Es läuft!

Fazit nach 3 Wochen Klingelhose!

Wenn jemand behauptet, dass er so gut und tief schläft, dass neben ihm eine Bombe einschlagen könnte, ohne das es ihn stört, der muss mal unser Kind erleben.

Die Klingelhose hat ein Alarmteil, das richtig laut und penetrant piepst. Dieses Alarmteil liegt genau am Kopfende des Kinderbettes, keine 30 Zentimeter vom Kinderohr entfernt. Bei den bisher ca. 10 alarmierenden Nächten ging jedes Mal der Alarm los und jedes Mal mussten wir das Kind von Hand wecken, weil es durch das Piepen nicht wach geworden ist.

Bei einem dieser Alarme hatten wir eine der Probewindeln getestet und durften dann das Bettzeug einmal komplett inklusiver aller Plüschtiere dem Vollwaschautomaten zuführen.

Ein anderes Mal war der Sensor nicht richtig an der Unterhose befestigt, der Alarm ging nicht los und das Bett durfte erneut leergeräumt werden.

Da der Inhalt eines ganzen Bettes ca. 2 Waschmaschinenladungen beträgt und wir keinen Trockner haben und daher warten müssen, bis die Wäsche auf natürliche Weise trocken ist, stapeln sich in der Zwischenzeit die normalen Klamotten. Zudem sind in der Packung nur 3 Klingelhosen gewesen, so dass wir aller drei Tage 1-2 Tage Pause vom Klingeln machen müssen.

Bislang können wir keinerlei Verbesserung feststellen. Das Kind schläft genauso tief wie vorher und pullert genauso verlässlich ein. Den einzigen Vorteil, den ich bislang erkennen kann ist, dass wir durch das Klingeln den genauen Zeitpunkt wissen, wann die Blase überläuft. Ein Muster lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.

Wir geben dennoch nicht auf und hoffen, dass irgendwann in naher Zukunft tatschlich mal der Knoten platzt. Und lieber der als die Blase 😉

© Foto von Flickr/Jonathan Stonehouse „Sleeping Lambs“, cropped, (CC BY 2.0)

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Nicht mehr alle Latten am Zaun

Wenn es etwas gibt, dass mich zuverlässig zum Blogartikel schreiben treibt, dann sind das Aufreger. Je absurder, je treibender.

Vor Jahren las ich in Jules Stinkesockenblog über die Schwierigkeiten ihrer ebenfalls querschnittgelähmten Freundin, gescheite Windeln über die Krankenkasse zu bekommen. Das Prozedere war einfach so lächerlich, dass es mich unglaublich aufregte, aber ich gleichzeitig auch froh war, dass dieser Kelch (vorerst) an uns vorüber gegangen ist.

Letzte Woche schrieb dann Chaoshoch4 über ihre Erlebnisse mit der Inkontinenzversorgung für ihren autistischen Sohn. Ich fühlte mich sofort an Jules Geschichte erinnert, war erneut sehr wütend, und vor allem ein wenig besorgt.

Durch das nächtliche Einnässen des Großen haben wir neuerdings auch Anrecht auf eine Inkontinenzversorgung. Unsere Krankenkasse, aktuell noch die DAK Gesundheit, aber wir tragen uns mit massiven Wechselgedanken, hat nämlich dieses Thema wie fast alle Kassen an einen Dienstleister ausgelagert. Mein erster Kontakt mit Inkozell fand telefonisch statt, nach mehreren Anläufen und vielen Minuten in der Warteschleife. Ich schilderte mein Problem, woraufhin mir ein Probenpäckchen versprochen würde. Wir sollten die beigefügten Proben testen und der Firma dann unsere Entscheidung mitteilen. Um einen groben Anhaltspunkt zu bekommen, fragte die Dame am Telefon die Eckdaten ab: 7 Jahre, 23 Kilo schwer, 123 cm groß, schlanke Statur. Hüftumgang konnte ich nicht liefern und hatte mir darüber ehrlich noch nie Gedanken gemacht.

10 Tage später war das „am nächsten Tag losgeschickte“ Probenpäckchen da und ich fühlte mich einigermaßen veralbert. Es enthielt 2 Windeln in zwei verschiedenen Größen, eine für Kinder von 10-22 Kilo, das andere für 11-25 Kilo. Macht Sinn, die eine Größe unterhalb der Gewichtsklasse des Kindes anzusetzen, während die andere Größe gerade so eben noch in der Spanne drin war. Da ich ja aber keine Ahnung von diesen Dinge habe, probierten wir trotzdem die Windeln aus und beide Exemplare waren lächerlich klein. Bei der kleineren Ausgabe haben wir kaum die Klebestreifen an die richtigen Stellen gebracht.

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Dem Päckchen lagen unzählige Zettel bei, eine Einverständniserklärung, ein Fragebogen, ein Bestellzettel, ein Anschreiben und diverse Werbung. Ich war unschlüssig, was ich jetzt damit anfangen sollte und rief die Hotline an. Mehrmals. Pro Tag. Eine Woche lang. Ohne Erfolg, immer wieder landete ich in der Warteschleife und wartete dort vergebens. Irgendwann war mir die Warterei zu blöd und ich habe die Zettel, von denen ich dachte, sie wären die richtigen, per Post zu Inkozell geschickt. Das beigelegte Formular hatte ich gewissenhaft ausgefüllt, nochmals Größe und Gewicht eingetragen und diesmal sogar den Hüftumfang, 60 cm, genannt. Irgendwo auf das Formular schrieb ich, dass wir mit den Proben nichts anfangen konnten, da sie schlicht zu klein waren. Außerdem gab ich meine Telefonnummer an, falls die Firma Fragen hatte.

Aber statt eines Anrufs kam 14 Tage später, nämlich heute, erneut ein Probenpäckchen. Inhalt diesmal eine Windel für Kinder von 15-30 Kilo und eine Erwachsenenwindel, die vermutlich mir mit Kleidergröße jenseits der 40 bequem passen würde. Zudem soll diese Riesenwindel 27 Cent pro Stück an Zuzahlung kosten.

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Und damit schließt sich der Kreis, denn wenn ich diese Megawindel bestellen würde, müsste ich für den 20er-Pack 5,40 Euro zuzahlen. Da könnte ich auch die Schlafwindelhöschen aus dem Drogeriediscounter um die Ecke nehmen, die kosten uns nämlich nur 4,95 Euro, passen gut und haben sich bewährt. Außerdem kann sie das Kind alleine anziehen, beim Probeexemplar heute haben wir 4 Hände benötigt, um das Teil ordnungsgemäß anlegen zu können. Dabei dachte ich, dass sich das Windeln für mich wenigstens beim Großen erledigt hätte.

Mal schauen, ob ich die Nacht wieder das komplette Bett neu beziehen muss, weil die Windel versagt hat. Besonders herzig finde ich den Hinweis im Begleitschreiben, dass man nicht mehrere Produkte übereinander verwenden soll. Als wenn das ginge …