Fassungslos!

Heute nur ein kurzer Aufreger zwischendurch, weil ich gerade eine kurze Weiterbildung besuche und noch für die morgige Prüfung lernen muss.

In eben jener Weiterbildung stehen wir in der Pause in der Teeküche und ich unterhalte mich mit einem Kollegen, der zufällig auch bei der Weiterbildung dabei ist und der mich vor ein paar Wochen bei einem Kinderfußballspiel gesehen hatte, wo sein Kind in der gegnerischen Mannschaft spielte. Da ich überhaupt nicht auf fremde Eltern geachtet habe, hatte ich ihn völlig übersehen.

Wir fachsimpeln so über die Schwierigkeiten bei der F-Jugend, als sich die Dozentin dazu stellt, ganz offensichtlich bestrebt, ein wenig Smalltalk zu betreiben. Sie hatte sich kurz zuvor als Informatikerin vorgestellt, die mehrere Programmiersprachen beherrscht, sich bei Datenbanken und Webdesign auskennt und in einer Großstadt über viele Jahre hinweg den gesamten Webauftritt verantworten hatte.

Weil sie ein wenig ratlos drein schaut, da sie unser Gespräch nicht so recht einordnen kann, erkläre ich kurz, dass es um Fußball geht und unsere Kinder eben in der F-Jugend spielen.

Sagt sie doch darauf: „Ach, damit kenne ich mich gar nicht aus, ich habe nur Mädchen als Kinder.“

Ehrlich, mir hat es ein wenig die Sprache verschlagen. In Zeiten, in denen die Damennationalmannschaft gerade eben die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen geholt hat, wo Champions League Spiele der Damen (zumindest die Finale mit deutscher Beteiligung) live im Fernsehen übertragen werden und jeder halbwegs brauchbare Verein ohne Probleme Mädchen aufnimmt und in den höheren Altersklassen eigene Frauenmannschaften hat, kommt eine Informatikerin, eine Frau die sich ganz offensichtlich nicht für einen konventionellen Frauenberuf entschieden hat, mit so einem Spruch um die Ecke.

Da hat der Feminismus noch einen langen Weg vor sich!