Heraufziehende Krise?

Gerne würde ich an dieser Stelle schreiben, dass ich endlich einen neuen Job gefunden habe, aber leider kann ich nicht mal schreiben, dass es überhaupt passende Stellenanzeigen gibt. Der Stellenmarkt scheint zumindest in meiner Region derzeit wie leer gefegt. Es gibt hauptsächlich Stellen von bundesweiten Personalvermittlern und nur ganz vereinzelt verirrt sich eine Anzeige tatsächlich aus der Region, aber auf die passt mein Profil nicht.

Meine Suchanfrage lautet „IT“ und dazu mein Stadtname und 50 km Umkreis und die Ergebnisliste sieht aus wie der aktuelle Pegelstand der Elbe. Gerne würde ich daran glauben, dass es nur das Sommerloch ist und sich der Zustand in 1,5 Wochen ändert, wenn die Ferien vorbei sind und die Wirtschaft dann wieder auf Hochtouren läuft.

Die Personalvermittlerin der DIS AG, die mich betreut, hat mir allerdings Anfang der Woche diese Hoffnung ein wenig zerstört. Wir hatten ein intensives Gespräch, in dem ich ihr meine Erfahrungen schilderte und die Sommerlochhoffnung erwähnte, woraufhin sie meinte, dass sie nicht glaubt, dass es nur ein jahreszeitliches Tief ist. Sie als Agentur bekommen ebenfalls sehr wenige Anfragen zur Personalvermittlung, viele ihrer Leiharbeiter wurden von den Firmen zurückgeschickt und neue Leihverträge sind nicht in Sicht. Für sie sind das alles eindeutige Anzeichen einer nahenden Wirtschaftskrise, die erfahrungsgemäß als erstes immer die Personalvermittler/-verleiher trifft. (Ebenso wie ein Aufschwung sich zuerst in einer steigenden Nachfrage nach Leiharbeitern zeigt.)

Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass sie sich irrt, aber bei meinem Glück wird sie wohl Recht behalten. Umso mehr kotzt es mich an, dass ich regelwidrig aus meiner alten Stelle gekickt wurde und mein eh schon krummer Lebenslauf dadurch noch krakeliger ist. Weil sowas ja immer extrem gut bei potentiellen Arbeitgebern ankommt. Ich hatte mir auch überlegt, die Kinder nicht im Lebenslauf zu erwähnen, um dadurch meine Chancen zu steigern, aber wenn ich gar nicht erst Bewerbungen verschicken kann, ist das irgendwie auch egal.

Vielleicht sollte ich heute Nacht noch mal nach Sternschnuppen Ausschau halten und mir was wünschen. Vielleicht habe ich so mehr Chancen auf Erfolg. Schlimmer als jetzt kann es jedenfalls nicht mehr werden :/

MONTAGSFRAGE // HATTET IHR SCHON MAL EINE LESEFLAUTE?

Oh ja, ständig 🙂

Meine Lesephasen sind immer wellenförmig. Es gibt Phasen von 2-3 Monaten Dauer, da les ich alles, was mir in die Finger kommt. In letzter Zeit sind das dann hauptsächlich Blogs, weil die im Allgemeinen häppchenweise daher kommen und sich das mit meinem chaotischen Familienleben gut vereinbaren lässt. Und dann gibt es wieder Phasen, auch ungefähr 2-3 Monate lang, da lese ich fast gar nichts. Da kann mich selbst das spannendste Buch, der interessanteste Blog nicht begeistern, da les ich nicht mal Nachrichten.

Seltsamerweise wechseln sich diese Phasen absolut spontan ab, so dass es mir mitten in einem Buch passieren kann, dass ich es weglege und erst einige Monate später wieder in die Hand nehme.

Warum das so ist, darüber habe ich noch nie nachgedacht, ist aber schon seit meiner Kindheit so. Ich habe mich daran gewöhnt und quäle mich nicht mehr durch die letzten Kapitel des aktuellen Buches, sondern warte einfach die Flaute ab.