Das war’s dann?!

Als ich heute meinen WordPress-Jahresrückblick betrachtete, fiel mir auf, dass es zum Ende hin schon rapide abnimmt, was die Veröffentlichung neuer Posts angeht. Es ist nicht so, dass ich nichts mehr zu erzählen hätte oder mich das Bloggen nicht mehr interessiert, ganz im Gegenteil. Der WordPress-Tab ist permanent offen, ich lese alle neuen Beiträge der verfolgten Blogs, hin und wieder kommentiere ich sogar. Und doch gibt es keine neuen Beiträge von mir.

Was vornehmlich daran liegt, dass mir ein wenig die Zeit dazu fehlt und sich zudem in mir immer mehr Angst breit macht.

Obwohl ich stets bemüht bin, mich dem alljährlichen Vorweihnachtsstress zu entziehen, war ich gefühlt permanent auf dem Weihnachtsmarkt oder im Internet unterwegs und habe nach Geschenken gesucht. Große Geschenke fielen dieses Jahr aus bekannten Gründen etwas kleiner aus und mangelnde Kooperation der zu Beschenkenden was Wünsche angeht zwangen mich zu viel mehr Inspiration und Improvisation als die letzten Male. Die Feiertage selbst verbrachten wir bei meinen Eltern. Eine ruhige und entspannte Zeit, entgegen allen Erwartungen 🙂

Kurz vor Weihnachten hatte ich mir in den Kopf gesetzt, einen Harry-Potter-Filmmarathon zu machen und tatsächlich haben wir gestern die beiden letzten Teile geschafft. Zwischendurch war eben Weihnachten, 2x die Haselnüsse und World’s End. Es tat unglaublich gut, mal wieder konzentriert und gemeinsam Filme zu schauen, dass ist im Alltag fast gar nicht mehr drin. Und weil es so gut tat, haben wir uns heute noch den Hobbit im Kino angeguckt. Nacheinander.

Den viel interessanteren Film liefert allerdings derzeit unsere Tochter, die rasant ihre Umgebung erkundet. Seit sie krabbeln kann, gibt es kein Halten, sie jagt Katzen, erkundet sämtliche Ecken, überwindet unsere Kindereckenbarrieren im Wohnzimmer und versucht unaufhörlich, endlich Laufen zu lernen. Das Stehen klappt mittlerweile ganz gut, manchmal sogar für wenige Sekunden freihändig. Dabei kommentiert sie alles, freut sich über jede ihrer Errungenschaften, beklatscht uns oder sich selbst und interagiert generell sehr häufig mit uns. Bei alledem braucht sie aber immer die Rückversicherung der Mama, so dass ich nicht mal für wenige Augenblicke den Raum oder ihren Sichtbereich verlassen darf, da sie sonst sofort zu weinen anfängt. Es macht so unglaublich viel Freude, ihr beim Erforschen zuzuschauen, dass ich manchmal vor Glück platzen könnte.

Womit wir auch schon bei den Ängsten wären. Denn tief in mir drin befürchte ich jede Sekunde, dass dieses Glück wieder vorbei sein könnte. Die letzten zwei oder drei Wochen sind so anders, entspannt, auf angenehme Art ruhig, dass da jeden Moment was passieren MUSS. Es war die letzten Jahre immer so, wenn es uns zu gut ging, dann krachte es kurz darauf.

Ich hab auch schon eine Idee, wo es krachen könnte, denn immerhin steht meiner Süßen Mitte Januar ihre Operation bevor. Es ist kein großer Eingriff, aber die notwendige Vollnarkose macht mir unglaublich Angst, jeden Tag, den der Termin näher kommt, mehr.

Kurz davor habe ich ein Gespräch mit meinem neuen Chef und der ganz großen Chefin auf Arbeit. Vermutlich wird es darum gehen, ab wann ich wieder arbeiten gehe und wie mein Wiedereinstieg aussehen kann. Nix dramatisches, aber führt mir dieser Termin doch sehr deutlich vor Augen, dass meine Zeit zuhause so langsam zu Ende geht. Ich fühle mich hier zuhause sehr wohl, ich habe genügend Aufgaben, um mich den ganzen Tag zu beschäftigen. Ich merke aber auch, dass die letzten Monate nicht spurlos an mir vorüber gegangen sind und habe große Angst, der zusätzlichen Belastung durch die Arbeit nicht gewachsen zu sein. Zumal eben immer noch der unbekannte Faktor des neuen Chefs ist. Sein Vorgänger war der weltbeste Chef, ein echt klasse Typ, aber oft genug stand ich mir mit meiner dämlichen Schüchternheit (dazu liegt noch ein Artikel auf Halde) selbst im Weg, so dass wir zwar gut zusammen gearbeitet haben, aber ich selten ungehemmt im Umgang mit ihm war, was auf die Dauer auch ziemlich belastend ist.

Die Beziehung mit meinem Mann ist auch noch nicht endgültig geklärt. Ich denke zwar, dass wir auf dem Weg der Annäherung sind, doch vermeiden wir beide jegliche Gespräche darüber, beide aus Angst vor unbequemen Wahrheiten und möglichen Konsequenzen. Ich glaube, die Trennung ist mehr oder weniger vom Tisch, aber klare Verhältnisse sehen anders aus. Und diese Ungewissheit zehrt. An den Nerven und den nicht so üppigen Kraftreserven. Ich müsste das Gespräch suchen, aber dann wird aus Ungewissheit und Hoffnung Tatsachen und Realität und davor habe ich auch ordentlich Angst.

Neben all dem verkommen andere Begebenheiten zu reinen Randnotizen. Dass ich drei Wochen lang in mehreren Etappen den Schimmel im Schlafzimmer, der sich hinter den Kleiderschränken auf einer Länge von 4 Metern und bis zu 1,5 Meter hoch an der Außenwand gebildet hat, beseitigt habe. Dass mich mein bester Freund menschlich schwer enttäuscht hat. Dass sich die finanzielle Situation ein wenig entspannt hat, trotz der knapp 1.000 Euro Nebenkostennachzahlung, die wir für die Wohnung für 2013 berappen müssen.
Da war bestimmt noch mehr, aber das hab ich schon wieder vergessen.

Also bleibt derzeit von diesem Jahr neben dem großen Glück der Geburt meiner Tochter jede Menge kleine und großen Dramen, auf die ich im neuen Jahr gerne verzichten kann. Von den vornehmlich traurigen Nachrichten des Weltgeschehens ganz abgesehen.

So bleibt mir nur, auf ein besseres Jahr 2015 zu hoffen und euch allen einen guten Rutsch zu wünschen.

Alles wird gut!

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Der 9er Blog hat Geburtstag!

Vor genau einem Jahr erschien mein erster Beitrag hier auf dem 9er Blog \o/

Die Bar ist geöffnet und Kekse gibt’s auch. Bedient euch 🙂

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Es war ein turbulentes Jahr. Es begann mit einem positiven Schwangerschaftstest, doch die Freude darüber dauerte nur gut eine Woche, dann verabschiedete sich der Krümel. Zum Glück wurde der Platz ganz schnell von Krümeline eingenommen, welche mir eine recht beschwerliche Schwangerschaft mit einem allerdings fantastischen Ergebnis bescherte.

So nebenbei plante ich unseren Englandurlaub, und das sogar so gut, dass wir drei traumhafte Wochen auf der Insel hatten.

Ansonsten gab es jede Menge Dies und Das, Höhen und Tiefen, die kleinen Alltagsfreuden und -dramen. Wie es in einem stinknormalen Leben eben so üblich ist.

Überrascht hat mich, dass sich im Laufe der Zeit 23 Leser eingefunden haben, die sich genau dafür interessieren. Vielen Dank euch allen ❤

Ebenso überrascht hat mich, dass ich es tatsächlich geschafft habe, regelmäßig zu schreiben. Dies ist mein 3. oder 4. Anlauf im Blogbusiness und bisher habe ich nie länger als einen Monat durchgehalten.

Im nächsten Jahr sind die letzten zwei Artikel zur Englandreise, weitere allgemeine Tipps zum Elternsein, Neuigkeiten rund um meine Familie, weitere Häkelprojekte und eine längere Serie über meine Psycho-Vergangenheit geplant. Ich bin gespannt, ob der Plan so aufgeht und in welche Richtung sich der Blog weiter entwickeln wird.

Genug der Worte:

A New Trip down Memory Lane

Der Vorteil von ersten Malen ist, dass man meist nicht genau weiß, was auf einen zukommt.
Der Nachteil von Wiederholungen ist, dass man meist ziemlich genau weiß, was auf einen zukommt.

Nun hatte ich ja das Problem, dass ich von der Geburt des Großen nicht mehr allzu viele Details wusste. Zum einen, weil das mittlerweile 5 Jahre her ist und zum anderen, weil ich in der entscheidenden Phase ziemlich umnebelt von einer schmerzlindernden Morphinspritze war. Hinzu kam noch die generelle Aufregung. Ich nahm mir also für die zweite Geburt vor, so viel wie möglich mitzuschreiben und hier ist er nun, der umfassende Bericht:

8:50 – erste heftige Wehe, die mich die Luft anhalten lässt, 2 Buscopan zum Überprüfen genommen [Buscopan entspannt den Unterleib, so dass Übungswehen weniger, richtige Wehen aber verstärkt werden, wird auch in Kliniken bei Geburten eingesetzt]

9:00 – die nächste Wehe meint es auch ernst, abwarten

9:10 – ok, es scheint ein 10-Minuten-Abstand zu sein

9:17 – da mogelt sich eine Wehe dazwischen

9:25 – ok, das war kein Mogeln, das ist ein neuer Abstand, 7-8 Minuten, Zeit für den Wannen-Check

9:33 – trotz Bewegung und Stehen eine Wehe, das ist neu [sonst sind die Wehen immer weg gegangen], ab in die Wanne

10:30 – wieder aus der Wanne raus, Wehen diesmal geblieben, wenn auch schwächer geworden

10:50 – Frühstück, Wehen sind fast weg

11:30 – Wehen wieder da, und auch wieder knackig, aber unregelmäßiger Rhythmus

11:50 – beim Einräumen des Geschirrspülers reicht es mir, ich kann nicht mehr aufrecht stehen, ich rufe meine Hebamme an, sie will in einer halben Stunde vorbei kommen und nachschauen

12:10 – ich packe die letzten Sachen zusammen und informiere vorsichtshalber den Papa

12:15 – Schleimpfropf geht ab

12:24 – Hebamme klingelt genau dann, als ich eine heftige Wehe habe, ich hoppel so schnell ich kann zur Tür

12:35 – meine Hebamme lauscht nach dem Kind und tastet den Bauch ab, alles gut, danach tastet sie nach dem Muttermund, 2 cm auf, es tut sich definitiv was

12:42 – ich bekomme Wehen-Massageöl, soll den Bauch massieren, danach einen Spaziergang in der Sonne machen, aber nicht zu weit weg und zu lang (muss eh noch zum Briefkasten)

12:45 – Hebamme verabschiedet sich wieder, wir verabreden, in 3 Stunden nochmal miteinander zu sprechen

12:50 – kaum ist die Hebamme weg, kommt die nächste Wehe, während ihres Besuchs war nicht eine

13:10 – ich koch mir Wintertee [Apfel-Zimt-Tee, Zimt ist wehenfördernd], setz mich aufs Sofa und schaue Biathlon, während ich mir den Bauch einreibe, Wirkung fast sofort

13:20 – Wehen aller 2 Minuten, sehr heftig, ziehen gut nach unten

13:45 – ich ruf den Papa an, beorder ihn nach Hause, er will in einer Stunde da sein und er verständigt unseren Freund, das Kind aus dem Kindergarten zu holen

14:00 – ich zieh mich um für den Spaziergang

14:24 – hab dauernd das Gefühl, aufs Klo zu müssen

15:00 – wieder zurück vom Spaziergang

15:10 – Mann kommt nach Hause

15:17 – mein Mann ruft die Hebamme an, wir dürfen ins Geburtshaus kommen

15:35 – Ankunft im Geburtshaus

15:55 – Bett beziehen mit unserer Bettwäsche und es wird nach den Herztönen des Kindes gelauscht

16:24 – Wehen heftiger, mehr nach unten

16:45 – Muttermund bei 5-6 cm

17:08 – vermehrter Pressdrang

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Hier endet mein „Liveticker“ und ich schreib aus der Erinnerung weiter 🙂

12:24 – 15:00 Uhr (ungefähre Zeiten zur besseren Zuordnung zu den Tickermeldungen)
Als meine Hebamme bei mir zu Hause war, meinte sie, dass alles bisher noch in die sogenannte Latenzphase fallen würde und damit auch nicht wirklich zur eigentlichen Geburt gehört. Sie könne auch nicht sagen, wie lange ich schon mit dem etwas geöffneten Muttermund rumlaufen würde und kann deswegen auch keine Aussagen zum weiteren Geburtsverlauf bzw. der weiteren Dauer machen.

Die 2-Minuten-Wehen seit dem Weggang der Hebamme taten zwar schon weh, aber waren für mich noch gut verarbeitbar. Bei meinem Spaziergang hatte ich immer wieder Wehen, aber ich glaube nicht, dass dies einer der zahlreichen Außenstehenden mitbekommen hat. Dooferweise bin ich direkt durch das Einkaufszentrum bei uns nebenan gelaufen, wo sich jede Menge Menschen tummelten und denen wollte ich nun wirklich kein Schauspiel der besonderen Art bieten. Also keine Miene verziehen und einfach weiter laufen.

15:00 – 16:00 Uhr
Als mein Mann dann da war, packten wir noch die letzten Sachen zusammen und ich warf mir kurz vorm Verlassen der Wohnung eine erste Paracetamol ein. Der Taxifahrer bot uns (im Scherz) an, vorm Geburtshaus zu warten, aber ich lehnte das Angebot ab. Im Geburtszimmer tigerte ich ein wenig planlos rum und suchte mir Stellen, an denen sich die Wehen gut aushalten ließen. Zu Hause lehnte ich mich auf meinen Bürostuhl, dessen Lehne die optimale Höhe für mich hatte. Im Geburtshaus probierte ich den Wickeltisch, der eine ähnliche Höhe hatte, aber da nervten mich die Heizdecke auf dem Tisch und der eingeschaltete Heizstrahler darüber, da mir so schon warm genug war.

Das Zimmer selbst war abgedunkelt, alle Vorhänge zugezogen und überall brannten Kerzen und Teelichter. Es war recht heimelig und es schadete auch nicht, dass die Sonne trotz der Vorhänge ins Zimmer schien. Ich lief zwischen den Wehen immer wieder im Zimmer herum, ich wollte mich einfach nicht hinsetzen. Kam eine Wehe, warf ich mich an ein von der Decke hängendes Tragetuch und krallte mich darin fest. Danach lief ich weiter rum. Meine Hebamme animierte mich immer wieder, zwischen den Wehen etwas zu trinken und irgendwann musste das auch wieder raus. Im Geburtszimmer gibt es einen Nassbereich, der mit Vorhängen vom Rest abgetrennt werden kann, aber das war trotzdem nix für mich.

„Ich kann nicht, wenn jemand guckt“, sagte ich und verschwand aufs Klo überm Gang. (Ich bin da echt ein wenig seltsam und hab davon sogar manchmal Alpträume.) Meine Hebamme guckte etwas erstaunt und fragte mich, ob Kind kriegen in ihrer Gegenwart ginge.
Ja klar, damit hab ich kein Problem 😉

16:00 – 16:45 Uhr
Ich lief immer noch rum und ertrug die Wehen im Stehen, merkte aber, wie mir langsam die Kräfte schwanden. Meine Hebamme bot mir einen Peziball an, den ich auch dankbar annahm. Ich wippte also auf dem Ball rum und krallte mich bei einer Wehe wieder ins Tuch. Das Tuch mutierte zu meiner Rettungsleine, die ich nicht mehr los ließ. Ich krallte und biss in das Tuch, lehnte mich dagegen, zog mich daran hoch. Als ich einmal in einer Wehenpause zum Wasserglas griff, merkte ich, dass meine Hand vom Reinkrallen völlig verkrampft war und so heftig zitterte, dass ich kaum das Glas halten konnte.

16:45 – 17:30 Uhr
Sobald ich auf dem Ball saß, wurden die Wehen heftiger. Sie drückten mehr nach unten und ich hatte auch das Gefühl, als müsse ich mitpressen. Dem entgegen stand aber der Befund der Hebamme, dass der Muttermund erst bei 5-6 cm sei, eine Geburt könne frühestens bei 8 cm, besser erst bei 10 cm stattfinden. Sie sah, dass ich teilweise mitpresste und machte sich entsprechende Sorgen. Sie fragte mich, wo ich die Wehen spüre und ob es weh tut, wenn ich mitpresse und es kostete mich extrem viel Kraft, mich bei den nächsten Wehen darauf zu konzentrieren, wo es ziept und drückt. Die Wehen waren mittlerweile richtig heftig und ich hatte tierische Probleme, überhaupt mit denen klar zu kommen. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass es mir zu viel wird, dass meine Nerven überlastet sind und die ganzen Eindrücke mich komplett überfordern. Außerdem waren die Wehenpausen nur noch sehr kurz, oft kamen gleich zwei Wehen hintereinander. Ich fragte, ob es ok ist, wenn ich noch eine Paracetamol nehme. War es, also warf ich mir schnell die zweite Tablette ein.

Ich wechselte irgendwann in dieser Zeit vom Ball auf den Geburtshocker, was ich viel angenehmer fand, da der Hocker von sich aus sicher stand und ich ihn nicht wie den Ball mit den Beinen stabilisieren musste. Bei jeder Wehe versuchte ich, nicht mit aller Macht mitzupressen, immer noch den nicht vollkommen offenen Muttermund im Hinterkopf, aber so richtig gelang mir das nicht. Meine Hebamme versuchte, meine Bemühungen zu bremsen, in dem sie forderte, ich solle wie eine Lokomotive schnaufen. Schoo-schoo-schoo. Super. Jetzt musste ich bei jeder Wehe an Thomas die Lokomotive, Percy und Gordon denken, während ich so vor mich hin schnaufte. Fehlte nur noch der Rauch aus meinen Ohren.

17:30 – 17:50 Uhr
Aber das Schnaufen half tatsächlich, ich konnte den Pressdrang ein wenig zurück halten. Doch auch das war irgendwann vorbei und ich dachte nur noch „fuck this shit, mir reicht’s“ und presste eben mit. Ich merkte, wie sich der Kopf nach unten schob und dabei die letzten Reste aus meiner Blase rausdrückte. Seltsamerweise empfand ich in dieser Phase die Wehen nicht mehr als schmerzhaft, obwohl sie extrem heftig waren.
Bei der nächsten Wehe war der Kopf schon kurz vorm Ausgang.
Noch eine Wehe später und der Kopf wollte endgültig raus. Ich hörte die Hebamme sagen, dass noch das Kinn fehlte und presste weiter und dann war der Kopf da. Jetzt drückten allerdings die Schultern so dermaßen, dass ich einfach weiter presste, Wehe hin oder her. Die Hebamme wollte mich noch bremsen, ich sollte auf die nächste Wehe warten, aber das schaffte ich beim besten Willen nicht mehr.

Ich spürte, wie der Körper aus mir raus rutschte und der ganze große Rest vom Fruchtwasser hinterher. Ich zitterte am ganzen Körper und dann hörte ich mein Mädchen das erste Mal schreien. Während mir die letzten Sonnenstrahlen des Tages direkt ins Gesicht schienen, stand mein Mann auf und holte schnell das vorgewärmte Handtuch vom Wickeltisch. Die Hebamme fragte mich, ob ich das Kind selber aufheben möchte oder ob sie es mir reichen sollte. Da ich immer noch zitterte, traute ich mir nicht zu, sie unfallfrei hoch zu heben und so wickelte die Hebamme das Baby ins Handtuch und legte sie mir in die Arme. Ich schaute noch total ungläubig. War es das jetzt wirklich? Das ist mein Mädchen? Hab ich das gerade alleine geschafft? Mit nur 2 Paracetamol?
Ich glaube, ich habe eine Minute gebraucht, um das wirklich alles zu begreifen, doch dann traf es mich wie ein Schlag.

17:50 – 18:30 Uhr
Ja, das ist mein Mädchen. Ich zitterte immer mehr und fragte, ob ich mich aufs Bett legen könne. Ich wurde also provisorisch auslaufsicher verpackt und schlurfte dann zum Bett, wo ich mich hin legte, das Baby immer noch an meine Brust und auf meinen Bauch gepresst. Höher ging nicht, da die Nabelschnur dafür zu kurz war. Ich kuschelte ausgiebig mit dem Kind, mein Mann machte Fotos, gab mir etwas zu trinken und schaute auch ganz verliebt auf das Kind.
Mit der letzten Wehe hatte es auch die 2. Hebamme zur Geburt geschafft und beide Hebammen besprachen jetzt leise im Hintergrund den Ablauf und füllten erste Formulare aus.

Immer wieder fühlte eine der beiden, ob die Nabelschnur noch pulsierte und so lange sie das tat, ließen sie uns in Ruhe. Irgendwann ging es dann ans Abnabeln und ich durfte die eine Nabelschnurklemme festklemmen. Ich gab mein Bestes, doch ich hatte nur die linke Hand frei und deren Kraft reichte nicht aus, die Klemme richtig zusammen zu drücken, so dass das von der Hebamme erledigt wurde, genauso wie das Durchschneiden der Nabelschnur.

Mein Mann bekam kurz darauf die Kleine auf seinen nackten Oberkörper gelegt, während ich wieder auf dem Geburtshocker Platz nahm und die Plazenta bei einer Nachwehe rauspresste. Leider löste sie sich nicht komplett, sondern hing an einer Ecke fest und meine Kraft reichte nicht mehr, diese Ecke auch noch heraus zu pressen. Die Hebamme meinte, ich könne auch husten, also hustete ich eben. Ich fand die Situation allerdings so absurd, dass ich einen Lachanfall bekam, welcher aber den gleichen Zweck erfüllte. Ich schlurfte wieder ins Bett, während die Hebammen die Plazenta auf Vollständigkeit untersuchten.

18:30 – 19:00 Uhr
Da alles ok war, kamen sie kurz darauf und gratulierten uns zur Geburt. Ich hatte mein Mädchen wieder auf der Brust liegen, während die Hebammen sich jetzt komplett dem Papierkram widmeten. Sie fragten uns nach dem Namen fürs Kind und füllten die Geburtsurkunde aus.
Danach sollte das Kind bei der U1 untersucht und anschließend gewickelt werden und wir stellten fest, dass die Kleine eine erste Ladung Mekonium auf meinem Bauch hinterlassen hat und munter mit ihren Füßen darin rum strampelte.

Also erstmal Kind sauber machen, dann untersuchen, dann anziehen. Die Untersuchung war bis auf eine eventuelle Hüftfehlstellung ohne Befund. Die Babysachen waren im Wärmeschrank, von dem mein Mann nicht wusste, wo er ist und Hebamme 2 war gerade abwesend, also lief Hebamme 1 los, um die Babysachen zu holen. Als sie nach 5 Minuten nicht wieder da war, schickte ich meinen Mann los, um zu schauen, wo die beiden blieben. Das Kind legten wir in der Zwischenzeit wieder ins Bett. Kurze Zeit später tauchten alle samt Babysachen wieder auf, doch da hatte das Kind die nächste Ladung Kindspech ins Bett gepackt. Hurra!
Kind also wieder sauber machen und dann endlich wickeln und anziehen.

19:00 – 20:00 Uhr
Was noch fehlte, war die Schadensbegutachtung an meiner Person, vor der ich wegen den Erfahrungen bei der ersten Geburt tierische Panik hatte. Die Panik legte sich etwas, als die Hebamme aufs Bett krabbelte und sich eine Stirnlampe, wie sie Höhlenforscher gerne nutzen, umband. Eigentlich war mir zum Heulen zumute, aber bei dem Anblick konnte ich einfach nur lachen und lachte, bis mir die Tränen liefen. Bevor sie endgültig abtauchte, bat ich meine Hebamme noch um einen Gefallen: sie solle doch bitte nicht in die Höhle hinein rufen und versuchen, ein Echo zu erzeugen 😀

Sie gab sich unendlich Mühe, mir nicht weh zu tun und erklärte ausführlich alle ihre Handgriffe. Es war trotzdem alles wund und zwiebelte entsprechend, aber bei weitem nicht so arg wie damals. Ich war wieder gerissen, was mich bei der Heftigkeit und dem Tempo der Geburt überhaupt nicht überraschte, aber auch wieder nicht so arg wie beim letzten Mal und die Abschürfungen fehlten völlig. Sie betäubte die Stelle zuerst mit einem herrlich kühlenden Gel und spritzte dann 2x ein Betäubungsmittel. Das Nähen selbst war schmerzfrei, ich stellte mich aber trotzdem an wie eine totale Memme.

Nachdem das auch erledigt war, wollte ich eigentlich nur noch nach Hause. Also packten wir unsere Sachen zusammen, zogen die Betten wieder ab, zogen uns an, packten das Kind in den Kindersitz. Die Hebammen riefen uns ein Taxi und wir unterschrieben noch ein paar Formulare. Wir bekamen das Kinderheft und die Geburtsurkunde ausgehändigt und wir vereinbarten mit der Hebamme, dass sie am nächsten Tag um 12 Uhr bei uns vorbei schaut.

20:00
Nach einer kurzen Taxifahrt waren wir wieder daheim. Der Papa trug sein Mädchen ganz stolz die Treppen hoch und über die Schwelle. Wir telefonierten noch schnell mit unserem Großen, der noch gar nicht richtig verstand, dass er jetzt eine Schwester hat. Abschließend wurden noch die Großeltern informiert, bevor wir uns alle für eine erste gemeinsame Nacht in unser Bett kuschelten.

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Das Zahlenwerk:

Geburtsdatum: 20.03.2014
Uhrzeit: 17:43 Uhr
Gewicht: 3300 g
Kopfumfang: 34 cm
Länge: 50 cm

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Der Name wieder als Rätsel:

Der Rufname ist lateinischen Ursprungs und ist häufiger im spanischen und osteuropäischen Raum vertreten. So heißt etwa die spanischstämmige Schauspielerin, welche die Tonks in den Harry Potter Filmen verkörpert, so, aber auch die Ehefrau von Vitali Klitschko trägt diesen Namen. Zudem gibt es in meinem Zweitlieblingscomputerspiel eine Protagonistin und eine Rüstung, die so heißen.
Der zweite Name wurde in Anlehnung an eine berühmte antike Seherin vergeben, der niemand ihre Prophezeiungen glauben wollte und was letztendlich zum Untergang einer ganzen Zivilisation führte. Als das Internet noch jung und noch nicht alle schönen Nicknames belegt waren, wählte ich den Namen außerdem als mein Webpseudonym.

Frühlingsfisch

Frühlingsfische sind eine eher seltene Spezies, die es nur an maximal einem Tag im Jahr geben kann, in manchen Jahren sogar gar nicht. 

Seit gestern bereichert ein weibliches Exemplar dieser Gattung unser Leben.

Hatte es zunächst gestern wieder so ausgesehen, als würde es nur ein weiterer Fehlalarm sein, ging es am Ende dann doch recht fix und um 17:43 Uhr war unser kleines Mädchen auf der Welt. Soweit wir das überschauen können, ist alles so, wie es sein sollte und allen Beteiligten geht es gut.

Der große Bruder hat uns gestern am Telefon noch nicht glauben wollen, dass er jetzt eine Schwester hat, vermutlich muss er sie erst mit eigenen Augen sehen. Ich bin sehr gespannt auf seine Reaktionen, wenn er dann aus dem Kindergarten nach Hause kommt 🙂

Die Katzen sind noch sehr skeptisch ob des neuen Mitbewohners. Die kleine Dachschadenkatze hat die Hosen gehörig voll und traut sich nicht mal ins selbe Zimmer. Die große Katze schnuppert neugierig, aber wagt sich noch nicht richtig nah ans Baby heran.

Ausführlicher Bericht folgt.

Kommando zurück

Hieß es am Freitag noch, dass es so aussieht, als wenn sich der Krümel sehr bald auf den Weg macht, so gab es heute ein ernüchterndes Ergebnis beim CTG.

Der Krümel war heute, im Gegensatz zum Freitag, recht aktiv und das hat sich auch in der Herztonkurve niedergeschlagen. Das war ein einziges Auf und Ab, nichts mehr zu sehen von der sonstigen gemütlich-geraden Linie. Dafür war die Wehenlinie absolut unauffällig, keinerlei nennenswerte Ausschläge, obwohl ich schon immer mal das Gefühl hatte, dass der Bauch hart wird.

Hätten sie doch mal das Gerät gestern Abend an meinen Bauch gedübelt, da wären richtig spannende Linien drauf gewesen.

Wie auch immer, meine Hebamme warf einen Blick auf die Kurve und meinte dann: oh, das sieht aber so aus, als wenn es dem Krümel richtig gut im Bauch gefällt und ich denke nicht, dass es bald los geht.

Ja, sowas will ich hören, nachdem wir seit zwei Wochen mit gepackter Tasche hier rumsitzen. Aber drängeln nützt ja auch nix, das Kind wird sich auf den Weg machen, wenn es eben fertig ist.

Es gab dann noch ein Update zu einer Mitschwangeren aus dem GVK, mit der ich immer zusammen die Paarübungen machte. Sie hatte am Freitag eigentlichen Termin und entbindet auch im Geburtshaus bei „meinem“ Hebammenteam. Sie kann es ebenso wie ich kaum abwarten, dass es endlich los geht, doch sie hat mit ihren Wünschen ebenso viel Glück wie ich. Mal schauen, am Ende entbinden wir beide noch parallel 😉

Hebammenvorsorge

Heute hatte ich wieder Vorsorge mit meiner Hebamme und einer Praktikantin.

Mein Bauch wurde wieder vermessen, 106 cm Umfang. Es wurde auch noch die Größe des Kindes bestimmt, aber da wurde mir das Ergebnis nicht gesagt. Mein Gewicht kontrolliert, ist auch ok.

Heute sollte ausführlich CTG geschrieben werden und die Praktikantin gab sich ganz viel Mühe, die beiden Pads an brauchbaren Positionen an meinem Bauch zu befestigen, kam aber nicht so richtig mit den Haltebändern klar. Außerdem musste vorher noch die Lage des Kindes ertastet werden, was heute eine besondere Herausforderung war. Der Krümel hatte sich nämlich letzte Nacht so richtig ausgetobt und hin und her gedreht und ich konnte nicht sagen, wie rum er nur lag. Die beiden Mädels diskutierten ausgiebig und am Ende einigten sie sich darauf, dass er wohl mit dem Rücken meiner Wirbelsäule liegt – also völlig falsch.

Mir wurde darauf hin aufgetragen, jetzt immer brav auf der linken Seite zu liegen und, soweit möglich, den Krümel zu animieren, sich wieder in die stabile Seitenlage zu begeben. Außerdem sollte ich per Strichliste die Kindsbewegungen notieren, üblich wären 10 Stück innerhalb von 2 Stunden. Ich hab heute zwar keine richtige Strichliste erstellt, aber immer mal gedanklich mitgezählt. Passt soweit.

Während ich am CTG lag, konnte ich in  Ruhe alle meine Fragen stellen, die in den letzten Tagen so aufgelaufen sind.
Gestern bei der Akupunktur habe ich Nadeln in den kleinen Zeh bekommen und wollte wissen, wofür die sind. Für schöne Wehen. Und ein bisschen Wehen anstupsen. Was mich wunderte, da nach Aussage der nadelnden Hebamme anstupsen nicht vor ET gemacht wird. Meine Hebamme meinte daraufhin, dass die richtigen Anstupsnadeln an der Hand gesetzt werden und es mit denen auch wirklich losgeht.

Mit einer Freundin diskutierte ich die letzten Tage darüber, was man bei einem Nabelschnurvorfall macht. Meine erste Idee war zurückschieben, auch wenn ich mir das Wie nur schwer vorstellen konnte. Da meine Hebamme das in ihrer Praxis bereits einmal erlebt hatte, fragte ich nach.
Sie meinte, Becken hoch lagern, Kind tatsächlich zurück schieben und versuchen, die Nabelschnur am Kopf vorbei zu schieben. Im Extremfall würde nur ein Kaiserschnitt helfen. Und dann erzählte sie ihre Geschichte.

Sie hat eine Weile in Afrika gearbeitet und eine der Schwangeren hatte einen Nabelschnurvorfall. Zum Glück konnte schnell reagiert werden und die Frau landete unverzüglich im OP, wo schon alles für den Kaiserschnitt bereit stand. Meine Hebamme verließ nur ganz kurz den OP, um Tücher für das Baby zu holen und als sie wieder zurück kam, wurde die Frau wieder aus dem OP geschoben und die Ärzte meinten, die Frau könne das Kind doch auf normalem Weg bekommen. Meine Hebamme fiel aus allen Wolken und auch ein wenig in Panik. Sie schnappte sich eine weitere Hebamme, sprach sich kurz mit ihr und der Schwangeren ab und warf sich dann beherzt auf den Bauch der Frau, während die zweite Hebamme bereit stand, das Kind aufzufangen. Ohne Rücksicht auf Verluste drückten sie das Baby aus der Frau raus und schafften es auch irgendwie.
Dem Kind ging es den Umständen entsprechend schlecht und es brauchte eine ganze Weile, bis es sich von der Geburt erholt hatte. Ich erkundigte mich, wie es denn der Frau dabei gegangen ist, ist ja quasi der Horror schlechthin. Meine Hebamme meinte, auf die Frau wird in der Gegend keine Rücksicht genommen, Frauen zählen dort nicht viel. Meine Hebamme hätte aber am liebsten das ganze Krankenhaus zusammen geschlagen, so sauer und fassungslos war sie.

Auch, wenn es in unseren Breiten ein wenig anders zugeht, war ich doch mehr als erleichtert, als mir meine Hebamme mitteilte, dass der Babykopf schön tief und fest im Becken steckt und es keine Gefahr mehr bei einem Blasensprung gibt. Ich müsste nicht mal zwangsweise liegen.

Ich lag ziemlich lange am CTG und es war auch alles unauffällig. Zu unauffällig für den Geschmack meiner Hebamme. Herzfrequenz des Kindes bei 120, es machte ganz gemütlich ein Nickerchen. Aber Schlafen ist nicht, also wurde das Kind immer wieder angeschubst, was es mit mürrischen Tritten und einer erhöhten Herzfrequenz von 140 quittierte. Keine Minute später war der Krümel wieder eingeschlafen und nach 15 Minuten wurde es erneut geweckt.
Ich bin also nicht die Einzige, die das Kindlein ärgert 😉

Mit einem abschließenden Blick auf das CTG meinte meine Hebamme, dass es nicht mehr lange mit der Geburt dauert. Ich fragte, woran sie das erkennt und sie sagte, sie sieht das am CTG, ohne jetzt genau benennen zu können, woran sie das sieht. Es wäre einfach der gesamte Verlauf der Linien. Sowas wollte ich hören, auch wenn ich jetzt doch ein wenig Angst habe. So wie vor einer wichtigen Prüfung, ganz egal, wie gut man gelernt hat.

Ich erkundigte mich als letztes wegen der Rufbereitschaft, da ich durch die Aussagen bei der Geburtsaufklärung ein wenig verunsichert war, wann ich denn anrufen dürfe. Ich hatte die letzten Tage immer wieder mal Wehen, auch regelmäßig und schmerzhaft, teilweise 2 bis 3 Stunden lang und war mir nicht sicher, ob ich da schon anrufen sollte. Immerhin würden sie ja bei Alarm ihre Termine verschieben und das ganze Prozedere anwerfen und ich will da keine unnötigen Umstände machen. Ebenso möchte ich nicht mitten in der Nacht anrufen und meine Hebamme wecken wegen nix.
Sie beruhigte mich aber. Wenn es länger als 3 Stunden dauern und regelmäßig ziepen würde, dann könne ich schon anrufen. Sie würde voraussichtlich eh erst mal bei mir zuhause vorbei kommen und die Gesamtsituation checken, bevor es richtig los geht. Auch nächtliche Ruhestörung wäre kein Problem, sie könne innerhalb von Minuten wieder einschlafen und sie hätte dieses Wochenende Rufbereitschaft, so dass ich mir gar keine Sorgen zu machen brauche.

Tja, und damit waren dann sämtliche Fragen geklärt, alle Werte geprüft, alles für gut befunden worden. Falls es am Wochenende nicht los geht, dann habe ich am Montag den nächsten Termin mit dem CTG, nur um sicher zu gehen.

Fehlalarm

Letzte Nacht dachte ich – mal wieder – es geht endlich los.

Gegen halb 5, ich lag wegen dieser doofen Rechnungsgeschichte immer noch wach, ziepte es wieder im Bauch. Ich schaute vorsorglich auf die Uhr, versuchte aber trotzdem weiter, einzuschlafen. 10 Minuten später das nächste Ziepen, schon ein wenig heftiger.

Eine halbe Stunde später waren die Abstände auf 5 Minuten verkürzt und das Ziepen wurde richtig unangenehm. So unangenehm, dass ich teilweise in den Schmerz atmen musste, aber noch nicht so dolle, dass ich aufgestanden wäre und ein Schmerzmittel genommen hätte.

Irgendwann drehte ich mich auf die andere Seite und schwupps, schon war das Ziepen weniger heftig und auch die Abstände wurden wieder länger, lagen nun bei 7 Minuten. Scheint wohl doch nicht der große Tag zu sein. Mittlerweile war es halb 7 und ich echt knülle, also versuchte ich es nochmal mit Schlaf.

Leider weckte mich das Ziepen immer wieder aus meinem Schlummer, und erst, als das nach 8 endgültig weg war, konnte ich richtig schlafen.

Da ich derzeit nach der Devise lebe: ich nehm jeden Schlaf, den ich kriegen kann, egal wann, egal wie lange, wer weiß, wann es los geht und ob ich danach noch zum schlafen komme, schlief ich mich gründlich aus. Dass ich dann erst um 15 Uhr zum frühstücken komme, ist eben so. Jetzt etwas daran zu ändern halte ich für sinnlos, in ein paar Tagen wird so ein kleiner Quälgeist meinen Tagesrhythmus bestimmen und wer weiß, wie komisch der dann ist 🙂

Jetzt geht’s los

Haha, schön wär’s.

Hier ist absolute Ruhe, nix, nada, niente, nüschd. Keinerlei Anzeichen, dass da bald irgendwas passieren wird. Das Kind strampelt lustig vor sich hin, ich hab wie immer Sodbrennen und meine Hüfte knackt und knirscht bei jeder Bewegung.

Mittlerweile haben wir die Tasche fürs Geburtshaus gepackt, samt Miniwindeln – meine Güte, sind die winzig – und ebenso kleinen Babysachen. Wir werden heute noch ein wenig die Wohnung putzen – also mein Mann putzt die Wohnung, ich putze die Fenster und das große Kind und die Katzen machen alles wieder im Handumdrehen dreckig.

Und sonst bleibt mir nichts anderes übrig, als soviel zu schlafen, wie geht, wobei mehr als 3 Stunden am Stück nicht drin sind und abzuwarten und Tee zu trinken 🙂

Startklar

Also, von mir aus kann es losgehen.

Meine Liste ist soweit abgearbeitet:

  • Die Taschen für den Kleenen sind gepackt. Ja, es sind 2, eine wird im Kindergarten deponiert, für den Fall, dass es wochentags losgeht und der Große direkt aus dem Kindergarten abgeholt werden muss. Die andere ist fürs Wochenende. Beide Notfalldienste sowie das Kind wurden entsprechend informiert.
  • Die Vollmachten für unsere Freunde, bei denen der Kleene unterkommt, sind erstellt und werden morgen verteilt.
  • Der Brief fürs Amtsgericht ist endlich geschrieben und geht morgen in die Post. Keine Ahnung, warum ich mich wieder so ewig davor gedrückt habe.
  • Die Telefonnummern von 3 Hebammen sowie direkt vom Geburtshaus sind im Handy eingespeichert.
  • Die väterliche Notfallversorgung mit Nervennahrung, Kaffeeersatz und brauchbarem Tee, umgangssprachlich Care Paket, wurde gesichert.
  • Taxigeld ist im Prinzip da. Derzeit ist es noch das Geburtstagsgeld vom Kleenen, welches in den nächsten Tagen ersetzt wird, sobald wir einem Geldautomaten näher gekommen sind.
  • Mein Mann konnte seinen Chef zu Urlaub auf Abruf überreden und steht jetzt für eine Woche nach der Geburt zu Hause zur Verfügung.*
  • Wir haben finale Bauchfotos gemacht. Ich hatte zwischendurch die Befürchtung, nicht mehr dazu zu kommen und dann hätte ich nur ein Bild aus der Mitte der Schwangerschaft.
  • Die Sachen für direkt nach der Geburt sind beschafft. Dazu gehören super sexy Netzunterhosen, extra große Wochenbettvorlagen ohne Plastik und krankenhausgrüne Auslaufschutzunterlagen.
  • Das Milcheinschusspräventionspaket, bestehend aus Quark und Pfefferminztee, steht bereit.
  • Das Bad ist geputzt 😉
bauch

38+0

Was noch fehlt:

  • Die Geburtshaustasche muss gepackt werden. Das erledige ich morgen, heute bin ich zu müde dazu.
  • Die Fenster müssen geputzt werden. Leider ist mir das Fensterputzi ausgegangen.
  • Der Rest der Wohnung könnte auch gereinigt werden, der richtige Frühjahrsputz wird wohl auf nächstes Jahr verschoben 😉

Das Gefühl, trotzdem irgendwas vergessen zu haben, werd ich so oder so nicht mehr los. Mir fällt aber auch nix mehr ein.

bauch2

Ja, die Idee ist geklaut, aber mein Mann weigert sich, mir eine Sonnenblume oder ähnlichen Kitsch auf den Bauch zu malen.

Habt ihr noch Ideen, was ich tun kann, um die Wartezeit zu überbrücken oder den Krümel zu überreden, sich auf den Weg zu machen oder was ich vergessen haben könnte?

* Die Geschichte ist natürlich viel verworrener und sooooo typisch für meinen Mann, aber das erzähl ich vielleicht in einem separaten Beitrag.