Neues vom Anwalt

Es war jetzt eine ganze Weile ruhig bei dem Thema, weil zuerst meine Anwältin im Urlaub war und dann die Anwältin der Gegenseite. Am Donnerstag erhielt ich per Email das Antwortschreiben der Gegenseite und das Angebot, dazu erneut zu telefonieren, was ich nächste Woche auch in Anspruch nehmen werde. Ich habe zwei Tage gebraucht, bis ich den Anhang der Email geöffnet habe, zu groß war mein Schiss vor den neuerlichen verbalen Attacken.

Die es tatsächlich wieder gab. Aber die so dermaßen einfach zu widerlegen sind, dass es fast lächerlich wirkt.

Die Berufserfahrungen von Frau Susi beziehen sich nicht nur auf IT-Projekte, sondern vor allem auf Projekte außerhalb des IT-Bereichs.

Ah ja!

mit dem Schwerpunkt der Betreuung der Projekte unter wirtschaftlichen/kaufmännischen bzw. finanziellen Gesichtspunkten.

Ok!

Diese Qualifikationen hat Ihre Mandantin nicht vorzuweisen. Über diese Qualifikationen verfügt Ihre Mandantin nachweislich nicht.

Na, wenn die das sagen, wird es wohl so sein! Dann habe ich wohl auch offensichtliche Lügen in meinem Lebenslauf, nämlich diese hier:

  • IT-Controlling
  • Projekt-/Anforderungsmanagement in den Bereichen Anwendungsentwicklung, Buchhaltung, Systemadministration
  • Prozesscontrolling und -optimierung
  • Prozess-Beratung bei Halbleiter-Firma
  • Beschwerdemanagement & Reporting
  • Erstellen meiner Diplomarbeit
    Thema: „Real-Time Billing in UMTS“ [Rechnungslegung hat ja ÜBERHAUPT nichts mit Betriebswirtschaft zu tun]

Ich hab mal bei Xing geschaut, wo ich mit Frau Susi verbunden bin. Ihr Lebenslauf zeigt nicht eine einzige Station, bei denen sie diese angeblichen Qualifikationen gesammelt haben kann. Aus den Gesprächen mit Frau Susi während ihrer Einarbeitungszeit erwähnte sie auch keinerlei derartigen Anstellungen. Meine Ex-Firma beruft sich auf den Datenschutz, um den Lebenslauf von Frau Susi nicht offenlegen zu müssen. Kann sie gerne machen, ich hab Screenshots von Frau Susis Xing-Profil angefertigt und abgespeichert. Seltsamerweise korrelieren die mehr mit meinen Erinnerungen als mit den Ausführungen der Gegenseite.

Unabhängig davon, dass sich Ihre Mandantin nicht mit dem Schwerpunkt der Ausrichtung auf den betriebswirtschaftlichen Bereich unserer Mandantin beworben hat, sondern ausschließlich auf Ihre Kenntnisse im IT-Bereich verwiesen hat, war Ihre Mandantin nach Abschluss des Studiums auch nicht mit dem Schwerpunkt im betriebswirtschaftlichen Bereich tätig, sondern überwiegend in Bereichen mit dem Schwerpunkt Informationstechnik. Ihre Mandantin war nach Abschluss des Studiums nicht im betriebswirtschaftlichen Bereich tätig, sondern ausschließlich im IT-Bereich. Gerade in diesem Punkt unterscheidet sich die Qualifikation Ihrer Mandantin von der der [sic] Frau Susi.

Erstens habe ich mich über die DIS AG beworben und ich weiß nicht, welche Schwerpunkte diese in meinem Profil für die damals ausgeschriebene Stelle betont haben. Zweitens hat sich Frau Susi auf genau die gleiche Stelle beworben und es ist davon auszugehen, dass sie ebenso die geforderten IT-Aspekte in ihrem Lebenslauf betont haben wird. Drittens find ich es echt stark, mir meine in der Bewerbung gesetzten Schwerpunkte vorzuwerfen, ohne auf die in meinem Lebenslauf ebenso aufgeführten Punkte, siehe oben, auch nur im geringsten einzugehen.

Allein der Umstand, dass Ihre Mandantin zu der Zeit ihrer aktiven Tätigkeit im Betrieb irgendwann einmal einen einzelnen Arbeitsauftrag von Frau Kaufmännische Leiterin […]

Geht’s noch billiger? Es waren mehrere, einige davon über mehrere Wochen. Von meinen mindestens zweiwöchentlich stattfindenden Rapports bei der Kaufmännischen Leiterin mal ganz abgesehen.

[…] direkt in Empfang genommen hat, indiziert nicht, dass sie den Bereich von Frau Kaufmännische Leiterin zugeordnet war.

Das hat auch niemand behauptet, es ging nur darum klar zu stellen, dass meine Aufgaben mitnichten einzig und allein im IT-Bereich angesiedelt waren.

Frau Susi ist demgegenüber ausschließlich im jetzigen Einsatzbereich von Frau Kaufmännische Leiterin ausschließlich [sic] tätig. Auch dies macht die unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte der Tätigkeiten deutlich.

Nach meinen letzten Information von einem ehemaligen Kollegen aus der IT übernimmt Frau Susi sehr wohl noch zu einem Großteil Aufgaben aus dem IT-Bereich und sitzt nach wie vor noch beim IT-Leiter im Büro. Ob dem immer noch so ist, habe ich bei diesem Kollegen bereits erfragt, allerdings steht da noch die Antwort aus. Ist ja auch Freitag Abend, da gehen normale Menschen aus oder haben besseres zu tun als bei Facebook auf Nachrichten von frustrierten Ex-Kolleginnen zu warten 😉

Dabei fällt mir auf, dass sie auf die nicht mögliche räumliche Trennung und meine Widerlegung dieses Umstandes gar nicht eingegangen sind.

Wir bitten um Verständnis dafür, dass unsere Mandantin vor diesem Hintergrund keine rechtliche Veranlassung sieht, die bereits gezahlte Abfindung zu erhöhen. Lediglich ökonomische Gründe geben unserer Mandantin Veranlassung, über eine geringfügige Erhöhung der Abfindung nachzudenken im Hinblick auf etwaig durch einen Prozess entstehende Kosten.

Sie bieten € 850, wir haben über 4.000 Euro gefordert. Ob denen meine Anwältin schreiben sollte, dass mir deren Kosten herzlich egal sind, da ich über eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung verfüge, die mir bereits signalisiert hat, etwaige Prozesskosten zu übernehmen?

Ich glaube, wir können die noch eine Weile beschäftigen. Mag da für mich vielleicht keine höhere Abfindung herausspringen, so entstehen denen auf jeden Fall nicht unerhebliche Kosten, denn sie haben sich eine große, teure Kanzlei als Partner ausgesucht. Ich weiß, was die pro Stunde berechnen, ich hab entsprechende Rechnungen für den IT-Bereich vorkontiert und sachlich richtig gezeichnet. Ups, ich hab ja gar keine betriebswirtschaftliche Qualifikationen dafür …