Öfter mal was Neues

Wir sind in Italien in einen heftigen Hagelsturm geraten und dabei hat unser Auto diverse Dellen davon getragen. Heute nun war ich bei der Dekra, um den Schaden begutachten zu lassen. Davor bin ich, wie mir empfohlen wurde, noch schnell durch die Waschanlage gehuscht, aber trotzdem meinte der Prüfer, dass das Auto dreckig sei. Tja, was soll ich machen, wenn mein Stellplatz direkt unter einem Baum ist und dieser ständig mit Dreck um sich wirft.

Egal, der Prüfer guckte sich das Auto trotzdem an. Beim Zulassungsdatum und dem aktuellen Kilometerstand schüttelte er nur bedeutungsschwanger den Kopf und seufzte schwer. Nach einem ersten Rundgang ums Auto eröffnete er mir, dass es wohl auf wirtschaftlichen Totalschaden hinauslaufen würde. Mit sowas hatte ich ja schon gerechnet, sagte aber erstmal nichts dazu. Er schaute sich das Dach und die Motorhaube genau an, die Fahrerseite, die Heckklappe und jedesmal wurde sein Seufzen schwerer. Er meinte, dass der Sturm da ganze Arbeit geleistet und auch wirklich nichts ausgelassen habe. Sogar auf dem Rahmen an der Beifahrerseite wären Dellen, obwohl der Sturm mehr so von der Fahrerseite kam. An der Fahrertür hat er die Dellen gezählt, bei 20 aber aufgehört und nur kurz was auf seinem Klemmbrett notiert. Bei Dach und Motorhaube schenkte er sich das Zählen. Abschließend ein paar Fotos und dann erklärte er mir das weitere Vorgehen.

Er müsse jetzt einen Händler suchen, der ihm das Auto zu einem anständigen Preis abkaufen würde. Dann würde er den Schaden am Wagen ausrechnen, den Händlerpreis abziehen und den Rest würde ich von der Versicherung ausgezahlt bekommen. Für mich wäre es das Beste, ich würde dem Händler dann das Auto verkaufen und dann den Versicherungsbetrag und den Händlerbetrag als Anzahlung für ein neues Auto nehmen.
Ich könnte natürlich das Auto auch noch weiter fahren, aber in einem Jahr würde ich gar nix mehr für das Auto bekommen und damit den Restwert mehr oder weniger komplett einbüßen.

So weit, so unschön, denn wir haben derzeit gar kein neues Auto eingeplant und auch gar nicht die finanziellen Rücklagen dafür. Das wollte ich nächstes Jahr in Ruhe angehen, weil ich dann wieder normal arbeite und nicht mehr nur mit dem mickrigen Elterngeld hantieren muss. Den Restwert des Händlers will ich aber auch nicht in den Wind schlagen, denn vorsichtig optimistisch rechne ich mit irgendwas um die 2.500-3.000 Euro. Dazu eine Finanzierung über 5.000 Euro ergibt 8.000 Euro und damit kriegt man sicher schon halbwegs annehmbare Gebrauchte. Außerdem könnte ich die 5.000 in 2 Jahren abbezahlen und müsste mich nicht ewig lang an einen Kredit binden.

Ich hab auch schon mal grob geschaut, was der Markt für diese Parameter hergibt und mit ein paar Abstrichen könnte da was gehen. Ich werde mich wohl an weniger PS gewöhnen müssen und auch an irgendeine alte Oma-Farbe, aber das krieg ich bestimmt hin.
Ganz aktuell wird ein großer Kombi, 5 Jahre alt, scheckheftgepflegt, 1. Hand und 73.000 km, in schwarz, für unter 5.000 Euro von einem richtigen Autohändler angeboten. Einziger Haken: Hagelschaden! Ja, warum eigentlich nicht, irgendwie hab ich mich an die Dellen auf der Motorhaube gewöhnt 😉

Wie auch immer, ich werde mich mit meinen Eltern und Freunden beraten, in Ruhe das Gutachten der Dekra und das weitere Vorgehen der Versicherung abwarten und vielleicht gönn ich mir dann zu meinem Geburtstag eben ein neues Auto. Vielleicht kann mir auch der eine oder andere Leser meines Blogs mit Rat und Tat weiterhelfen? Was habt ihr so für Erfahrungen gemacht? Ich selber bin da völlig ahnungslos, mein Auto hab ich vor 10 Jahren gekauft und da hatte sich mein mit Autos auskennender Ex-Freund um alles gekümmert, ich hab nur bezahlt und an der passenden Stelle unterschrieben.

Ich werde auf jeden Fall über den Fortgang berichten 🙂