Manche Tage

sind einfach länger als andere.

Meine Firma hatte zur Feier in den örtlichen Vergnügungspark geladen und diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen. Es gab einen ausgiebigen, kostenlosen Brunch und der Große war endlich groß genug, um mit den interessanteren Fahrgeschäften zu fahren. Für die richtig spektakulären ist er immer noch zu klein, aber so bleibt wenigstens die Neugier aufs nächste Mal erhalten.

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Nachdem wir über 5 Stunden im Park rumgelaufen sind, ging es kurz nach Hause, umziehen und dann direkt weiter ins Stadion, unserer Mannschaft für die erste Runde im DFB-Pokal die Daumen drücken. Dies war auch bitter nötig, letztlich aber erfolgreich, wir sind eine Runde weiter.

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So waren wir erst gegen halb 11 Uhr nachts wieder zuhause, nachdem wir um 9 Uhr morgens das Haus verlassen hatten. Uff! Wir sind zwar alle ziemlich erschöpft, aber es hat mir gezeigt, dass wir solche Tage ab und zu auch mal im Urlaub machen können. Nicht jeden Tag, das ist einfach zu heftig, aber beispielsweise der eine Tag in Rom wird ähnlich strapaziös sein. Gut zu wissen, dass wir das abkönnen, gut zu wissen, dass wir genug Erholungstage geplant haben 🙂

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Gute Nacht *gähn*

(Meine Güte, kannst du aber deinen Schnabel weit aufreißen 😉 )

Vollgestopft

Ein aufregender Tag findet langsam ein Ende. War uns ja vorher bekannt, dass es heute ein wenig heftig wird, aber in echt isses dann eben doch immer anders.

Es fing damit an, dass der Kleene ausgerechnet heute meinte, er müsse über eine Stunde vor seiner Zeit munter sein und uns an seiner Wachheit teilhaben lassen. Vor um sieben. Wo meine Augen noch ganz fest zugetackert sind und ich nur ganz schwachen Puls habe. Na gut, dann eben heute etwas früher. Alle Anwesenden, inklusive der Katzen, mit Frühstück versorgt und dann reihum geduscht, exklusive Katzen.

Dann ins Auto und ab zum örtlichen Freizeitpark und der dort stattfindenden Firmenfeier. Eintritt sowie Verpflegung kostenfrei, tolle Sache. Also um 10:30 Uhr Platz für das zweite Frühstück geschaffen. Richtig lecker mit gebratenem Schinken und Würstchen und Rührei und Melone und Müsli und Saft und Nutellabrötchen.

So gestärkt machten wir uns auf den Rundgang durch den Park. Erst die Kindereisenbahn, an der zeitgleich mit uns eine AK-Familie auftauchte, die unserem Kleenen total die Freude an der heißgeliebten Bahnfahrt nahm. Also weiter zum Karussell, welches mit dem Schnaufen einer defekten Druckluftleitung das süßlich-dümmliche Jahrmarktgedudel im Hintergrund übertönte. Das Kind suchte sich ein Pferdchen aus, fand aber dieses Auf und Ab während der Fahrt nicht so geheuer. Es setzte sich lieber in einen Ballon und drehte diesen enthusiastisch um die eigene Achse.

Dann ein weiteres Karussell, welches die horizontale Bahnebene verließ und dadurch einen ordentlichen Welleneffekt erzeugt. Da der Kleene zu klein ist, um alleine damit zu fahren, mussten wir mit. Er fand’s klasse, mein Frühstück auch. Es wollte sich das am liebsten direkt mal ansehen. Ich war froh, als der Kleene eine weitere Runde ablehnte, er wollte lieber zum Piranteschiff. Auf dem Weg dahin faszinierte ihn die große Schiffsschaukel und er wollte unbedingt damit fahren.

Na dann los, in die letzte Reihe im Heck gesetzt, Schutzbügel runtergeklappt und los ging es. Und sah es von außen nach einer normalen Schaukel aus – ein Klacks für unseren mutigen Piraten – war es drinnen doch ganz schön hoch. Und der Moment der Umkehrung und des kurzen freien Falls anschließend ließen unserem kleinen Freibeuter ordentlich das Herz in die Hose rutschen. Da half auch nicht, dass die Mama ihn ganz fest mit einem Arm umklammerte.

Kaum war die Schaukelei vorbei, wollte der Kleene auch sofort noch eine Runde drehen!

Mit sanfter Gewalt haben wir ihn dann aus der Schaukel befördert, auch weil mein Frühstück immer noch in die Freiheit wollte. Danach gönnten wir uns eine kurze Pause am Wasserspielplatz und im Sandkasten, bevor es zur Riesenrutsche weiter ging. Ich hätte ja gedacht, dass nach der letzten Erfahrung der Kleene mehr Respekt vor der Rutsche zeigen würde, aber weit gefehlt. Aufgeregt sprintete er den Berg hoch und setzte sich ohne Zögern in das Rutschgerät.

Der Papa saß schützend hinter ihm und gemeinsam stürzten sie sich die steile Röhre hinunter und kamen kurz darauf wohlbehalten unten an. Wir wollten dann noch zu Wildwasserbahn, mussten aber feststellen, dass diese nur für Kinder ab 8 Jahren zugelassen ist. Als Wiedergutmachung durfte der Kleene nochmals mit der Eisenbahn fahren, diesmal sogar vorne in der Lokomotive. Das Kettenkarussell daneben war ihm aber zu suspekt. Na vielleicht nächstes Jahr.

Es war inzwischen Mittag geworden und das Mittagessen war bereits aufgetischt. Wir hatten zwar alle noch nicht so richtig wieder Hunger, aber das sah alles so lecker aus, da mussten wir nochmal zuschlagen.

Da wir noch eine Verabredung mit dem örtlichen Fußballverein hatten, machten wir uns wieder auf den Weg in die Stadt. Wir passierten gerade den Einlass, als wir den Anpfiff hörten, also nicht viel verpasst. Das Spiel selber war ok, für unsere Mannschaft wesentlich mehr drin, aber die Schiris in der Gesamtheit echte Nieten. Klar können immer wieder mal Fehlentscheidungen passieren, aber einen 3 Meter im Abseits stehenden Spieler nicht zu erkennen, ist schon hart, besonders wenn daraus das Gegentor entsteht. Ein Linienrichter, der nach einer 5 Meter vor ihm stehenden Aktion den Schiedsrichter fragen muss, wer jetzt Einwurf kriegt, ist selten. Einen Schiedsrichter, der vom Linienrichter mehrfach aufgefordert wurde, das klare Foul auch endlich zu pfeifen, habe ich so noch nicht erlebt.

Insgesamt hat von uns sympathisierte Mannschaft das Spiel zwar klar dominiert, es aber grandios verpasst, aus dieser Überlegenheit auch einen Sieg zu machen. Das resultierende Unentschieden fühlt sich dann auch entsprechend schal an.

Während des Spiels hatte der Kleene einen kurzen Hänger und pennte erst bei Papa, dann bei mir, für jeweils 5 Minuten weg. Danach war er wieder topfit, ärgerlich, weil es dann auf die 120-km Fahrt zu den Großeltern ging. Die hätte er wunderbar schlafend absolvieren können, aber nein, da wurde sich stattdessen darüber beschwert, dass die Fahrt so lange dauert und so langweilig sei.

Wohlbehalten bei den Großeltern angekommen, gab es dort auch schon Abendbrot. Die Oma hat sich richtig Mühe gegeben und Gulasch mit Knödel UND Klopse mit Kartoffeln gemacht. Da die Oma eine großartige Köchin ist, musste ich einfach von allem probieren. Und mit diesem ausgeprägten Suppenkoma sollte ich jetzt noch die Heimreise antreten?

Naja, nützt ja nix. Den Kleenen also nochmal ganz fest geknuddelt und ab ins Auto. 120 km abgerissen. Kurz das Internet des heutigen Tages aufgearbeitet – 2 neue Follower, YAY, willkommen!, BaldwerdendeMama? wird wirklich bald Mama, Glückwunsch!  – mich nochmal über das Abseitstor aufgeregt und diesen Artikel hier geschrieben.

Ehrlich, manche Tage sind schon eher langweilig. Der heutige zählt definitiv nicht dazu 🙂