Silberstreif

Nachdem ich nun heute gleich drei Absagen auf einmal erhalten hatte, war mein Frustlevel entsprechend hoch. Am liebsten hätte ich mich zu einer Kugel zusammengerollt und mich heulend in eine Ecke gelegt. Dann wollte ich irgendwas kaputt machen, einen Teller gegen die Wand hauen oder so. Ich entschied mich dann aber, meinen Schmerz mit der Welt aka Facebook zu teilen.

Ich erhoffte mir ein paar verbale Streicheleinheiten wie „die wissen doch gar nicht, was sie an dir hätten“ oder „die sind doof, dich nicht zu nehmen“. Irgendetwas in der Art.

Womit ich nicht rechnete, war praktische Hilfe. Ein Bekannter, der selber im Bewerbungsprozess steckt, allerdings von der Arbeitgeberseite aus, bot an, meine Bewerbungsunterlagen zu überprüfen. Ich schickte ihm meine letzte Bewerbung zusammen mit der Stellenbeschreibung und hoffte, nicht völlig verrissen zu werden. Er prüfte und prüfte, fragte noch zwei oder drei Dinge und kam dann zum Ergebnis, dass es definitiv nicht an meinen Unterlagen oder am Anschreiben lag. Er vermutete, dass eventuell interne Vorgaben (Ausländerquote, nur Bewerber mit dem Anfangsbuchstaben N-Z, nur kinderlose, nur welche mit schwarzen Jacketts auf dem Bewerberfoto, etc.) eine erfolgreichere Bewerbung verhinderte.

Ein anderer Bekannter bot an, meine Bewerbungsunterlagen in seinem Bekanntenkreis herum zu reichen, vielleicht hat ja jemand Bedarf. Also stellte ich ihm fix eine neutrale Bewerbung ohne Anschreiben zusammen. Er nannte mir auch noch ein Unternehmen und einen dazugehörigen Ansprechpartner, der gerade sehr intensiv über ITIL nachdenkt und ich solle den mal anrufen, was ich dann morgen wohl auch tun werde.

Und so bin ich jetzt ein wenig hoffnungsvoller, dass sich letztendlich doch alles zum Guten wendet.

Für mich bleibt die Erkenntnis des Tages, dass Aufregen manchmal durchaus hilfreich sein kann 😉

Frustriert

Ich hab die Nase gestrichen voll. Nicht nur, dass mir diese elende Warterei gehörig auf den Keks geht, sondern mittlerweile habe ich auch keinen Bock mehr, schwanger zu sein.

Ich hab seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen. Mir tut mein Kreuzbein jeden Tag mehr weh und ich weiß nicht, wie ich stehen, sitzen oder liegen soll. Ich versuche die Schmerzen in der Hüfte durch Umlagerung zu lindern, aber das einzige, was das bringt, sind verspannte Schultern, die wiederum in den Nacken ausstrahlen und mir tierische Kopfschmerzen verursachen.

Die seit mehr oder weniger zwei Wochen anhaltenden, absolut nichts außer Schmerzen bringenden Wehen nerven. Das Sodbrennen ist mittlerweile unerträglich. Egal, was ich esse, ich werfe vorsorglich ein paar Bullrichsalztabletten ein, mindestens 10 Stück pro Tag, häufiger sind es aber um die 20. Die helfen jedoch nur bedingt und oft genug steht mir die Suppe in der Kehle, ab und zu auch darüber hinaus.

Ich möchte am liebsten schreien, weinen und etwas kaputt schlagen. Ich überlege, ob ich ins Krankenhaus fahre und die Ärzte dort anbettel, endlich das Ding aus mir rauszuholen.

Ich will nicht mehr schwanger sein, der Zauber ist verflogen. Ich will endlich wieder meinen Körper für mich haben. Ich will nicht mehr die ständigen Tritte in den Magen, gegen die Rippen, auf die Blase. Ich will wieder normal atmen, mich bücken, mir meine verdammten Schuhe alleine zubinden können. Ich will wieder normal schlafen können, in der Position, die mir gefällt und nicht, in der ich am wenigsten Tritte bekomme. Ich will wieder das essen können, worauf ich Appetit habe. Ich will bei Schmerzen endlich wieder die wirklich wirksamen Tabletten nehmen können.

Ich will, dass es vorbei ist!

Ich will meine gute Laune zurück!

Frustriert

Im Moment bin ich ziemlich genervt von meiner Arbeit. Das wird mir grad alles zuviel, und nicht nur weil ich mich nach Urlaub sehne.

Die Arbeitsbelastung ist derzeit enorm hoch und eine Besserung nicht abzusehen. Zuviele Projekte, die alle noch vor meiner Elternzeit abgefrühstückt werden sollen, obwohl sie eigentlich auf 1-2 Jahre angelegt waren. Dazu die Etatplanung fürs nächste Jahr, die allein schon nervenaufreibend genug ist, aber möglichst noch vor meinem Urlaub durchgeprügelt werden muss.

Dann warten alle auf das Intranet-Handbuch für unser Buchungssystem, was ich zwar angefangen habe, aber dessen Fertigstellung durch die anderen Aufgaben auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Das normale Tagesgeschäft fällt auch noch an und ist leider auch genug für einen normal ausgelasteten Arbeitstag.

Dazu kommen noch die Emailbomben, die völlig unerwartet im Postfach auftauchen und die ganze Planung weiter torpedieren. Eine solche Bombe tauchte Dienstag letzte Woche auf. Seitdem beschäftige ich mich täglich 2 Stunden lang damit, Zahlen nachzuforschen, Buchungen anzuschauen und Fehler in den Zuordnungen aufzuspüren. Blöd nur, dass ich seit Dienstag 3 Tage in Ganztagesbesprechungen gefangen war. Und ganz ehrlich, ich bin der Meinung, dass wir genau für solchen Kram das Controlling haben.

Hat aber meine oberste Vorgesetzte heute nicht davon abgehalten, mir nochmal richtig Druck zu machen. Sie bräuchte die Zahlen jetzt aber sofort, weil sonst könnte sie den Monatsbericht für die Gesellschafter nicht fertig stellen. Und die Gesellschafter fragen schon ständig. Ist ja auch nicht so viel. Und mein Chef könne mir ja morgen Vormittag noch helfen, falls ich nicht klar kommen sollte.

Na klar beschäftigt sich mein Chef mit solchem Popelkram, hat ja sonst nix zu tun. Und es hat nichts mit nicht klar kommen zu tun, sondern einfach mit viel zu wenig Zeit für die Vielzahl an Aufgaben. Denn mir sitzt schon die Buchhaltung im Nacken, warum die Rechnungen unserer Abteilung noch nicht fertig sind. Und wenn die ersten Mahnungen eintrudeln, dann steppt der Bär erst richtig.

Was mich ärgert ist, dass es alles so als selbstverständlich hingenommen wird. Wenn das so weiter geht, dann seh ich keine andere Möglichkeit, mir von meiner Ärztin ein Beschäftigungsverbot ausstellen zu lassen. Ich glaube nicht, dass so viel Stress und Druck sich günstig auf die Schwangerschaft auswirken.

Da sind meine Prioritäten klar gesetzt, Loyalität zum Job hin oder her.

EDIT: Ich habe gestern noch die Aufstellung fertig gemacht und war doch recht zuversichtlich, dass sich damit das Thema erledigt hat. Doch leider weit gefehlt. Ich durfte heute wiederran, die ganze Aufstellung nochmal gegen die Plankosten rechnen. Eigentlich hatte ich ja was ganz anderes vor. Also wird die Bugwelle an zu erledigenden Aufgaben, die ich vor mir her schiebe, größer und größer …

Shoppingfrust

Lange werde ich vor der Welt nicht mehr verbergen können, dass ich schwanger bin. Auch, wenn ich erst in der 11. Woche bin, zeigt sich schon ein ordentliches Bäuchlein und auch meine Klamotten fangen an zu kneifen und zu zwacken. Und da ich sowas gar nicht mag, wollte ich gestern ein paar Umstandshosen kaufen.

Ich steuerte als X&Y an, da ich dort bei Babysachen ganz gute Erfahrungen gemacht habe und direkt daneben auch die werdende-Mama-Abteilung ist. Scheint auch gerade SSV zu sein, viele der Klamotten waren runtergesetzt. Yeah!
Doch zu früh gefreut. Ich schaute mir die Hosen an und die sahen selbst in der 46 nicht so aus, als könnten sie mir passen. Ich packte mir trotzdem 3 Exemplare auf den Arm und marschierte Richtung Umkleide. Doch schon bei Hose 1 die Ernüchterung: viel zu eng für meine Beine. Hosen 2 und 3 das selbe Trauerspiel. Also diesen Versuch kurzerhand für gescheitert erklärt und erstmal in die Unterwäscheabteilung gewandert. Denn in der Region und der Etage darüber kneift es doch mittlerweile ganz arg. Mit ein wenig Widerwillen die Größe 44/46 eingepackt und noch 3 BHs zur Anprobe mitgenommen. Wenigstens einer von denen passte. Immerhin ein Anfang, mit dem ich einige Zeit über die Runden kommen sollte.

Neben X&Y ist gleich F&L, also habe ich gleich dort auch noch mein Glück versucht. Es mögen ja andere werdende Mamis auf den Laden schwören, aber ich fand die Auswahl einfach nur grauslig. Seltsame Farben, seltsame Stoffe und von den Schnitten ganz zu schweigen. Ich hab mir die Anprobe geschenkt und bin lieber nach Hause gegangen.

Dort forschte ich nach meinen Klamotten aus der ersten Schwangerschaft und siehe, diese passen immer noch. Selbst die Jeans in Größe 40!

Welcher Designer denkt sich eigentlich die heutigen Schnitte für die Klamotten aus? Ist es tatsächlich zuviel verlangt, sich ein wenig mit dem Thema Schwangerschaft auseinanderzusetzen und bspw. zu wissen, dass geschwollene Beine ein durchaus typisches Symptom in dieser Zeit sind? Und das ich da nicht die Ultra Slim Fit einfach nur mit einem labbrigen Bund ausstatten kann? Mal ganz abgesehen davon, dass eine Slim Fit in Größen jenseits der Magermodel-36 IMMER wie eine Presswurst aussehen. Selbst zu Zeiten, als ich Größe 36 tragen konnte (und oft für magersüchtig gehalten wurde), passte ich nicht in solche Modelle, weil ich eben keine Zahnstocher als Beine habe.

Wieauchimmer, ich hab ja noch meine alten Klamotten. Bei denen auch ein Rock dabei ist. Saupraktisch für den bevorstehenden Winter. Weil Strumpfhosen für lange, große Frauen auch noch so ein Thema für sich sind. Mal schauen, vielleicht finde ich ja diesmal welche, in die ich passe und bei denen mir der Bund auch bis über die Oberschenkel reicht.