Erst oder Schon?

Ist es wirklich erst zwei Wochen her, dass mein Mann die Bombe platzen ließ oder sind es eher schon zwei Wochen. Die Zeit hält sich nicht mehr an ihre gewohnten Gesetzmäßigkeiten. Einerseits fließen die Tage an mir vorbei, monoton wie im Nebel und oft bin ich erstaunt, dass schon wieder so viele Stunden vergangen sind. Andererseits ziehen sich Tage wie Kaugummi, ich schaue auf die Uhr und sehe, dass anstatt der gefühlten 5 Stunden erst 3 Minuten vorbei sind. Genauso wie die Zeit schwanke ich zwischen den Extremen, absolute Hoffnungslosigkeit und gnadenloser Optimismus, manchmal im Minutentakt wechselnd.

Jedes Jahr zu Weihnachten schenke ich der Familie Fotokalender mit Bildern der Kinder. Diese Bilder wollen natürlich sorgfältig aus denen des vergangenen Jahres ausgesucht werden, was bei der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Fotos alles andere als einfach ist. Doch dieses Jahr war es eine echte Quälerei. Wir haben so viele schöne Bilder von gemeinsamen Erlebnissen, fröhlich lachende Kinder, die Grimassen schneiden und sich des Lebens freuen. Beim Anschauen dieser Bilder freue ich mich mit ihnen, habe die Momente, in denen sie entstanden sind, vor meinen Augen, habe den Geruch in der Nase, spüre die Sonne auf meiner Haut oder den Regen oder den Wind, erinnere mich an die dazu gesprochenen Sätze, höre das Lachen, muss selber lachen und im gleichen Moment versetzt es mir einen Stich ins Herz, wenn ich daran denke, dass wir solche Momente nie mehr zusammen erleben werden. Wir werden nicht mal mehr die Fotos zusammen anschauen und gemeinsam in den Erinnerungen schwelgen. Alles hat den faden Beigeschmack der Trennung an sich.

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Es läuft weiter

Als wenn eine höhere Macht hier mitliest und festgestellt hat, dass wir einen längeren Urlaub bei nicht ganz so prall gefüllter Haushaltskasse planen, gibt es jetzt die nächsten finanziellen Tiefschläge.

Vor zwei Tagen wollte meine Kamera keine Bilder mit Blitz mehr machen. Ich dachte erst, das liegt an den Batterien, weil kurz darauf auch die entsprechende Meldung von der Kamera kam. Also erstmal neue Batterien besorgt, aber der Blitz bleibt aus. Vermutlich hat es nach 5 Jahren einfach das Lämpchen durchgehauen und wie das bei modernen Dingen meist üblich, ist ein Austausch nicht vorgesehen. Da ich die Kamera sehr mag und die echt schöne Bilder macht, hab ich mich nach einem neuen Exemplar unseres Modells umgeschaut, mit 200 Euro wären wir dabei.

Dann steht noch ein mobiles Navigationsgerät im Raum. In England haben wir das Google Navigationssystem auf meinem Handy genutzt, aber erstens braucht es dafür eine permanente Internetverbindung und zweitens hält der Akku meines Handys nur noch 6-8 Stunden bei intensiver Nutzung, was uns mehrmals auf der Heimfahrt in Schwierigkeiten brachte, weil das Navi dann nicht mehr verfügbar war. Derzeit habe ich ein Einsteigermodell ins Auge gefasst für schlanke 140 Euro.

Dazu kommen noch Akkus + Ladegerät für die Kamerabatterien, da wir doch einen recht heftigen Verbrauch haben und gescheite Einwegbatterien sind mit 5 Euro/4 Stück nicht sonderlich preiswert. 12 Akkus + Station kosten dann aber auch gleich mal knapp 50 Euro.
Dazu noch eine neue Speicherkarte, in extra groß, damit mein Mann jeden Tag seine 800 Fotos machen kann und schon sind wieder 16 Euro weg.

In Summe sind das knapp 400 Euro und wir haben noch nicht mal das Haus verlassen. Sicherlich könnte man ohne Navi zurecht kommen, früher ging es ja auch mit Straßenkarten und Passanten fragen. Aber einen Urlaub ohne Kamera geht nun wirklich nicht. Normalerweise hätte ich mir die Kamera meiner Eltern borgen können, sie haben das 2 Jahre alte Modell (ich bin nun mal echt überzeugt von dem Produkt 😉 ), fahren aber zur selben Zeit wie wir in den Urlaub.
Ich habe zudem geschaut, was denn ein Navi leihweise kosten würde und bei einem seriösen Verleiher wären wir auch mit 50 Euro für die 3 Wochen dabei. Und da kann ich mir gleich für etwas mehr Geld ein neues, eigenes Gerät holen.

Immerhin haben wir mittlerweile den groben Reiseplan fertig und ich werde mich demnächst um die Unterkünfte kümmern. Wenn die dann durch sind, können wir den ungefähren Kostenfaktor des gesamten Urlaubs grob überschlagen. Wird sicherlich ein wenig in den Dispo gehen, aber für unseren letzten größeren Urlaub auf absehbare Zeit nehm ich das in Kauf.

P.S. Wie mir gerade einfällt, wenige Monate nach der Geburt des Großen ist meine damals ebenfalls 5 Jahre alte Kamera kaputt gegangen. Ergo: Geburten sind nicht gut für Kameras 😉
Alternative Theorie: Kameras haben einen Selbstzerstörungsmodus, welcher nach 5 Jahren automatisch aktiviert wird!

Unser Heim soll schöner werden

Irgendwie rappelt’s mich grad wieder und ich muss werkeln. Da Möbel aufbauen aus Platzmangel ausfällt, strapaziere ich eben mein Dekorationstalent.

Erstes Projekt war eine Fotowand, da die Bilder bislang wenig beachtet ihr Dasein in einem Regal fristeten:

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Und wenn ich schon mal bei Bildern bin, bekam der Flur auch gleich welche ab, wir hatten da ein paar schöne Landschaftsmotive aus dem Englandurlaub übrig:

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Zum Abschluss packte ich meinen grünen Daumen aus und topfte ein paar Pflanzen ein und um. Zwei stammen aus dem Treppenhaus, wo ihre Töpfe viel zu klein geworden sind und die beiden Mini-Aloes waren im Topf der großen Aloe drin und gingen dort regelrecht unter:

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Mal schauen, was ich morgen mache 🙂