er sie ganz dolle vermissen wird, konnte man sehen, dass den beiden der Abschied auch enorm schwer fiel. Daran konnte selbst das extra lange Knuddeln nichts ändern.

Aber spätestens, als der Kleene am Ausgang die Belohnung für den Stationenlauf erhielt, waren die Tränen wieder getrocknet.
Schokotaler sind eben manchmal unbezahlbar 🙂