Der 9er Blog hat Geburtstag!

Vor genau einem Jahr erschien mein erster Beitrag hier auf dem 9er Blog \o/

Die Bar ist geöffnet und Kekse gibt’s auch. Bedient euch 🙂

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Es war ein turbulentes Jahr. Es begann mit einem positiven Schwangerschaftstest, doch die Freude darüber dauerte nur gut eine Woche, dann verabschiedete sich der Krümel. Zum Glück wurde der Platz ganz schnell von Krümeline eingenommen, welche mir eine recht beschwerliche Schwangerschaft mit einem allerdings fantastischen Ergebnis bescherte.

So nebenbei plante ich unseren Englandurlaub, und das sogar so gut, dass wir drei traumhafte Wochen auf der Insel hatten.

Ansonsten gab es jede Menge Dies und Das, Höhen und Tiefen, die kleinen Alltagsfreuden und -dramen. Wie es in einem stinknormalen Leben eben so üblich ist.

Überrascht hat mich, dass sich im Laufe der Zeit 23 Leser eingefunden haben, die sich genau dafür interessieren. Vielen Dank euch allen ❤

Ebenso überrascht hat mich, dass ich es tatsächlich geschafft habe, regelmäßig zu schreiben. Dies ist mein 3. oder 4. Anlauf im Blogbusiness und bisher habe ich nie länger als einen Monat durchgehalten.

Im nächsten Jahr sind die letzten zwei Artikel zur Englandreise, weitere allgemeine Tipps zum Elternsein, Neuigkeiten rund um meine Familie, weitere Häkelprojekte und eine längere Serie über meine Psycho-Vergangenheit geplant. Ich bin gespannt, ob der Plan so aufgeht und in welche Richtung sich der Blog weiter entwickeln wird.

Genug der Worte:

Drama King

Mein Großer ist im Allgemeinen eine ziemliche Drama Queen, der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit jammert, so richtig mit knatschiger Stimme und Tränen. Die Anlässe sind so verschieden, wie sie nichtig sind.

Heute war wieder ein Paradebeispiel. Das Kind kommt knatschend aus dem Kinderzimmer, setzt schluchzend an zu erzählen, woran er sich unachtsamerweise gestoßen hat, entdeckt eine Murmel auf dem Tisch und ruft, ohne erneut Luft zu holen, aus: Oh, eine Murmel, die muss ich noch wegräumen.

Muss ja eine tierisch schwere Verletzung gewesen sein 😀

Ich bin mal weg, mich ein wenig als schlechte Mama fühlen, weil die Situation einen Lachflash bei mir auslöste.

Rück-, Aus- und Einblicke

Der letzte Tag des Jahres ist ein passender Zeitpunkt für den Blick zurück auf das noch nicht ganz vergangene Jahr. Doch kann ich diesen Rückblick nicht beginnen, ohne kurz auf die Ereignisse von 2012 einzugehen, da diese wesentlichen Einfluss auf 2013 hatten.

In Summe bleibt aus 2012 eine fast zerbrochene Ehe, eine kurze Nebenbeziehung, die mich viel Kraft und Nerven kostete, eine zehrende, wenn auch lohnende Paartherapie und ein nicht minder anstrengender Umzug. Last but not least auch noch ein Jobwechsel. Und damit es auch wirklich nicht langweilig wird, fand all das in der zweiten Jahreshälfte statt. Ich hatte in jenem Jahr keinen wirklichen Urlaub, sondern maximal eine Woche am Stück frei und die zwei Wochen über Weihnachten und Neujahr waren eher stressig als erholsam, zumal auch noch ein fetter Krach mit meiner Ma zu Weihnachten dazu kam.

Ich kam also entsprechend auf dem Zahnfleisch kriechend in 2013 an und war gespannt, was denn so alles auf mich wartete.

Als erstes ein großer beruflicher Brocken in Form der Einführung unseres Buchungssystems bei einer unserer Tochterfirmen. Wir hatten monatelang alles akribisch vorbereitet, mit zwei verschiedenen Dienstleistern die nötigen Anpassungen vorgenommen und die Organisationsstrukturen im System abgebildet. Ich fuhr also zuversichtlich ins Hessische. Doch leider steckt die Tücke im Detail und das System machte eben genau nicht das, was es eigentlich sollte, während mir die versammelte Mannschaft nicht nur sprichwörtlich im Nacken saß und wartete, dass sie endlich loslegen konnte. Die Kollegen vor Ort waren von den Buchhaltern dermaßen heiß gemacht worden, dass viele wichtige Termine absagten und sehr verstimmt auf die erzwungene Warterei reagierten. Ich versuchte derweil mein Möglichstes, telefonierte im Minutentakt mit unserem Dienstleister, welcher praktischerweise mit seinen zwei besten Leuten auf einer Messe war, und unserer IT, doch blieben unsere Bemühungen bis zum Abend ohne Erfolg. Am nächsten Tag ging die Fehlersuche weiter und irgendwann gegen Mittag wurde herausgefunden, dass auf einem bestimmten Verzeichnis auf dem Anwendungsserver das Schreibrecht für die Anwendung fehlte, was vorher noch nie nötig war. Sobald dieses Recht gesetzt wurde, klappte der Rest fehlerfrei und wir konnten endlich richtig loslegen. Also dann Druckbetankung der Kollegen vor Ort, allgemeine Schulung für alle, individuelle Schulung am Platz sowie tiefergehende Erklärungen für die Buchhalter. Und all dies, während in meinem Hinterkopf die eindringlichen Warnungen der kaufmännischen Leitung spukten, dass dieses Projekt unbedingt klappen müsste.
Meine Güte, war ich froh, als ich wieder im Zug gen Heimat saß, da war es mir sogar egal, dass dieser kurz nach dem Start bereits 30 Minuten Verspätung hatte.

Die Nachwirkungen dieses Projekts zogen sich noch ein paar Wochen, aber letztendlich war die Einführung ein Erfolg, auch wenn der Anfang ein wenig holprig war. Und zumindest auf der Arbeitsebene blieb es die nächsten Monate recht ruhig – bis die nächste Tochterfirma mit dem Buchungssystem versorgt werden sollte. Ende April durfte ich dazu nach Norden aufs platte Land fahren. Wir hatten wieder alles gut vorbereitet, alles getestet, diesmal auch die Rechte geprüft und waren wieder zuversichtlich, dass die Umstellung reibungslos klappen würde. Aber auch diesmal ließ uns Murphy nicht im Stich. Es stellte sich vor Ort heraus, dass die vorhandenen Multifunktionsdrucker nicht zum Einscannen der Rechnungen geeignet sind, bis auf einen einzigen, welcher aber nie für diese Aufgabe vorgesehen war. Ich hatte ein starkes Gefühl von Déjà-vu und wollte bereits in Panik verfallen, doch haben meine IT-Jungs diesen Drucker so schnell wie möglich für seine zukünftigen Arbeiten vorbereitet und mit nur kurzer Verzögerung konnten wir uns an die restliche Einrichtung des Systems machen, welche dann auch relativ unkompliziert von statten ging.
Hier ebenso wieder Druckbetankung der beteiligten Kollegen, die wesentlich entspannter waren, auch weil ich tunlichst vermied, irgendwelche übertriebenen Erwartungen zu wecken. Relativ zufrieden konnte ich mich daher auf den Heimweg machen und auch die Nachwehen hielten sich in Grenzen.

Privat kehrte auch so langsam wieder Ruhe ein. Mein Mann und ich machten unsere Paartherapie und die Psychologin bescheinigte uns, dass wir auf einem guten Weg wären, was wir ähnlich empfanden. Dem Kleenen ging’s gut, er fühlte sich wohl im Kindergarten und hatte viele Freunde. Er freute sich tierisch auf seinen Geburtstag und war begeistert von seinen Geschenken. Wir lebten uns immer mehr in unserer Wohnung ein und hatten so langsam auch wieder den Kopf frei für andere Dinge wie Urlaubs- oder andere Planungen.

Sportlich ging es auch voran. Meine beiden Lieblingsfußballmannschaften schafften den Klassenerhalt bzw. den Aufstieg, wenn auch jeweils mit einer extra Portion Spannung und Nervenkitzel. Die Freude darüber wurde dadurch getrübt, dass die Redaktion von 90elf ihre Arbeit einstellen musste, da sie die Sendelizenz leider in einem (wie ich finde sehr unfairen) Bieterkampf an die Konkurrenz verlor. Und dass nicht der BVB die CL gewonnen hat. Aber das ist wohl Jammern auf sehr hohem Niveau.

Inmitten dieses Trubels kam die für uns freudige Nachricht, dass ich schwanger bin, auch wenn diese Freude bekanntlich nicht lange anhalten sollte. Zum Glück konnte ich dieses dramatische Ereignis gut verarbeiten, was sicherlich auch daran lag, dass die Schwangerschaft wirklich noch ganz am Anfang war und ich relativ schnell wieder schwanger wurde. Die Vorgeschichte bewirkte auch, dass ich mir beim zweiten Mal nicht so viele Gedanken machte und das Thema, bis auf die üblichen Maßnahmen wie Folsäure nehmen und keinen Alkohol trinken, in den Hintergrund rückte.

Allerdings beeinflusste die Schwangerschaft unsere Urlaubsplanung. Ursprünglich hatten wir vor, zwei Wochen an die Nord- oder Ostsee zu fahren, nur nix Großes oder Anstrengendes. Aber das hätte bedeutet, dass mein jahrelanger Traum vom Englandurlaub auf unbestimmte Zeit nach hinten hätte verschoben werden müssen. Mit einem Baby im Jahr darauf hätte ich die Reise nur ungern gemacht und noch ein Jahr später wäre der Große schon in der Schule und wir hätten in der allgemeinen Ferienzeit reisen müssen, was ungleich höhere Kosten bedeutet hätte. Also dann eben dieses Jahr mit gut zwei Monaten Vorlauf zum Informieren, Planen und Buchen.

Bekanntermaßen hat das trotz der kurzen Zeit gut geklappt und wir hatten einen fantastischen Urlaub, so wie ich ihn mir immer vorgestellt habe. Klar hat es uns finanziell ein wenig gebeutelt, aber uns bleibt für die nächsten Jahre auch nur die heimische Ostsee, so dass uns das erstmal egal ist. Das Thema Finanzen zog sich auch durch den Rest des Jahres und wird uns noch bis zum Frühjahr 2014 begleiten, wo es sich dann aber hoffentlich erledigt haben wird *fingers crossed*

Nach dem Urlaub trat die Schwangerschaft immer mehr in den Vordergrund, vor allem, weil es für mich körperlich sehr anstrengend wurde. Es erstaunt mich immer wieder, welchen Unterschied 5 Jahre machen können. Ich bin heilfroh über das Beschäftigungsverbot, da es zum Einen meine Beschwerden erleichtert bzw. verhindert und zum Anderen, weil ich so Gelegenheit habe, meine eingangs des Jahres absolut leeren Batterien nun endgültig voll aufzuladen. Ich merke, dass ich psychisch wieder belastbarer bin und Ereignisse, die mich zum Jahresanfang noch völlig aus der Bahn geworfen hätten, jetzt ganz gut wegstecken kann.

Es tut gut, nach der ganzen Aufregung jetzt auch mal wieder die relative Ruhe genießen zu können, in Ruhe alles für den Krümel vorbereiten zu können, in Ruhe planen und organisieren zu können und so auch die Reserven für die unvorhergesehenen Ereignisse des Lebens zu haben. Für mich ist das gerade allergrößter Luxus, auch weil ich weiß, wie schnell das wieder vorbei sein kann.

Was bleibt vom Jahr 2013 in Erinnerung? Hauptsächlich Positives. Ein grandioser Urlaub, angekündigter Nachwuchs und eine allgemeine Zufriedenheit.

Die Messlatte für 2014 liegt da relativ hoch, aber mir reicht es, wenn das neue Jahr nur halb so gut wie das vergangene wird. Auf die ganz großen Dramen kann ich gerne verzichten 😉

Kommt gut rüber und habt alle ein fantastisches neues Jahr!